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Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von tarra 07.04.10 - 11:01 Uhr

Hallo

Ich wohne schon seit einigen Jahren nicht mehr bei meinen Eltern zu Hause.
Meine Eltern haben sich schon immer viel gestritten und oft habe ich deshalb geweint. Meine Mutter ist sehr dominant, sie wurde von ihrem ersten Ehemann geschlagen und sehr sehr schlecht behandelt. Nun lässt sie sich nichts mehr von einem Mann sagen und sie behandelt meinen Vater schlecht.
Ständig haben die sich in den Haaren und meine Mutter macht am Telefon dann immer so Andeutungen um was es geht aber wenn ich nachfrage will sie es mir nicht genau erklären.
Ich habe ihr schon ein paar Mal gesagt, sie soll sich doch scheiden lassen und sich eine eigene Wohnung suchen, da war ihre Antwort klar darauf, sie lasse sich nicht von einem Mann vertreiben.

Mein Vater leidet wie ein Hund und er kann sich nicht wehren, er ist psychisch sehr labil und sagt meistens einfach nichts, damit es nicht noch mehr ausartet....

Ich weiss, ihr könnt mir nicht gross helfen aber es musste jetzt einfach mal raus....

denkt ihr eine Therapie vorzuschlagen würde helfen? Vielleicht einfach nur für meinen Vater.....

naja....

Danke
Liebe Grüsse
Tarra

Beitrag von wort75 07.04.10 - 11:07 Uhr

kaum. der wunsch muss in den therapie-willigen schon selber erwachen. aber du kannst ja den wunsch fördern, indem du mal nur mit deinem vater redest, fragst, was denn abgteht und ob er leidet. DENN nur weil du es abartig findest, heissts noch nicht, dass der vater das auch so sieht. mein onke zb lässt sich von seiner frau behandeln, dass es mir graust. er fühlt sich aber gar nicht bemitleidenswert. für ihn ist sie die frau seiner träume und ihr umgang absolut gerechtfertigt....

also red erstmal mit dem vater. frag doch mal, woher denn die verletzungen komen, die seine frau (deine mutter) an ihm abreagiert. ggf. kommen die ja von ihm und er "sühnt" jetzt irgendwie...

die mutter ist festgefahren. sie will dominieren, intrigieren und gleichzeitig das opfer sein. sie will das.
hier hilft also grosses reden vorerst nicht. erst wenn du mal die seite des vaters siehst, kannst du ggf. einhaken.

aber mach dir nicht zu viel hoffnung. mit deinen zarten 24 werden dein eltern dir noch nicht wirklich ihr vergangenes leben offenbaren. sie werde versuchen, dich noch im kinderleben zu lassen. bis sie dich als eigenständige person sehen, wirds noch einige jahre duern können...

Beitrag von tarra 07.04.10 - 11:15 Uhr

mit meinem Vater habe ich geredet und er ruft mich jeweils auch an um mit mir zu sprechen, er sagt mir aber ebanfalls nicht den genauen Grund da er weiss dass meine Mutter ausrasten würde wenn er mir es sagen würde.

Er empfindet das ganze als Qual, hat aber Angst zu gehen, weil er dann nichts mehr hat. Und meine Mutter würde alles tun damit ihm nichts mehr bleibt, das weiss ich....

Beitrag von wort75 07.04.10 - 11:35 Uhr

na, dann würde ich mal sagen: klink dich aus.
klingt herzlos. aber wer phlegmatisch lieber leidet als etwas ändert, hat sich bequem so eingerichet. der tag, an dem er etwas ändern will, wird schon noch komme. und ansonsten sind die zwei halt einfach eine hässliche kleine synergie eingegangen.

denn eins muss dein vater wissen. selbst wenn er jetzt den duckmäuser spielt und sich noch 10 jahre auf der birne rumtanzen lässt - wenn deine mutter ihn verlassen will, weil sie (glaubt) was besseres zu finden/haben, dann bleibt ihm auch nichts. es sei denn, er hat gelernt sich zu wehren. und genau das tut er ja nicht. also lernt ers auch nicht.

ergreiffe keine partei. das kannst du doch gar nicht, ohne beide seiten zu kennen. und die ine spielt opfer (mir haben männer genug angetan, aber ich sage nichts weiter dazu) und der andere spielt auch opfer (also ich sage nichts, sonst krieg ich was auf die birne) - also lass es.

so gross kann die qual nicht sein - ist der leidensdruck hoch genug, wird er sich aufraffen.