Hat nix mit Schwangerschaft zu tun, aber ich muss euch mal was fragen

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von lilly7686 07.04.10 - 13:12 Uhr

Hallo!

Also wisst ihr, in meiner Umgebung gehts ziemlich zu in letzter Zeit... Und ich versteh es einfach nicht.
Folgendes ist passiert:
1. meine direkte Nachbarin. Sie hat mit ihrem Mann zwei Kinder (fast 3 Jahre und knapp über 1 Jahr alt). Ihr Mann war Drogensüchtig, hat aber mit dem Zeug aufgehört, als er mit ihr zusammen gekommen ist.
Vor etwa einem halben Jahr hat er begonnen, seine Frau und die Kinder anzubrüllen. Woher ich das weiß? Nun ja, obwohl die Dämmung in unserem Haus eigentlich sehr gut ist, hör ich den Kerl durch die Wände! Und zwar mehr als deutlich. Okay, ging mich nix an, hab ich somit ignoriert, nachdem ich mal nachgefragt hab ob alles okay ist (beim ersten Mal hab ich mir echt Sorgen gemacht).
Vor einigen Wochen kam die Polizei, hat ihn abgeholt. Er hat Wohnungsverbot bekommen. 14 Tage lang. Er hat sich Heroin gespritzt, hat seine Frau geschlagen, angespuckt und beschimpft. Er hat ihr außerdem über Telefon gedroht sie umzubringen (sie war bei mir, hat sich ausgeheult, und als er anrief hatte sie das Handy auf Lautsprechen gedreht, damti ich mithören konnte).
Sie hat sich auf Wohnungssuche begeben, wollte die Scheidung einreichen, und hatte mir fest versprochen, den Kerl nie wieder in die Wohnung zu lassen.
Nachdem die 14 Tage vorbei waren, war er wieder da. Er wohnt wieder bei ihr und die beiden sind ein Herz und eine Seele.

2. eine weitere Nachbarin von mir hatte Streit mit einer Freundin. Die Freundin hat ihr 3 Mal einen höheren Geldbetrag gestohlen. Natürlich hat meine Nachbarin sich furchtbar aufgeregt und meinte, sie wolle nix mehr mit dieser "Freundin" zu tun haben.
Heute schreibt meine Nachbarin ne SMS, ob meine Große und ich mitkommen auf den Spielplatz, sie würde mit ihrer Tochter dahin gehen, diese besagte Freundin würde auch mitkommen. Hängt sie also wieder mit der rum.


So und nun meine Frage: sagt mal Leute, bin nur ich so naiv, dass ich diese Leute nicht mehr in meinem Leben haben wollen würde??? Gibts da einen bestimmten Grund, warum man solche Menschen in sein Leben lässt? Ich meine, ganz ehrlich, wenn meine Freundin mich bestiehlt, dann ist sie die längste Zeit meine Freundin gewesen! Die könnte mich mal dort, wo die Sonne nicht hinscheint!
Und wenn mein Mann auf Drogen ist und mich beschimpft und bespuckt und schlägt, dann würde ich den nicht nur anzeigen, ich würd dafür sorgen, dass der weder mich noch die Kinder jemals wieder sieht!

Bin ich naiv? Hab ich zu wenig Lebenserfahrung? Gibt es da was, das ich übersehe???

Sorry, ich weiß, es gehört nicht ins Schwangeren-Forum. Aber ich wusste nicht, wohin damit. Dagegen tun kann ich ja nichts. Geht mich auch nichts an. Aber vielleicht könnt ihr mir helfen, diese Dinge zu verstehen?

Beitrag von sandari82 07.04.10 - 13:17 Uhr

du hast ja nachbarn #schock besser als jeden lindenstraßen - folge
viele grüße

Beitrag von lilly7686 07.04.10 - 13:18 Uhr

Ach du, da gäbs noch mehr zu erzählen... Im Moment sind vier Schwanger. Also ich, die Nachbarin mit der dubiosen "Freundin", und noch zwei weitere. Und das bei nur 16 Wohnungen :-)

Beitrag von griesklein 07.04.10 - 13:20 Uhr

So Leute kenne ich auch

Ich kapier das auch nicht,was die mit so Leuten wollen,warum die noch weiter eine Beziehung ect führen

Ich fass mir an mein Kopf #klatsch ihr hab eine an der Klatsche

Naja das ist ihr Leben und nicht meins ;-)

Mehr kann man nicht machen...

Beitrag von nina610 07.04.10 - 13:20 Uhr

Das klingt echt wie in so einer Talkshow.. Unheimlich... Also ich würde mit solchen Leuten keinen Kontakt haben wollen. Würde mein Mann mich auch nur einmal anpacken, hätte er erstmal eine sitzen und danach könnte er zusehen wo er bleibt. Und wenn eine "Freundin" ( Freunde beklauen sich nicht ) mir Geld stehlen würde, dann sollte sie sich lieber in Acht nehmen. Was ist das denn für ein Umfeld in dem du dich begibst... Versteh ich nicht, sorry.... Ich würde da mit meiner Familie nicht wohnen wollen...#gruebel.


Lg

Beitrag von maikiki31 07.04.10 - 13:22 Uhr

Trotz allem gehören die Hintergründe auch immernoch dazu.

Ich würde NICHT sofort alle ausschliessen bevor ich nicht weiss WAS dazu geführt hat, WENN man dann Antworten bekommt und man sich aussprechen kann.....

Also man muss immer alles hören....



LG Maike

Beitrag von berry26 07.04.10 - 13:36 Uhr

Ich würde solche Leute nicht nur NICHT in meinem Leben haben wollen, ich möchte sie auch nicht in meinem entferntesten Bekanntenkreis haben.

Also ich würde umziehen! Das ist ja eine schreckliche Nachbarschaft! Sowas würde ich meinen Kindern nicht aussetzen!

Beitrag von braut2 07.04.10 - 13:37 Uhr

Tja, es gibt halt solche und solche.......
Während meines Studiums hab ich mal im Frauenhaus gearbeitet. Und ganz viele Frauen gehen wieder zurück in ihr gewalttätiges Umfeld. Warum? Wissen die meisten selbst nicht. Abhängigkeit, "alte" Gewohnheiten, die Angst ein eigenes Leben zu führen, falsche Liebe.......
Sei froh, wenn Du einen gefestigten, starken Charakter hast, daß Du von Dir sagen kannst: ich würde das nicht machen.
Was man davon hält, bleibt einem ja selbst überlassen !

Und das mit der Freundin die klaut.........ja, warum sind sie noch befreundet? Wie schon jemand geschrieben hat: HIntergründe, die Du nicht kennst. Vlt hat sie mit der Freundin gesprochen und sie hat eine ihr verständliche- oder wenigstens verzeihbare- Begründung gebracht.
Ob Du das machen würdest.......bleibt ja Dir überlassen. Wie Du jetzt mit allen umgehst auch.

Beitrag von binecz 07.04.10 - 13:40 Uhr

Es ist leicht über solche Menschen zu urteilen. Aber schwierig wenn man die Hintergründe kennt.
Das "Zauberwort" nennt sich "EMOTIONALE ABHÄNGIGKEIT".
Leider ist es oft so dass (grad in Beziehungen) die Schwächeren schon in einem langen Prozess eingeredet bekommen dass sie nichts wert sind, eh niemanden anderen haben der ihnen hilft, nichts auf die Reihe bekommen ect. pp.
Statistisch gesehen hatten solche Menschen nie in ihrem Leben wirklich die Gelegenheit gegenteiliges zu Erfahren. Fängt oft schon im Elternhaus an.
Also anstatt das zu verurteilen sollte man lieber Hilfe anbieten. Nicht indem man sich anbiedert (da bleibt man am Ende selbst auf der Strecke), aber indem man da ist wenn vom "Opfer" aktiv Hilfe gefordert wird! Das hast du ja getan so gut du konntest. Und wenn sie dich wieder anspricht kannst du ihr das ja auch so sagen. Dass du nichts mit ihr zu tun haben möchtest solange sie noch mit diesem Mann zusammen lebt. Das ist ein wenig wie mit Drogenkranken die man ja auch fallen lassen muss damit sie sich selbst helfen!

Es ist im Endeffekt für dich und deine Kids gut wenn du dich davon distanzierst, denn das ist wirklich ein Thema das in die Hände von Fachleuten gehört.
Allerdings würde ich an deiner Stelle nochmal das Jugendamt darauf aufmerksam machen bei dem Fall Nr. 1. Normalerweise muss das die Polizei machen wenn Kinder mit involviert sind, aber Fehler sind menschlich und ich denke du könntest es dir auch nicht verzeihen wenn du diesen Schritt nicht getan hast und den Kindern was zustößt. Das kann man auch anonym machen!

Beitrag von lilly7686 07.04.10 - 13:55 Uhr

Hallo!

Danke für den Tipp. Natürlich will ich jetzt nicht sofort was machen. Aber nachdem ich ja jetzt die Anzeichen kenne, werde ich die Ohren offen halten und gegebenenfalls was unternehmen, wenn er wieder rückfällig wird.

Leider ist es so, dass meine direkte Nachbarin kaum mehr rüber kommt, seitdem ihr Mann wieder da ist. In den zwei Wochen, wo er weg war, war sie täglich mindestens einmal bei mir. Hat sich ausgeheult, ich hab ihr zugehört und versucht zu helfen. Sie hat auch gesehen, dass ihre beiden Kids sehr unter ihrem Vater leiden. Der Junge hat sich täglich mehrmals übergeben. Wochenlang. Kein Arzt wusste, was los ist. Die 14 Tage ohne den Mann hat er sich kein einziges Mal übergeben! Kaum ist Papa wieder da, gings wieder los. Zumindest war ich mal drüben weil mir das Mehl ausgegangen ist, und da meinte sie, ich soll mir ruhig was nehmen, sie müsse das Bett frisch beziehen, der Junge hätte schon wieder gekotzt.
Das Mädchen ist auch sehr unruhig seit Papa wieder da ist. Sie brüllt dauernd, ist nur bockig, aber okay, das könnte auch an der Trotzphase liegen. Komisch nur, dass es wesentlich besser war, als er nicht da war.
Nun ja, es ist traurig. Aber ich werde auf jeden Fall wieder helfen, wenn meine Nachbarin mich braucht! Ich bin wahrscheinlich viel zu hilfsbereit, aber ich bin einfach so. Ich helfe gerne, wenn man mich braucht.

Und zu dem was einige andere geschrieben haben: einfach ausziehen ist hier nicht so einfach. Wir sind eine kleine Gemeinde und es gibt außer unserem nur noch ein weiteres Wohnhaus, und dort sind die Wohnungen nur 1-2 Zimmer groß. Das ist mit bald 2 Kindern ein bisschen klein... Und weg will ich nicht, da meine Große sich hier so wunderbar eingelebt hat. Sie freut sich schon auf die Schule die im Herbst los geht und versteht sich suuuper mit allen Kindern im KiGa.
Auch ich hab viel Anschluss gefunden. Nicht nur innerhalb des Hauses, auch sonst im KiGa. Ich fühle mich hier sehr wohl. Und nur weil es zwei Familien gibt (von etwa 2000 anderen im Ort) die vielleicht nicht allzu toller Umgang sind, will ich nicht weg. Und solche Familien gibts woanders auch. Nur weiß man es vielleicht nicht...

Aber ich werde auf jeden Fall die Augen und Ohren offen halten und notfalls das JA einschalten, wenn es nicht mehr anders geht. Gut zu wissen, dass dies auch anonym gemacht werden kann.

Lieben Dank für deine Antwort!

Beitrag von binecz 07.04.10 - 14:09 Uhr

Das mit dem "Hilfsbereit sein" kenne ich! Leider hilft es in solchen Fällen überhaupt nicht weiter.
Das mit den Kids klingt nicht gut und ich hoffe sehr, dass auch der Arzt gleich reagiert hat. Aber leider kann man sich in der heutigen Zeit nicht mehr darauf verlassen.
Gleich umzuziehen finde ich auch übertrieben. In meinem Elternhaus (13 Parteien) war auch mal das LKA und hat bei den Nachbarn unter uns gestürmt. Das kann immer mal seien, egal wo man ist. Dann lieber dort bleiben und ggf. echt das JA oder auch die Polizei anrufen. (wenn du das Gefühl hast du bekommst mit wie die Kids geschlagen werden oder so).
Allerdings hoffe ich ja für die Kleinen, dass die Polizei eh schon reagiert hat.

Auf jeden Fall finde ich es gut wenn du dir Gedanken machst und nicht wie so viele weghörst.
Jetzt musst du nur noch zusehen, dass du dich nicht zu sehr reinziehen läßt!
Was du machen könntest wenn du Lust hast: Im Internet gucken, oft gibt es Hotlines für Frauen die von häuslicher Gewalt betroffen sind (meine Mama arbeitet da, daher kenne ich mich bissl aus ;-)) Diese sind eigetnlich immer kostenlos. Such dir so ne Nummer raus und wenn deine Nachbarin sich wieder bei dir "ausheulen" will, dann drückst du ihr die Nummer in die Hand und sagst sie muss ich selbst helfen weil du Verantwortung für deine Kinder hast an erster Stelle!
Dann hast du was getan und sie nicht hängen lassen, aber musst dich auch nicht emotional zu sehr damit belasten!

P.S. und im Notfall falls es DIR schlecht geht weil du denkst du hilfst nicht genug kannst auch DU bei der Hotline anrufen und dich beraten lassen. Die werden dir auch dein schlechtes Gewissen nehmen können welches so sozial eingestellte Personen wie wir es sind gerne haben ;-)#liebdrueck