Krippeneinführung abbrechen?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von nantke 07.04.10 - 14:10 Uhr

Hallo,
seit dem 01. März versuchen wir bereits unsere Tochter an die Krippe zu gewöhnen - mit wenig Erfolg. Bislang konnte ich sie noch nicht für längere Zeit allein lassen. Nach 10 bis 15 Min. muss ich immer wieder zurückkommen. Sie lässt sich zwar von der Erzieherin beruhigen, ist aber sehr ängstlich. Vor Ostern war sie mal eine halbe stunde allein in der krippe - wollte aber nicht mit den anderen frühstücken. sie hat einfach nur mit dem schnuller im mund da gesessen und vor sich hingestarrt. wenn ich mit ihr da bin, passt sie auf, dass ich nicht von ihrer Seite weiche. Sie hält mich fest.
Darüber hinaus hat sie jetzt überall Angst, dass ich verschwinden könnte. Sie will nicht mal mehr etwas mit meiner Mutter zu tun haben, die sie immer angehimmelt hat. Sonst konnte ich sie ohne Probleme bei ihr lassen.
Sie fremdelt seit dem exrem und hat massive Einschlafprobleme am Abend.
Ich habe das Gefühl, dass sie leidet und dass möchte ich nicht.
Ich denke mal, da ist ihr einfach zu viel los. Es ist für sie zu laut in den Räumlichkeiten und sie fühlt sich eingesperrt. Ausserdem sind ein paar Kinder dort etwas "wilder" und damit kann sie (noch) nicht umgehen.
Was sagt ihr? Soll ich es noch weiter probieren - oder lieber nach einer geeigneten Tagesmutter ausschau halten? Ich möchte einfach nicht, dass sie weiterhin leidet - denn dass tut sie inzwischen.
Liebe Grüße
Nantke

Beitrag von heimchen82 07.04.10 - 14:15 Uhr

Vielleicht ist sie einfach noch nicht bereit....
Ich weiß ja nicht, wie es bei Dir aussieht: bist Du darauf angewiesen, dass sie fremdbetreut wird? Oder kannst Du sie zu hause bei Dir lassen?
Ansonsten ist eine Tagesmutter vielleicht die "ruhigere" Alternative!

Beitrag von maikiki31 07.04.10 - 14:16 Uhr

Hey,

ich glaube Deine Kleine ist wirklich noch nicht soweit. Mein Kleiner war ca. 27 Monate und selbst bei ihm hat es 2 bis 3 Monate mit Ferienpausen gedauert. Allerdings geht er auch nur 3 Vormittage. Mehr hätte ich in dem Alter eh nicht gemacht.

Entweder Du wartest noch komplett. Oder Du fängst langsam mit einer Tagesmutter an.

LG Maike

Beitrag von sannimausi 07.04.10 - 14:17 Uhr

Ich würde die Eingewöhnung nicht abbrechen, sondern verlängern. Wir sind mit 4 Wochen auch nicht ausgekommen (meine war erst 9 Monate alt), aber sie geht unglaublich gerne in die Kita, es war also letztlich ein voller Erfolg. Es wäre für uns beide sehr schade gewesen, wenn ich deshalb aufs Arbeiten verzichtet hätte.

Wieo mußt Du nach 10 Minuten zurückkommen, wenn sie sich beruhigen läßt? Das ist doch unlogisch. Wer sagt denn, Du mußt zurückkommen?

Was sagen denn die Erzieherinnen dazu?
Ist die Kita personell gut ausgestattet? sind noch andere Kleinkinder da? Wenn Du prinzipiell das Gefühl hast, daß die Kita nicht zu Euch passt, dann solltest Du darüber nachdenken (ob es so ist oder Du "nur" Angst hast), ansonsten einfach weitermachen und Deiner Kleinen vermitteln, daß Kita toll ist.

Beitrag von muckel1204 07.04.10 - 14:18 Uhr

Ich würde sagen, probiere es weiter. Wir haben beim Großen 4 Wochen, beim Kleinen 5 Wochen gebraucht bis sie 3 Stunden allein dort blieben, der Mittagsschlaf dauerte dann nochmal seine Zeit.
Aber es hat sich gelohnt und die beiden gehen nun sehr gern in den Kindergarten und fühen sich dort wohl.
In unserer Kita wird da kein Druck gemacht, jeder bekommt die Zeit, die er benötigt, ein Junge brauchte ganze 8 Wochen und als alle kurz vor dem Verzweifeln waren, ging er von einem Tag auf den Nächsten völlig ohne zu weinen und mit einem Lächeln in die Gruppe und das Eis war gebrochen.

LG Carina

Beitrag von pinklady666 07.04.10 - 14:51 Uhr

Hallo

Ich würde die Eingewöhnung auf keinen Fall abbrechen.
Was sagen denn die Erzieherinnen dazu?
Stehst du komplett hinter der Fremdbetreuung?
Wie sieht die Verabschiedung aus, wenn du den Raum verlässt?
Deine Tochter muss sich in diesem Trubel erst mal zurechtfinden. Klar ist es lauter als zuhause nur mit Mama. Und natürlich gibt es in jeder Einrichtung auch "wildere" Kinder. Aber deine Tochter wird lernen auch damit gut umzugehen.
Lass deiner Tochter Zeit und vermittel ihr wie toll die Krippe doch ist. Sie wird von der Fremdbetreuung profitieren.

Liebe Grüße

Bianca

Beitrag von fbl772 07.04.10 - 15:08 Uhr

Brich nicht ab. Wenn sie jetzt auch bei anderen Bezugspersonen fremdelt (wie bei deiner Mutter), dann würde sie es genauso auch bei der TaMu tun.

Wenn du leidest, dann überträgst du das auf deine Kleine - insbesondere wenn du sie dann mit deinem "schlechten" Gewissen behandelst und alles "wieder gut" machen willst. Versteh mich bitte nicht falsch, aber manche Kinder brauchen eben etwas länger, aber schaffen tun sie es! Sei fröhlich wenn du sie abgibst und fröhlich wenn du sie abholst und gib ihr nicht das Gefühl - "jetzt hast du das Schlimme geschafft, Mama holt dich hier raus". Sie muss erst Selbstvertrauen entwickeln und ihren Platz in der Gruppe finden.

VG
B

Beitrag von alexa81 07.04.10 - 15:47 Uhr

Hallo Nantke,

ja, ich würde definitiv abbrechen.

Wenn es die Möglichkeit gibt, würde ich zu Hause bleiben und die Fremdbetreuung einige Zeit verschieben.

Wenn ich definitiv arbeiten müsste, würde ich die Kleine zu einer Tagesmutter mit max. 1-2 weiteren Kindern geben. Da ist es ruhiger, die Betreuung ist individueller, aber einen Spielkameraden gibt es trotzdem.

Meiner Meinung nach zeigt Deine Kleine sehr deutlich, dass sie noch nicht so weit ist, mit der Betreuung in einer Krippe zurecht zu kommen. Und ich finde es gerade klasse, dass sie Dich dort recht schnell zurückrufen, wenn Deine Tochter leidet.

Und ich finde es super, dass Du Dir solche Gedanken darüber machst und über Alternativen nachdenkst. Viele stehen ja leider auf dem Standpunkt, da müssten die Kinder durch...

Ich drücke Euch die Daumen, dass sich eine Lösung findet, mit der Ihr alle glücklich werdet.:-)

Viele Grüße, Alex

Beitrag von nantke 07.04.10 - 20:12 Uhr

ja, du hast recht.
ich habe heute lange darüber nachgedacht und auch mit einer kinderärztin gesprochen. ich denke, sie ist einfach noch nicht so weit. die kinderärztin sagte, dass es viele kleinkinder gibt, die einfach nicht für eine krippenbetreuung geeignet sind. sie sagte, die kinder sind den eltern oft sehr ähnlich. das bedeutet mögen die eltern es lieber ruhig, sind die kinder oft auch so veranlagt. sie hat recht. mein mann und ich mögen es auch lieber etwas ruhiger um uns herum. die ärztin hat z.b. ihre söhne in den waldkindergarten gebracht, weil diese auch keine laute umgebung mochten.

die erzieherinnen in der krippe machen ihren job sehr gut und geben unserer tochter alle zeit der welt ohne druck auszuüben. sobald sie merken ihr geht es nicht gut, werde ich zurückgerufen. heute bin ich z.B. gar nicht rausgegangen, weil unsere tochter schon anfing zu weinen, wenn andere mütter ihre kinder gebracht haben und gegangen sind.

wir werden die krippeneinführung jetzt abbrechen. morgen wird sie schon nicht mehr hingehen müssen und ich schaue mich nach einer tagesmutter mit ein bis zwei weiteren kindern um. zum glück muss ich erst ab august wieder arbeiten. eigentlich wollte ich dann 4 vormittage arbeiten, aber evtl. werde ich das noch ein wenig reduzieren.

vielen dank.
nantke mit amke, die heute wieder über eine std. zum einschlafen gebraucht hat.

Beitrag von pinklady666 07.04.10 - 20:56 Uhr

Ich will dir ja nicht reinreden. Aber wenn du jetzt in der Krippe abbrichst, dann wird das mit hoher warscheinlichkeit auch nichts bei der Tagesmutter.
Es könnte deine Tochter nur unnötig verwirren und das ganze Verhalten (Klammern, Schlafstörungen etc) noch schlimmer machen.
Ich denke euer Problem liegt wirklich darin, dass du nicht hinter dieser Art der Fremdbetreuung steht.
Du schreibst dass du ab August wieder arbeiten gehst. Dann zieh das jetzt durch und verwirre deine Tochter nicht noch mehr. Gib ihr doch erst mal die Chance sich in die Gemeinschaft der Krippe einzufinden.
Ich kenne übrigens kein Kind das "noch nicht soweit war" fremdbetreut zu werden. Die Probleme lagen immer darin, dass entweder die Eltern noch nicht soweit waren oder halt dass die Eingewöhnung nicht auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt waren.

Liebe Grüße

Beitrag von alexa81 07.04.10 - 22:54 Uhr

Hallo noch mal,

ich finde, das klingt nach einer sehr vernünftigen Lösung!:-)

Zum Thema, wenn man abbricht, verwirrt man sein Kind nur und es wird noch schlimmer, kenne ich einige Gegenbeispiele - inkl. meiner eigenen Tochter. Mit 2,5 Jahren haben wir einen Versuch in einer Spielgruppe gestartet, zwei Vormittage für 3 Stunden - es ging mächtig in die Hose, u.a. weil sie mich dort nicht angerufen haben, als meine Maus weinte. Ich habe sehr schnell abgebrochen.

Kurz darauf bekamen wir einen Platz in einer anderen Gruppe angeboten, meiner ursprünglichen Wunschgruppe. Ich war sehr skeptisch und wollte eigentlich gar nicht, ließ mich aber zu einem weiteren Versuch überreden. Das Konzept war ein ganz anderes, nach der Zeit, die ich mit dort war, blieb Lenja erst nur 15min alleine, dann eine halbe Stunde usw. Es wurde auf sie eingegangen.

Sie hat dort NIE geweint, ist mit absoluter Begeisterung hingegangen und hat es dort geliebt. Für unsere Mittlere haben wir zum Glück direkt dort einen Platz bekommen - sie hat schon mit 2 Jahren angefangen und auch kein einziges Mal geweint.

Bei einer kindgerechten Eingewöhnung weinen die kleinen Mäuse nicht - WENN sie wirklich so weit sind. Und es ist definitiv so, dass es Kinder gibt, die einfach noch nicht bereit für eine Fremdbetreuung sind. Denn auch das sind Entwicklungsschritte, die da ablaufen. Nicht umsonst gibt es Fremdelphasen.

Aber was schreibe ich hier eigentlich solche Romane - ich finde Eure Entscheidung, auf Eure Tochter und ihre Bedürfnisse einzugehen, total klasse!:-)

Viele Grüße, Alex

Beitrag von murmel72 07.04.10 - 18:06 Uhr

Hallo,

ja, ich würde abbrechen und erstmal GAR KEINE Fremdbetreuung mehr zulassen.
So wie du schreibst, scheint deine Kleine schon traumatisiert zu sein.

Auch wenn hier immer alle schreiben, dass die Trennungsangst normal ist, dass Kinder nunmal weinen beim Eingewöhnen usw... In Maßen - ja.
Aber wenn deine Tochter augenscheinlich leidet und dein Muttergefühl dir sagt, dass der Zeitpunkt und die Einrichtung nicht optimal ist - bricht ab. Deinem Kind zuliebe.

LG
Murmel

Beitrag von seni81 07.04.10 - 20:32 Uhr

Hi,

bei uns war es auch so, nur das wir es in 2 Wochen hinter uns gebracht haben. Ich denke bei Euch dauert es zu lange und sie lernt, wenn ich weine, dann kommt Mama gleich wieder oder wenn ich nichts esse.

Die ersten 3 Tage war ich 1 1/2 Stunden mit drin. Alles toll.

Dann Kind rein und ich weg, war für 1 1/2h alleine. Nicht toll, hat geweint, sich nicht anfassen lassen und nur geschaut.

Dann mit Mittagessen. Nach wie vor nicht toll. Geweint, sich nicht trösten lassen, sich nicht anfassen lassen und Essen verweigert.

Dann mit Schlafen. Alles wie gehabt, nur schlafen klappte von Anfang an super. Rein ins Bett und Grunzzzzzzzzz. Vesper verweigert. Beim Abholen gefreut

Nach der dritten Woche hat sie angefangen zu Essen, zwischendurch hat sie mal noch Wutanfälle bekommen, wenn etwas ihr nicht gepasst hat.

Und jetzt, alles paletti. Richtig geht sie seit März.

Am Anfang war sie auch wieder nur auf mich fixiert, hat sich aber schnell gelegt. Auch Schlafprobleme sind am Anfang nicht ungewöhnlich.

Ich denke, wenn Du nicht 100% davon überzeugt bist, dann lass es. Denn Deine Zweifel und Unsicherheit übertragen sich auf Deine Maus.



LG Seni


Beitrag von petra24 07.04.10 - 21:18 Uhr

Hey du!

Vergangenes Jahr als ich mit meinem Sohn relativ hochschwanger war wolte ich Lisa auch an die Krippe gewöhnen, das war wie bei dir, aber ich hab es nach dem 2. mal schon aufgegeben!!
Sie blieb auch nicht mehr bei Oma oder Opa, noch nicht mal mehr mit dem Papa ist sie allein raus... Ich hab es dann abgebrochen, das war damals im Januar und im Juli haben wir dann nochmal versucht da war es dann prima!

Lisa war beim 1. Versuch 2 1/2 und beim 2. mal dann fast 3....

Lg

Beitrag von vukodlacri 07.04.10 - 21:32 Uhr

Ich würde ebenfalls abbrechen. Allerdings gehöre ich nicht zu den Müttern, bei denen sich das Kind auf Teufel komm raus "dran gewöhnen MUSS".
Wir habens mit 18 Monaten auch mal versucht, die Missy in eine Krippe zu geben, aber das ging gar nicht. Sie hat gelitten, aber ich wäre nichtmal zurückgerufen worden. Die haben da nach der Hau-drauf-Methode gearbeitet, das habe ich bei dem anderen Kind gesehen, das zeitgleich mit uns eingewöhnt wurde, 2 Stunden am Stück bitterlich weinte und sich durch nichts beruhigen lassen wollte und dann eben links liegengelassen wurde...klar, bei 2 Erzieherinnen auf 26 Krippenkinder kann nicht auf jedes Problemkind eingegangen werden. Die Mutter war weggeschickt worden "Kommen Sie mal in 1-2 Stunden wieder, wir versuchen das mal".
Von daher find ichs ja schonmal toll, dass da offenbar sensible Erzieherinnen arbeiten, die merken, wenn ein Kind augenscheinlich leidet.
Meine Missy wird jetzt ab August in den Kindergarten gehen (am 1.9. wird sie 3 Jahre) und freut sich schon sehr drauf. Wir laufen mindestens 1mal täglich dran vorbei, sie winkt den Kindern und Erziehern dort und ist kaum zu halten. Ist allerdings eine Elter-Ini mit nur 18 Kindern auf 3 feste Erzieher plus 2 FSJler bzw Praktikanten.

LG