Sorge und Recht

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Ob ihr gerade Vätermonate nehmen, werdender Vater seid oder einfach eine engagierte Vaterrolle einnehmt: Hier ist der Platz für männerspezifische Fragen und Probleme. Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen. Neu: Unser Newsletter für werdende Väter.

Beitrag von kalle7 07.04.10 - 21:05 Uhr

Versteht mich mal nicht falsch, aber ich hätte gerne eure Meinung.

In den den Augenblick wo ich Unterhalt zahle, trage ich doch Sorge? Trotzdem habe ich keine Sorgerecht!

Also wenn ich kein Recht dazu habe Sorge zu tragen, dann mache ich mich doch stafbar, wenn ich Unterhalt zahle......

Beitrag von karna.dalilah 08.04.10 - 07:50 Uhr

#rofl
Der ist ja Klasse....

Beitrag von kalle7 08.04.10 - 08:55 Uhr

Ich wollte das nur mal so hinschreiben, damit man sieht wie widersprüchlich unsere Gesetze sind.

Beitrag von hedda.gabler 08.04.10 - 09:18 Uhr

Hallo.

Du meinst also, Deine Pflicht der Sorge wäre im vollen Umfang erfüllt, wenn Du Unterhalt zahlst ... ?

Gruß von der Hedda.

Beitrag von kalle7 08.04.10 - 09:22 Uhr

Das war doch klar, das bestimmte Leute wieder etwas reininterpretieren. Natürlich gehört zur Sorge noch mehr! Aber ich habe ja überhaupt kein Sorgerecht!!!! Verstehst du das????

Beitrag von krypa 08.04.10 - 09:53 Uhr

Hallo kalle7,

Unterhaltspflicht gegenüber getrenntlebenden Kindern besteht unabhängig von der elterlichen Sorge.

Für unverheiratete hauptbetreuende Eltern - weit überwiegend Mütter - besteht die Möglichkeit vermittels Beistandschaft durch das Jugendamt, den Kindesunterhalt einfordern, einklagen und pfänden zu lassen.

Eine Beistandschaft für umgangssuchende (Väter) gibt es dagegen nicht.

Daran kannst du sehen, dass hier (in D) nur das Geld der Väter, nicht aber ihre persönliche Nähe zum Kind von Bedeutung ist.

Ue Väter sollen ihre Kinder nicht (mit) erziehen, sondern nur alimentieren und die entsprechenden Mütter wie Kindermädchen ihrer eigenen Kinder bezahlen.

So ist das.

Mfg krypa

Beitrag von karna.dalilah 08.04.10 - 15:01 Uhr

Nur das Jugendamt richtet meines Wissens nach Beistandschaften ein.
Dieses ist meines Wissens für Kinder und Jugendliche da und richtet demnach diesen eine Beistandschaft ein.
Ich habe noch nie gehört dass eine Mutter vom Jugendamt eine Beistandschaft eingerichtet bekommen hat.

Beitrag von krypa 08.04.10 - 15:31 Uhr

Hallo karna.dalilah,

nichts anderes habe ich gesagt.

Es gibt die Beistandschaft n u r für unverheiratete Sorgebrechtigte, bei denen die Kinder leben.

Anders als die Amtspflegschaft, die kraft Gesetzes bei der Geburt eines nichtehelichen Kindes eintrat (falls nicht wegen Minderjährigkeit der Mutter Amtsvormundschaft eintrat), ist die Beistandschaft eine freiwillige Unterstützungsleistung, die nach § 52a SGB-VIII allen M ü t t e r n nichtehelicher Kinder seitens der Jugendämter angeboten wird. Sie kommt auf formlosen Antrag zustande. Der Antrag kann vom allein sorgeberechtigten Elternteil oder (bei gemeinsamer Sorge) von dem Elternteil, bei dem das Kind lebt, gestellt werden.

Die Beistandschaft ist zuständig für Unterhalt und Vaterschaftsfeststellungen.


Sie ist k o s t e n l o s.


Umgangssuchende, uneheliche Väter müssen ihre entsprechenden Rechtsbemühungen mit Anwalts- und Gerichtskosten teuer bezahlen.

MfG krypa

Beitrag von kalle7 08.04.10 - 17:59 Uhr

Eine Beistandsschaft vom JA gibt es nur und ausschliesslich, wenn die Mutter es beantragt!

Eine Beistandsschaft ist ein Verwaltungsfachangestellter, der mehr Befugnisse als ein Inkassobüro hat, aber als genau solches ist dieser Beistand tätig.

Dieses Beistand geht es nur darum, das der Staat nicht finanziell einspringen muß. Gerne wird dabei aber das Wohl des Kindes im Vordergrund gestellt.

Ich selber habe das Vergnügen mit einen Solchen, obwohl ich keine Unterhaltsschulden habe und sogar noch mehr zahle.

Weil mir geht es tatsächlich um das Wohl des Kindes!

Beitrag von kalle7 08.04.10 - 18:56 Uhr

Hi krypa,

das weiß ich und es ist ja auch ganz klar ersichtlich warum es getrennt wurde.

Nur hätte ich mir nie träumen lassen, das ich einen Anwalt brauche um vielleicht irgenwann mal vielleicht mein Kind zu sehen.

hedda.gabler finde ich lustig, ich denke sie gehört zu der Kategorie die den entscheidenen Teil des Umgangsrechtes nicht verstanden hat.

Beitrag von hedda.gabler 08.04.10 - 19:14 Uhr

>>> hedda.gabler finde ich lustig, ich denke sie gehört zu der Kategorie die den entscheidenen Teil des Umgangsrechtes nicht verstanden hat. <<<

So so ... sprachst Du nicht ursprünglich vom Sorgerecht?

Aber wenn Du schon dabei bist, dann kannst Du ja der lustigen hedda.gabler mal erklären, welchen Teil des Umgangsrechtes sie nicht verstanden hätte ...

... ich finde Euch entsorgten Väter mit der ewig gleichen Litanei im Übrigen auch recht amüsant ... man bekommt direkt das Gefühl, dass es auf den einschlägigen "Väter sind ja ach so arm dran"-Seiten Sammlungen von Textbausteinen zum sich mannigfaltigen Einsatz gibt.

Beitrag von ellinutelli 09.04.10 - 12:54 Uhr

#pro

Beitrag von hedda.gabler 08.04.10 - 11:16 Uhr

>>> In den den Augenblick wo ich Unterhalt zahle, trage ich doch Sorge? <<<

Na ja, aber hier reduzierst Du es darauf ... und meine Frage war der Umkehrschluß Deiner Aussage.

Ach, und ich glaube, dass an Deiner Tastatur bestimmte Tasten klemmen.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von kalle7 08.04.10 - 18:04 Uhr

Wie kann ich denn eine Pflicht haben ohne Rechte? Artikel 1,3,6 Grundgesetz....

Beitrag von hedda.gabler 08.04.10 - 19:15 Uhr

Du hast doch Rechte ...

Beitrag von liahs-mutter 08.04.10 - 09:50 Uhr

ACHTUNG: *Ironie on*
Tja, hätteste mal die Mutter noch vor der Geburt des Kindes geheiratet, dann:
Könntest du mit der Mutter das gemeinsame Sorgerecht ausüben
UND
Unterhalt dürftest du auch noch zahlen.
*Ironie off*

Unterhalt zahlen, gehört zu den Pflichten eines getrennt lebenden Vaters und nicht zur Sorge.
Du erfüllst deine Pflicht, indem du Unterhalt zahlst. Mit Sorge hat das nichts zu tun.
Und strafbar machst du dich, wenn du kein Unterhalt zahlst.

Beitrag von krypa 08.04.10 - 09:58 Uhr

Hallo liahs-mutter,

Unterhalt zu bezahlen gehört auch zu den Pflichten einer getrennt lebenden Mutter (!) - mit dem feinen Unterschied, dass getrenntlebende Mütter nur zu einem kleineren Anteil als getrenntlebende Väter ihren Kindesunterhalt auch tatsächlich bezahlen.

Ich hab auch noch nie davon gehört/gelesen, dass eine unterhaltssäumige Mutter wegen Unterhaltspflichtverletzung angeklagt, geschweige denn bestraft wurde.

So ist das.


MfG krypa

Beitrag von carrie23 08.04.10 - 11:13 Uhr

Wo du recht hast...

Beitrag von hedda.gabler 08.04.10 - 11:29 Uhr

>>> Ich hab auch noch nie davon gehört/gelesen, dass eine unterhaltssäumige Mutter wegen Unterhaltspflichtverletzung angeklagt, geschweige denn bestraft wurde. <<<

Nur weil Du davon noch nie gehört/gelesen hast, heißt es ja nicht, dass das nicht vorkommt, zumal die Gesetze ja für Unterhaltspflichtige beiderlei Geschlecht gelten ... allerdings muss derjenige, der den Unterhalt zu bekommen hat, auch aktiv werden. Es werden ja auch nicht alle säumigen Väter angezeigt und verurteilt.

Beitrag von krypa 08.04.10 - 13:20 Uhr

Hallo heda.gabler,

zur ''Zahlungsmoral'' von unterhaltspflichtigen Müttern und Vätern gibt es eine (dort weiterverlinkte) Studie:


http://www.vafk-schwaben.de/zahlungsmoral.html



Ich meine mit ''Unterhaltspflichtverletzung'' den Straftatbestand nach § 170 BGB


MfG krypa

Beitrag von karna.dalilah 08.04.10 - 14:57 Uhr

Glaube nur der Statistik die du selbst gefälscht hast....

Wer ist denn der tatsächliche Auftraggeber und Geldgeber der Statistik?

Beitrag von krypa 08.04.10 - 15:32 Uhr

Hallo karna.dalilah,

das Bundesfamilienministerium ist der Auftraggeber.

Du hast den Link wohl nicht gelesen, denn das steht da.

MfG krypa

Beitrag von krypa 08.04.10 - 15:36 Uhr

Hallo karna.dalilah,

nicht das Bundesfamilienministerium gab den Auftrag, sondern das Bundesjustizministerium.

Hätte mich auch gewundert...


MfG krypa

Beitrag von hedda.gabler 08.04.10 - 15:57 Uhr

Ich habe nicht in Abrede gestellt, dass es unterhaltspflichtige Mütter und Väter gibt, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, sondern lediglich angemerkt, dass die Gesetzgebung für beiderlei Geschlechter gilt, so dass auch Mütter angezeigt und verurteilt werden können ...

... warum Du mir dann jetzt diesen Link einer mal wieder einschlägigen Seite schickst, ist mir ein Rätsel.

Beitrag von krypa 08.04.10 - 16:35 Uhr

Hallo hedda.gabler,

ich hatte hier in dem Strang zuerst, wie deutlich zu erkennen, liahs-mutter geantwortet.


Die Proksch-Studie wurde vom Bundesjustizministerium in Auftrag gegeben und war dort auch lange Zeit vollständig einzusehen, inzwischen ist sie dort nur als Kurzfassung zu sehen oder käuflich zu erwerben.

Die 'einschlägige' Seite hat, mit Verlaub, diese Studie analysiert und zusammengefaßt.

Aber 'einschlägig' heißt ja wohl auch nur, dass frau das nicht gerne glauben möchte?

Ich hatte dir auch nicht unterstellt, du habest behauptet, Unterhaltspflicht gelte nur für Väter. Behauptet hat das liahs-mutter.

Ich behaupte dagegen, dass mir keine angezeigte Unterhaltspflichtverletzung seitens Müttern bekannt ist.
Wem Gegenteiliges bekannt ist, sollte sich melden :-)


Ich schlußfolgere und antworte in dem mir plausibel erscheinenden Kontext, und zwar u.a. unter dem Eindruck, dass Gesetz, Recht und Praxis im Kindschaftsrecht eindeutig Mütterbevorzugung und Väterbenachteiligung bedeuten.


MfG krypa