heute Testbesprechung gehabt

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von trista 07.04.10 - 21:07 Uhr

hey unsere Sohnwird nächste woche 5 .er geht seit letzten august ine ein Intregationskindergarten.da er vom alter her nicht entsprechend entwickelt ist.Nun wurde ein Intelligent´ztest gemacht,der wert lag bei 67.Man sagte mir er habe eine geistige Behinderung.
Das war sehr hart.Beim SPZ wurde festgestellt das das wachstumnshormon nicht richtig sei also ein Mangel.hat jemand mit sowas erfahrungen?
lg trista

Beitrag von ninna68 07.04.10 - 21:16 Uhr

Hallo Trista,

nur daß das "Wachstumshormon" nicht richtig ist, reicht nicht für eine Beurteilung. Welcher Wert wurde bestimmt? IGF1 oder BP3? Der erstere ist häufig kaum bzw. nicht messbar, sagt aber eigentlich nichts aus. BP3 ist etwas zuverlässiger. Ist dein Sohn denn zu klein oder wächst er nicht mehr richtig? Wenn nicht, ignorier den Wachstumshormonwert!

Was für ein Intelligenztest wurde denn gemacht? Bei meinem Sohn wird ein sogenannter "sprachfreier" Test gemacht, da hat er ziemlich gut abgeschnitten. So bald Sprache einfließt, hätte er sicher auch schlechte Werte.
Wie schätzt du denn deinen Sohn und seine Defizite ein?

LG Ninna

Beitrag von trista 07.04.10 - 21:24 Uhr

Den wachstumshormonmangel wurde mir per telefon mitgeteilt.es wurde bei uns ein Snijders-Oomen Nonverbalen Intelligentest gemacht.da lag er bei 67.
er ist zu klein,großer Kopf sehr dünn,sprachlich sind deutliche verbesserungen da,aber alles andere wahrnehmung und das denken sind sehr schwierig.aber dumm ist er eigentlich auch nicht.er war von geburt unser absolutes sorgenkind da er von anfang schwierigkeiten gemacht hat.

Nächstes jahr soll er zur schule.Und alle reden schon von einer anderen schule.wir aber meinen wir versuchen es erst nächstes Jahr oder auch erst übernächstes Jahr und wenn man dann sieht es geht nicht dann kann man immer noch alles wieder ändern oder sehe ich es falsch?

Beitrag von deoris 08.04.10 - 21:24 Uhr

Hallo
#liebdrueck ich drücke dich ganz fest
ich kann gut verstehen ,dass dich das umhaut und ihr noch sehr viel verarbeiten müsst aber zu einem möchte ich dir was sagen.

Dein Zitat***Nächstes jahr soll er zur schule.Und alle reden schon von einer anderen schule.wir aber meinen wir versuchen es erst nächstes Jahr oder auch erst übernächstes Jahr und wenn man dann sieht es geht nicht dann kann man immer noch alles wieder ändern oder sehe ich es falsch? ***

Es ist nur meine Meinung ,natürlich müsst ihr selbst entscheiden was am besten ist.
Und zwar Kinder messen sich an einander ,ein Kind was schwierigkeiten in der Entwiklung hat hat es mit Gleichaltrigen wirklich nicht einfach ,gerade im Alter wo sie eingeschult werden.Sie sehen, ich kann das oder jenes nicht was allen Kindern leicht fällt,also bin ich nicht normal.
Die Kinder ziehen sich zurück und haben dann oft noch mehr Probleme als vorher.
Daher viele Eltern profitieren oft von einer Förderschule,da die Kinder dort sich nicht ausgegrenzt fühlen .
Ich kenn einige die Ihre Kinder auch am anfang in die Regelschule geschickt haben ,doch erst nach der Umschulung in die Förderschule ,ging es den Kindern richtig gut ,sie waren ihren Fähigkeiten klar und entwikelten sich dort viel besser.

ich kann dir das Forum http://www.rehakids.de empfehlen ,du findest dort bestimmt viele gleichgesinnte,wo du mehr Infos und Erfahrungen bekommst als hier .
Alles Gute
LG Ewa

Beitrag von minimind 08.04.10 - 22:25 Uhr

ich gebe deoris/Ewa absolut Recht.

ergänzen möchte ich dazu noch 2 Punkte:

An einer Regelschule- auch wenn sie integrativ ist- hast du zwar (hoffentlich) engagierte Integrationslehrer oder Sonderpädagogen- aber für diese Kräfte ist jedes Kind und jede individuelle Art der Behinderung Neuland ( Erfahrungswert: 2 zu fördernde Kinder pro Klasse )

An einer Förderschule sind 3-4 erfahrene (!) Lehrer/ Sonderpädagogen für 10- 14 Kinder da. Entsprechend besser ist die Förderung. Auch die Ausstattung ist besser als an einer Regelschule.

Ich würde mit der Einschulung nicht warten denn es gibt zwei Dinge abzuwägen:
ist es wahrscheinlich, das der "Knoten" innerhalb eines Jahres platzt und plötzlich alles funktioniert? Oder verlierst du in diesem Jahr ein Jahr in welchem dein Sohn gute Förderung hätte haben können?

#liebdrueck
ich weiss, es ist hart.

Was hälst du von einer Förderschule für Körperbehinderte?

Da gibt es nicht nur Schwerstbehinderte sondern blitzwache Kinder im Rollstuhl oder Kinder, die einfach nur schlecht lernen können oder einfach noch ein bisschen Zeit brauchen, so wie deiner.

Der Vorteil ist: Kleine Klassen, sehr gutes Verhältnis Anzahl Schüler zu Lehrer/ Sonderpädagogen, alle ( die meisten) notwendigen Therapien in der Schule oder von der Schule aus bedient, Top Schulausstattung, ( unsere hat Schwimmbad, Pferde, Snoozleraum, Werk/ Handwerk/Küchenräume, Computerraum usw. )

und das beste: jeder wird dort abgeholt wo er steht- individuell gefördert. Schulabschluss von geistig behindert über lernbehindert zu Hauptschule bis mittlere Reife. Hat doch was, oder? Da ist deinem Sohn alles möglich.

liebe Grüße

Petra

Beitrag von minimind 08.04.10 - 20:34 Uhr

hallo Trista,

lass dich mal drücken #liebdrueck ich kann mir vorstellen welchen Schock du gerade zu verarbeiten hast !

ich habe mal die alten Testbefunde meiner Töchter rausgekramt. Da waren sie 6 3/4 Jahre alt. (1998)

Kim:
mit 104cm minderwüchsig, insgesamt retardiert, gravierende Teilleistungsstörungen, Fingerpositionstest nach Berges und Lezine deutliche Dyspraxie, Entwicklungsniveau einer 4- jährigen.

Sprachfreier Snijder-Oomen- Test:
IQ 60 Zitat: "was im Bereich einer schweren Debilität liegt..." weiter: " den Erwartungen einer klassischen Lernbehindertenschule dürfte sie ... NICHT gewachsen sein."

Isabelle:
mit 109cm minderwüchsig, insgesamt retardiert, gravierende Teilleistungsstörungen, Fingerpositionstest nach Berges und Lezine deutliche Dyspraxie, Entwicklungsniveau einer 4 1/2- jährigen.

Sprachfreier Snijder-Oomen- Test:
IQ 63 Zitat: "was im Bereich einer schweren Debilität liegt..." weiter: " einer den Erwartungen einer klassischen Lernbehindertenschule dürfte sie ... KAUM gewachsen sein."

Beide sind im Dezember 18 geworden.

Wo sie heute sind :

Größe: Kim ist 2 cm kleiner und Isa 5 cm größer als ich (ich bin 162 cm)
Geistige Entwicklung: ja, sie sind geistig behindert beschult worden. Kim rechnet bis 20 +/- , Isa beherrscht alle Grundrechenarten. Kim liest Kinderbücher, Isa dicke Romane. ( Kim konnte sich nicht so gut entwickeln weil sie nierenkrank/ an der Dialyse ist )
Beide sind ganz normale Jugendliche. Kim backt wochenends, dafür macht Isa mal Spaghetti oder Rührei... beide kommen absolut mit den Haushaltspflichten klar. Beide haben eine überdurchscnittlich ausgeprägte soziale Kompetenz.

Was ich damit sagen will: ein IQ unter 70 = "DEBIL" heisst nicht: lebensunfähig !

Natürlich ist es eine geistige Behinderung die ein Leben lang einschränken wird.
Aber sein wir mal ehrlich- wer von uns ist nicht irgendwie behindert oder irgendwo eingeschränkt?
Ich habe Abi, bin Ingenieurin und hätte manchen Psychotest der beiden oder Isa's letzte Politikarbeit komplett verkackt. Sie hatte eine 2.

Wie viele Menschen können keinen vernünftigen deutschen Satz schreiben oder im Kopf ein paar Zahlen addieren OBWOHL sie NICHT behindert sind? Da sind meine beiden "debilen" aber besser !

Also: lass den Kopf nicht hängen. Alles ist relativ.
Suche Kontakt zu anderen Eltern behinderter Kinder (zB über die Lebenshilfe).
Für mich ist heute "Behinderung" -gleich welcher Art- das selbstverständlichste der Welt. Meine "behinderten" Kinder sind manchmal lebensklüger und stärker als ich.

#liebdrueck

Petra







Beitrag von hege08 08.04.10 - 22:11 Uhr

Hei Petra,

also total Aussenstehende, die hier ansich nicht richtig was an Erfahrung einfliessen lassen kann, moechte dennoch sagen, dass du das richtig toll beschrieben hast. Habe deinen Beitrag gern gelesen und fand ihn sehr toll! So Recht hast du mit dem was du sagst :-)

Lieben Gruss an dich und deine 2 grossen Maeuse!

Hege