es ist so ungerecht.....

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von tine-23 08.04.10 - 07:54 Uhr

ich muss mir mal ein bischen was von der seele schreiben....
ich habe am 19.10.09 in der 14.woche mein sternchen verloren...ich werde diesen tag ni vergessen ich war bei einer routineuntersuchung als die ärztin mich anschaute und mir sagte das das kleine herzchen aufgehört hat zu schlagen...ich wurde 3 tage später operriert...eine woche später nocheinmal weil die was "vergessen" haben und es so zu einem blutstau kam... meine beziehung ging daran kaputt weil mein freund mir die schuld gegeben hat....als ob es nicht genug gewesen wäre das es überhaupt passiert is #heul
meine freundin war mit mir fast zeitgeich schwanger....sie hat vor 2 wochen ihr baby bekommen...als ich die kleine gesehen habe hatt es mir sofort die tränen in die augen geschossen.ich habe bis dahin versucht das bei seite zu schieben,zum reden habe ich niemanden...da ich 2 kinder habe gehen alle davon aus das ich das schon gut alleine hin bekomme...klar liebe ich meine 2 und ich bin auch so glücklich darüber das ich sie habe....aber darf ich deswegen nicht um mein sternchen weinen? ich habe noch einmal versucht mit meinem ex darüber zu reden er sagt für ihn is das thema gegessen....ich versteh ihn nicht....diese totale ignorannte haltung....ich weiß nicht wie ich klar kommen soll damit....es gibt tage da gehts mir ganz gut und dann kommen aber auch tage wie der zb als ich das baby meiner freundin im arm hatte an denen ich innerlich zusammenbrechen könnte....

#kerze 19.10.09

Beitrag von mausmadam 09.04.10 - 00:02 Uhr

#liebdrueck

Natürlich darfst Du weinen.

Niemand kann und darf Dir das verbieten.

Den Schmerz, den Du momentan fühlen musst, habe ich auch tief in mir und ich kann Dir sagen, dass es nie aufhört.
Auch nach über 2 jahren treibt es mir manchmal noch die Tränen in die Augen - und ich finde, das ist ok.

Was Dein Freund Dir angetan hat ist schlimm. Er war - vermute ich - selbst total überfordert mit dem ganzen.

Wurde euer Sternchen beerdigt?

Hast Du einen Ort, an dem Du trauern kannst?

Lass es zu, unterdrücke es nicht.

Alles Gute

Beitrag von tine-23 09.04.10 - 11:38 Uhr

danke dir....
ich weiß es nicht ob er überfordert war,er hat mir die schuld an allem gegeben und is dann gegangen....
nein wir konnten es nicht beerdigen es zählte ja noch nicht als baby :(
ich habe auch keinen ort zum trauern ich habe mich danach wieder voll in die arbeit gestürzt und mich um meine anderen zwei mäuse gekümmert...in meinem umfeld erwarten alle von mir das ich weiterhin funktioniere....
mir wurde sogar an den kopf geknallt ich soll mich doch nicht so haben es war ja noch nicht mal weit es wäre schlimmer wenns im 6 monat passiert wäre....ok das stimmt schon aber ich denke trotzdem darf es mir doch weh tun egal wie weit es war....ob nun 6.woche,14. oder 6.monat.....

Beitrag von mausmadam 09.04.10 - 23:51 Uhr

Ja, ich musste mir damals auch anhören, warum ich wegen eines Zellklumpen so weinen würde, bis ich denen ein Bild gezeigt habe, wie weit entwickelt und wieviel Mensch so ein "Zellklumpen" doch ist.

Es hatte schon ein Herzchen, für mich war es ein kleiner Mensch.

Ich habe auch keinen Ort der Trauer.

Aber wenn ich nachts zum Sternenhimmel schaue, denke ich immer, dass eines davon unser kleines Sternchen ist.

Ruf bitte im Krankenhaus an, vielleicht wird/ wurde Dein Sternchen ja in einem Sammelgrab beerdigt.

Funktioniere für Deine Umwelt. Viele verstehen diesen Schmerz nicht.

Und trauer, wenn Du alleine bist.

Beitrag von tine-23 12.04.10 - 10:24 Uhr

aber wie schon am anfang geschrieben ich finde es einfach nur ungerecht....
keiner von denen kann es sich vorstellen wie sehr es einen innerlich zerreißt wenn man weiß es schlägt ein kleines herz in einem und dann hört es plötzlich auf....diese gedanken ,selbstvorwürfe,diese fragen nach dem warum.....noch immer kreisen sie in meinem kopf hin und her....

was ich für mich auch sehr grausam fand war das ich 3 tage lang wusste das das baby in meinem bauch nicht mehr lebt.... ich hatte riesen probleme damit....sowas kann ich auch nicht nachvollziehen warum die ärzte sowas zu lassen ,warum es nicht direkt zu einer op kommt sondern die noch 3 tage warten damit.....

ich sitzte auch oft da und schaue in den himmel....manchmal habe ich sogar einen richtigen hass auf die frauen die kinder bekommen "dürfen" und sie dann total vernachlässigen usw.... da frage ich mich wo bleibt die gerechtigkeit? ich hätte alles für mein kleines gegeben so wie für die anderen beiden auch....

aber ich muss stark sein,weiterhin funktionieren und damit leben das es kaum jemand gibt der meinen schmerz nachvollzeihen kann.....nur die können das verstehen die selber ein sternchen haben....

#kerze

Beitrag von mausmadam 12.04.10 - 23:07 Uhr

glaube mir, wenn du dich immer nach den leuten richtest, die keine ahnung haben, wirst du es nicht einfach haben im leben.

hier im forum gibts so viele frauen, die den schmerz kennen - so wie du und so wie ich.

ich bin froh, dass viele meiner mitmenschen das nicht kennen und freue mich, wenn sie diese erfahrung nicht machen müssen.

und dann denke ich: es ist eine schmerzvolle erfahrung, und an einer solchen erfahrung darf man nicht kaputt gehen, sondern muss es nutzen, um dadurch zu "reifen", zu lernen, mit soetwas umzugehen. das wird einem im leben (leider) sicherlich nutzen.

ja, es gibt viele mütter, die ihrer kinder nicht wert sind. ich kenne leider selber welche, sie meiner meinung nach nur des kindergeldes wegen gezeugt wurden, denn mutterliebe bekommen sie so gut wie garnicht. als eines der kinder mal bei uns gegessen hat, kannte es keinen brokkolie, keine möhren und auch keine rohkost (bei uns gibts immer gurke und rote paprika und manchmal noch tomate) - das sagt doch vieles, oder?