mit 3 Wochen altem Baby todkranke Oma im KH besuchen, geht das?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von superstar01 08.04.10 - 08:44 Uhr

Hallo,

ich habe eine Frage, meine Schwiegermutter hat schon länger Krebs, jetzt ging es aber quasi von heute auf morgen, dass es ihr so viel schlechter ging und sie jetzt mit Paläativmedizin behandelt wird. Ich denke, sie liegt auch auf dieser Station. Sie hat den letzten Wunsch, ihre Enkelin noch einmal zu sehen.
Wir wohnen ein bisschen weiter weg und werden jetzt zu ihr fahren, habe aber ein bisschen Angst, mit einem 3 Wochen alten Baby auf so eine Station zu gehen.

Habt Ihr damit Erfahrung? Wisst Ihr, ob das schlimm ist? Ich möchte ja nicht, dass sie sich dort mit irgendetwas ansteckt, aber der Oma natürlich den Wunsch erfüllen.

bin dankbar, wenn Ihr mir schreibt, was Ihr in dieser Situation machen würdet.

Liebe Grüße und einen schönen Tag.

Beitrag von lebelauter 08.04.10 - 08:48 Uhr

mit krebs kann man sich nicht per händedruck/tröpfcheninfektion anstecken .-)

andererseits ist natürlich einen lange fahrt, eine fremde umgebung stress fürs kind.

Beitrag von krickel 08.04.10 - 08:57 Uhr

Hallo,

ich würde fahren.
Die Oma würde sich sehr freuen. Desinfektionsmittel für die Hände ist ja vorhanden und die Kleine wird ja nicht im Krankenhaus rumturnen und keiner muß sie anfassen. Außerdem hat sie doch noch den Nestschutz.
Vielleicht ist ja die Oma auch in der Lage mit dem Rolltuhl die Station zu verlassen und ihr könnt ein wenig an die frische Luft?
Und die weite Fahrt, ich bin mit meinen Kids recht früh schon losgefahren (auch so mit drei/vier Monaten) um 500km weiter meine Familie zu besuchen. Wir sind sowohl mit dem Zug als auch mit dem Auto gefahren, es gab keine Probleme, nur längere Pausen.

LG und alles Gute für die Oma,
Alex

Beitrag von nicole2012 08.04.10 - 09:02 Uhr

Hallo,

unsere Tochter war gerade mal 1 Woche alt als wir die Todkranke Oma meines Mannes im Altenheim besucht haben, allerdings war das Altenheim auch nicht weit entfernt von uns. Wir waren froh das wir nochmal da waren, trotz Demenz hat die Oma ihr Urenkelchen angehimmelt, hatte Tränen in den Augen und sich soooo gefreut. Haben viele schöne Fotos gemacht, auch für meine Tochter zur Erinnerung.

Wir waren ja nur bei ihr im Zimmer und sonst war unsere Maus die ganze Zeit im Kinderwagen. Klar, haben die anderen Bewohner im Aufzug auch mal in den Kinderwagen gelünkert, aber Angst wegen Ansteckungsgefahr hatte ich jetzt nicht.

Ich würd es auf jeden Fall versuchen, wenn es Euch gut geht und Ihr die lange Fahrt duchhalten könnt. Deine Schwiegermutter würd sich bestimmt sehr freuen!!!

Alles Gute #klee

Nicole

Beitrag von golm1512 08.04.10 - 09:06 Uhr

Hallo!
Ich habe mal eine Weile auf einer Palliativstation gearbeitet und ich kann dir sagen, dass wir immer entzückt waren, wenn Babys und Kinder zu Besuch kamen.
Es war/ist eine Station für unheilbar, chronisch Kranke, aber es ist kein Friedhof! Die Patienten dort leben noch und wollen auch am Leben teilhaben. Trotz all des Elends dort, ging es immer sehr fröhlich und lebendig zu.
Ein kleiner Säugling passt dort gut hin, auch wenn du dir das nicht vorstellen magst. Und deine Schwiegermutter wird sich sicher total freuen.
Also, fahr hin und überzeug dich selbst!

Alles Gute!
Susanne

Beitrag von kainis 08.04.10 - 09:24 Uhr

Klar fahrt los und macht der Oma die Freude.

Da passiert nichts, dein Baby ist doch bei Dir/der Oma (Krebs ist nicht ansteckend) und wird nicht unter den Kranken rumgereicht, oder?!
Meinst du beim Kinderarzt im Wartezimmer sind weniger Erreger? ;-)


#liebdrueck

Beitrag von rmwib 08.04.10 - 09:41 Uhr

Ich würd auf jeden Fall hinfahren #schein

Beitrag von liasmama 08.04.10 - 10:28 Uhr

Auch von mir: Fahr hin. :-)
Als mein Sohn vier Wochen jung war, kam seine Oma ins Pflegeheim, von da an haben wir sie jedes Wochenende besucht.
Auch als die Nachricht kam, dass es zu Ende geht, waren wir nochmal einen ganzen Tag dort. Elias scheint der letzte Mensch gewesen zu sein, den sie noch mal wirklich wahrgenommen hat, sie hat die Augen aufgemacht, gelächelt und sogar die Hand auf ihn zubewegt.
Am nächsten Tag starb sie.

Ich bin so froh darüber.
Ich hatte zu ihr nie ein gutes Verhältnis, aber ihr in dieser schwersten Zeit in ihrem Leben ihren Enkel vorzuenthalten, hätte ich mir wohl nicht verziehen.

Alles Liebe! #herzlich

Beitrag von brille09 08.04.10 - 10:44 Uhr

Das ist finde ich nicht eine Frage "kann ich" sondern eine Pflicht "ich muss". Pack das Baby und fahr so bald es geht da hin. Ich glaub, jeder kann den Wunsch der Oma nachvollziehen. Und "fremde Umgebung" und so ist zwar vielleicht ein bisschen Stress fürs Baby (wenn es nicht sogar positiv reagiert), aber das ist doch in so einem Fall einfach nur egal. Das Baby erholt sich schon wieder von dem Stress ;-)

Beitrag von analena78 08.04.10 - 10:55 Uhr

also - es hört sich blöd an - aber bei krebs kann sich deine kleine ja nicht anstecken. also würde ich dener schwiegermutter diesen wunsch erfüllen... möglicherweise kann man ja mit dem pflegepersonal vereinbaren, das das treffen an einem "neutralen ort" (cafeteria?) stattfindet, wenn deine schwiegermutter dazu in der lage ist...

Beitrag von li123 08.04.10 - 11:34 Uhr

Fahr hin!

Meine Oma ist 3 Wochen nach Inas Geburt gestorben. Sie hat nur auf die Kleine gewartet.. wir sind hingefahren und zwei Tage später war sie tot...

Sie wohnte gut 100 Km entfernt.

Und ich musste danach innerhalb von 3 Tagen ihr Zimmer im Altenheim räumen und alles organisieren mit der Beerdigung etc.

Aber ich hätte es sooo bereut!

LG

Li

PS. Herzlichen Glückwunsch zum Baby!#herzlich

Beitrag von lilja27 08.04.10 - 13:24 Uhr

Ja fahr hin, sie wird ja hächstens ein 2 bett zimmer haben, und wenn jemand was infektiöses hat hängt ein zettel an der tür.
Kannst ja dein baby in ein tragetuch stecken , dann kann keiner in die wiege greifen reinschauen reinhusten etc wenn du angst vor krankeiten hast, und wenn du es ihr der oma gibst kannst ja eine sauber mullwindel maltontuch unterlegen, sagst als spuckschutz.
und achtest drauf das die kleine nicht an fremden fingern rumlutscht sondern den schnulli drin hat.

lg

Beitrag von honolulumieze 08.04.10 - 17:00 Uhr

Ich würde auch fahren. Ich war heute mit meiner 9 Monate alten Tochter beim frisch operierten Uropa auf der chirurgischen Station. Selbst da hat keiner gesagt, dass sie nicht dahin darf. War ja auch nur eine Chirurgie. Also meine Tochter hat sich auch im Einkaufszentrum schon einen Virus geholt... Ich denke nicht, dass es, außer bei Infektiösen (wo ja eh keiner rein darf bzw. nur im Schutzanzug) gefährlich ist. Die Kleinen fassen ja nichts an. Klar, sie können was einatmen. Aber das kann ja überall passieren. Ich hoffe, ihr ward da und die Oma hat sich gefreut. Mein Opa war jedenfalls, trotz schwerer OP, sehr froh, dass die Kleine da war und wollte sie direkt ans Bett gestellt bekommen.

Beitrag von superstar01 08.04.10 - 18:32 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

das Forum hier ist wirklich super! Ich danke Euch sehr für Eure vielen, lieben Antworten. Das hat mir Mut gemacht und ich habe meine Angst ein wenig verloren.

Es ist wirklich schön, dass es Urbia gibt, ich habe schon so oft viele tolle Tipps gelesen und Hilfe bekommen!!!!

Alles Gute für Euch und einen schönen Abend....

Beitrag von manda26 08.04.10 - 19:47 Uhr

also ich würde fahren , wir waren auch noch bei meinem schwer kranken opa er hatte schon 4 wochen die nahrung verweigert und wollte nicht mehr.........habe gesagt er muss noch durchhalten.............wir waren da er hat gelacht trotz der schwäche und 2 tage später nachdem sich alle verabschiedet hatten ist er verstorben, bin der festen überzeugung das er nur auf seinen urenkel gewartet hat und dann gehen konnte#schmoll:-D es war traurig aber irgendwie befreiend für ihn................also ich würde fahren. unser kleiner war 2 wochen alt