Im TROTZALTER angekommen!

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von grummel26 08.04.10 - 10:48 Uhr

Hallo "Leidensgenossinnen"!

Malte ist momentan manchmal echt richtig stur/bockig/trotzig,.... :irre: :frusty:

Zur Zeit ist es sehr "in" mitten auf dem Weg zum Auto/auf der Straße nicht mehr weiter zu gehen und ständig "MAMA AAAAARM/Tragen!" zu schreien. Ich will dann eigentlich konsequent bleiben, denn er läuft ja sehr sicher und gut. Meistens habe ich ja sowieso etwas zu tragen. Und zudem sind seine 12 Kilo auch nicht mehr so leicht zu schleppen!

Aber er bleibt dann stehen, kriegt einen Heul-Schrei-Anfall und regt sich tierisch auf. Manches Mal ist man ja auch in Eile.

WAS TUN? Schreien lassen und warten, bis er kommt? (natürlich nicht mitten auf der Straße! :-D ) Oder ihn doch tragen?

Malte ging bisher immer superproblemlos ins Bett, bestand halt auf seine Rituale, was ja auch völlig ok ist. Jetzt ist es seit ein paar Tagen so, dass er immer verlängert ("Noch 1 Puzzle, Mama"). Ich versuche dann mit ihm Kompromisse zu machen (er ist sprachlich sehr weit und kann diskutieren! :hammer: ) Tja, dann soll er ja doch irgendwann mal in sein Bett, er strampelt und tritt, dass ich gar nicht den Schlafsack anbekomme. Er meint auch immer, dass die Bagger, etc. noch wach sind. Es könnte das Problem der Helligkeit draußen sein, aber wir dunkeln das Zimmer ganz ab!

Wie könnte das Zubettgehen wieder entspannter werden?

Ansonsten will er alles selber/alleine machen und sagt das auch sehr bestimmt. Wir lassen ihn das auch machen, nur oft klappt es noch nicht so und dann wird er wieder bockig. Ich helfe dann etwas, aber nicht immer akzeptiert er das.

Habt ihr Lösungsvorschläge für mich? Vor allem in der Öffentlichkeit finde ich es extrem anstrengend!!! ?(

Ich wäre um eure Beiträge echt dankbar! Habe schon die Suche bedient, aber es war zu allgemein und es ging nicht um Beispiele zum Weiterlaufen,...!

Liebe Grüße und vielen Dank schonmal, grummel

Beitrag von solalamami 08.04.10 - 11:03 Uhr

Herzlich willkommen;-)!
Wie alt is er denn?
Manchmal denke ich,ich will meinen alten,lieben Sohn zurück haben#schmoll aber das ganze ist nun mal eine wichtige Phase im Leben der Kleinen..
Wir kämpfen momentan beim Anziehen,Ausziehen,Pampers wechseln#schwitz ganz arg...ok,ich lasse ihn dann einfach wenn wir nicht dringend weg müssen.Genauso wenn er einen Bockanfall;-) hier zu hause bekommt lasse ich ihn trampeln und weinen und nach ein paar min ists wieder gut,diskutieren zwecklos!!!
Draußen sieht das anders aus.Er ging auch immer problemlos an meiner Hand,konnte ihn immer zum weiterlaufen motivieren.Doch jetzt bockt er wie deiner.
Ich schnappe ihn mir dann und sage dass wir jetzt weiter gehen müssen,zur Not trage ich ihn.
Manchmal lässt er sich ablenken wenn ich ihn auf dem Arm hab und hüpfe,das findet er lustig und danach ist es meistens auch wieder ok.
Tja..wir müssen wohl alle mal da durch..
Lg

Beitrag von bitci 08.04.10 - 11:27 Uhr

Hallo,
wie alt ist denn dein Sonnenschein?
Denn das klingt verdammt nach meiner Tochter.

Alles möchte sie alleine machen, nur mit Tricks schaffe ich sie dann doch anzuziehen oder ihr ein Brot zu machen.
Morgens stehen wir jetzt 20 min früher auf, weil Madame ja nicht so kann wie sie will.

Ja und das hinsetzen und bocken, kenn ich nur zu gut.
Auf der Straße ist das direkt noch nicht passiert.
Aber wenns für sie nicht gefährlich ist, dann lass ich sie.
Alle Versuche sie zu beruhigen, bringen dann nichts.
Ich gehe dann in die Knie, sag ihr, dass ich weiß, dass sie ihre kleine Welt gern etwas anders hätte und gern etwas anderes tun möchte. Ich sage ihr dann noch, dass ich sie lieb habe und halte meine Arme auf, falls sie in dem Arm genommen werden möchte.

Es kommen zwar immer ungläubige Blicke, aber die anderen Leute sind mir egal.

Da müssen wir alle mal durch. Da hilft nur Geduld, Geduld, Geduld

LG
Cindy

Beitrag von grummel26 08.04.10 - 12:10 Uhr

Hallo!

Danke schonmal für eure Antworten. Ist denn das "Doch-Tragen" dann nicht ein Nachgeben? Ich möchte so gerne konsequent sein und Grenzen setzen, habe nämlich innerhalb der Familie ein Negativ-Beispiel eines Kindes.

Mein Sohn Malte ist am 5. August 2008 geboren. Dachte immer, dass dieses Verhalten erst ab 2 Jahre losgeht.

@bitci: Ganz ehrlich, ich finde, wenn man es immer zulässt, dann vergeht doch unheimlich viel Zeit, die man anders nutzen könnte, oder?

Bin gespannt auf weitere Anregungen!

grummel

Beitrag von bitci 08.04.10 - 13:00 Uhr

Ja stimmt. Geht ne Menge Zeit drauf.

Und ich hatte ganz vergessen, zu schreiben:
Wenn wir mal richtig in Eile sind, dann schnapp ich sie mir, sage ihr: "So nicht meine Süße, Mama ist hier der Chef." Klemm sie mir wie einen Stoffballen unter den Arm, dann ist sie schon voll am ablachen und weiß schon nicht mehr was war.

Beitrag von christianeundhorst 08.04.10 - 14:12 Uhr

Hallo Du,
diese Situationen kenne ich auch gut von Frieda ( 21 Monate ), seit einer Weile schon......... Ich finde allerdings den Begriff "Trotzphase" falsch und nenne dies nach Jesper Juul ( der mir viele wertvolle Hilfe dazu gibt ) Autonomiephase ;-) Weißt Du, die Kleinen machen das ja nicht um bockig oder trotzig zu sein, sondern um sich persönlich abzugrenzen. Sie zeigen ihre eigenen Grenzen auf, entdecken ihren eigenen Willen und das kostet ganz schön Mut, denn sie wollen Mama ja nicht verärgern und brauchen Mama auch noch ganz doll. Nur müssen sie auch sich selber abgrenzen jetzt. Und dazu gehört Nein sagen und was anderes wollen.
Mir hilft es sehr dies zu verstehen, denn dann kann ich besser damit umgehen.
Den Kindern "Grenzen zu setzen" ist ja sehr beliebt, doch ich halte es da mit besagtem Jesper Juul und finde das Leben selbst setzt genug Grenzen, so daß ich nicht noch welche schaffen muß. Das heißt, wenn Dein Sohn auf dem weg zum Auto immer auf den Arm will würde ich das respektieren ( auch wenn er gut läuft hat er sicher seine Gründe, vielleicht braucht er gerade etwas Nähe und Geborgenheit oder es macht ihm etwas Angst oder was auch immer ) und ihn tragen sooft es möglich ist ( Frieda wiegt auch 12 kg ). Es gibt dann noch genug Situationen in denen es nicht geht, weil Du zu sehr bepackt bist oder was auch immer. Wenn er sieht, daß Du Dich bemühst ihn Ernst zu nehmen wird er auch in Situationen , wo es gar nicht geht nicht so ein schlimmes Theater machen.
Das ist auch kein falsches Nachgeben, sondern normale Rücksichtnahme aufeinander ( was er ja auch lernen soll ).

Beim Schlafengehen das kenne ich auch. Frieda ist auch sprachlich sehr weit und spricht in Sätzen, erzählt Geschichten etc. Ist er denn definitiv müde genug zum schlafengehen? Wenn ja, bei uns hilft es einen fixen Punkt zu haben bei dem er weiß, nun gibt es kein diskutieren mehr. Ich kündige immer schon an, daß es bald ins bett geht und wenn es dann soweit ist singen wir "Jetzt ist es Schlafenszeit, jetzt ist es schlafenszeit. Jetzt gehen wir ins Bett" nach einer einfachen Melodie und dabei gehen wir ins Kinderzimmer, Schlafanzug anziehen und waschen und Zähne putzen. Freundlich aber bestimmt geht das dann irgendwie. Oft noch mit dem Versuch etwas aufzuschieben, doch das packen wir spielerisch dann an und so muß keiner schimpfen und weinen und es geht dann doch ;-) Schlafsack anziehen mag Frieda auch nicht, aber das mache ich dann auch als Spiel "Füße schlafen legen" und es geht einigermaßen.
Sie darf sich dann eine schöne Gute Nacht Geschichte aussuchen und so ist der Anreiz groß und schliesslich geht es doch.
Ich finde es wichtig wenn mein Kind auf der Strasse "bockig" ist und sich weinend fallen lässt, weil sie etwas möchte, was leider nicht geht, Verständnis zu zeigen. Sie tun das nicht um etwas zu erzwingen, sondern weil sie ihren Schmerz und ihre Wut und auch Hilflosigkeit rauslassen. Daher brauchen sie Trost, sobald sie den wieder annehmen können. Das heißt für mich, abwarten ( ggf aus Gefahrenzone heraustragen ), Verständnis zeigen und äußern und Trost anbieten, der dann nach sehr kurzer Zeit gern angenommen wird. So dauert das ganze nie mehr als 2-3 Minuten und ist für alle ok.

Hilft Dir das?
Ich kann Dir 2 Bücher von Jesper Juul ( zu dem Thema ) sehr empfehlen: "Nein aus Liebe" und "Grenzen, Nähe,Respekt".
Wenn Du noch Fragen hast frag gern.

Alles Liebe
Chris mit Frieda Lina 21 Monate

Beitrag von xysunfloweryx 08.04.10 - 13:58 Uhr

Hallo,

wir sind auch im Trotzalter angekommen. Das ist immer im Wechsel 2 Wochen schlimm, 1 Woche extrem, 2 Wochen besser.

Nur ein paar Stichpunkte (er ist 22 Mon.):

er schläft tags nur noch, wenn ich ihn "zwinge". Er schreit beim Hinlegen tags und er schreit abends....er klammert sich fest und Co. früher schlief er problemlos ein.
Er schläft nachts auch nicht mehr so lang. Er ist um halb fünf teils wach, aber SPÄTESTENS um sechs....

Er spielt m. seinem Essen und ist wählerischer geworden, er aß sonst ALLES.

Er schreit, wenn man ihm etw. wegnimmt oder z.B. heim muss und er auf nem Bobby Car sitzt und wir ihn hochnehmen, weil er OHNE Bobby Car ins Auto soll.

Er schreit JEDEN TAG, wenn ich ihn von der TAMU abhole.....ich muss ihn einfach packen und auf dem Arm mitnehmen. BIS ICH DAHEIM bin brüllt er das Auto zusammen, schlägt und tritt um sich...

Wenn er was zum Essen nicht bekommt, legt er sich auch auf den Boden.

An der HAnd laufen, NUR, wenn ER es will.

An der Straße anhalten und warten? Pustekuchen. Am besten in die and. Richt. wie Mama laufen und und und.

Ich hoffe, es wird wieder besser.

Fühl Dich gedrückt, Sun