Elternzeit läuft ab, was kann ein Vater tun

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 10:57 Uhr

Hallo,

ich suche hier Rat und Hilfe in der Hoffnung, das jemand in der gleichen Situation ist wie ich.

Zu unserem Fall:

Unsere Tochter war eine extreme Frühgeburt (540 Gramm), wir haben 9 Monate im Krankenhaus verbracht, bis wir endlich nach Hause durften.

Unsere kleine hat lediglich ein Handycap, Sie kann nicht so verdauen wie andere Kinder, das heisst Sie braucht zusätzliche Nahrung durch Infosionen usw.
Der Umfang der Leidengeschichte würde den Rahmen hier sprengen, es sei nur festgehalten, das meine/unsere Tochter Betreuung braucht und wir Sie so nicht einfach in ein Kindergarten geben können.
Sie ist auch noch nicht vollkommen Genesen und weder wir noch die Ärzte können uns sagen wann dies soweit ist.

Dies hat nun bei uns den worstcase Fall ausgelöst.
Geplant war, das meine Frau 1 Jahr zu Hause bleibt und danach arbeiten geht. Dies können wir schlichtweg vergessen. Die Zeit im Krankenhaus, hat uns alle gelähmt, da wir einfach andere Sorgen hatten und Ängste ob unsere Tochter überlebt.

Meine Frau kann schlichtweg nicht arbeiten gehen, wie oben erwähnt muss Sie da bleiben und unsere Tochter verpflegen. Die Krankenkasse bezahlt auch keinen Pflegedienst da es eine "Ärztliche-Leistung" wäre.
Wir stehen nun vor dem Problem, das wir nur noch von meinem Gehalt alles bestreiten müssen.

Bitte nicht falsch verstehen, ich würde alles für meine Familie tun. Ich mache mir nur Sorgen, das wir eventuell es finanziell nicht ganz Packen. Es wird zumindest sehr knapp.
Ich muss dies noch genau ausrechnen, aber eigentlich kann ich das jetzt schon so absehen.

Da meine Frau kein Geld mehr bekommen wird, die chance hat die Elternzeit zu verlängern, muss ich mir einen Kopf machen wie wir das meistern.

Mir ist schon klar das wenn man Kinder in die Welt setzt man diese auch Ernähren muss. Diese Situation jetzt ist genau das was mir als Vater am meisten Sorgen bereitet hat. Schlichtweg der Umstand das ich eventuell nicht alles für meine Familie tun kann, bzw auf Hilfe angewiesen sein könnte.

Einen zusätzlichen 400€ Job darf ich nicht machen.
Ich arbeite zwar 50/std die Woche, doch die Überstunden werden es nicht rausholen.

Seit Ihr schonmal in solch einer Lage gewesen?
Wie habt Ihr das gemeistert?
Ich war am überlegen eventuell für die Zeit einen Kredit aufzunehmen und das monatlich abzustottern.
Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten, bekannte haben mir erzählt man könnte Kinderzuschlag beantragen, wäre das sinnvoll?

Ich hoffe einfach eventuell Erfahrungen von anderen zu lesen bzw. was Sie in der Situation gemacht haben.

MfG Windelwechsler




Beitrag von vwpassat 08.04.10 - 11:08 Uhr

Auf gar keinen Fall ein Kredit!!!


Du weißt doch gar nicht, ob und wann sich die finanzielle Familiensituation überhaupt verbessert.

Ich würde erstmal auf der Ausgabenseite gucken, ws man da kürzen oder streichen kann.

Beitrag von carrie23 08.04.10 - 11:09 Uhr

Würde mich an eurer Stelle beim Amt erkundigen, vielleicht können die helfen, auch Caritas wäre vielleicht eine Anlaufstelle die euch Adressen geben könnte wo ihr was beantragen könnt.
Natürlich sollte man Kinder selber ernähren können, aber euer Fall liegt da ja doch anders denn eine Frühgeburt sucht man sich ja nicht aus.
Ich hoffe eure Tochter wird vollkommen gesund und wünsche euch alles Liebe

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 11:21 Uhr

Danke erstmal,

also wir Nagen nicht am Hungertod so ist es nicht.
Ich hatte auch einiges Gespart, was zum größten teil für die Einrichtung Kinderwagen usw draufging. Wenn ich ehrlich bin hatte ich keinen Schimmer was das alles kostet....

Sei es drum, als wir diese Anschaffungen gemacht hatten, wussten wir nicht was auf uns zukommt.

Ich werde dies erstmal genau durchrechnen und dann schauen, wie es aussieht.
Selbstverständlich sparen wir schon, weil wir ja wissen was auf uns zukommt. D.h Ausgaben reduzieren geht nicht mehr. Meine Frau und ich Sparen bei uns beiden so ziemlich alles was geht.
Bei meiner Tochter will ich das nicht, die bekommt das was wir für richtig halten.

Vielleicht war ja jemand mal in solch einer Situation und kann mir sagen wir Ihr da vorgegangen seid.

Beitrag von windsbraut69 08.04.10 - 11:14 Uhr

Ein Kredit ist schon mal gar keine Lösung.
Wenn Ihr wirklich kein Pflegegeld bekommt, müßt Ihr prüfen (lassen), ob Kinderzuschlag/Wohngeld oder auch ALGII in Frage kommen.

Evtl. könnte aber Deine Frau auch am Wochenende oder abends arbeiten, wenn Du Zuhause bist und Eure Tochter betreuen kannst?

LG

Beitrag von carrie23 08.04.10 - 11:15 Uhr

Oh das mit dem Kredit hätt ich sogar überlesen.
Stimmt aber denn man muss bedenken dass die Kosten nicht geringer werden, der Kredit aber nur eine kurzfristige aber dafür teure Lösung wäre.

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 11:26 Uhr

Kredit wollte ich deshalb, weil ich mich einfach nicht überwinden kann zum Amt zu gehen.
Ich will für meine Familie selber Sorgen. Es kann nciht sein das es soweit kommt.

Hatte deswegen schon streit mit meiner Freundin, evetuell nehmen wir das wahr mit dem Kinderzuschlag.

Aber das will ich eigentlich nicht :(

Ich werde schauen was ich machen kann und am besten nochmal genau durchrechnen.
Mir tut es weh wenn ich auf andere angewiesen bin um meiner Familie zu helfen und das nciht aus eigener Kraft meistern kann.

Hatte gedacht es gibt einige die diesen Weg schon gegangen sind.

Da ich Berufsbedingt auch am WE unterwegs bin, je nach Auftrag, ist es schwer für meine Frau eine Arbeit zu finden am WE, da Sie ja selbst nie weiß ob ich dann da bin. Es ist nicht so das wir nicht schon gesucht hätten..

Beitrag von carrie23 08.04.10 - 11:29 Uhr

Ich verstehe dass es dich in deinem Stolz kränkt Hilfe dabei zu beantragen für deine Familie zu sorgen-ist sehr löblich-aber manchmal geht es einfach nicht anders.
Ein Kredit wäre wirklich dumm, nachher steht ihr noch schlechter da weil ihr den ja auch mit Zinsen zurück zahlen müsst.
Überwinde dich und geh zum Amt, ist ja nicht von Dauer.
Irgendwann ist euer Kind hoffentlich gesudn genug für den Kindergarten und dann kann deine Frau auch wieder Teilzeit arbeiten und ihr seid weg vom Amt.
Aber jetzt solltest du den Stolz beseite schieben und das Geld beantragen.

PS: du kriegst vielleicht mehr Infos wie das andere gemacht haben wenn du ins Frühchen Forum gehst, aber die meisten werden dir das Gleiche sagen wie wir.

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 11:40 Uhr

Ich werde nochmal schauen müssen ob dies wirklich nötig ist.
Dann mit meiner Frau nochmal reden.

Sollte es garnicht gehen, werde ich mich erkundigen auch beim Amt wenn es sein muss.
Aber das nur wenn wirklich nichts mehr geht.

Auf den Kredit bin ich nur gekommen, weil ich dachte wir teilen diesen monatlich auf und besorgen uns das was uns noch für 1 Jahr fehlt.
Aber dagegen war schon meine Frau und ich musste die Stube schnell verlassen.

Sie hat da so einen Blick drauf, da bekomme ich Angst :)

Beitrag von carrie23 08.04.10 - 11:46 Uhr

Ja wir Frauen können das mit dem Blick;-)
Sei froh sie hat dich von einer Überschuldung bewahrt denn diese doofen Kredite können sehr teuer werden.
In Österreich bekommt man ja statt Kindergeld Familienbeihilfe, wenn ein Kind "behindert" ist bekommt man erhöhte Familienbeihilfe.
Wie sieht das in Deutschland aus?
Gilt euer Kind als behindert oder nur beeinträchtigt?
Wird es dauerhaft sein oder ist es sicher dass es ihr mal besser gehen wird?

Beitrag von lisasimpson 08.04.10 - 12:51 Uhr

Hallo!

Wenn euch ein Kinderzuschlag (oder was auch immer) zusteht, dann nehmt ds doch bite wahr.

Ich nehme sehr gerne jegeliche staatliche Unterstützung wahr, die ich bekomen kann, habe Elterngeld bekommen, bekomme Kindergeld, die krippen und später der Kindergarten meienr kinder wird zum großteil staatlich finzanziert, die schulen meiner Kinder werden mich keinen Pfinng kosten, meien kinder sind kostenlos krankenversichert (ebenso wie ich in der Elternzeit), usw..
die liste ist endlos fortzuführen. selsbt ein Schwimmbadbesuch wird staatlich unterstützt.
Da kann ich nun wirklich nicht verstehen, daß ihr nicht versucht, euere situation so zu gestalten, wie ds der Gesetztgeber vorgesehen hat.
mit den sozialleistungen, die ihr benötigt und die euch zustehen!

Alles liebe
lisasimpson

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 13:37 Uhr

Den Kindergarten würde mein Arbeitgeber bezahlen, das war damals schon so vereinbart.

Mit dem Kindergeldzuschlag werden wir uns nochmal erkundigen, falls wir den warnehmen wollen.

Beitrag von lisasimpson 08.04.10 - 14:17 Uhr

bei nem normalen krippenplatz kannste damit rechnen, daß der an die 1000€ kostet.
der großteil davon wird von der Kommunue übernommen, nur ein kleiner teil ist der eigenbeitrag.
das meinte ich mit staatlicher unterstütztung.
wenn ihr also euer Kind zu hause betreut, weil es im moment nicht anders geht, ist es doch eigentlich eher sparsam wenn ihr keinen Krippenplatz in anspruch nehmt, der den staat ca 800€ kosten würde, sondern nur anfragt, ob euch staatliche Leistungen zustehen!

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 15:26 Uhr

Wenn ich ehrlich bin wusste ich das nicht. Ich wusste nur das der Wunschkrippenplatz meiner Frau ca. 300€ im Monat kostet und hatte damals schon mit meinem Arbeitgeber abgesrochen, das er die kosten übernimmt bzw. hatte er es vorgeschlagen.

Beitrag von lisasimpson 08.04.10 - 15:30 Uhr

ja, von den allermeisten staatlichen subventionen wissen wir nicht wirklich was.
von daher ist die Scham unberechtigt, eine finanzielle Unterstützung zu beantragen. Steht sie euch zu, dann bekommt ihr sie, steht sie euch nicht zu, dann eben nicht.
das hat aber nichts mit bittstellerei zu tun-genausowenig wie ich bittsteller bin, nur weil ich staatliche infrakstrukur nutze und diese subventioniert wird!

Alles liebe
lisasimpson

p.s. rechne dir doch mal aus: 300€ für ein kind, bei ca 10 kindern wären 3000€ einnahmen. dagegen stehen 2 erzieher, die bezahlt werden müssen, eine haus/ Kindergarten, einrihtung, hausmeister o.ä. verbrauchskosten usw... das haut doch niemals hin

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 15:36 Uhr

Jupp, da haste Recht, ich hab nur nicht soweit gedacht. Mir kamen um ehrlich zu sein die 300€ schon viel vor.

Beitrag von lisasimpson 08.04.10 - 15:53 Uhr

hi,hi, ja das ist wahr- die sind auch viel...

lisasimpson

Beitrag von windsbraut69 08.04.10 - 11:37 Uhr

Du bist mit Deiner Einstellung hier im Forum eine ganz große (positive) Ausnahme offensichtlich.

Die Hemmschwelle, sich das Leben fremdfinanzieren zu lassen, scheint immer weiter zu sinken.

Allerdings sind soziale Leistungen ja gerade für Familien wie Euch gedacht und Ihr solltet nicht zu stolz sein, sie in Anspruch zu nehmen. Ihr habt Euch die Lage ja nicht ausgesucht.

Wie sieht es denn mit einer Pflegestufe aus, sind da alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft?

LG

Beitrag von zwiebelchen1977 08.04.10 - 13:10 Uhr

Hallo

Wie wäre es, wenn ihr heiraten würdet? Dann haättet ihr auch mehr Geld.

BIanca

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 13:35 Uhr

Wie kommst du darauf das wir dann mehr Geld hätten?
Meinst wegen der Steuer?

Unabhängig vom Geld liebe ich meine Frau und wir haben darüber schon gesprochen.
Jedoch hatten wir von Anfang an Probleme während der Schwangerschaft. Dann die Frühgeburt und die Sorgen das unsere kleine es nicht schaffen könnte.

Ich hatte eigentlich vor Sie nochmal zu fragen, wenn Ruhe eingekehrt ist.D.h wenn unsere Tochter ein ganz "normales" gesundes Baby ist.

Bitte sag jetzt nicht das wir das vor der Zeugung schon hätten machen sollen :) (Ich geh mal davon aus das du nicht meine mama bist *g)

Beitrag von windsbraut69 08.04.10 - 14:37 Uhr

Ja, aber es ist doch eine gute Idee - rechnet Euch die Differenz mal aus.
Wenn Ihr dadurch vermeiden könnt, irgendwelche Sozialgelder zu beantragen, ist es doch sinnvoll und die große Feier könnt Ihr ja nachholen, wenn Ruhe eingekehrt ist.

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 15:15 Uhr

Ich sehe das ganz praktisch, für mich macht das keinen Unterschied. Meine Frau dagegen wird sicherlich ein weißes Brautkleid usw...., wie Frauen halt sind.
(Das ist jetzt nicht abwertend gemeint)

Beitrag von zwiebelchen1977 08.04.10 - 15:21 Uhr

Hallo

Bedenke aber auch, das wenn ihr nicht verheiratet seid, sie bald ihre KK selbe zahlen muss bwz du, wenn ihr nicht verheiratet seid.

Denn wenn sie keinen Ag mehr hat, ist sie auch nicht mehr versichert.

BIanca

Beitrag von windelwechsler 08.04.10 - 15:24 Uhr

Jupp, ich werde es mal ansprechen was Sie dazu sagt.

Beitrag von windsbraut69 08.04.10 - 15:25 Uhr

Deine Frau mag so sein, aber bei weitem nicht alle.

Frag sie doch einfach, ob es ihr lieber ist, jetzt "des Geldes wegen" standesamtlich zu heiraten und die kirchliche Trauung im weißen Kleidchen nachzuholen, oder Sozialleistungen zu beantragen.

  • 1
  • 2