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Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von dark-romance 08.04.10 - 11:35 Uhr

Hallo,

ich habe nun meine OP nach dem MA sehr gut überstanden, keine Schmerzen, keine Blutungen und ich bin froh, dass ich nun zumindest teilweise damit abschließen kann.

Allerdings habe ich das Gefühl, mein Körper stellt sich langsam um. Vorgestern lag ich auf dem Sofa und bin aus heiterem Himmel in ein Meer von Tränen ausgebrochen. Eine halbe Stunde später war wieder alles in Ordnung und mir ging es wieder blendend gut.

Mein Mann ist mit der Angelegenheit total überfordert, weil er nicht so richtig weiß, wie er mit der Fehlgeburt und mir umgehen soll.
Männer machen das ja sowieso mehr mit sich aus, als mit Reden, Weinen o.ä.

Aber mir tut es dann so leid, wenn ich seine Hilflosigkeit manchmal spüre.

Mich interessiert einfach mal, wie das bei Euch so läuft.

Liebe Grüße

Beitrag von cliobaby99 08.04.10 - 11:38 Uhr

bei uns ist es jetzt 3 wochen her, mein freund spricht eigentlich fast gar nicht drüber, aber ich weiß, dass er im inneren ziemlich traurig ist...er redet da halt nicht drüber, so war er aber schon immer...wir hoffen das beim nächsten baby alles gut wird...

Beitrag von nicole9981 08.04.10 - 11:50 Uhr

Hallo!

Es tut mir sehr leid dass Du Dein Baby verloren hast. Lass Dich mal #liebdrueck (unbekannterweise)

Mein Mann und ich haben schon darüber gesprochen. Ich mehr als er. Wenn er etwas gesagt hat dann habe ich gemerkt dass er auch sehr traurig war. Da sich meine nach der FG des Zwillings garnicht weiterentwickelt hat haben wir die SS beenden lassen vor der 12. Woche. Wir hatten viel Rennerei deswegen und er hat mich immer begleitet. Er war bei jedem Arzttermin mit (und ich hatte alle 2-3 Tage einen). Mir hat das damals sehr gut getan.

Wie gut er mich versteht habe ich aber erst während der nächsten SS gemerkt. Ich war z.Bsp. vor der Feindiagnostik so fertig mit den nerven, aber er war da.

Das Dein Freund hilflos ist ist ganz normal. Du bist es doch auch oder? Vielleicht überwiegt die Trauer, aber am Ende habe ich mich z.Bsp. total hilflos gefühlt. Dein Freund möchte Dir sicher eine Stütze sein ist aber selber traurig. Gehe auf ihn zu und redet über das Geschehene. Dann könnt ihr gemeinsam trauern und euch gegenseitig stützen und ihr müsst das nich alleine mit euch abmachen.

LG Nicole

Beitrag von dark-romance 08.04.10 - 12:05 Uhr

Hallo und danke erstmal für die Antworten. #liebdrueck

Klar haben wir darüber gesprochen aber eben so, dass ich mehr geredet habe und er zugehört. Er spricht eben wenig darüber, weil für ihn das ganze und ungreifbar ist.
Man hat äußerlich noch nichts gesehen und er kennt halt nur die wenigen Ultraschallbilder.

Er ist momentan immer für mich da und mir ist eine Umarmung auch fast wichtiger, als mit ihm viel darüber zu reden.

Ich glaub halt einfach für die Herren der Schöpfung ist das alles ganz anders zu verarbeiten, da sie da körperlich und hormonell nicht so eingebunden sind.

Und wir denken auch, dass es dann beim nächsten Mal klappt. #huepf

LG

Beitrag von nicole9981 08.04.10 - 12:14 Uhr

Ja klar ist es anders. Sie leiden nicht unter den Hormonen und sie liegen auch nicht auf dem OP Tisch. Aber traurig sind die meisten trotzdem (auch wenn ich das anfangs nicht so richtig glauben konnte).

LG Nicole

Beitrag von luette25 08.04.10 - 12:40 Uhr

Hallo,
also bei mir ist es genauso wie bei dir. Auch während der knapp 3 Wochen, die ich bewußt schwanger war, habe eigentlich ich immer darüber geredet. Er hat mir immer zugehört, aber so richtig dazu geäußert hat er sich nie. Ich dachte manches mal, er freut sich gar nicht richtig. Er ist dann aber zu der 1. Vorsorgeuntersuchung mitgekommen und war mindestens genauso geschockt wie ich, als die FA uns sagte, dass das Herz nicht schlägt.
Aber die Zeit danach war er eigentlich gut drauf, war aber immer für mich da, wenn ich wieder traurig war und geweint habe. Und trotzdem hatte ich immer das Gefühl, es belastet ihn gar nicht. Bis ich dann vor einer Woche echt so einen Heulkrampf bekommen habe, dass ich mich selbst nicht mehr wiedererkannt habe. Später habe ich ihm dann gesagt, ich hätte das Gefühl, er wäre überhaupt nicht traurig. Da meinte er, er hätte einfach nicht so eine Angst wie ich, was in Zukunft sein würde. Natürlich wäre er traurig. Aber er hätte eben nicht die Veränderungen mitgemacht und erlebt, und als es für ihn hätte greifbar bzw. realistischer werden können (sprich der 1. Ultraschall), da war es schon wieder vorbei. Er ist einfach ganz fest davon überzeugt, dass es dann beim nächsten mal klappt! Und diese Einstellung steckt mich doch immer mehr an :-D

Beitrag von babsie81 08.04.10 - 12:55 Uhr

Mein Mann meinte nach ca 3 Wochen, dass es ihm jetzt so langsam reicht...für ihn war "das Thema" nach der AS erledigt...

Beitrag von dydnam 08.04.10 - 12:57 Uhr

Meine beiden FGen sind mittlerweile schon etwas länger zurück, aber trotzdem will ich dir antworten.

Mein Mann war bei beiden für meine Begriffe durchgehend sehr gefasst. Er ist aber auch Rettungsassisstent und sieht die Dinge wahrscheinlich mit mehr Abstand als andere. Ich denke, er hat mit den FGen ziemlich schnell abgeschlossen, gesprochen hat er jedenfalls nie darüber und Trauer konnte ich bei ihm auch nicht sehen. Es war bestenfalls Betroffenheit (v.a. bei der 2.FG, da ich schon vorher immer zu ihm meinte, dass bestimmt irgendwas nicht in Ordnung ist, weil ich so gar keine Verbindung zur Schwangerschaft fühle, er hat das als Spinnerei und Schwarzmalerei abgetan, war dann aber ziemlich geschockt, dass ich doch recht hatte).

Dennoch war er immer für mich da, wenn ich darüber reden wollte, er hat mich dazu animiert, mich nicht zu verschließen und die Trauer runterzuschlucken, er hat mir vorgeschlagen einen kleinen Altar für die Sternchen herzurichten (das wollte ich aber nicht) und war zum Schluß auch kurz davor, mich zum Therapeuten zu schleifen, weil ich recht selbstzerstörerische Tendenzen entwickelt hatte. Alles in allem war er in dieser Zeit einfach eine starke Schulter zum Anlehnen. Auch wenn ich damals auf ihn geflucht habe, dass er nicht eine sichtbare Träne vergossen hat, bin ich heute um so mehr dankbar, dass er so stark für uns beide war.

Liebe Grüße

Beitrag von susann11 08.04.10 - 13:24 Uhr

hallo...
mein mann redet auch nicht drüber, die 2 tage wo ich Gian-Luca noch tot im bauch hatte,hat mein mann überhaupt nicht geredet er bekam kein wort raus,bis ei freund zu ihm sagte deine frau brauch dich jetzt sie hat die geburt vor sich uns versucht dich noch aufzubauen, da hat es bei ihm wohl klick gemacht und hat auch wieder geredet, als wir das konnten denn die rsten tage haben wir 24std am tag geweint, jetzt nach der zeit kann er immer noch nicht über unseren engel reden sobal nico den namen Gian-Luca hört verläßt er den raum und weint,ber bei mir ist es auch niicht anders.
eine#kerze für unsere sternchen

Beitrag von natalie-sascha 08.04.10 - 13:30 Uhr

hallo

meine FG ist jetzt zwar bald ein Jahr her, aber ich will dir trotzdem Antworten.

Bei uns war es ganz ähnlich, mein Freund hat nicht wirklich drüber gesprochen und ich war am Boden zerstört und habe mich gewundert das er nicht mal weint. Ich hab mit ihm darüber geredet und habe ihn auch gefragt ob er nicht traurig sei...er meinte das er sehr traurig ist und unseren #stern sehr lieb hat, aber es für ihn einfach noch nicht wirklich greifbar war und noch nicht so realistisch, weil das baby ja in meinem bauch war.
naja als ich da so drüber nachgedacht habe fand ich die erklärung logisch. ich meine wie soll er für ihn realistisch sein, wenn ich es selber kaum glauben kann.

ich habe dann nochmal sehr gemerkt wie ihn das alles mitgenommen hat, als wir endlich wieder schwanger waren...

LG
natalie

Beitrag von esha 08.04.10 - 19:29 Uhr

Hey,
also bei mir ist diese AS jetzt etwas über 3 Wochen her, mein Mann ist und war genauso traurig wie ich es bin, aber er möchte nicht darüber sprechen...ich will es schon, aber er versucht es zu verdrängen. Ich lasse ihm das auch, denn er kann sich damit nicht befassen, es war das zweite Mal und er leidet sehr darunter. Manchmal fährt er mich auch richtig an, wenn ich darüber rede, weil er es nicht erträgt. Ich versuche also mit meiner Mutter oder ner Freundin zu sprechen, damit ich es loswerde, ihn aber nicht noch mehr belaste.
Ich merke wie es ihn fertig macht, das wir unseren Engel wieder haben gehen lassen müssen.
Jeder trauert auf seine Weise. er lieber schweigend und in sich, ich weine immernoch und träume von den Kindern.
Hilflos sind wir wohl Beide, und doch unterstützen wir uns gegenseitig, denn wir kuscheln seit der FG sehr viel und zeigen uns damit, dass wir füreinander da sind.
LG Esha, mit zwei Engeln im Herzen

Beitrag von sindy-weddig 08.04.10 - 21:14 Uhr

Meine FG war Ostermontag. #heul
Und ich muß sagen mein Mann verhält sich einfach toll. #verliebt#verliebt#verliebt
Am Montag morgen im KH war er stark für uns beide und hat geweint als er alleine war, und Montag abend haben wir zusammen geweint.
Er ist fassungslos und so traurig wie ich, aber er ist einfach toll. Er nimmt mich ständig in den Arm, kuschelt mit mir und tröstet mich im richtigen Moment.
Er stellt Fragen und wir reden darüber. Und er macht sich Sorgen um mich, denn ich bin seither nur am rumwirbeln im Haushalt un putze alles scho doppelt un dreifach. Diese Erfahrung hat uns definitiv noch näher zusammengebracht.
Aber ich merke so langsam wird es ein wenig besser, zumindest denke ich das un dann überkommt es mich schon wieder... aber mit meinem Mann zusammen schaffe ich das.

Ich wünsche euch allen viel Kraft

LG Sid mit #kerzen für unsere #sternchen

Beitrag von watschel 08.04.10 - 23:31 Uhr

Hallo an alle!

Mein Mann fügt sich hier fast nahtlos ein: kaum Trauern nach außen hin, fast so, als ob da gar nichts wäre.
Ich habe jetzt schon so oft den Spruch gelesen:"Männer trauern auf ihre Weise!" aber mochte ihn in Bezug auf meinen eigenen Mann gar nicht wirklich glauben. Trauert er wirklich?

Aber für ihn war es auch in keinster Weise greifbar. Er war zwar zu jeder Vorsorgeuntersuchung mit und hat mich auch dann begleitet, als die Blutungen anfingen, aber er zeigt keine Reaktion nach außen hin. Er hat keinen Bezug zu dem Kind gehabt! Für ihn war es alles noch nicht real.

Wenn wir drüber sprechen, dann spreche ich und er hört zu.
Er war leider bei der FG nicht dabei, also können wir noch nicht einmal dieses Erlebnis gemeinsam verarbeiten.

Es ist so schön, dass es wenigstens euch gibt, die einen verstehen und ähnliches durchmachen.

LG Barbara