Partnerschaft & Patchwork - Zusammenziehen ab wann?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von himmelsblume 08.04.10 - 15:22 Uhr

Ihr Lieben,

weil es bei uns bereits zur Debatte stand, wir aber eben erst seit 8 Monaten zusammen sind (kennen tun wir uns schon ein paar Jährchen länger), interessieren mich Eure Meinungen.

Wir, das sind mein Freund und dessen vierjährige Tochter, die er alle zwei Wochen zu sich nehmen darf, meine zehnjährige Tochter, die bei mir lebt und ich natürlich. ;)

Bei uns stand die Idee, "irgendwann" zusammenzuziehen relativ früh einmal im Raum. Anfangs habe ich mich noch sehr in die Idee "fallen" lassen können.
Inzwischen stehe ich unserer Idee etwas skeptischer gegenüber. Zum einen erschreckt mich der Gedanke, wieviele Zimmer wir tatsächlich brauchen würden, wenn.
Zum anderen stelle ich auch immer wieder fest, wie schön es ist, ab und an doch auch seinen Freiraum haben zu können.
Das eine muss das andere nicht ausschließen, trotzdem grüble ich natürlich, ob es so etwas wie einen "optimalen Zeitpunkt" für ein Zusammenziehen gibt.
Ob ein Zusammenleben auch immer die logischste Konsequenz bleibt.

Wie seht Ihr das?


*Wann seid Ihr mit euren Partnern zusammengezogen?
*Was hat Euch dazu bewogen den Schritt in ein gemeinsames Zuhause zu wagen?
*Welche Gedanken haben noch mitreingespielt? (Auch finanzielle Aspekte wg Wohnung teilen, Hochzeit, etc.?)
*War es eine gemeinsame Entscheidung oder ist einer von beiden auf den anderen mit der Idee zugekommen?

Wäre schön, wenn sich hier der ein oder andere Mensch zu Wort meldet.

Liebe Grüße
die Himmels#blume

Beitrag von niemals 08.04.10 - 15:25 Uhr

Ich bin nicht mit meinem neuen Partner zusammengezogen und werde es auch nicht tun.

Ich bin heilfroh, wenn ich in meiner Wohnung bleiben kann, wenn er seine Kinder am Wochenende hat.

Meine Wohnung = mein eigenes Reich, da lasse ich mir nicht reinreden.

Beitrag von andie2409 08.04.10 - 15:42 Uhr

hi danke für deinen beitrag in meinem thread xD
teilweise habe ich dir da meine Ansichten vielleicht schon vermitteln können, nichtsdestotrotz hier nochmal zu deinen Fragen:

zusammenziehen kommt grundsätzlich meiner Ansicht nach in Frage, Freiräume müssen trotzdem bleiben und sei es das ich mich mal ne Std am PC setzen kann ohne Vorwürfe usw... jeder mal was für sich machen kann usw...
in meinem fall halt relativ schnell wg. dem 7 jährigen Sohn meiner Freundin, der soll hier Freunde kennenlernen und nicht iwann nen schulwechsel machen sondern so früh wie möglich.

hochzeit? aus finanziellem Aspekt schon mal gar nicht mehr, eine Scheidung ist teuer wird gesagt, dass ist aber nix im Gegensatz zu den Scheidungsfolgen. Diese hätten mich beinahe in den Ruin getrieben, wenn ich mich nicht geeinigt hätte mit meiner noch-Frau. Zudem Trauschein hin oder her, an der Beziehung ändert das nichts.

aber ich finde es für eine Beziehung wichtig mit dem Partner zusammenzuwohnen und einfach was schickes auf die Beine zu stellen, dieses ständige zu dir zu mir, Sachen packen hier, Sachen packen da, dass mache ich aus beruflichen Gründen schon 7 Jahre da habe ich nicht wirklich lust drauf. Und zudem geht viel Zeit bei drauf.

Anders sehe ich es, wenn man in unmittelbarer Umgebung wohnt, dann kann man sich sicherlich mehr Zeit lassen.


Beitrag von dominiksmami 08.04.10 - 15:51 Uhr

Hallo,

wir patchworken schon seit fast 8 Jahren erfolgreich vor uns hin *g*

Zu unserer Situation:

wir sind am 01.09.2002 zusammen gekommen, mein Mann war 39, ich war 27, meine Stieftochter war 16 und mein Sohn war 1 1/2.

Da wir uns ohnehin jeden Tag sahen und uns das "nach Hause müssen" jeden Tag aufs neue nervte....bin ich Anfang November 2002 hier eingezogen...mit Sack und Pack und Kind.

Also waren grad gut 2 Monate zusammen.

Ums zu Krönen fragte mein Mann mich am 18.01.2003 offiziell ob ich ihn heiraten möchte, was ich bejahte und so haben wir am 17.10.2003 standesamtlich und am 18.10.2003 kirchlich geheiratet. Da waren wir also gerade mal seit etwas mehr als 13 Monaten zusammen.

Alles schnell ( meiner Schwiegermutter zu schnel *rofl*) und viele haben sicherlich gedacht es wäre zu früh.

Nunja...wie gesagt im November werdens 8 Jahre das ich hier wohne und wir haben das alles keinen einzigen Tag lang bereut.

lg

Andrea

Beitrag von tweety74 08.04.10 - 15:59 Uhr

Hallo Himmelsblume.

Meinen Freund kenne ich flüchtig schon aus Kindertagen, zusammen sind wir seit 1,5 Jahren.
Nach dem 2. Date bot ich ihm an bei mir zu übernachten, was er auch annahm, da er zu dem Zeitpunkt in seinem Haus, welches er mit seiner Ex zusammen hatte, auf der Couch schlafen mußte. Ja, und seitdem hat er auch nie mehr woanders geschlafen als hier :-).Das Haus wurde wenig später auch verkauft und so ergab es sich eigentlich von selbst, daß er bei mir bleibt, anstatt sich eine neue Wohnung zu suchen. Anfangs fiel es mir nicht ganz leicht, denn ich hatte 3 Jahre vorher allein mit meinem Sohn (8 J.) gelebt, aber ich hätte mir auch absolut gar nicht vorstellen können, daß er woanders wohnt. Seine Kinder (5 + 6 J.) kamen auch von Anfang an jedes 2. Wochenende.
Die Kinder verstehen sich super, mein Sohn hatte anfangs ein paar Probleme und zog es vor, an solchen Wochenenden bei seinem Vater zu sein. Natürlich hab ich trotzdem Wert drauf gelegt, daß er zumindest 1 Tag und 1 Nacht da ist, wenn die anderen zwei Kinder zu Besuch sind. Und ein paar Monate später wollte er dann auch immer da sein. Die 3 verstehen sich echt super :-).

Wir leben hier auf 75 qm, 3 ZKB. Noch reicht es... aber in 3-4 Jahren wollen wir auf jeden Fall ein Haus.

Ich überleg grad wie das war... irgendwie stand nie zur Diskussion, daß er alleine wohnt.

Und ich bin so froh, daß er da ist #huepf.

Was sagt er denn eigentlich dazu? Möchte er? Wie oft seht ihr euch denn? Hätte es finanzielle Vorteile? Wie wäre es für die Kinder? Und ist er dein Mann für´s Leben?


LG Tweety

Beitrag von xbienchenx 08.04.10 - 16:48 Uhr

Ich bin mit meinem Mann und meinen 2 Kindern sofort zusammen gezogen. Sein Sohn kam damals jedes Wochenende zu uns. Die Kinder verstanden sich prima und tun es heute noch.
Was war der Grund? Ganz einfach, er musste bei seiner Ex ausziehen und zog vorrübergehend zu mir, aus dem "vorrübergehend" wurde ein "immer".
Auch das Finanzielle spielte eine Rolle. Die Entscheidung-der Vorschlag kam von mir.
Ich finde das es immer auf die Familie ankommt. Wie man sich versteht usw. Unsere Kinder sehen sich als Geschwister. Das finde ich ganz toll. Heute wohnt sein Sohn zur Hälfte bei uns. Es hätte auch schief gehen können. Das weiss man nie vorher. Da ist es egal ob man 1 Woche oder 1 Jahr zusammen ist....

Beitrag von öaksdökasjdhfksjadf 08.04.10 - 18:14 Uhr

Hallo,
wir leben als Patchwork-light-Familie. Er hat zwei Kinder (13+15), die die Hälfte der Zeit bei ihm bzw. inzwischen bei uns leben. Ich bin kinderlos. Wir haben nach 3 Monaten angefangen eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Er hatte Ärger mit seinem Nachbar und musste dringend ausziehen und so wie die Sache mit uns lief, war uns schnell klar, dass auch wir zusammen ziehen wollten. Es wäre schlicht idiotisch gewesen, wenn er sich erst eine Wohnung mit seinen Kindern sucht und dann nach einem Jahr etwas Neues mit mir. Es hat sich also mehr oder weniger ergeben. Wobei ich sagen muss, dass wir beide eher unkompliziert und bindungsfähig sind. Andere Partner wären bei dem Tempo wahrscheinlich schreiend davon gelaufen. ;-)

Für mich war es stressig, in seiner Wohnung abzuhängen (wo ich ja nur Gast war), für ihn war es stressig, bei mir zu sein, weil er ein schlechtes Gewissen gegenüber seinen Kindern hatte (die auch in der Woche, wo sie eigentlich bei der Mutter waren, immer wieder was von ihm wollten).

Wir haben gut ein Jahr gesucht (brauchten 5 Zimmer, die bezahlbar sind), worüber ich im nachhin froh bin. Das war als Zeit, um sich an einander zu gewöhnen, schon wichtig. Wir sind gemeinsam in Urlaub gefahren, haben uns ein wenig im Alltag beschnuppert.

Wir leben seit knapp zwei Jahren zusammen. Und es läuft erstaunlich gut. Wir versuchen noch ein gemeinsames Kind zu bekommen. Mal sehen, ob es klappt.

Mein Fazit ist also durchweg positiv.



Beitrag von hummelinchen 08.04.10 - 18:20 Uhr

hey himmelsblümelein...

Ich lebe auch seit 2001 in einer Pwfamilie. Er ne Tochter, ich ne Tochter...

Seine kam nur alle 14 Tage und war hammereifersüchtig, klar... Meine Tochter kam von Anfang an super mit ihm zurecht und das war ausschlaggebend...
Wir haben uns nach 4monatiger Beziehung ein Haus gekauft...

Was sagt denn deine Tochter dazu und dein Mann, was sagt seine Tochter dazu.. Frage alle einmal durch und du hast ein Stimmungsbild...
Ich kann dir nur Mut machen... #freu

lg Tanja

Beitrag von himmelsblume 08.04.10 - 19:08 Uhr

Also... Dankeschön schon mal für Eure bunten Meinungen.

Bisher ja irgendwie (fast ausnahmslos) positiv.

Ich muss nochmal anmerken: für uns war es einfach nur mal in den Raum gestellt eine Idee, die wir laut ausgesprochen hatten. Anfangs beide.

Inzwischen habe ich gemerkt, dass ich mir gar nicht mehr soooo sicher bin, ob ich meine eigenen vier Wände aufgeben möchte.
Ich halte mich also mit Äußerungen in Richtung "Zusammenziehen" etc. inzwischen massiv zurück.

"Nägel mit Köpfen" haben wir noch nicht gemacht, also konkret geredet, aber bei unseren Spinnereien wurde schnell klar, dass wir einige Zimmerchen bräuchten, um nicht beengt wohnen zu müssen.
Zwei Kinderzimmer, Schlafzimmer, Wohnzimmer... und mein Freund hat angemerkt, dass er sich vorstellen könnte, evtl auch ein Musikzimmer zu haben oder eben wir beide ein Arbeitszimmer.
Schon alleine die Raumplanung macht mich etwas nervös, weil ich keinen blassen Schimmer habe, wie wir das in der Stadt realisieren können. Ist ja doch auch eine Kostenfrage - auch, wenn es letzten Endes "nur" 5 Zimmer werden.


Was meine Grübelei angeht, die stützt sich in erster Linie darauf, dass meine Tochter schon etwas älter und irgendwie einfach "aus dem Gröbsten raus" ist.
Ich bin immer wieder überrascht, wie megaanstrengend es ist, sich mit seiner Kleinen zu treffen. Sie ist irgendwie ganz putzig - aber mit ihren vier Jahren ein Riesen-Trotzkopf und ständig am Austesten.
Hinzu kommt natürlich, dass er sich als Wochenendpapa nochmal mehr bemüht, seinem Kind etwas tolles zu bieten - da kann so ein Wochenende schon mal Dauerbespaßung pur sein - und er danach völlig erschöpft.
Ein Zustand, der mir nicht wirklich gefällt und den ich auch schon angesprochen habe.
Aber letzten Endes möchte ich ihm seine Vaterzeit nicht versauen - und habe ja als "Vollzeit- und immer Mama" auch keine Ahnung, wie schwer es vielleicht für so einen Teilzeitvater ist, seinem Kind Grenzen zu setzen... oder einfach Alltag zu leben, etc.

Die letzten Wochen habe ich mich aus ihrer Papa-Tochter-Beziehung deshalb weitestgehend ausgeklinkt - gerade was gemeinsame Aktivitäten angeht an den Wochenenden, an denen seine Tochter da ist.
Bei "Papa hier und Papa da und Aua hier und Iiih da" fühle ich mich irgendwann wie das fünfte Rad am Wagen.
Dann noch ständig die üblichen (??) Stimmungsschwankungen, wenn die Kleine sich im 5-Minuten-Takt etwas Neues ausdenkt und von jetzt auf gleich nicht mehr das tun möchte, was sie eben noch wollte.
Ich bin es einfach nicht mehr wirklich gewohnt, mich so einer kleinen Quengelbacke zu widmen. :-p

Ganz abgesehen davon hat sich bei mir in den letzten Jahren eben schon auch eine gesunde Portion Egoismus breitgemacht und ich frage mich, ob ich mir im zwei-Wochen-Takt ernsthaft solchen emotionalen Stress ans Bein binden möchte.
Das klingt jetzt vielleicht härter als ich das tatsächlich sehe... aber es ist ehrlich.

Seine Kleine kommt aus relativ unstabilen Verhältnissen bei der Kindsmutter und möchte teilweise dann eben auch "spezieller" aufgefangen werden.
Ich war aber die letzten Jahre über schon beschäftigt genug damit, mein eigenes Kind aus unserer Trennung vom Kindsvater heraus stabilisiert zu bekommen und uns einen soliden Alltag aufzubauen. Wir selbst (meine Große und ich) haben auch keine Großeltern greifbar.
Ich genieße inzwischen also unsere schönen Oasen - meist am Wochenende - und kann dann meine Seele so richtig schön baumeln lassen.


Ich grüble hin und wieder, ob es nicht schöner wäre, gemeinsam zu leben und einen verbindlicheren Alltag zu haben - andererseits habe ich große "Angst" davor, die Ruhe im Alltag, die ich mit meiner Großen eben bereits gefunden habe, wieder aufzugeben - und wenn es nur alle zwei Wochen ist.


Eure Erfahrungsberichte versüßen mir auf jeden Fall meine Grübelzeit.
Und vielleicht bringen sie mir ja auch ein wenig mehr Sicherheit, wenn es um meine Ängste geht.


Lieben Dank an Euch... und.... wenn noch jemand was dazu zu schreiben hat, bitte her damit!!

Liebe Grüße
die Himmels#blume

Beitrag von liki 10.04.10 - 00:28 Uhr

Hallo himmels :-)

mein Partner hatte, als wir uns kennenlernten, 3 Kinder im Alter von 9, 6, 3. (die - wie bei Euch - jedes 2. Wochenende und einen Teil der Ferien bei ihm sind). Meine Kinder waren damals 6 und 3.

Wir wohnten 350 km auseinander.

Zusammengezogen sind wir erst nach 6,5 Jahren.. da waren seine Kinder dann 16, 13, 10 (meine entsprechend 13 und 10).

da wir keine Möglichkeiten mehr hatten, die Wochenenden gemeinsam zu verbringen (da ich keine "kinderfreien" Wochenenden mehr hatte), und er zudem beruflich noch mal 300 km weiter weg versetzt werden sollte (also ohnehin "weg" von seinen Kindern), haben wir dann Nägel mit Köpfen gemacht und er hat sich bei mir eine Stelle gesucht. Wohnt nun seit 2,5 jahren bei mir und wir sind sehr glücklich.

Auch darüber, dass wir uns viiiiiiiel Zeit gelassen haben.
Das war vor allem für die Kinder wichtig - die sich übrigens untereinander bestens verstehen.

Sprich: da unsere Kinder schon eine Trennung verkraften mussten, war uns wichtig, nix zu überstürzen.

Alles Gute für Euch!

Liki