Wie macht ihr es mit der Auszeit???

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von ganda 08.04.10 - 17:54 Uhr

Hallo,

wollte fragen, wie ihr es mit der Auszeit macht, wenn das Kind gar nicht auf dem Stuhl bleiben will u. aufsteht und weggehen versucht.??? Habe mal mit meinem Großen damit begonnen ist gerade eben 6 Jahre alt, und er steht auf, uns sagt, nein mach ich nicht.

Dann habe ich noch ein jüngeres Kind (2) aber er braucht es noch nicht ;-)

lg Ganda

Beitrag von scura 08.04.10 - 18:07 Uhr

Mit 6 ist das doch viel zu spät!
Da kann man auch die Konsequenzen seines Handeln erklären.

Beitrag von ganda 08.04.10 - 18:21 Uhr

Hallo,

natürlich kann man erklären, aber wenn es nicht fruchtet, und er bockt???? Und kann dir sagen, er kann ganz schön bocken. Meistens, da erkäre ich ihm was Sache ist, schau ihn finster an .... und irgendwann platzt mir dann der Kragen und Mamma ist ständig beim Schreien. Das geht logischerweise in einem ohr rein und von anderen raus. Möchte da in der Erziehung was umstellen. Ich weiss, er ist bereits 6 aber immerhin noch klein und er trotzt noch manchmal wie ein Kleinkind. Ich weiss, dass ich es vielleicht auch früher hätte anpacken sollen, aber was solls. Vielleicht es so ach ganz ok. Besser später als nie??!?

lg Ganda

Beitrag von hippogreif 08.04.10 - 20:36 Uhr

Ich würde die Sache anders angehen. Klar, dass er bockt oder weghört, wenn Du ihn anschreist, dass würde ich an seiner Stelle auch ;-)
Ich würde an Deiner Stelle einfach konsequent sein. Du möchtest etwas von ihm? Dann sag es ihm in einem einfachen, klaren Satz!
Er reagiert nicht?
Dann wiederhole den Satz und sage, dass Du bei Nichtbefolgen XZY tun wirst.
Und beim wiederholten Ignorieren, zieh einfach XYZ durch.
Jedoch: XYZ sollte im Zusammenhang (!!!) mit dem geforderten Verhalten stehen und für den Jungen auch nachvollziehbar sein.
Wenn Du vielleicht ein paar Situationen beschreiben könntest, in denen das passiert, könnte man anschaulicher drauf antworten.
Aber: Warum soll er denn auf einem Stuhl sitzen? Was hat denn das mit seinem Verhalten zu tun???
Im Übrigen, ich glaube nicht, dass Du einen anderen 6 jährigen Jungen finden wirst, der brav eine Auszeit auf einem Stuhl nimmt, schon gar nicht, wenn Du das vorher noch nie mit ihm gemacht hast! Dafür ist es echt zu spät.

Beitrag von mysterya 08.04.10 - 20:33 Uhr

Also wenn mich meine Mutter mit 6 auf nen Stuhl gepackt hätt, hätt ich ihr nen Vogel gezeigt.

Mensch der geht doch bestimmt schon in die Schule oder fast. Da kannst du ihn doch nicht wie ein Kleinkind auf den "Bestrafungsstuhl" setzen. Das ist doch voll uncool. Da nimmt der dich doch niemals ernst.

Sowas ist ne gute Methode für Kleinkinder vielleicht bis 4 oder so. Aber danach hilft nur reden reden reden. Regeln aufstellen, auf einhaltung pochen und zurück ziehen lassen aufs zimmer oder so, ggf. ein Kompromiss ausarbeiten lassen.

Ich meine ein kleines Kind kann mal mal nehmen und worauf setzen und ihm abstand verschaffen, damit es sich seiner Gefühle und der Situation bissl klarer wird, aber bei nem 6 Jährigen... also das find ich sehr bevormundernd. Der ist meines Erachtens nach schon klar genug darüber wie er fühlt und warum er was nicht will. Und mit auf dem Stuhl sitzen, wird er da bestimmt alleine nichts besser von verstehen.

Und wenn man das einführt, dann gleich mit der Kleinkind-Phase und nicht mit 6.

Beitrag von mansojo 08.04.10 - 20:43 Uhr

Hallo,

das mit der AUszeit hab ich nie verstanden
meiner wäre auch nie sitzen geblieben weil er es einfach nicht kann,stillsitzen

vielleicht reicht es schon ihn aus der jeweiligen Situation zu nehmen ,erklären und gut

als Aussenstehende hat man immer gut zu klugscheißen;-)
hab mehr Geduld

liebe Grüße Manja

Beitrag von ayshe 09.04.10 - 08:11 Uhr

geht mir genauso :-)

ich habe auch meine tochter einfach beiseite genommen, ihr klar gemacht, daß ihre handlung nicht okay war und warum und dann denkt sie auch selber nach, wenn auh meist erst später, so am abend oder am nächsten tag.

Beitrag von doreen1975 09.04.10 - 22:52 Uhr

Genau, ging mir ähnlich. Ich kann sie ja nicht gewaltsam auf den Stuhl zerren. Und bevor ich dastehe als Mutter, die sich nicht durchsetzen kann ("Na wenn du nun nicht sitzen bleiben willst, ähm, hmm, dann ... steh halt auf, sei aber bei nächsten Mal lieb") habe ich es ganz aufgegeben.
Hannah hat ihre Trotzphase wirklich stark ausgelebt, jetzt habe ich aber wirklich ein braves Kind. Und das auch ohne Stuhl.

Beitrag von dominiksmami 08.04.10 - 21:26 Uhr

Huhu,

was für eine Auszeit?

Das einzige das ich ab und zu gemacht habe ist meinem sohn zu sagen das er bitte in den Flur oder in sein Zimmer gehen soll, wenn er rumgeschrien hat und das er wiederkommen darf wenn er damit aufhört. Das allein hat meist gereicht oder er hat sich mal 2 Minuten in den Flur verdrückt.

lg

Andrea

Beitrag von jazzbassist 08.04.10 - 22:54 Uhr

Ich finde die ganzen Antworten auf Ihren Beitrag hier ziemlich erstaunlich. Denn völlig pragmatisch ausgedrückt zeigt ein 6-Jähriges Kind hier einfach nur, dass es nicht in der Lage ist, eine einfache Anweisung seiner Eltern folge zu leisten. Wenn man nun den Blick in die Zukunft Richtung erstes Schuljahr wagt, wo ein Kind dann plötzlich 45 Minuten lang auf einen Stuhl sitzen soll und sicherlich auch mal Aufgaben bekommt, die weniger Spass machen, frage ich mich, wie solch’ ein Kind dann auf eine fremde Autoritätsperson (Lehrerin) reagiert, wenn die mal sagt: „Setzt dich bitte auf deinen Stuhl“. Man könnte ja erwarten, dass, wenn ein Kind das bei seinen eigenen Eltern schon mit „nein, mach ich nicht“ kommentiert, dass die Antwort dann bei einer fremden Autoritätsperson nicht produktiver ausfallen wird...

Eigentlich unterscheidet sich die Situation von keiner anderen Konfliktsituation mit einem 6-Jährigen. „Mach bitte den Fernseher aus“ „Nein“ => Ergebnis sollte sein, dass der Fernseher aus ist. „Zieh dir jetzt bitte den Schlafanzug an und leg dich ins Bett“ „Nein“ => Ergebnis sollte sein, dass er im Bett liegt. Auch bei einem: „Du bleibst jetzt 5 Minuten auf diesen Stuhl sitzen“ sollte das Ergebnis sein, dass er dann 5 Minuten auf diesen Stuhl sitzt. Der Weg ist der Gleiche wie mit dem Fernseher, den Computer, das Schlafen, das Zähneputzen oder das Zimmer aufräumen und alles andere. Man sollte konsequent sein und dem negativen Verhalten des Kindes keine Aufmerksamkeit schenken.

So gesehen ist es ein ziemlich normaler Machtkampf zwischen Eltern und Kind. Die beste Lösung ist natürlich immer, es gar nicht so weit kommen zu lassen, also den eigentlichen Konflikt, der diese „Auszeit“ erst provoziert hat, gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn eigentlich sind die mit 6 Jahren bereits ziemlich pflegeleicht, wenn man ein paar Grundgedanken beachtet. Was sind denn so die gewöhnlichen Situationen, die zu solchen Konflikten führen? Da uns Eltern diese „Vermeidung“ irgendwie nicht immer gelingt, gäbe es bei der Auszeit 2 Lösungen, die langfristig zum gleichen Ziel führen. Entweder bleiben Sie 2-3 mal Konsequent und holen ihn jedes mal wieder zurück zum Stuhl (am ersten Tag sicherlich lange dauern kann9; dass kann ein ziemlich anstrengender Machtkampf sein - aber - sobald ein Kind hier verstanden hat, dass es aus dieser Situation nicht mehr rauskommt, wird es anfangen, dies zu akzeptieren.

Oder man verlagert den Konflikt einfach zu einer anderen Konfliktsituation, die sie besser steuern können und für das Kind aber eigentlich ein „größeres Übel“ ist: „Wenn du heute Abend Spongebob gucken möchtest, solltest du jetzt auf diesen Stuhl sitzen bleiben“. Entweder funktioniert es oder sie lassen ihn einfach kommentarlos in Ruhe und lassen ihn am Abend kein Spongebob gucken. Es verlagert den Machtkampf so gesehen nur auf den Abend, aber, wenn sie dort ein sicheres Gefühl haben, dort konsequenter blieben zu können, würde ich diesen Weg gehen. Begreift ein Kind hier, dass es besser ist, so eine 5-minütige Auszeit in Kauf zu nehmen, als am Abend Spongebob nicht gucken zu dürfen, wird ein Kind sich bald darauf einlassen. Das funktioniert natürlich nicht, wenn Sie ihm dann am Abend in letzter Sekunde aus Mitleid dann doch noch erlauben, SpongeBob zu gucken.

Wie meine Frau und ich das mit der Auszeit gemacht haben; so gesehen gab es die nur ein paar wenige Male; dass waren Situationen, wo unser Sohn aufgebracht war und sich nicht mehr beruhigen wollte; da war aber aber jünger als 6. Grundsätzlich hatten wir bei uns festgestellt, dass es eigentlich tagtäglich immer und immer wieder die gleichen Problemsituationen gab; so haben wir entsprechend versucht, uns eine Lösung einfallen zu lassen, die diese Problemsituation gar nicht erst entstehen lässt. Je älter ein Kind wird und je mehr Verantwortung man ihm überlassen kann, des so einfacher wird das natürlich. Wenn z.B. eine Situation bei Ihnen ist, wo Ihr Sohn „bockt“, wenn’s ums Zimmer aufräumen geht, wäre unsere Lösung dann gewesen, mit unserem Spatz einmalig eine Abmachung zu treffen.

Wenn z.B. das Lieblingsfernsehprogramm ihres Sohnes um 18:15 Uhr anfängt, wäre hier bei uns die Abmachung, dass er diese sehen darf, wenn das Zimmer aufgeräumt ist. Das klingt total dämlich, aber, nach so einer Abmachung müssen Sie nie mehr in ihrem Leben hinter einem Kind mit „Zimmer aufräumen“ hinterherrennen. Entweder tut ein Kind das einfach, oder es tut es nicht. Die Konsequenz dafür steht bereits fest. In der Anfangszeit würde ich ihn einfach um 18:00 ganz freundlich daran erinnern: „XYZ fängt gleich an, denk also daran, dein Zimmer aufzuräumen, wenn du die Sendung gucken möchtest.“ Dann kann ein „Kind“ ruhig nein sagen - es entsteht hier einfach kein Konflikt mehr. Außerdem ist es für ein Kind viel besser, hier indirekt eine feste Zeit zu haben, wo das Zimmer aufgeräumt werden muss als wenn die Mama das nach dem Prinzip der Willkür täglich aufs neue bestimmt. Das Spannende ist, dass sie solche Lösungsansätze eigentlich für sämtliche Probleme funktionieren und man nie mehr rumschreien muss.

Beitrag von mansojo 09.04.10 - 07:03 Uhr

hallo,


<<Ich finde die ganzen Antworten auf Ihren Beitrag hier ziemlich erstaunlich. Denn völlig pragmatisch ausgedrückt zeigt ein 6-Jähriges Kind hier einfach nur, dass es nicht in der Lage ist, eine einfache Anweisung seiner Eltern folge zu leisten.<<

warum?
in dieser situation find ich es durchaus verständlich
ich bin mir sicher das in einer entspannten situation das kind durchaus "folge leisten" kann
da die te hier keine entsprechende situation geschildert hat und alles pauschal niedergeschrieben hat kann ich mir nur vorstellen das sich alle hochgeschaukelt haben


wir hatten mal die disskusion über strafen absprechen
wenn ich ein 6 jähriges kind mit einer neuen aktion mehr oder weniger überrasche ist diese situation nicht nachvollziehbar?

wir hatten glück jonas hat die trotzphase komplett ausgelassen und auch sonst sind wir selbst im kleinkindalter mit erklärungen immer besser gefahren

aber stillsitzen kann er heut noch nicht
das wäre schlicht nicht möglich gewesen ihn auf die stille treppe zu setzen


lg manja

Beitrag von jazzbassist 09.04.10 - 10:19 Uhr

Ich muss Ihnen natürlich Recht geben, dass die TE keine Situation geschildert hat, aus der der Vorfall klarer wird. Es war nur einfach eine ganz pragmatische Zusammenfassung von dem, was sie geschrieben hat. Zumal diese Situationen ja in der Erziehung durchaus vorkommen, dass wir etwas von einem Kind wollen, das Kind aber nicht. Ich bin gerne bereit, mit meinem Sohn Konflikte, die auftreten, friedlich zu lösen. Das klappt sehr oft unheimlich gut. Es gibt aber auch Situationen, wo man keine gemeinsame Lösung findet. Kinder können sich manchmal - wie die TE schreibt - bockig auf sturr stellen. Ich finde, spätestens wenn man als Elternteil dann - auch wenn es doof klingt - ein Machtwort spricht; sei es auch eine Strafe wie Fernsehverbot, Stubenarrest oder eine kleine Auszeit; sollte ein Kind diese Autorität erkennen und dulden; wenn auch nicht akzeptieren respektive einverstanden sein. Ohne diese gesunde Akzeptanz Eltern => Kind kann Erziehung m.E. nicht funktionieren.

Auch mit dem Kritikpunkt des - das Kind nicht mit etwas neuem zu überraschen - bin ich eigentlich einverstanden. Ich würde eine Auszeit aber als eine der harmlosesten - und dem Kind fairen - erzierhischen Maßnahme bezeichnen. Ich hätte meinem Sohn nicht aus einer Laune heraus eine Stunde eher ins Bett geschickt oder ihm die Lieblingssendung am Fernseher gestrichen oder ihm Stubenarrest gegeben etc. Also ihm irgendwas genommen, was ihn "gefreut" hätte. Ich würde aber nicht jedes Wort oder jede Bewegung vorher mit einem Kind absprechen - weil das wahre Leben eben auch nicht so funktioniert und oftmals Überraschungen birgt. Ich finde, von einem 6-Jährigen zu verlangen, sich mal 5 Minuten lang auf einen Stuhl zu setzen, sollte da noch ohne große Ankündigung drin sein. Ich kann aber nachvollziehen, wenn man dabei als Elternteil bereits anderer Meinung ist.

Also ein Schulkind muss öfters mal ohne eine Beschäftigung still rumsitzen. Das hat eigentich nur etwas mit der Konzentrationsfähigkeit des Kindes zu tun. Bei einem 6-Jährigen sollte diese irgendwo bei 10 Minuten liegen. Es mag sein, dass ich es gerade dramatisiere, (bitte entschuldigen Sie das), aber, wie soll eine Schulklasse mit Kindern, die nicht still rumsitzen können, funktionsfähig sein? Wäre es nicht dem Kind selbst - wie auch seinen Mitschülern - unfair gegenüber? Mein Spatz hat in der 1-2 Klasse selbst Probleme damit gehabt, wenn er vorzeitig mit einer Aufgabe fertig war (was nicht selten vorkam) er sich dann irgendwie unterhalten musste. Mal ein paar Minuten war kein Problem; aber alles was darüber hinausging, war harte Arbeit. Und - sofern keine anderweitigen "Störungen" bei einem Kind vorliegen (medizinisch/psychologisch) - ist das still sitzen nicht mehr als etwas, was ein Kind lernen muss/kann/sollte. Ein 6-Jähriger wird so vieles nicht können: Lesen, Rechnen, Schreiben - auch diese Dinge müssen gelernt werden. Dinge wie Konzentration und Autorität sind neurologisch betrachtet nichts anderes. Auch diese kennt ein Kind nicht und muss sie erst erlernen.

Beitrag von ayshe 09.04.10 - 08:23 Uhr

hallo,

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Ich finde die ganzen Antworten auf Ihren Beitrag hier ziemlich erstaunlich. Denn völlig pragmatisch ausgedrückt zeigt ein 6-Jähriges Kind hier einfach nur, dass es nicht in der Lage ist, eine einfache Anweisung seiner Eltern folge zu leisten.
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wahrscheinlich weil es den sinn dieser anweisung nicht sieht, genauso wenig wie ich ;-)


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Wenn man nun den Blick in die Zukunft Richtung erstes Schuljahr wagt, wo ein Kind dann plötzlich 45 Minuten lang auf einen Stuhl sitzen soll und sicherlich auch mal Aufgaben bekommt, die weniger Spass machen, frage ich mich, wie solch’ ein Kind dann auf eine fremde Autoritätsperson (Lehrerin) reagiert, wenn die mal sagt: „Setzt dich bitte auf deinen Stuhl“. Man könnte ja erwarten, dass, wenn ein Kind das bei seinen eigenen Eltern schon mit „nein, mach ich nicht“ kommentiert, dass die Antwort dann bei einer fremden Autoritätsperson nicht produktiver ausfallen wird...
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ich sehe echz keinen zusammenhang zwischen der auszeitbestrafung und dem schulunterricht, echt nicht.
meine tochter wird 6, hat entsprechend auch schon lange vorschule. sie kennt genau die regeln und befolgt sie auch, sie bleibt sitzen und macht mit.
und sie weiß auch, daß es in der schule so laufen wird.
das ist etwas völlig anderes.
aber eine auszeit auf einem stuhl oder so, würde sie als sinnlos empfinden oder eben als strafe, aber was soll das denn bringen?
haben wir nie gemacht.


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Eigentlich unterscheidet sich die Situation von keiner anderen Konfliktsituation mit einem 6-Jährigen. „Mach bitte den Fernseher aus“ „Nein“ => Ergebnis sollte sein, dass der Fernseher aus ist. „Zieh dir jetzt bitte den Schlafanzug an und leg dich ins Bett“ „Nein“ => Ergebnis sollte sein, dass er im Bett liegt. Auch bei einem: „Du bleibst jetzt 5 Minuten auf diesen Stuhl sitzen“ sollte das Ergebnis sein, dass er dann 5 Minuten auf diesen Stuhl sitzt. Der Weg ist der Gleiche wie mit dem Fernseher, den Computer, das Schlafen, das Zähneputzen oder das Zimmer aufräumen und alles andere.
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nein, für mich ist es großer unterschied.
all die dinge, die du nennst, gehen aus regeln hervor, die sinn machen.
zu viel fernsehen ist ungesund, zähne müssen geputzt werden, damit sie gesund bleiben etc.
das sieht meine tochter auch alles ein.
und das wird auch durchgezogen.

aber der stille stuhl? #kratz
nachdenken kann sie immer und überall.
solche strafen find eich persönlich sinnlos, es ist nur ein machtgehabe in meinen augen.


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Man sollte konsequent sein und dem negativen Verhalten des Kindes keine Aufmerksamkeit schenken.
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warum?
wenn mein chef sich bescheurt verhält und merwürdige dinge vom stapel läßt, dann kann ich also einfach gehen und sein verhalten ignorieren? oder kollegen oder oder oder...
ich sollte mich eher fragen, warum es so ist.




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Wenn z.B. das Lieblingsfernsehprogramm ihres Sohnes um 18:15 Uhr anfängt, wäre hier bei uns die Abmachung, dass er diese sehen darf, wenn das Zimmer aufgeräumt ist. Das klingt total dämlich, aber, nach so einer Abmachung müssen Sie nie mehr in ihrem Leben hinter einem Kind mit „Zimmer aufräumen“ hinterherrennen. Entweder tut ein Kind das einfach, oder es tut es nicht. Die Konsequenz dafür steht bereits fest. In der Anfangszeit würde ich ihn einfach um 18:00 ganz freundlich daran erinnern: „XYZ fängt gleich an, denk also daran, dein Zimmer aufzuräumen, wenn du die Sendung gucken möchtest.“
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das finde ich gut!
so mache ich das auch, eine absolut logische und klare ansage eben.
und wenn meine tochter noch eine geschichte vorgelesen haben möchte, dann sage ich ihr eben, daß sie ohne trödeln usw. zähne putzen soll, nahtsachen anziehen usw, denn dann haben wir noch die zeit dazu.
es ist "ihre" zeit, die sie sonst verplempert und das ist ihr völlig klar.

Beitrag von jazzbassist 09.04.10 - 11:07 Uhr

Ich muss natürlich gestehen, dass mein Beitrag sehr überspitzt war, aber ...

... ich befürchte, es wird in der Erziehung noch häufiger vorkommen, dass ein Kind den Sinn einer Anweisung nicht sieht. Die halbe Schulzeit und - gefühlt - die ganze Pubertät lang werden Kinder Anweisungen von Erwachsenen befolgen müssen, deren Sinn sie nicht so wirklich verstehen oder sie zumindest für "Babyhaft" halten. Mein Spatz ist jetzt in der 5. Klasse - es ist erschreckend - wie viele Hausaufgaben er bekommt, deren Durchführung er selbst als: "Das ist doch was für Babys" bezeichnet. Wir bringen denen soviel sinnloses bei, dass man eine Fernsehshow mit dem Titel "Are you smarter than a 5th grader" produzieren kann und Erwachsenen eine Millionen Doller bietet, wenn sie 10 Fragen aus den Klassen 1 bis 5 beantworten können.

Der Zusammenhang wird ganz einfach sein, dass ein Kind von einer Autoritätsperson eine Anweisung erhält und selbstständig entscheidet: "nein, dass mach ich nicht". Ich finde, dass ist so ziemlich das Gleiche, da ein Kind in beiden Milieus (Schule/Elternhaus) sich unterordnen können muss. Sei es nun bei etwas sinnvollen oder etwas sinnfreiem wie eine Strafe. Strafen sind so gesehen leider sinnfrei. Eine Auszeit genau so wie Fernsehverbot oder Stubenarrest. Ich fände es bedenklich, wenn ein Kind hier selbstständig entscheidet: "Nein, mach ich nicht". Ich könnte mir Erziehung ohne die Unterscheidung Eltern => Kind nicht vorstellen.

Ihren Einwand mit den Regeln kann ich natürlich nachvollziehen. Nur - welche Strafe würden Sie bei einem 6-Jährigen Jungen dann vorschlagen? Und - in wiefern unterscheidet sich diese - genauer betrachtet - von einem stillen Stuhl? Hauptelement wird sein, dass wir einem Kind etwas verbieten, dass es gerne tut oder verlangen, dass es etwas tut, was es nicht möchte. Schon Tom Sawyer musste zur Strafe den Zaun streichen; er tat etwas, was er eigentlich nicht tun wollte. zugegen eine Strafe mit einem sehr schönen gemeinnützigen Wert. Aber in Unterscheidung zu Mark Twain fällt mir sowas nicht immer ein :-p

Natürlich sollte man zuerst immer ergründen, warum sich ein Kind gerade "bescheuert" benimmt. Oftmals fällt das ganz leicht. Als wir im letzten Jahr nach England gezogen sind, hat mein Sohn eine ganze Woche lang bescheuert gespielt; einfach um uns das Leben zur Hölle zu machen und uns zu zeigen, dass er "scheiß wütend" auf uns war. Da brauch' ich dann auch keinen stillen Stuhl oder eine Strafe; sondern einfach nur viel Liebe und Zuwendung. Die TE hat leider keine Situation geschrieben, darum können wir uns hier nur über etwas fiktives unterhalten. Aber - wir haben es sicherlich schon mal erlebt, dass sich ein Kind - völlig grundlos - auf sturr stellt. Vielleicht, weil es Grenzen testen möchte oder Aufmerksamkeit erlangen möchte oder versuchen möchte, seinen Gegenüber zu steuern und seine eigene Bedürfnisbefriedigung durchzusetzen. Es wird aber nicht darum gehen, dass das Kind die "Jacke" einfach nicht anziehen möchte.

Beitrag von ayshe 09.04.10 - 12:19 Uhr

naja, ich finde diese triple p allüren völlig sinnbefreit und daneben. das ist nicht mein ding.
ich würde so etwas auch nie einsehen, liegt sicher an meiner einstellung.

und mir geht es gar nicht darum, daß ein kind auch eine anweisung von autoritätspersonen befolgen soll, auch wenn der sinn noch nicht ganz ist.
sicher kommt man nicht drumherum, auch als erwachsener nicht, wenn man einen verrückten chef hat.
das ist völlig klar.

trotzdem soll niemand aus dem fenster springen, wenn es jemand sagt. und diese auszeitenzwänge fallen für mich einfach unter "sinnlos".
"du bist böse, zieh leine, weg, platz, sitz" verrückt, völlig verrückt so eine ablehnung.


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Nur - welche Strafe würden Sie bei einem 6-Jährigen Jungen dann vorschlagen?
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das kommt ja auf die ursachen an, also immer verschieden und es sollte eine logische konsequenz sein, nicht eine zusammenhanglose machthaberische strafe.


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Und - in wiefern unterscheidet sich diese - genauer betrachtet - von einem stillen Stuhl? Hauptelement wird sein, dass wir einem Kind etwas verbieten, dass es gerne tut oder verlangen, dass es etwas tut, was es nicht möchte. Schon Tom Sawyer musste zur Strafe den Zaun streichen; er tat etwas, was er eigentlich nicht tun wollte. zugegen eine Strafe mit einem sehr schönen gemeinnützigen Wert. Aber in Unterscheidung zu Mark Twain fällt mir sowas nicht immer ein
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ich halte nichts von zusammenhanglosen machthaberischen strafen.

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Als wir im letzten Jahr nach England gezogen sind, hat mein Sohn eine ganze Woche lang bescheuert gespielt; einfach um uns das Leben zur Hölle zu machen und uns zu zeigen, dass er "scheiß wütend" auf uns war. Da brauch' ich dann auch keinen stillen Stuhl oder eine Strafe; sondern einfach nur viel Liebe und Zuwendung.
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naja, eben, es gibt immer gründe, auch wenn wir sie nicht immer erkennen können.


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Aber - wir haben es sicherlich schon mal erlebt, dass sich ein Kind - völlig grundlos - auf sturr stellt. Vielleicht, weil es Grenzen testen möchte oder Aufmerksamkeit erlangen möchte oder versuchen möchte, seinen Gegenüber zu steuern und seine eigene Bedürfnisbefriedigung durchzusetzen.
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DAS sind ja auch gründe und ursachen ;-)
grundlos finde ich das nicht. und es gehört zur entwicklung.

Beitrag von jazzbassist 09.04.10 - 13:14 Uhr

Ich hab's bei meinem Spatz die letzten 11 Jahre leider nicht hinbekommen, so ganz ohne "Strafen" auszukommen. Im Kleinkindesalter war das mit logischen Konsequenzen noch ganz einfach und hat funktioniert. Der Sinn der Logik war für mich hier aber auch, damit das Kleinkind überhaupt eine Chance hat, eine vermeintliche Grenze überhaupt wahrnehmen zu können. Es bleibt kaum etwas anderes übrig, da ein Kind Autorität bis zu einem gewissen Alter gar nicht wahrnehmen kann und auch danach erst langsam erlernen muss. Ich kann dem 2-Jährigen an einer gefährlichen Straße nicht sagen: Du rennst jetzt nicht über die Straße; wir müssen ihn vermutlich noch festhalten.

Irgendwann sind Kinder aber alt genug, auch fiktive Grenzen entweder zu verstehen oder zumindest zu akzeptieren. Meinem Spatz muss ich nicht mehr sagen, dass er nicht blind über die Straße rennen darf, weil das gefährlich ist. Er weiß es. Ich brauche ihn hier also nicht mehr festzuhalten. Was mache ich als Elternteil jetzt, wenn ich sehe, wie er über eine rote Ampel läuft? Was würden Sie bei einem 11-Jährigen machen, dessen privater Spielplatz das U-Bahnnetz von London ist und sie sehen, dass er mit diesem Freiräum überfordert ist?

Wollen Sie ihm noch mal erklären, dass das gefährlich ist? Wir haben ja oben schon festgestellt, dass er das weiß - also kann das nicht der Weg sein. Wollen Sie einsehen, dass er sich selbst als "alt genug" sieht, die Gefahren eines Straßenverkehrs vollständig zu überblicken? Wollen Sie ihm lediglich sagen, dass er sie mit diesem Verhalten enttäuscht und das Vertrauen missbraucht hat? Die logische Konsequenz wäre, dem Kind diesen Freiraum wieder zu nehmen. Meinen Sohn würde das wahrscheinlich umbringen; selbst wenn es eine logische Konsequenz ist, ist es bei einem 11-Jährigen nichts weiter als eine ziemlich extreme Strafe. Mein Spatz würde hier lieber ein machtmissbrauchendes Fernsehverbot für einen Tag in kauf nehmen, als die logische Konsequenz. Ich finde, es ist für das Verhalten mit den zusätzlichen Erklärungen ziemlich angemessen. Es gibt einfach keine angemessene logische Konsequenz für einen 11-Jährigen, der mal über eine rote Ampel gelaufen ist.

Ich hätte hier einfach ein unwohles Gefühl, ihn dann mit einem: "Das darfst du aber nicht machen, weil das gefährlich ist..." alleine wegkommen zu lassen. Denn diese Regel (sich an den Straßenverkehr zu halten) gab es ja vorher bereits und er hätte sie dann damit gebrochen. Die Konsequenz kann m.E. hier schlecht sein, die gleiche Regel noch einmal aufzustellen. Das Kind hat ja bereits bewiesen, dass es an dieser Regel nicht interessiert ist. Natürlich ist es mir auch lieber, wenn mein Sohn nach dem Schema: "Wir sind nett zu dir, du bist nett zu uns" agiert. Das klappt bei ihm sehr sehr häufig sehr sehr gut. Aber nicht immer - und - das ist m.E. für einen pubertierenden 11-Jährigen ein typisches Verhalten.

Beitrag von mysterya 09.04.10 - 10:17 Uhr

Ich denke hier geht es nicht darum 5 Minuten still sitzen zu können. Das kann das Kind in der Schule bestimmt bestens, sondern darum, dass sie ihn damit wie ein Baby behandelt. Welchen Sinn soll es haben, dass er auf dem Stuhl rumhockt? Und warum gerade der Stuhl? Wenn er ne Auszeit braucht, dann soll sie ihn eben auffordern sich ne ruhige Ecke zu suchen und mal bissl runter zu kommen. Und da kann sie von mir aus konsquent beibleiben. Aber mit 6 nen Bestrafungsstuhl einführen, ist doch echt bissl pippi. Ich meine der kommt sich sicher verarscht vor, wenn er bei jeder Ausnandersetzung auf den "Stuhl" muss. Und wenn sie etwas von ihm möchte, soll sie halt dabei bleiben und es einfordern und wenn ers nicht tut, ja dann gibts wie du schreibst ben die natürliche Folge daraus.

Bei uns sind die Kinder mit 6 duchaus schon in der 2. Klasse. Da würde mir nicht mehr einfallen, die zu packen und irgendwo rauf zu setzen.

Beitrag von jazzbassist 09.04.10 - 10:35 Uhr

Was würden Sie denn bei einem bockigen, 6-jährigen Jungen als Alternative empfehlen, wenn sie merken: Hier komme ich gerade nicht mehr weiter, dass Kind stellt sich einfach sturr? Und - wie deuten sie entwicklungstechnsich dieses narzisstische Verhalten des Sturrstellens? Ich meine, wir reden hier über ein Verhalten, dass bei gesunder Entwicklung bei einem 6-Jährigen sein halbes Leben lang schon nicht mehr in dieser Form vorkommen sollte. Also entwicklungstechnisch von einem 3 Jährigen.

Beitrag von agostea 09.04.10 - 10:49 Uhr

Ich klink mich mal kurz ein - denn ich hätte dam al ein Frage:

<<Ich meine, wir reden hier über ein Verhalten, dass bei gesunder Entwicklung bei einem 6-Jährigen sein halbes Leben lang schon nicht mehr in dieser Form vorkommen sollte. <<

Der Sohn meiner Bekannten ist 12 Jahre alt und benimmt sich zeitweise ähnlich. Sie tut das mit der Vorstufe der Pubertät ab....................heisst das, er ist Verhaltensgestört, wenn selbst für 6 Jährige solche Reaktionen nicht ALtersgerecht sind? #schock


Ansonsten wäre meine Alternative einem bockigen 6 Jährigen zu sagen, das wir später darüber sprechen, wenn er sich beruhigt hat.

Gruss
agostea

Beitrag von ayshe 09.04.10 - 10:52 Uhr

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Ansonsten wäre meine Alternative einem bockigen 6 Jährigen zu sagen, das wir später darüber sprechen, wenn er sich beruhigt hat.
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macht sowieso meistens den größten sinn.
kaum ein mensch ist doch im wütenden zustand wirklich in der lage, logisch, rational und sinnvoll zu denken, viele erwachsene doch auch nicht.

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:03 Uhr

Eben! Ich mache das bei meinen Vierjährigen schon so und es klappt (meistens) gut - zumindest in Kombination mit einer "Auszeit" im Kinderzimmer - wenns ganz arg ist.
Bei einem 6 Jährigen denke ich, kann man noch besser auf der Vernunftebene agieren......

Beitrag von ayshe 09.04.10 - 11:06 Uhr

ja, erstmal die wut versiegen lassen und dann im besseren moment reden.
so mache ich das auch die ganze zeit.

meine kleine wird jetzt 6 und ja, es ist wesentlich leichter.
sie versteht ja alles, aber natürlich ist sie, wie jeder mensch auch, auch mal echt sauer.

manchmal will sie aber nicht zugeben, daß ich recht habe ;-)
dann kommt ihr positiver kommentar erst tage später oder nur von hintenrum nach dem motto:
also wenn ich das jetzt aber so mache, dann kann ich auch dies und jenes tun oder? denn so hast du das ja gesagt.
#rofl

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:22 Uhr

#rofl

Kiddis...echt. Da könnt man sich manchmal beömmeln...

Beitrag von jazzbassist 09.04.10 - 11:16 Uhr

Bei einem 12-Jährigen würde ich das auch mit Pubertät abtun; es gehört nämlich zur Entwicklung dazu. Zumal die Eltern/Lehrer ja die letzten 12 Jahre ziemlich viel Zeit hatten, festzustellen, dass sich das Kind ganz normal entwickelt. Von daher würde ich hier ganz ruhig schlafen ;-)

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:21 Uhr

Dann ist ja gut! Danke für die Antwort:-)

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