türkische namensfrage BITTE

Archiv des urbia-Forums Baby-Vorbereitung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Baby-Vorbereitung

Die Zeit vor der Geburt ist die Zeit des Nestbauens. Hier könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr das Kinderzimmer einrichten möchtet, wo das Baby schlafen soll, welche Kleidungsstücke in die Erstausstattung gehören und vieles mehr... 

Beitrag von steffisaido 08.04.10 - 19:52 Uhr

ich bin bei der namenssuche für meinen sohn auf den namen eray gestoßen und finde den irgendwie schön, soll glänzender mond heißen, aber ist das wirklich türkisch???
lg

Beitrag von shampoo 08.04.10 - 19:59 Uhr

ja

Beitrag von quaelgeistquaeler 08.04.10 - 20:12 Uhr

JA IST ES! Auf arabisch heißt Mond nämlich "Qamar".
"Ay" ist wirklich ein Urtürkisches Wort. Es bedeutet Mond und auch Monat.

Ich denke trotzdem, dass du das Kind nicht mit einem türkischen Namen bestrafen solltest.

Beitrag von le-cochon 08.04.10 - 20:32 Uhr

"Ich denke trotzdem, dass du das Kind nicht mit einem türkischen Namen bestrafen solltest."

Ich glaube, da ging gerade was drastisch daneben, oder meinst du das wirklich so?

Beitrag von quaelgeistquaeler 08.04.10 - 20:46 Uhr

Ja ich meine das wirklich so und die TE hat den Hinweis schon verstanden, wir hatten schonmal darüber diskutiert. Aber damit auch du das verstehst will ichs dir erklären: Kinder mit Migrationshintergrund haben es später im Berufsleben schwerer. Es gibt Studien, die belegen, dass Kinder mit Migrationshintergrund öfter eine Empfehlung für die Hauptschule bekommen als Kinder ohne. Und in manchen Bundesländern hat der Lehrer die Entscheidung, ob ein Kind auf die Hauptschule muss oder aufs Gymnasium darf. Und auch Lehrstellen findet man schwerer mit türkischem Namen. Und GERADE die Türken haben es schwer in Deutschland, weil sie es seit 4 Generationen nicht schaffen sich hier zu integrieren. Lies dir mal ein paar Artikel vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durch. Dort kannst du nachlesen, dass TÜRKISCHE Kinder überproportional häufig die Schule sogar ganz ohne Abschluss abschließen. Sie sind die größte Ausländergruppe aber die kleinste Gruppe der Ausländer, die Gymnasien besucht.

Beitrag von selmi22 08.04.10 - 21:08 Uhr

Naja...

Was du schreibst mag wohl stimmen, ich denke aber nicht dass es am Namen liegt.
Ich heiße auch Selma(arabischer Name, auch bei Türken beliebt), sehe aus wie eine Ausländerin(Vater ist aus Pakistan), habe aber trotzdem Fachhochschulreife und ne gute Ausbildung.

Am Namen liegt es nun wirklich nicht, dann dürfen auch keine Namen wie Kevin, Jaqueline oder Chantalle mehr vergeben werden(die Statistiken über solche Namen+dem damit verbundenem Klische gibt ja auch nicht viel Besseres her...)

Und wenn ich mir deine VK so anschaue:

>>Ich kann schüchterne Kinder nicht leiden. Und solche, die ihr Maul nicht aufbekommen. Solche, die einen nicht begrüßen und sich hinter Mamas Rockzipfel verstecken, wenn man sie anguckt.<<

...müsstest DU Chantalle heißen!!!

Beitrag von selmi22 08.04.10 - 21:10 Uhr

... oder Aysegül
(Der Fairness halber, um jedes Klischee zu bedienen)

Beitrag von quaelgeistquaeler 08.04.10 - 21:16 Uhr

Der Account ist natürlich nur Spaßaccount. Das heißt aber nicht, dass in jedem Beitrag von mir nur Unsinn stehen muss.
Ich hoffe übrigens, dass deine Kinder trotz allem mal eine gute Zukunft haben.

Beitrag von selmi22 08.04.10 - 21:17 Uhr

Ja war mir klar, dass es sich um einen Spaßaccount handelt.

Ich wüsste nicht warum meine Tochter keine gute Zukunft haben sollte, sie hat schließlich mich als Wegweiser(und Namensgeberin;-))

Beitrag von quaelgeistquaeler 08.04.10 - 21:33 Uhr

Stimmt, aber sie ist ein Mischlingskind, wenn ich das richtig sehe. Du weißt sicher, dass auch Menschen mit dunkler Hautfarbe schwerer haben hier in Deutschland. Auch wenn alle sich selbst immer als sehr tolerant hinstellen, sieht die Wahrheit schon anders aus. In München ist ja die Wohnungsnot sehr groß, so. Und ich erinnere mich, dass ich mal in der Süddeutschen Zeitung gelesen habe, wer am leichtesten und wer am schwersten in München an eine normale, nicht öffentlich geförderte Mietwohnung kommt: Die Vermieter nehmen lieber alleinstehende Frauen als Männer. Und solche Sachen standen da drin. und weißt du wer es lat diesem Artikel am schwersten hatte eine Wohnung zu finden: Alleinstehende Männer mit dunkler Hautfarbe. Es sei schier unmöglich für sie, hier eine Wohnung zu bekommen.
Das war jetzt nur ein Beispiel, warum ich der festen Überzeugung bin, dass auch dein Kind einmal Rassismus in der ein oder anderen Form erleben wird.

Beitrag von king.with.deckchair 08.04.10 - 22:04 Uhr

Es ist so. Du schreibst ja nicht, dass du das gut findest, du beschreibst Tatsachen. Aber dann wird hier gerne mal so getan, als ob man diese Tatsachen auch gut heißen würde.

Ich habe es selbst erlebt, nachdem ich einen Nachnamen polnischer Herkunft angeheiratet habe (der "Migrationshintergrund" der Familie meines Mannes rührt aus der Zuwanderung polnischer Bergbauarbeiter 18hundertebbes ins Ruhrgebiet, sie sind seit Generationen deutsche Staatsbürger); wir wurden mehrmals bei der Wohnungssuche über immobilienscout nicht zurück kontaktiert. Erst als wir unsere Berufe, unter anderem "Angestellte im XY-Amt der Stadt YX", angaben, wurde es besser.

Oder die Arbeitslosen mit ganz eindeutigen Namen arabischer Herkunft. Sie werden auf Grund des Namens vielfach von Personalern "aussortiert", ist einfach so. Ebenso geht es immer noch vielen Türken. So viele integrationsunwillige sind da gar nicht mehr dabei - nur: Es wird ihnen dank der ewiggestrigen unwilligen wirklich verdorben.

Beitrag von quaelgeistquaeler 08.04.10 - 22:17 Uhr

Im 17., 18. Jh. sind ziemlich viele Polen ins Ruhrgebiet gekommen. Lukas Podolski ist ja auch "so einer", also so ein Nachkomme dieser Einwanderer. Jedenfalls findet der sicher leichter ne Wohnung als Hinz und Kunz Kachinsky oder so.

Ich bin ja mit einem Araber verheiratet. Das weißt du nicht, aber ich hatte es der TE schoneinmal erzählt. So. Und er hat extra meinen Nachnamen angenommen, damit er nicht immer wegen seines arabischen Namens in die Bombenleger-Schublade gesteckt wird. Und unserem Sohn haben wir auch einen deutschen Vornamen gegeben, damit er niemals Opfer rechtr Gewalt wird, damit er in der Schule nicht benachteiligt wird und ebensowenig bei der Jobsuche.
INSGESAMT denke ich, dass eine bikulturelle Identität mehr Vorteile als Nachteile bringt: Im Idealfall wächst man zwei- oder mehrsprachig auf, man erwirbt in zwei Kulturen kulturelle Kompetenzen und es gibt bestimmt noch weite postive Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten, die ich an meinem Kind vielleicht erst in ein paar Jahren sehen werde.

Bereuhst du, dass du nun einen polnischen Namen hast?

Beitrag von king.with.deckchair 08.04.10 - 22:37 Uhr

Nein, die meisten nehmen ihn nicht oder zumindest nicht negativ als "polnisch" wahr. Zumal die vielen "-olskis", "-schniewskis" und "-walleks" ja inzwischen schon ziemlich alltäglich sind.

Nur ein paar tumbe Kollegen meinten immer mal, blöde "Steht mein Auto noch auf dem Parkplatz?"-Sprüche machen zu müssen. #augen Oder eben die Vermietergeschichte... Stimmt, jetzt wo wir drüber schreiben - unsere Vermieterin ist mit einem Kroaten verheiratet und heißt auch wie er. #gruebel

Das mit Eurem Namen kann ich sehr gut verstehen, ich sehe die Ausgrenzung, die stattfindet, ja täglich bei den Arbeitslosen, die ich betreue. Und habe selbst schon wunderliche Erlebnisse gehabt. Der Vater meines Kindes sieht sehr "südländisch" aus, sein einziger Migrationshintergrund ist aber, dass er aus Bayern stammt ;-), er ist also Deutscher. Mein Kind hat aber seine dunklen Augen, die dunklen Haare und wird auch schnell intensiv braun im Sommer. Dazu heißt er noch "Dennis" - alles zusammen brachte uns auch schon mal Bemerkungen ein. Freundliche von Eltern türkischer Schulkameraden, die in ihm einen halbtürkischen "Deniz" vermuteten - andere, spitze Bemerkungen von einer deutschen Nachbarin, die dasselbe vermutete... #augen. Phasenweise hatte ich aber auch Angst um mein Kind. Mein Vater ist auch ein dunkler Typ und wurde Anfang der 90er mal von Skins, die ihn für einen Ausländer hielten, böse verprügelt. Ich hatte daher auch immer mal Angst um meinen Sohn.

Inzwischen arbeite ich nun wieder bei einer Stadtverwaltung, die sich - auch wegen der Sozialstruktur der Stadt - intensiv um z.B. türkischstämmige Mitarbeiter bemüht und ich habe inzwischen schon mit einigen türkischen Kollegen zusammengearbeitet bzw. tue es gerade wieder. Bei einer dt. Behörde wohlgemerkt. :-) Wollen hoffen, dass diese kleine Tropfen auf den heißen Stein mit dazu beitragen, dass in alle Richtungen Signale gesendet werden. Zu den türkischstämmigen Mitbürgern "Macht mit, wir lassen euch." und zu den deutschstämmigen "Wenn wir sie mitmachen lassen, wird's uns allen besser gehen."

Beitrag von quaelgeistquaeler 08.04.10 - 22:47 Uhr

Mensch, das mit dem Dennis ist ja blöd gelaufen. Hätteste das mal besser vorher geahnt!
Mein Sohn ist ja Halb-Araber, wurde aber in der Türkei immer als Halb-Türke vermutet. Wir waren da nämlich im Urlaub, allerdings ohne Papa, sondern mit den Großeltern. Ich glaube einige mitleidige Blicke bemerkt zu haben, als sie mich als offensichtlich vom Mann verlassene Deutsche mit Halb-Türkischem Kind gemustert haben. Ich wurde schon gefragt, wo der Papa ist aber die Antwort "er muss arbeiten" haben sie irgendwie so entgegengenommen, als hätte ich sie gerade angelogen.
Die geschichte mit deinem Vater ist schrecklich, solche Schweine! Ich hasse Nazis, zum Glück gibts hier in München nicht so die starke rechte Szene, jedenfalls nicht öffentlich, so dass man sich als Ausländer nicht mehr vor die Tür trauen kann. Schlimm ist es in (schlagt mich tot) Ostdeutschland. Ich finde es erschreckend und irgendwie witzig zugleich dass gerade in Ostdeutschland soviele Neonazis sind, die schreien AUSLÄNDER RAUS oder GEHT DAHIN WO IHR HERGEKOMMEN SEID. Denn ebendiese parolen möchte man doch IHNEN an den Kopf knallen, sollen SIE doch dahingehen, wo sie hergekommen sind, weit hinter die Mauer zurück und niemehr was von ihnen gehört. Jedenfalls sind Extremisten einem friedlichen Zusammenleben in Deutschland alles andere als förderlich.

Beitrag von selmi22 09.04.10 - 09:50 Uhr

Hallo,

ja sie ist ein Mischlingskind.
Dass sie irgendwann mal Rassismus erleben wird, davon gehe ich aus.
Ich denke aber, dass ich ihr genug Power und Wissen vermitteln werde um darüber zu stehen.

In Bayern ist es ja nochmal was ganz anderes als hier bei uns in NRW.

Aber ich weiß wie du es meinst.

Beitrag von king.with.deckchair 08.04.10 - 21:57 Uhr

Das ist mal wieder typisch: Um gesamte Studien zu widerlegen, werden EINZELbeispiele angeführt. So wie die Mütter die behaupten "Am rauchen liegt es nicht, dass Kinder krank oder zu klein sind, ich habe geraucht und mein Kind ist nicht klein und auch nicht krank."

Ich denke, du hast Fachhochschulreife? Dann müsste dir doch klar sein, dass man einen EINZEL!!!fall nicht hernehmen kann um wissenschaftliche Studien mit einem einzigen Satz wie "Am Namen liegt es nun wirklich nicht" vom Tisch zu fegen.

Im Übrigen bist du zum Thema äußerst schlecht informiert:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,649421,00.html

Beitrag von le-cochon 08.04.10 - 23:18 Uhr

"Um gesamte Studien zu widerlegen, werden EINZELbeispiele angeführt"

...
und um antiislamistischen oder antisemitischen Übergriffen zuvorzukommen, nennen wir unser Kind weder Chaim noch Eray, noch Adolf?
Welches Verständnis von Freiheit und Zivilcourage steht denn hinter dieser verqueren Denkweise?

Beitrag von selmi22 09.04.10 - 09:38 Uhr

Das mit dem "Kevinismus" das kenne ich schon, deshalb sagte ich doch, dass man Kindern dann weder türkische Namen noch "Hochhausnamen" geben dürfte.
Aber vielen Dank dass du mir wieder ein paar sachdienliche Links rausgesucht hast liebe Christine:-p

Beitrag von king.with.deckchair 08.04.10 - 22:22 Uhr

Übrigens: Ich kannte in den 70er- und 80er-Jahren eine alte Frau auf dem platten Land in Deutschland, die Selma hieß (weswegen "Selma" für mich nie ein ausländischer, sondern eher ein deutscher "Alte-Tanten-Name" war). Nichts von wegen nur "arabischer Name", es ist auch ein Name, der aus dem Altdeutschen kommen kann. Bitte sehr:

http://www.baby-vornamen.de/Maedchen/S/Se/Selma/

http://de.wikipedia.org/wiki/Selma_(Vorname)

http://de.wikipedia.org/wiki/Selma_(Kartoffel)

Ich denke mal, so wie mir wird es einigen gehen, dass man "Selma" nicht sofort nach "türkisch" klassifiziert.

Beitrag von selmi22 09.04.10 - 09:46 Uhr

Auch das weiß ich liebe Christine, es gibt ja auch ne Selma Lagerlöff und auch unter jüdischen Frauen gibts viele die Selma heißen(bei uns in Bielefeld am Bahnhof gibts eine Gedenktafel für die jüdischen Opfer des Holocausts, ganz viele Frauen hießen Selma)

Habe ich irgendwo geschrieben, dass Selma nur ein arabischer Name ist??(und warscheinlich hast du "arabisch"gelesen und bist wieder von der "Islam-Paranoia" attackiert worden, ganz tief und ruhig durchatmen liebe Christine)

Aber sein wir mal ehrlich, Selma ist schon ein cooler Name.
Ich meine wenn man bedenkt wer oder was alles Selma heißt, ne?

Liebe Grüße,
S*E*L*M*A

Beitrag von ayshe 09.04.10 - 08:57 Uhr

mag ja alles stimmen,
aber ein name macht einen ja nun wirklich nicht automatisch zum jeweiligen landsmann #aha

chantalles werden also als franzosen gesehen,
mikas als finnen,
svens als schweden?????

#rofl

Beitrag von steffisaido 09.04.10 - 08:52 Uhr

ganz ehrlich?
ich antworte bei solchen aussagen nicht mehr, ich hatte vorgstern schon einmal nach türkischen namen gefragt, und was ich da für antworten bekommen habe, war einfach nur grausig! ich ignoriere sowas einfach! ich habe mich vorgestern genug aufgeregt!
lg

Beitrag von melli061978 09.04.10 - 17:21 Uhr

Ich habe heute den Beitrag gelesen und wollte nur eins dazu sagen.Ich bin eine Türkin und habe vor kurzem Entbunden. Mein Sohn sieht ziemlich türkisch aus, dunkle Haare dunkle Augen usw. Meinst du er hätte bessere chancen eine gute Schulausbildung abzuschliessen wenn ich ihm eine Deutschen Namen gegeben hätte? Ich glaube nicht. Der Name und das Deutsche Ausweis reicht nicht aus um besser behandelt zu werden das aussehen verrät schon alles. Türke bleibt eben Türke ob mit Deutschem Namen oder nicht.

Beitrag von dover 08.04.10 - 21:21 Uhr

Ein ganz toller Name!!!!!!!!!!!! #verliebt
Mein Sohn heisst nämlich so...
Find ich spitze...
Die Bedeutung ist auch richtig, wobei manche den Namen auch mit "Der erste Mond" übersetzen.
Ich finde aber "Glänzend wie der Mond" schöner.

LG Dover mit Eray *05.03.08 #ole