Der Onkel meiner Mum...Wie gehts weiter??

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von marion0689 08.04.10 - 22:07 Uhr

Hallo euch allen!!

Ich weis nicht, ob ich in diesem Forum richtig bin. Aber irgendwie muss ich das hier jetzt mal loswerden.

Heute morgen haben wir erfahren, dass der Onkel meiner Mum vorgestern daheim aufgefunden wurde. Er hatte einen Schlaganfall. Er wohnt 300 km von uns weg und kommt und seit mind. 20 Jahren 1 - 2x im Jahr besuchen. Er hat keine eigene Familie. Also keine Kinder und hatte auch nie eine Frau.

Vor einem Monat war er für 3 Wochen da. Er ist zwar schon 85, jedoch war er eigentlich noch fit. Vor allem ist er geistig total fit.

Und nun liegt er im Krankenhaus und ist linksseitig gelähmt. Er war immer so stolz auf sich in dem Alter noch zu 100% selbstständig zu sein. ( Er hatte keine Haushalthilfe oder ähnliches )Am Wochenende wollen meine Eltern zu ihm fahren.

Und nun geht es los.
Er hat außer uns auch die Cousine meiner Mum besucht.

Er hat allen immer etwas finanziell beigesteuert ( Die Cousine hat z.B ein Haus gebaut, meine Eltern unterhalten und bauen das Elternhaus meiner Mutter im Ausland aus. Anbei war das auch das Elternhaus meines Opas und eben des jetzt kranken Onkels, jedoch war er seit dem Krieg nicht mehr dort )

Und nun hat heute die Cousine meiner Mutter angerufen und gesagt, dass sie den Onkel nur nimmt, wenn er ihr nicht zu Last fällt und von seiner Rente noch was übrig bleibt ( Er hat ne gute Rente, da Kriegsverwundeter ).

HALLO???? Haben die momentan keine anderen Probleme?? Alle streiten sich nun ums Geld, plötzlich hat sich heute noch eine andere Cousine gemeldet, die auf ihr "Recht" besteht. Was soll denn das??

Meine Mum will sich da momentan nicht einmischen, da es nicht auch noch heißen soll, sie wäre aufs Geld aus. Jedoch will sie ihren Onkel wissen lassen, dass er auch zu uns kommen kann, wenn er es den möchte ( Ich wohne nicht mehr zu Hause, mein Zimmer steht leer usw...)

Nun hat sie ein "schlechtes Gewissen" weil sie denkt, dass ihr Onkel denkt, sie würde nicht an ihn denken usw ( eben weil sie sich nicht in diese schmutzigen Geldsachen einmischen will ).

Achja, ins Altersheim möchte er nicht. Vor allem hat er in dem Ort, in dem er jetzt wohnt, keinerlei Familie. Die nächste Verwandte ist meine Mutter.

Was würdet ihr tun??
Der Onkel tut mir so leid...Erst hat er allen geholfen und wenn er nun Hilfe braucht, kommt sowas bei raus...

Liebe Grüße!!

Beitrag von hanuta-lulu 08.04.10 - 22:21 Uhr

Hallo,

oh, das hört sich ja echt schlimm an. Wenns ums Geld geht, dann kann man seine Verwandschaft kennenlernen.

Ich würde ihm anbieten (an der Stelle deiner Mutter), dass er zu mir kommen kann, wenn er denn möchte. Ist der Onkel denn noch klar und kann selber äußern, was er möchte? Wenn ja, dann sollte er sich selbst aussuchen, wo er hin möchte.

Aber es ist nicht einfach jemanden zu pflegen. Deine Mutter wird viel arbeit haben. Jedoch könnt ihr die Pflegestufe beantragen und auch einen Pflegedienst in anspruch nehmen (ich weiß aber nicht, wie viel ihr dazu bezahlen müsst).

Ich hoffe, dass er ein Testament hat, denn sonst könnt ihr euch schon auf ein Heidenspektakel ums Geld nach seinem Tod machen.

Schreib mir doch bitte, ob er zu deiner Mutter geht oder nicht.

Ganz liebe Grüße

Lulu

Beitrag von marion0689 08.04.10 - 22:39 Uhr

Hey!!

Danke erst mal für die Antwort! :-)

Ja er ist Gott sei Dank noch ganz klar und kann sich selber äußern.
Nächste Woche wird er erst mal in eine Reha-Klinik verlegt und nach der Reha muss er dann entweder zu uns oder zu den anderen.

Meine Mutter macht sich auch schon Sorgen, ob sie das alles schafft, wenn er denn zu uns möchte. Sie arbeitet auch von zu Hause aus.
Jedoch möchte sie ihm auch auf keinen Fall "abschieben" wenn er zu uns kommen möchte.

Ja irgendwie ist es oft so, dass man die Verwandtschaft erst richtig kennen lernt, wenns ums Geld geht.

Vor paar Minuten übrigens hat nochmal die Cousine angerufen und gesagt, dass sie ihn auf keinen Fall nimmt, weil sie eine Augenbehinderung hat und außdem sind ihre Kinder noch klein ( 15 und 17 Jahre )...

Ich finde es ja ok, wenn man sagt, dass man es einfach nicht schafft jemanden zu pflegen. Aber warum muss man dann so um den heißen Brei reden?? Und dann noch der Spruch: Ich möchte damit NICHTS zu tun haben...

Aber als er noch fit war und die Scheine rübergeschoben hat, wollten alle was mit ihm zu tun haben...