Becken - Kopf - Verhältnis

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von sandbankhai 08.04.10 - 22:18 Uhr

Hallo!
Ich bin in der 37 SSW.
Mein Sohn Dominik ist per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen.
Meine Ärztin meinte es ging keine Spontangeburt weil sein Kopf (36 cm KU) zu groß für mein Becken (ca.11cm) war.
Ich bin mir jetzt aber nicht sicher ob das wirklich der Grund war.
Dieses mal bekomme ich ein Mädchen und auch diesmal scheint der Kopf eher groß zu sein (ca 34,8 cm bei der Untersuchung gestern). Sie meinte es sieht so aus, dass ich wieder einen Kaiserschnitt machen muss. Wir könnten den auch planen. Ausserdem bin ich vor ca. 3 Wochen gestürzt und habe jetzt eine Lockerung oder Lösung der Schambeinfuge, aber die Schmerzen werden jeden Tag weniger, also denk ich dass ich nochmal Glück gehabt habe.
Ich will auf keinen Fall einen Kaiserschnitt!!!
Ist das wirklich notwendig? Kann man nicht vorher erst einmal sehen ob es nicht "normal" geht bevor man so eine Entscheidung trifft.
Bei Dominik war ich auch 2 Tage im Kreissaal bevor der Kaiserschnitt entschieden wurde. Kann ich den nicht dieses Mal auch zuerst mal probieren und wenns nicht klappt kann man dann doch noch einen Kaiserschnitt machen?
Hat da jemand Erfahrung?
Ehrlich gesagt sträubt sich alles in mir gegen den Kaiserschnitt und ich bin total verzweifelt. Ich möcht so gern mein Baby selbst auf die Welt bringen.
Ich glaube dass man immer auf sein Bauchgefühl hören sollte, dass einen der Körper schon sagt was geht und was nicht. Oder versteif ich mich da auf etwas was nicht gut für mich ist?
Ich bin total verzweifelt und brauch dringend einen guten Rat!!!
Weiß nicht wie ich mit der Situation umgehen soll.
LG

Beitrag von anom83 08.04.10 - 22:30 Uhr

Hallo,

ganz ehrlich, ich würde es versuchen!!!

Ich weiß leider nicht wie breit mein Becken ist, aber mein Sohn hat mit einem KU von 36,5 cm gut durchgepasst.

LG Mona

Beitrag von lienschi 08.04.10 - 22:50 Uhr

huhu,

ich würde es auch auf jeden Fall erstmal spontan versuchen... es kann ja jederzeit abgebrochen und ein KS gemacht werden.

Der Kopfumfang alleine ist ja nicht unbedingt ausschlaggebend... wie sich der Kopf ins Becken dreht und wie genau sich der Kopf verformt spielt da ja auch ne große Rolle. Vielleicht passt das alles dieses Mal besser zusammen und Du kannst spontan entbinden.

Dass Du keinen KS möchtest kann ich gut verstehen. Ich hatte auch nen ungeplanten KS nach 17 Stunden Wehen #aerger und hoffe sehr, dass ich mein zweites Kind spontan entbinden kann.

Hör auf Dein Bauchgefühl und versuch´s spontan... aber bereite Dich auch seelisch ein bisschen auf nen KS vor, wenn er denn doch gemacht werden muss.

lg und alles Gute #klee , Caro

Beitrag von qrupa 09.04.10 - 10:22 Uhr

Hallo

ein relatives Mißverhältnis bedeutet ja einfach nur, dass eben dieses eine Baby nicht gepasst hat, warum auch immer. es heißt nicht, dass das nächste und vielleicht sogar größere Baby nicht doch passt, weil der Kopf sich anders ins beckn senkt, etwas anders geformt ist, die Geburtsposition besser ist,... Da spielen so viele Faktoren rein, dass ich persönlich NIE als erste Option einen KS wegen der Größe machen würde.

Lieber mit einer guten Hebamme in aufrechter Position erstmal versuchen und wenn es nicht passt eben einen KS.

LG
qrupa

Beitrag von renade 09.04.10 - 12:33 Uhr

Hallo,
bei mir hieß es auch erst, es passt nicht. Eine Ärztin hat zum Kaiserschnitt geraten, die andere Ärztin hat gesagt, ich sollte es auf jeden Fall spontan versuchen. Meine Hebamme war auch für spontan und wir haben beschlossen, mit Wehengel einzuleiten und zu sehen, was passiert. Ich habe spontan entbunden und bin heute so froh, dass ich nicht auf die erste Ärztin gehört habe. Es war zwar super eng und knapp, aber es hat gepasst. Dank meiner tollen Beleghebamme, die mich immer wieder positiv gestärkt hat und es sich während der Geburt nicht anmerken ließ, dass es knapp war.

LG und viel Glück
Ingrid mit Elias

Beitrag von minnie85 09.04.10 - 17:32 Uhr

Soweit ich weiß, sind 11 cm Conjugata vera (inneres Becken) normal.

Wenn du unsicher bist, verlange eine äußere Beckendiagnostik (das darf und kann nur die Hebamme) und ein MRT zum Kopf Becken Abgleich.

Beitrag von svala 09.04.10 - 20:02 Uhr

Hallo,

ich glaube, dass heute einfach zu schnell von einem Mißverhältnis gesprochen wird. Ich hatte selbst einen KU von 39 cm und bin spontan auf die Welt gekommen, wenn auch mit Saugglocke.

Ich selbst habe meinen Sohn leider auch per NotKs bekommen. Bei mir war der Grund eine lebensbedrohliche Situation des Kindes in der Austreibungsphase. Die hat nämlich schon ziemlich lange gedauert und das Problem war einfach, dass er in der Wehenpause immer wieder aus dem Becken hochgerutscht ist. Er hat sich einfach nicht richtig eingedreht. Obwohl er 37 cm KU hatte hat bei mir nie jamend von einem Missverhältnis gesprochen.

Auch ich wünsche mir sehr, ein zweites Kind spontan zu bekommen. Ich will es wenigstens versuchen. Solange es dem Kind gut geht, würde ich das auch tun. Die Wehen tun dem Kind als Vorbereitung gut und wenn es dann eben doch nicht geht, dann wird es halt wieder ein KS. Aber gerade wenn man wie Du einen KS einfach nicht will, dann wird man - glaube ich - eher damit fertig, wenn man es wenigstens probiert hat. Dann weiß man nämlich, dass es einfach nicht gegangen ist und kann den KS vielleicht eher akzeptieren.

Ich wünsche Dir Alles Gute und viel Glück
Svala

Beitrag von pepples123 09.04.10 - 23:49 Uhr

Ich schließe mich den anderen Schreiberinnen an!

Es ist unmöglich, VOR einer Geburt eine solche Aussage zu treffen!

1. die Kopfplatten des Babys schieben sich während der Geburt übereinander - d.h. die gemessenen 34 cm verkleinern sich
2. Das Hinterhaupt kommt zuerst und verkleinert nochmal den Umfang (es muss nicht der komplette Umfang durch!)
3. Die angesprochenene Schambeinfuge hat eine knorpelartige Substanz die sich auch noch dehnt während der Geburt!
4. Dein Partner (Hebi, oder wer die Geburt sonst begleitet) kann - während der Kopf des Babys im Geburtsweg nach unten wandert - rechts und links Druck auf das Becken geben. Ähnlich wie eine Wäscheklammer wird das Becken dadurch nochmal vergrößert!

Soll ich noch weitermachen? ;-)

Man kann erst während einer Geburt feststellen, ob der Kopf paßt oder nicht. Anders ist es, wenn z.B. eine zierliche Asiatin mit einem starken Russen zusammen ein Kind erwartet - da kann tatsächlich das Baby zu groß geraten (aber auch eher ungewöhnlich)..
Und wenn der Kopf ins Becken rutscht, paßt er auch durch!
Somit würde auch immer noch genügend Zeit bleiben, das Baby per KS zu "holen"!
Die geplanten KS werden deshalb auch rund 2 Wochen vor dem ET angesetzt, um das platzieren im Becken zu verhindern :-(
Das alles ist sehr traurig..

Hab Vertrauen in Dich und Deinen Körper! Meinst Du wirklich, Mutter Natur läßt in Dir ein größeres Kind wachsen, als Du gebären könntest?

Ich wünsche Dir viel Kraft und drücke die Daumen, dass Du eine spontane, wunderschöne, natürliche Geburt erleben darfst!

Liebe Grüße,
Steffi

PS: Wenn Du Lust auf etwas Mut in Bezug auf eine natürliche Geburt brauchst, kann ich Dir meinen Club empfehlen: http://mein.urbia.de/club/Nat%FCrliche+Geburt+%2D+sanft+und+schmerzreduziert

Beitrag von sandbankhai 10.04.10 - 07:40 Uhr

Hallo!

Danke für all die lieben Beiträge und das Mutmachen!
Hab gestern mit meiner Physiotherapeutin gesprochen und die meinte, sie würde auch zuerst eine normale Geburt versuchen und wenn man merkt dass nichts weitergeht oder ich den Druck auf meine Schambeinfuge nicht aushalten sollte, kann man sich immer noch für einen KS entscheiden.
Das einzige Problem ist halt, dass die Gefahr durch meinen Sturz und die vorhandenen Schmerzen im Schambein ein erhöhtes Risiko eines Risses der Fuge darstellen. Das macht mir schon Angst!!

Naja, muss mich halt noch gedulden und mal sehen ob das Kind noch sehr viel wächst, dann kann man ja immer noch sehen ob die Gefahr zu groß ist.

Weiß jemand ob es so eine Art Faustregel gibt? Welches Verhältnis noch geht und ab wann es kritisch wird? Oder kann man das gar nie wirklich sagen?

Liebe Grüße

Beitrag von becca04 13.04.10 - 12:35 Uhr

Hallo,

meine beiden Brocken hatten beide einen KU von 38 cm.

O.k. beim ersten Mal hat es gedauert, bis mein Kind geboren war (wobei ich den Weg durch den weichen Geburtskanal als länger empfand).

Dafür ist mein Sohn aber in 20 Minuten von MuMu-Öffnung 7 cm bis zur vollständigen Geburt durch den Geburtskanal geschossen! Er wog übrigens 4.500 g!

Vor meiner ersten Geburt hatte meine damalige niedergelassene FÄ mir auch zum KS geraten, um "Geburtsverletzungen" zu vermeiden.

Ich habe mich dann sehr ausführlich informiert ("Makrosomie ist KEIN Grund für KS!") und auch ein Geburtsplanungsgespräch im KH geführt.

Ergebnis: Wir versuchen es spontan, KS geht immer!

In diesem Sinne: "Raus kommen sie immer!"

LG,
B.