Wie mit unberechtigter Kritik umgehen???

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:11 Uhr

Hallo eigentlich ist es kein Partnerschaftsanliegen aber hier kann ich die Möglichkeit nutzen in Schwarz zu schreiben.
Mein Selbstwertgefühl ist aus den diversesten Gründen in letzter Zeit sehr geschwächt und ich bin mir im Klaren darüber, dass ich dadurch schneller zum "Opfer" unberechtigter Kritik werde weil meine Aussenwirkung ebenfalls schwach ist. Bevor sich jetzt aber die Katze in den Schwanz beisst und ich komplett auseinandersetze was ich im Detail damit meine wollte ich euch einmal fragen, wie ihr mit völlig unberechtigter Kritik umgeht. Was setzt ihr der entgegen, besonders wenn ihr in einer unterlegenen Position seid?
Seid ihr schlagfertig, weist ihr die Kritik mit Argumenten von euch, schluckt ihr es runter, wie oder was macht ihr??

Genau genommen geht es um einen Konflikt am Arbeitsplatz und mein Selbstbild benötigt dringend eine Korrektur.
Danke schon einmal!

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:24 Uhr

Eigentlich ganz simpel:

1. Kritik annehmen. Sagen, dass man verstanden hat, was der Andere meint, falls man es nicht versteht (inhaltlich) nachfragen. Ankündigen, dass man es sich zu Herzen nehmen wird und dies auch tun. Und ebenfalls ankündigen, dass man das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal suchen wird.

2. Selbstreflektion, stimmen die Kritikpunkte? Mehrmals (!) drüber schlafen, immer wieder reflektieren, ob der Andere nicht vielleicht teilweise Recht hat oder sein Eindruck berechtigt ist. Falls ja, umgehend ändern!

3. Falls nein, nochmal später gut vorbereitet (notfalls mit schriftlichen Notizen über die Gedanken und evtl. Gegenargumenten) zum Kritiker gehen und diesen um ein erneutes Gespräch zum Thema bitten.

Auf keinen Fall sofort auf eine Diskussion einlassen, wenn man mit der Kritik überrumpelt wird. Oft fällt einem nämlich hinterher erst ein, was man alles hätte sagen können oder wollen.

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:26 Uhr

>>Auf keinen Fall sofort auf eine Diskussion einlassen, wenn man mit der Kritik überrumpelt wird. <<

Doch, mach ich immer. Grade aus dem Bauch raus kommen die Dinge eher zur Sprache.

Gruss
agostea

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:29 Uhr

Du schon, ich auch (meistens). Wenn aber, wie bei der Threaderstellerin, das Selbstwertgefühl angekratzt ist, sollte man das tunlichst lassen. Wenn sich so eine Situation hochschaukelt, steht man am Ende noch schlimmstenfalls flötschend vor dem Chef.. DAS würde ich dann lieber nicht wollen. ;)
Dann lieber erstmal schlucken und ne Gedenkpause einlegen.

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:32 Uhr

Das stimmt einerseits - nur.....andererseits, wenn ihr Selbstwert so angeknackst ist, dann wird sie im Nachhinein vermutlich nicht den Mut haben, ein klärendes Gespräch mit ihrem Chef zu suchen....also schluckt sie. Beides blöd.

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:36 Uhr

fasst das Dilemma in dem ich mich befinde recht gut zusammen...

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:37 Uhr

Warum ist das so schwierig für Dich? Ist er Choleriker und schreit seine Mitarbeiter zusammen? ;-)

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:38 Uhr

Er ist eine sie und hinterfotzig.

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:45 Uhr

Da fällt mir der Begriff "Mobbing" ein, auch durch das, was Du weiter unten schreibst.
Dafür gibts spezielle Seiten (Google ist Dein Freund :-) ) da kannst Du Dir Strategien durchlesen. Müssen ja nicht alle auf den Punkt passen, aber zumindest wird Dich die Lektüre stärken. Du musst Dir das nämlich nicht hilflos gefallen lassen!

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:47 Uhr

Kam mir auch schon in den Sinn, aber vielleicht will ich es noch nicht wahrhaben... Danke dir....

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:51 Uhr

Mobbing beginnt ganz leicht und leise, erstmal unbemerkt. Hintenrum. Hinterfotzig. Wenn die Täterin in Deinem Fall aber merkt, sie kommt damit durch, wird es massiver, direkter und gemeiner. Steht auch alles auf diesen Seiten..

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:32 Uhr

Hallo, ich lasse mir deine Ansatzpunkte einmal durch den Kopf gehen, da sie sich von dem unterscheiden was ich bisher gehört habe, also nicht rechtfertigen, nicht auf weitere Diskussionen einlassen. Nachdenkenswert sind sie alle Male. Danke

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:25 Uhr

Kommt auf meine Tagesform an. Manchmal kann ich gut schlucken, manchmal gibts direkt einen vor den Bug.
Grundsätzlich bin ich aber eher ein offensiver Charakter- mir ist immer wichtig, Dinge anzusprechen und richtig zu stellen - es sei denn, der Umstand ist mir echt egal.

Gruss
agostea

Beitrag von jeannylie 09.04.10 - 11:27 Uhr

Sehe ich genauso wie meine Vorschreiberin.
Wenn es um Kritik am Arbeitsplatz geht ist das ja etwas anderes als privat.

Also gescheidt selbst reflektieren - könnte da was dran sein?
Wenn ja - nach Lösungen suchen.
Wenn nein - denjenigen um ein klärendes Gespräch bitten.

LG

Jeannylie

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:35 Uhr

Es ist defintiv nichts daran. Problem ist das Betreffende Person eine Behauptung=unberechtigte Kritik als Tatsache dargestellt hat und zuvor darüber bei anderen Kollegen rumtratschte. Was ich auch zu dieer Sache sagen werde ich komme da so einfach nicht mehr raus. Ich muss mir für die Zukunft mehr Respekt verschaffen aber ich weiss nicht so recht wie.

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:40 Uhr

Ich glaube jetzt kommen wir langsam an den Punkt, wo Du etwas mehr erzählen müsstest. Anscheinend geht es um einen konkreten Vorfall, der Dir beruflich das Genick bricht?

Das würde ich mir auf keinen Fall bieten lassen. Überleg Dir mal, ob Du uns die Sache hier nicht anonym schildern möchtest, vielleicht bringt Dich das dann doch weiter..

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:44 Uhr

Ich überlege es mir, ok? Mit dem konkreter werden. Das ganze ist so persönlich und verletzend das es ziemlich in mir rumort und ich gerade nicht weiss ob ich mich so öffnen kann. Gib mir etwas Bedenkzeit #blume

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:46 Uhr

Hab Dir weiter oben nochmal geantwortet. ;-)

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:41 Uhr

Um dir "Respekt zu verschaffen" muss es dir erstmal auch seelisch gut gehen. Wenns dir nicht gut geht, übersteigen zusätzliche Probleme im Kollegenkreis nur deine Kräfte.

Ich würde erstmal nicht auf Konfrontation gehen. Hast du liebe Kollegen mit denen du klar kommst? Halte dich erstmal nur an die und schau, das du dich stabilisierst.

Man trifft sich immer zweimal im Leben. Du bekommst noch deine Chance, dieser Person in den Hintern zu treten. Aber dann gestärkt und nicht so angeschlagen, wie du jetzt bist. Das bringt nix.

Beitrag von nicht selbstbewusst 09.04.10 - 11:45 Uhr

Ja *seufz* und da beisst sich die Katze doch in den Schwanz. Ich sehe ein Haufen Arbeit am Selbstbild vor mir. Ich werde mal über eine Therapie nachdenken so kann es nicht weitergehen....

Beitrag von witch71 09.04.10 - 11:48 Uhr

Eine super Idee! Da wäre dann jemand, bei dem Du Dich regelmässig erleichtern kannst, der Dir beim reflektieren hilft und dadurch baust Du Dein Selbstbewusstsein wieder auf.

Beitrag von agostea 09.04.10 - 11:52 Uhr

Ja, ok, das kannst du natürlich am besten beurteilen, inwiefern du professionelle Hilfe brauchst. Auf jeden Fall umgebe dich mit Menschen, die dich auffangen, stärken und dich unterstützen. Oft sind es ja nur Phasen, in denen man steckt:-)
Das würde ich als Erstes in Angriff nehmen.

Beitrag von lisasimpson 09.04.10 - 11:43 Uhr

Hallo!

na, ja- unberechtigt hin oder her.
Wenn mir jemand seinen Standpunkt mitteilt, dann muß ich ihn erst mal so nehmen: nähmlich als Standpunkt meiens Gegenübers. ER/SIE sieht das nun mal so.
Das kann ich auch zurückgeben ("sie haben also den eindruck daß....)

ich wiederrum habe aber vielleicht ne ander Sichtweise als mein gegenüber (die deshalb nicht "richtiger" sein muß- sondern einfach meine sicht der dinge ist). die kann ich ebenso zurückgeben. "aus meiner sicht zeigte sich.." "ich hatte es so verstanden, daß..", "meine überzeugung in dieser sache ist folgende...".

das bringt zumindest mal die beziehungsebene etwas raus aus der diskussion. denn wenn ich akzepteire, daß der andere etwas anders wahrnehmen kann (darf) als ich und wir uns darüber unterhalten, wo wir unterschiedliche sichtweisen haben, dann muß das nicht zu einer persönlichen geschichte werden.

Da ihr in einem abhängigkeitsverhältnis zueinander steht, ist es sinnvoll dies zu machen und danach zu klären, wie du nun seine wahrnehmung besser verstehen kannst (wenn er nicht gewillt ist, deine sicht zu übernehmen), denn das bedingt euer verhältnis.

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von elodia1980 10.04.10 - 13:51 Uhr

Hallo,

du hast die Lösung doch schon selbst erkannt: Du musst an deinem Selbstwertgefühl arbeiten. Wenn du nicht zu dir selbst stehst, wird es immer wieder anderen gelingen, dich mit Kritik, vor allem unberechtigter, niederzumachen. Du wirst dich dann schlecht fühlen, weil diese Kritik dir bestätigt, was du von dir selbst hältst: dass du nichts wert bist und sie verdient hast, auch, wenn sie nach sachlichen Gesichtspunkten falsch ist.

Also, arbeite an dir selbst, dann kannst du auch Angriffe souverän parieren.

Unberechtigter Kritik setzt man übrigens Fakten und Argumente entgegen, um sie objektiv zu widerlegen. Dabei ruhig bleiben und sich nicht provozieren lassen.

Alles Gute dir,
E.