Verhalten bei schlechtem Gewissen

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von hanni123 09.04.10 - 12:57 Uhr

Huhu,

irgendwie fand ich die Geschichte so anrührend, dass ich sie erzählen muss.

Wir waren vor ein paar Tagen nachmittags im Garten und mein Sohn (3,5) spielte mit einer Zinkgiesskanne herum, genauer gesagt benutzte er sie als Hacke. ;-) Als ich das sah, bat ich ihn, das zu unterlassen, weil sie sonst kaputtgehen könnte. Er hat sich danach darauf beschränkt, Wasser hineinzufüllen und auszugiessen. Dann kam eine Nachbarin vorbei und ich war kurze Zeit abgelenkt.

Als ich mich wieder meinem Sohn zuwandte, sagte er: Mama, ich habe die Giesskanne versteckt. Ich dachte mir noch nichts dabei und reagierte nur beiläufig, aber er nahm mich dann an der Hand und führte mich zum Versteck und holte die Giesskanne wieder hervor, gab sie mir, und - sie war kaputt, der Ausgiesser war abgebrochen.

Ihm war das schlechte Gewissen deutlich anzusehen, er war total zerknirscht und bedröppelt. Aber dadurch, dass er mir das Versteck ja sogar selbst gezeigt hat, war auch klar, dass er damit gar nicht zurecht kam und es nicht wirklich vertuschen wollte, sondern das schlechte Gewissen möglichst schnell wieder loswerden.

Ich habe ihn getröstet und dafür gelobt, dass er mir von selbst gesagt hat, dass er die Giesskanne kaputtgemacht hat. Ich habe ihm aber auch erklärt, dass ich es schon schade finde, dass meine Gieskanne jetzt kaputt ist, und er jetzt mal am eigenen Leibe erfahren hat, dass ich sowas nicht aus Quatsch sage (dass Gegenstände durch "unsachgemässe Handhabung" ;-) kaputt gehen).

Ich hab ihn auch gefragt, wie es ihm geht, und er meinte, nicht so gut. Ich hab ihm erklärt, dass das "schlechtes Gewissen" ist, was er da hat, und gesagt, dass er es mir immer gleich sagen soll, wenn ihm mal etwas kaputtgeht, und dass er die Sachen nicht zu verstecken braucht. Dann würde er auch das blöde Gefühl "schlechtes Gewissen" nicht bekommen.

War das OK? Wie hättet ihr reagiert?

Es war das erste Mal, dass er sowas "verbockt" hat. Ich fand sein Verhalten dabei so richtig schön menschlich...

LG

Hanna

Beitrag von fernweh123 09.04.10 - 13:21 Uhr

#verliebt oh man!
ist doch verlaufen wie im Bilderbuch.
Hoffe, dass ich auch so toll reagieren werde später - und meine Tochter so toll wie dein Sohn.

Andrea

Beitrag von anira 09.04.10 - 13:54 Uhr

wwow das hast du ganz ganz toll gemacht!

Beitrag von .nefur. 09.04.10 - 21:52 Uhr

Hallo Hanna,

als meine Eltern mal weg waren, ist mir ein altes Familienerbstück runter gefallen. Ein Teller.

Ich habe es meinen Eltern mit schlechtem Gewissen gestanden und ich bekam kein Geschimpfe. Ich hatte hier einen sicheren Hafen.

Anders sollte ein Kind nicht aufwachsen!

LG