Erzieher/-innen hier? Hätte da ein paar Fragen...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mille_pille 09.04.10 - 13:10 Uhr

Hallo,

bei uns im Kiga gibt es z.Z. Probleme und ich wüde gerne ein paar Meinungen, Anregungen und andere Standpunkte zu hören bekommen.

Mein Sohn geht nun seit 1,5 Jahren dorthin und dies immer mit dem täglichen Kommentar: Ich mag den Kiga nicht, ich möchte da nicht hin.
Bis jetzt mußte er natürlich immer, aber gestern hat es ihn richtig krank gemacht und durfte zum ersten Mal daheim bleiben.

Ich glaube zu wissen, daß das Grundproblem darin besteht, dass die Erzieher sehr stark lenken wer mit wem zusammen passt und wer mit wem spielen darf/sollte.

Erschwerend kommt hinzu das von 20 Kindern 15 zur Schule kommen und mein Sohn ein Kann-Kind ist und noch 1 Jahr spielen darf. Rein rechnerisch gehört er aber zu den Großen, wurde aber von Anfang an zu den Kleinen sortiert. Und mehr oder weniger einem Jungen "zu geteilt".

Heute war ich dann im Kiga um zu erzählen was mein Sohn mir gestern sagte:

- J. (Junge) kneift mich immer im Stuhlkreis
- M. und L. (Mädchen) sind sehr böse, nicht nur zu mir
- Die Jungs sagen ich und meine Mama sind Scheiße
- Die Jungs sagen ich bin noch ein Baby, weil ich nicht zur Schule komme.

Reaktion von mir: Ich bin geschockt!
Reaktion der Erzieherin: Tja, irgendwie keine. Halt nur, so ginge es natürlich nicht und das ergründen wir. Dann kam wieder nur, aber mit dem S. (der zu geteilte Junge) spielt er so toll.

Ja, klar! Mit den anderen durfte er auch nie so wirklich. Selbst von seiner besten Freundin, die er seit Geburt kennt, hat man Ihn abgekapselt.

Ich habe dann noch erwähnt, er spielt aber auch gerne mit diesem und jenem. Da kam nur: Ja, aber der ist der beste Freund von dem und dem. Und die anderen sind seit Geburt zusammen aufgewaschsen, das sind auch allerbeste Freunde.

Irre ich mich wirklich, wenn ich der Meinung bin, man sollte in dem Alter den Kindern überlassen mit wem sie spielen? Und sie auch mal nach rechts und links schauen lassen, das sie auch mal mit anderen Kindern spielen?


Puh. Ist sehr lang.
Ich frage mich nur wie es jetzt weiter gehen soll?
Wie spricht man mit den Erzieherinnen ohne das man zu Vorwurfsvoll rüber kommt?
Oder blick ich die ganze Situation nicht mehr?

Danke und Gruß

Beitrag von belebice 09.04.10 - 13:26 Uhr

Hallöchen!
Ich bin Erzieherin und gebe dir den Tipp, da nachhaltig einzulenken. Es geht garnicht, dass dir Erzieherinnen versuchen dein Kind in eine von ihnen bestimmte Richtung zu lenken, und ich bin ebenso der Meinung, dass dies unter Umständen auch ruhig ein kleiner Vorwurf deinerseits sein sollte. Letzten Endes weißt nämlich DU am besten, was gut für deinen Sohn ist. Wahrscheinlich sortieren die dort auch noch nach sozialen Schichten aus was?! Unfassbar...
Was dein Sohnemann dir erzählt hat bzgl. der Situation im Stuhlkreis ect. lässt sich leider nicht IMMER verhindern. Kinder sind manchmal einfach gemein ohne darüber nachzudenken, dass es tatsächlich gemein ist. Die Erzieherinnen sollten ganz klar die Kinder darauf ansprechen und für Klärung sorgen. Wie du schildertest wollten sie der Sache auf den Grund gehen. Ich würde einfach in einigen Tagen nochmals nachfragen ob das auch geschehen ist...

Zu der Schulreife kann ich nur sagen, wenn er rechnerisch zu den Großen zählt und er sowphl kognitiv, motorisch als auch sozial stark ist, sollte er NICHT zu den kleinen sortiert werden. Bei uns ist das auch garnicht möglich ein Kind, dass vor dem Stichtag geboren wurde noch ein Jahr länger in der EInrichtung zu lassen. Deswegen verstehe ich das auch nicht so ganz jetzt?!

FAZIT
Sprich mit deinem Sohn, frage ihn, was er sich erhofft für seinen weitern Kigabesuch. Wenn du denkst, es hört sich legitim an, setze dich mit Nachdruck dafür ein (auch für die Wahl des Spielpartners). Das Ganze soll ja schließlich dein Kind stärken für die Zukunft..., und für mich hört sich das eher nach täglichen Negativerfahrungen für ihn an

GlG Bianca

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden:-)

Beitrag von mille_pille 09.04.10 - 13:40 Uhr

Hallo,

bezüglich zur Schule gehen sind die Würfel leider gefallen.
Hatten ja bereits vor einem Jahr das Gespräch mit den Erzieherinnen gesucht und gesagt das wir es nicht gut finden das Benni diesem oder jenem Kind zu geteilt wird und er wirklich mit den Großen, mit denen er auch beim turnen schon zusammen war und immer noch ist, spielen möchte. Man sagte uns das dies kein Problem sei und sagten aber auch da schon mit Nachdruck er würde mit S. ganz toll zusammen passen.

Aber anscheinend haben sie mehr oder weniger hinter unserem Rücken ihr Konzept weiter verfolgt und mein Sohn hat leider nun den Zug verpasst in die Schule gehen zu können, da ihm der soziale Umgang mit Älteren verwährt wurde und nun da nicht genug Kompetenz für hat.

Der einzige der profitiert hat bei der ganzen Geschichte ist S.
Und mein Sohn hat noch nie! von sich aus gesagt, er möchte mal mit S. spielen, sondern lieber diesen oder jenen (seine Freunde halt).

Nun kommt noch hinzu, dass ständig von den "Schulkindern" geredet wird und die so aufeinander eingeschworen wurden, dass jegliche Spielbesuche, bis auf ein Junge, komplett ausbleiben.

Ich bin verzweifelt! Wie kann ich ihm nur helfen?

Gruß

Beitrag von belebice 09.04.10 - 13:51 Uhr

Was, wenn du dich an die Kindergartenleitung wendest?! Oder an den Elternrat. Der ist ja für solche Belange auch ganz klar in der Verantwortung, das auf den Tisch zu bringen. Die Damen dort DÜRFEN NICHT einfach das durchziehen, was sie für richtig halten. Du solltest ihnen ganz klar machen, dass sie *nur* erziehungbegleitend agieren und idas auch n ur in permanentem Austausch mit dir. Echt lachhaft..., iwe alt sind denn die?, 105?!
Wichtig..., permanentes Feadback an dich durch deinen Sohn (natürlich ohne ihn hiermit negativ zu belasten) und ebenso nachdrückliches Eingreifen deinerseits, wenn du bzw. er unzufrieden ist. Geh denen doch ruhig mal auf den Sender, vielleicht brauchen die das ja?! Hospitiere doch mal in dem Kindergarten um zu schauen, wie der Alltag dort aussieht. Tausche dich mit anderen Eltern aus, vielleicht geht es denen ja ähnlich. (DIe können ja nicht alle glücklich damit sein, dass die Erzieherinnen für ihre Kinder entscheiden?!)


LG

Beitrag von mille_pille 09.04.10 - 14:10 Uhr

Hallo,

da ist auch schon das nächste Problem. Hier herrscht so etwas wie eine Vetternwirtschaft. Ich bin selber in Hamburg groß geworden und hatte noch nie Zugang zu diesen Menschen hier, die alle vom Planeten "Ich bin was Besseres" kommen.

Die sind schon zusammen aufgewachsen und nun Ihre Kinder. Ich wohne hier einfach nur gerne, kann mit "Denen" nur halt nichts anfangen, weil man so grundverschieden ist.

Habe aber von Anfang an versucht alles Neutral zusehen, bin zu jedem aufgeschlossen und freundlich, gehen zu allen Festen ect. Doch man bekommt keinen echten Zugang wenn gewise Kriterien nicht erfüllt sind. Und immer nur Oberflächlich sein fällt wohl jeden auf Dauer schwer.

Das ist alles miteinander verflochten.

Klar, reden tun wir auf jeden Fall nochmal mit den Erzieherinnen und ich habe auch schon zu meinem Mann gesagt, das ich möchte das diesmal, die Kiga-Leitung dabei sein soll.
Oder ist es besser erstmal mit ihr alleine zu reden?
Da ist nämlich schon der nächste Knackpunkt, sie sagt und betont gerne das das Ihre beiden Besten Erzieherinnen sind (Natürlich ist das keine laut gesagte Äußerung!)

Um meinen Sohn zu stärken, suche ich weiterhin den Kontakt für Ihn zu Gleichaltrigen und hatte vor ihn zum Judo zuschicken um ihm ein Instrument in die Hand zu geben, sich wehren zu können ohne Gewalt zu üben.

Das doch echt doof hier.

Gruß

Beitrag von belebice 09.04.10 - 14:19 Uhr

Das mit der Vetternwirtschaft kenne ich. Gerade wenn man in einem kleinen Ort wohnt, ist das nicht so einfach. Nichts desto trotz würde ich den Elternrat in die Verantwortung ziehen und ihm sagen, dass dich das wurmt. Der MUSS dann tätig werden. Und wenn du das Gespräch nochmals suchst, würde ich das auch mit der Leitung tun. Ganz gleich, was sie von ihren *zwei besten Erzieherinnen * sagt. Du bist unzufrieden, dein Sohn scheint es erst recht zu sein, also nimm nicht soviel Rücksicht. Was ist mit dem Dad deines SOhnes?! Vielleicht ist der ja n bissel dominanter. Manchmal KANN man DInge nicht ausschließlich mit viel DIplomatie ändern, zumal du das ja auch schon durch hast...

LG

Beitrag von twins 09.04.10 - 13:27 Uhr

Hi,
ehrliche Meinung?
Einfach mal auf den Tisch hauen, denn solange man lieb und nett ist, passiert nämlich gar nichts. Ich kenne es zur genüge, das der Kiga eh macht was er will und wenn die eltern eh nichts sagen, um so besser.

Kennst Du eine Mutter, die evtl. hospitieren kann, um sich DEIN Kind anzuschauen?

Wir sollen nach Möglichkeit unseren Sohn umerziehen, weil er nur "Mädchenkram" macht und gerne mit Mädchen spielt. Er wurde auch ganz extrem ein Jahr lang gemoppt und jetzt in der anderen Kiga Gruppe hat er Probleme sich richtig zu integrieren, sprich er hat keine festen Freunde. Anstatt der Kiga ihn hier hilft soll er am Besten in eine Spieltherapie zum Kinderpsychologen.

Unsere Erzieherinnen geben den schwarzen Peter immer an die Eltern weiter anstatt sich selber mal an die Nase zu fassen. Aber sobald man ihnen einen Spiegel vorhält werden sie bissig.

Grüße und viel Glück

Lisa