Wie einer 14 Jährigen die Augen öffnen???

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von jessy070883 09.04.10 - 13:22 Uhr

Ich weiß nicht mehr weiter... meine Schwester (14 Jahre) hat heute den Vogel abgeschossen. Sie ist die Nacht nicht nach Hause gekommen. Meiner Mutter ist das heute morgen nur aufgefallen da Ihrer Zigaretten fehlten. Hat meine Schwester direkt angerufen- Sie ist dann erst nach Hause gekommen weil meine Mutter mit der Polizei gedroht hat. Will aber auch nicht sagen wo genau Sie war... "Bei einem Freund" meinte Sie.

Meine Mutter musste ja dann arbeiten fahren. Als ich meine Tochter in den Kita brachte meinte eine Erzieherin nur ich sollte mal in Büro gehen (meine Mutter ist in dem selben Kita Erzieherin).
Da saß meine Mutter dann total mit den nerven am Ende. Wir haben dann zusammen bei einer Beratungsstelle angerufen und haben uns Hilfe geholt. Allerdings erst einen Termin für nächste Woche.

Ich muss mal noch erwähnen: Meine Schwester wurde schon immer verzogen, hat alles bekommen und durfte immer alles.

Als meine Mutter mit Ihr schwanger wurde, hatte mein Onkel (Ihr Bruder) einen tödlichen Motorradunfall. Für meine Großeltern wurde mein Onkel in Ihr wieder geboren (so in der Art). Die Ehe meiner Eltern war da auch schon nicht mehr so gut und meine Mutter ist früh wieder arbeiten gegangen. So wurde Sie verzogen und hat keine Grenzen kennen gelernt.

Ich war eigentlich immer die einzigste Sie sie mal auf den Boden zurück holen konnte und die mit Ihr mal geschimpft hat.

Als Sie 14 wurde hat es angefangen schlimm zu werden. Sie lässt sich schon lange nichts mehr sagen und macht was Sie will.
Ihren Freundeskreis hat Sie auch gewechselt und der Umgang ist nicht sehr toll. Aber richtig erzählen tut Sie ja auch nichts.

Jetzt ist Sie zu weit gegangen und wir müssen da was ändern.

Nur WIE???

Ich komme nicht an Sie ran, Sie lässt sich nicht sagen.

Bin eben in Ihr Zimmer, hab Ihr die Decke weg gezogen und hab Sie angeschriehen- ich war so auf 180!

Habe meiner Mutter gesagt Sie soll mich anrufen wenn Sie ausgeschlafen hat dann wollen wir zusammen mit Ihr reden. Aber ich weiß nicht wie wir Ihr mal die Augen öffnen sollen???

Kennt jemand sowas? Hat jemand sowas schon hinter sich und kann mir einen guten Rat geben???

Beitrag von brille09 09.04.10 - 14:01 Uhr

Wie alt ist denn deine Kleine? Oft finden so "schwierige Jugendliche" mehr Zugang über die Kleinsten. Vielleicht würde es helfen, wenn sie mal für begrenzte Zeit auf die Kleine aufpassen "müsste". Dann sieht sie auch, dass ihr Vertrauen habt. Wenn dir das jetzt zu unsicher ist, könntet ihr auch einmal die Woche was ausmachen, dass sie zu dir kommt und mit der Kleinen spielt. Vielleicht kommt ihr so ins Gespräch. Schimpfen wird leider nicht viel bringen. Sie hat irgendein Problem und rückt nicht damit raus.

Beitrag von jessy070883 09.04.10 - 14:07 Uhr

Meine Kleine ist 19 Monate... aber die guckt meine Schwester nicht mal mehr mit dem A*** an.

Früher war das anders- jetzt interessiert Sie sich für nichts mehr.

Ja schimpfen bringt nicht viel... aber was sonst? Sie muss doch begreifen das Sie sowas nicht nochmal machen kann.

Wir hoffen ja das das Gespräch nächste Woche bei der Beratungsstelle was bringt.

Beitrag von alpenbaby711 09.04.10 - 19:46 Uhr

Na ja sagen wirs mal so: Wenn sie früher alles bekam und wie ne Prinzessin hofiert wurde braucht man sich nicht wundern wenn sie jetzt so ist. Jetzt werdet ihrs Schwester haben der verwöhnten Göre mal Grenzen zu setzen.
Ela

Beitrag von mirabelle 09.04.10 - 19:54 Uhr

Nur so als Verständnissfrage:

Deiner Mutter ist nur anhand der fehlenden Zigaretten aufgefallen, das die Tochter über Nacht nicht zu Hause war???

Ich habe zwei Pubis - 13 und 15 - und bemerke am selben Abend ob beide da sind. Sie sind es und immer mehr oder weniger pünklich gegen 20 Uhr!

Nicht nur bei deiner Schwester liegt einiges im Argen, auch deine Mutter scheint es ja mit Ihrer AufsichtsPFLICHT nicht allzu ernst zu nehmen.

M.

Beitrag von king.with.deckchair 09.04.10 - 20:05 Uhr

Dass das Mädchen aus dem Haus geschlichen sein könnte, nachdem die Muter eingeschlafen ist, kommt dir nicht in den Sinn?

Und dass man es morgens nur an den fehlenden Zigaretten merkt: Wir haben noch fast überall Osterferien und ich hätte bei meinem 14jährigen dann auch nicht unbedingt sofort morgens ins Zimmer geschaut.

Ch.
...die sich mit 14 auch schon mal aus dem Haus gestohlen hat, als die Mutter schlief. Allerdings nur um für ein, zwei Stunden unterm Kinderzimmerfenster zu knutschen... #schein

Beitrag von jessy070883 09.04.10 - 20:22 Uhr

Wenn deine Tochter Nachts aus dem Haus geht merkst du das????
Es war nie die Rede davon das Sie nicht um 20Uhr Abends Zuhause war. Sie ist Nachts weg geschlichen.

Und es ist halt nur schon um 6uhr morgens aufgefallen wegen den Zigaretten, anonsten wäre es halt erst später aufgefallen.


Das meine Mutter so einiges falsch gemacht hat ist richtig, aber Sie hat NIE Ihre Aufsichtspflicht verletzt.
Und sowas sollte man jemanden auch nicht übers Forum vorwerfen. Das ist nicht fair!!!

Danke für dein posting... hat mir jetzt aber nicht weiter geholfen.

Wünsche trotzdem noch einen schönen Abend!!!

Beitrag von baumhoernchen 10.04.10 - 08:35 Uhr

Oha, schwierige Situation! Da mußte ich auch durch.
Als erstes möchte ich sagen, dass sich deine Schwester im schwierigsten Alter befindet, und dass sie wahrscheinlich nichts annehmen möchte und das auch gar nicht einsieht. Jeder würde lügen, wenn er sagt, dass es eine sofortige, bzw. kurzfristige Lösung gibt.
Gute Hilfe gibt es bei Erziehungsberatungsstellen, deren Hilfe man ruhig annehmen sollte. Einfach regelmäßig mit ihr
hin gehen. Wichtig für euch ist, auch wenns schwer fällt: einfach cool bleiben!!!!! Die Phase geht vorbei. Sagt ihr ganz ruhig, dass ihr sie lieb habt, aber dass sie euch Kummer bereitet- irgendwo speicht die das ab- auch nicht wenn ganz sichbar, doch sie macht es! Stellt gemeinsame Veraltensregeln/ Regeln auf. Nehmt sie ernst- sie will ernst genommen werden. Aber fragt sie auch, ob ihr sie jetzt wie ein Kind oder wie eine Erwachsene behandeln sollt. Nur wer sich erwachsen benimmt, kann entsprechend behandelt werden.
Auch wenns schwer fällt- nicht ausflippen- ihr macht eure Nerven nur kaputt.

Ich wünsche euch viel Kraft für diese Zeit!!!

Beitrag von pechawa 10.04.10 - 12:54 Uhr

Hallo,

im Prinzip ist mit 14 der Zug abgefahren, denn in dem Alter lassen sich Jugendliche nicht mehr viel von Eltern beeinflussen. Wenn ihr nun die totale Strenge auffahren lasst, erreicht ihr nur das Gegenteil. Wahrscheinlich war sie früher auch viel auf sich alleine gestellt und durfte/musste eigene Entscheidungen treffen. Solange sie Kinder sind, ist das harmlos, aber wenn sie anfangen erwachsen zu werden, wird es schwierig, weil man mit 14 nun mal vom Gesetzgeber nicht die Dinge tun darf, die man 2 Jahre später schon darf. Was also tun? Zusammen an den Tisch setzen und Regeln aufstellen, die für beide Parteien akzeptabel sind. Wer mit 14 abends raus will, sollte auch Verpflichtungen Zuhause vorher erfüllt haben. Ich sehe das eher locker, denn manche Jugendliche sind mit 14 weiter, als andere mit 16. Warum sollte man eine reife 14-jährige nicht auch am Wochenende bis Mitternacht raus lassen? Voraussetzung: man weiß, wo sie sich befinden und mit wem und man kann sich darauf verlassen, dass sie pünktlich zurück sind! Und wenn Eltern es dann schaffen, bezüglich Freundeskreis keine Vorschriften zu machen und sich nicht einzumischen, dann sind auch schwierige 14 Jährige einsichtig!

Viel Erfolg

Beitrag von petra1982 11.04.10 - 06:46 Uhr

Sie hat nie regeln bekommen und nun wo sie in der furchtbaren pubertät ist, und sich meist auch Kinder die Regeln hatten nichts mehr sagen lassen wollen, wollt ihr das sie Regeln einhällt? Anschreien für die Fehler die Ihr gemacht habt bringen nichts, die Hilfe braucht ihr und ist gut das ihr sie in anspruch nehmt.

Familientherapie hat mir und meinen Eltern damals sehr geholfen auch wenn sie mich dazu gezwungen haben mitzukommen

Beitrag von marleen87 12.04.10 - 22:52 Uhr

Hallo,

auch wenn es schwer fällt sie Mutter am Boden zu sehen ist sie die Mutter. Die bist auch Mutter, solltest aber nicht die Mutterrolle für deine Schwetser übernehmen. Helfen darfst du ihr natürlich trotzdem. Wenn deine Schwester weg bleibt über Nacht lasst es sie austesten, findet aber heraus warum sie weg bleibt. Ist es die Freude mit dem freund/einer freundin unterwegs zu sein oder fühlt sie sich daheim nicht wohl. Es ist schwierig jetzt Regeln durzusetzen wenn sie immer sehr behütet wurde vor Regeln. Meinen Mädels gebe ich Chancen nach hause zu finden mit ner Zeitfrist, das letzt Mittel ist dann die Polizei. Versucht ruhig zu bleiben und ihr deutlich zu machen wie die Regeln für sie aussehen. Zeigt ihr auch das ihr sie gern habt. Das ist eine absolute Gradwanderung zwischen Bestimmtheit und Liebevolles Handeln.
Wenn sie droht wegzubleiben, bietet ihr ein Gesrpäch an. Zeigt ihr auch eure Ängste, aber auch das die Mutter das sagen in eurem zu Hause hat. Wenn sie nicht mit sich reden lässt soll sie euch den Ort und eine Nummer hinterlassen. Sie soll euch versprechen dort einmal am Abend erreichbar zu sein. erklärt ihr, das dies für euch beruhigender sei.
Ich hoffe ich konnte dir einen brauchbaren Tipp geben.
Liebe Grüße

Beitrag von blumella 13.04.10 - 21:52 Uhr

Ganz wichtig finde ich, dass sich Deine Mutter Hilfe holt und Du Dich zumindest Deiner Schwester gegenüber deutlich zurückhältst.

In ihren Augen hat sie eine Mutter, die sie nicht ernst nehmen braucht und eine hysterische Schwester, die ihr aber nichts zu sagen hat, weil sie eben nur die Schwester und nicht die Mutter ist.

Ich drücke Euch die Daumen, dass ihr gemeinsam einen Weg findet!