"sie muss mehr SPIELEN"...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von kathy04 09.04.10 - 13:36 Uhr

hallo,

zur vorgeschichte: meine große tochter ist frische 5. sie war, was "schulische" dinge anbelangt, schon immer sehr weit (namen schreiben, buchstaben kennen, rechnen, lesen..). nach den sommerferien wird sie vorschulkind sein, kommt also nä. jahr in die schule.

da sie großes interesse an "schulischen" dingen hat, darf sie ab und zu vorschule im kiga mitmachen. heute sagte mir die erzieherin, dass meine tochter wesentlich weiter wäre als die kinder, die dieses jahr in die schule kommen. so stelle sie knoblige rechenaufgaben oder fragt nach buchstaben, silben etc. und meine tochter wüsste die antworten wie aus der pistole geschossen. sie interessiert sich einfach für solche sachen. ich setze mich nie mit ihr hin und "übe" irgendwas, sie will es von alleine lernen und ihr liebstes spiel ist momentan, z.b. "mama, ich nenne dir jetzt 5 wörter, die mit "f" anfangen" oder "mama, wenn 7 leute im bus sitzen und 4 steigen zu, wieviele sind dann im bus".

heute sagte die erzieherin, meine tochter müsse mehr spielen und weniger schulisches machen. ich sagte ihr, dass sie jeden tag mit anderen kindern spielt, klettert, bastelt, mit puppen spielt etc. - die einzige zeit, in der sie "schulisches" machen würde wäre in ihrer mittagspause. sie sitzt dann tatsächlich 1 - 2 std. in ihrem zimmer an ihrem schreibtisch und malt buchstaben, rechnet, geht vorschulhefte / grundschulhefte durch...völlig alleine und mit großer begeisterung.

ich freue mich ja, dass ich ein so interessiertes kind habe, frage mich aber gleichzeitig, wie es mehr spielen könnte - mehr geht irgendwie nicht. ich kann ihr ja schlecht die hefte wegnehmen und sie davon ablenken. wie gesagt, sie spielt jeden tag viele stunden, im kiga und zu hause - mit uns und anderen kindern...

was denkt ihr??

kathy

Beitrag von schullek 09.04.10 - 13:50 Uhr

hallo,

das ist doch unsinn. lass das kind machen, wozu es lust hat. und wenn das eben redhnen etc. ist, dann ist das eben so.
ein zufriedenes glückliches kind, das die whal hat, entscheidet sich doch nicht etwas für sich selber negatives zu machen. genau das macht ihr im moment spaß und dann sollte sie das auch tun fürden.
wenn mein sohn 30 mal den gleichen piraten malt, dann freu ich mich über jeden einzelnen und lass ihn noch 20 malen. danach kommt 50 mal das zugehörige boot. weil es ihm eben spaß macht.
förderung etc. ist gut, aber ich denke, wenn man einfach mal das kind machen lässt, dann tut man das beste. vor allem wenn deine tochter, wie mein sohn auch, scheinbar so gut wie nie langeweile hat.

lg

Beitrag von stellamarie99 09.04.10 - 13:51 Uhr

Hallo,

sie spielt doch. Für sie ist "Schule" ein Spiel und wenn sie so weiter macht, wird die Schule auch ein Spiel bleiben!

Sei froh, dass sie so gern lernt und vergiß die "klugen" Ratschläge...

Viel Spass noch

Beitrag von axaline 09.04.10 - 13:51 Uhr

Oh Gott, wie glücklich wäre ich, wenn unsere Tochter (5,5 Jahre) sich auch nur annähernd mal mit sowas auseinandersetzen würde.
Sie interessiert sich überhaupt nicht für Buchstaben und Zahlen ! Ich weiß garnicht wie sie das in der Schule hinkriegen sollte. Daher geht sie auch erst nächstes Jahr hin ! Ich hoffe ihr hilft das Vorschuljahr im KiGa sich mit dem Thema anzufreunden !!!

An Deiner Stelle, würde ich es bei dem belassen wie es ist, sie spielt normal und lernt freiwillig in der Mittagszeit. Wenn Du ihr das jetzt *wegnimmst* , dann will sie irgendwann vielleicht nicht mehr , wenn sie es soll !

Gruß Janine

Beitrag von twins 09.04.10 - 13:53 Uhr

Hi,
wenn Deine Tochter malen würde, wie z.B. eine 8 jährige - würdest DU ihr das verbieten oder nicht mehr fördern?

Sei einfach stolz, das sie so begierig ist, selber etwas zu lernen. Vielleicht hört es von alleine auf, vielleicht nicht.

Meine räumen sogar super toll auf, sei es das eigene Zimmer oder das Spielzimmer. Auch nicht altergerecht aber ich würde den Teufel tun, sie davon abzuhalten#ole

Grüße
Lisa

Beitrag von fienchen1101 09.04.10 - 14:09 Uhr

"Lasse reden..." ;-)

Hallo,

dein Text könnte von meiner Mutter sein. Ich war als Kind genauso. :-D

Ich bin in der Ex-DDR aufgewachsen. Dort war es verpönt, vor der Einschulung schon lesen, rechnen und schreiben zu können. Meiner Mutter wurde auch geraten, mir zu verbieten, Schule etc. zu spielen. Ich solle doch mehr spielen. Ich war doch den ganzen Tag mit Freunden unterwegs. Habe den ganzen Tag gespielt. Nach dem Abendessen hab ich halt Schule gespielt. (TV war ja damals noch nicht so ;-))
Meine Mom hat mich einfach machen lassen. Ich wäre todtraurig gewesen, wenn sie mir meine "Schulsachen" weggenommen hätte.

Mein Sohn (5einhalb) ist in etwa jetzt genauso wie ich es damals war. Er spielt wie ich Schule. Er schreibt ständig irgendwelche Sachen ab und versucht auch schon zu lesen. Wenn er mich was fragt, oder ich ihm was zeigen soll, dann mache ich es.
Colin spielt den ganzen Tag mit seinen Freunden. Nur wenn er Langeweile hat und keiner zum Spielen da ist, dann spielt er halt allein oder auch mal "Schule".

Die Kinderärztin hat bei der letzten U-Untersuchung bemängelt, dass er nicht malen kann. Er hat es nicht geschafft, ein Häschen zu malen. (Formen malen und Linien nachzeichnen etc. kann er perfekt.)Ich soll mehr mit ihm malen. Nun, das ging bei mir in ein Ohr rein, ins Andere wieder raus. Colin schreibt und kritzelt sehr gern. Aber was richtiges Malen, dazu hat er null Bock. (und auch kein Talent :-p) Ich kann auch nicht Malen, und wenn er es nicht will, wieso soll ich ihn dann zwingen und mit ihm üben?

Ich bin der Meinung, wenn die Kleinen Spaß an irgendwas haben, dann sollte man sie machen lassen. Und solange sich deine Tochter nicht nur hinter Büchern verschanzt und garnicht mehr am "Leben" teilnimmt, ist doch alles supi. #pro

Beitrag von mabo02 09.04.10 - 15:15 Uhr

Ja das mit dem Malen kenne ich.
Unser Junior wird im Juli 4 und hat es überhaupt nicht mit malen.

Aber er schreibt für sein Leben gerne ein A und ein M
Buchstaben kennt er: A,I,O,M, V, T, Y, R, K, H, L.

Er fängt nun an Wörter wie MAMA, PAPA, OMA und OPA zu erkennen (ob er das liest weiss ich nicht, wohl eher erkennt).
Aber er kann die einzelnen Buchstaben der Wörter dann lesen.

Aber malen, das kann er nicht. :-p

Beitrag von juniorette 09.04.10 - 14:14 Uhr

Hallo Kathy,

ich kann mir nicht vorstellen, dass eine fähige Erzieherin ein wissbegieriges Kind davon abhalten würde, Neues zu lernen.

Aber vielleicht (ich war ja nicht dabei) meinte die Erzieherin eher, dass deine Tochter im Kindergarten mehr mit den Gleichaltrigen spielen sollte anstatt sich mit Vorschulsachen zu beschäftigen - hinsichtlich ihrer sozialen Kompetenz (dass sie Freunde hat und mit denen altersgerecht umgeht)? #kratz

Wie altersgerecht deine Tochter außerhalb des Kindergartens spielt, kann sie ja nur schlecht beurteilen.

Sollte diese Erzieherin tatsächlich nur missgünstig auf die Intelligenz und den Wissensdurst deiner Tochter sein, hat sie ihren Job verfehlt und ihr gehört gehörig die Meinung gesagt.

Ich wäre absolut happy, wenn mein Sohn mit "frischen 5" eine solche Entwicklung zeigen würde.

Spiel und Spaß auf der einen Seite, Wissensdurst und Intelligenz auf der anderen Seite kann ich heute schon bei ihm sehen :-)

Und wie jemand schon gesagt hat:
für deine Tochter sind eben diese schulischen Sachen auch ein Spiel, so wie ein Rätselhelft.
Ich würde sie nicht davon abhalten.

LG,
J.

Beitrag von kathy04 09.04.10 - 14:41 Uhr

okay, prima, bin froh, dass ihr das eigentlich auch so seht wie ich. ich unterstütze sie in dem, was sie interessiert, beantworte ihre fragen - und ansonsten lasse ich sie einfach machen.

lieben gruß und danke, kathy

Beitrag von mabo02 09.04.10 - 15:11 Uhr

Wenn deine Tochter Spaß daran hat und es gerne macht, dann lass sie auch.
Du zwingst sie ja nicht.

Beitrag von loonis 09.04.10 - 17:56 Uhr




Lass sie machen....

Unser Großer war ähnl.

Er geht inzwischen in d.1.Klasse ...rechnet halt Aufgaben der 3.Klasse ,liest schon lange fliessend ,kann Schreibschrift etc.

Die Lehrer geben ihm halt and. Aufgaben...

Sie macht es ja von sich aus ,warum solltet Ihr sie bremsen ,ich habe immer gern alle Fragen von Luca beantwortet....

LG Kerstin

Beitrag von janamausi 09.04.10 - 20:48 Uhr

Hallo!

Hast Du mal die Erzieherin gefragt, warum deine Tochter mehr spielen muss?

Ich denke, so lange ein Kind alles gut kann, kann man das Kind machen lassen, was es will. Aber wenn die Erzieherin sagt, dass sie mehr spielen muss, dann hört es sich so an, als ob sie "Defizide" im sozialen Umgang mit anderen Kindern hat etc. und dann sollte es in dem Bereich gefördert werden.

Frag einfach die Erzieherin warum sie der Meinung ist, dass dein Kind mehr spielen muss. Wenn alles ok ist, lass deine Tochter machen was sie will, wenn sie sich aber z.B. zum Außenseiter entwickelt weil sie nicht mit den anderen Kindern spielen will oder die anderen Kinder nicht mit ihr spielen wollen, dann sehe ich da schon einen Handlungsbedarf.

LG janamausi

Beitrag von fienchen1101 09.04.10 - 22:43 Uhr

<<<<<wenn sie sich aber z.B. zum Außenseiter entwickelt weil sie nicht mit den anderen Kindern spielen will oder die anderen Kinder nicht mit ihr spielen wollen, dann sehe ich da schon einen Handlungsbedarf.<<<<<<

Hallo Janamausi,

wie sähe denn der Handlungsbedarf aus? Wie will man denn ein Kind dazu ermutigen zu spielen? Klar, immer wieder anbieten so á la "Komm, lass uns ne Runde Roller fahren...etc.pp"
Was macht man aber, wenn das Kind partout nicht will?
Ich glaube nicht, dass da eventuell ein Kinderpsychologe (meintest du etwas in diese Richtung?) helfen kann.

Die TE schrieb ja, dass ihre Tochter viel mit Freunden spielt. Also nehme ich im o.g. Fall an, dass die Tochter keine Außenseiterin ist. Vielleicht ist die Kleine im Kiga etwas ruhiger, so dass die Erzieherin es vielleicht annimmt. (mein Sohn ist im Kiga auch total lieb und ruhig, hat dort auch Freunde... - zuhause ist er der totale Rabauke ;-))

Ich finde, solange Kinder glücklich und ausgeglichen sind, besteht doch kein Handlungsbedarf. Dieses ganze Analysieren immer #augen.
Solange keine klaren Defizite bestehen, ist doch alles paletti :-D.

lg
Fienchen

Beitrag von janamausi 09.04.10 - 22:53 Uhr

Hallo!

Ich rede doch nicht gleich von Psychologen etc.

<< Ich finde, solange Kinder glücklich und ausgeglichen sind, besteht doch kein Handlungsbedarf.<<

Darum geht es. Evtl. meint ja die Erzieherin, dass ihr Kind nicht glücklich ist. Eine Erzieherin sagt ja nicht einfach so, dass das Kind mehr spielen muss. Die TE sieht keine Defizite, aber evtl. die Erzieherin. Und um das herauszufinden und um herauszufinden ob die Erzieherin Recht hat oder nicht muss man mit der Erzieherin kommunizieren.

Das ganze Analysieren findet ja hier immer statt. Hätte die TE gleich die Erzieherin gefragt wie die Erzieherin darauf kommt, wäre nichts zu analysieren gewesen.

Und "nur" weil ein Kind mit anderen Kinder spielt, heißt es ja nicht, dass das Kind dabei glücklich ist. Auch muss das Kind ja jetzt noch keine Außenseiterin sein, aber evtl. hat die Erzieherin das Gefühl, dass sie sich zur Außenseiterin entwickelt...

Viele Spekulationen, die sich ganz einfach mit einem Gespräch zwischen Erzieherin und TE klären lassen.

LG janamausi