Wer hatte schon einen Kaiserschnitt UND eine Spontangeburt?

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von dover 10.04.10 - 11:59 Uhr

Hallo...
Frage steht ja schon oben.
Wie sind eure Erfahrungen? Was fandet ihr angenehmer? Könnt ihr mal das ganze drum und dran beschreiben?
Also z. B. VOR der Geburt, während der Geburt, Beziehung zum Baby in den ersten Minuten, Wundheilung / Risse, spätere Versorgung etc. pp... Halt alles was euch so einfällt dazu und dann ganz klar was ihr besser fandet???

Meine Frage rührt daher, weil ich bei meinem ersten Sohn nach anfänglicher normaler Geburt doch noch einen KS bekommen habe. Eigentlich wollte ich den zweiten jetzt versuchen normal zu entbinden, aber mir wird davon abgeraten - lange Geschichte.
Ich würde halt einfach gerne in Erfahrung bringen ob ich WIRKLICH was verpasse wenn ich niemals eine Spontangeburt erlebe... (Um das noch klarzustellen, das Leben des Babies ist nicht Gefahr wenn ich versuche normal zu entbinden - es geht dabei um etwas anderes warum ich halt KS bekommen soll).

Bin gespannt auf eure Antworten.
LG Dover 19 ssw. #danke

Beitrag von ladyachim 10.04.10 - 12:17 Uhr

Hallo,

ich fang dann mal an.

2008 habe ich,spontan,eine Tochter bekommen.Die Geburt ging sehr schnell.Ich konnte schlecht mit denn Schmerzen um gehen.War für mich screcklich.Ich hatte wahnsinnige Angst.Die Herztöne von Maya wurden schlechter.Vom Balsensprung bis zum ersten Schrei vergingen 2 STD.Als Maya dann da war und auf meiner Brust lag habe ich nichts mitbekommen.Ich war benommen und weg,auf einen andern Strern;-)Wenn ich mir die Fotos anschaue,vom der Geburt,weiß ich gar nichts mehr.Mein Mann muss mir oft davon erzählen,da ich nichts mehr weiß.Meine Mama war mit im Kreissaal,ich weiß nur das sie nach ca 30 min zu mir meinte ,,jetzt ist deine Maya entlich da´´ ich kann mich nur an diesen Satz erinnern.Die Schmerzen danach,Dammschnitt 3 grades,waren schlimm.Ich konnte nicht sitzen,lachen,niesen,husten,laufen...Tat wirklich weh.Bindung zu Maya hatte ich die ersten 2 Wochen gar nicht.Klar es war mein Kind und ich habe mich um sie gekümmert.Aber ich hatte keinerlei Gefühle.War alles durch einander.Hat sich dann aber eingespielt und heute ist Maya mein Leben;-)

Am 23.12. habe ich per KS eine Tochter auf die Welt gebracht.Wunschkaiserschnitt wegen der ersten Geburt.Wie gesagt sie ging schnell aber sie war nicht schön auch nicht die Zeit danach.Naja am 23.12. setzten die Wehen ein.Bin dann ins KKH und es wurde ein KS gemacht.Ich habe eine PDA bekommen und habe alles mit bekommen.Ich hatte keinerlei Schmerzen während der Geburt.Dan kam der erste Schrei und es war wunderbar.Ich war total da,nicht so wie bei Maya.Es war ein tolles Gefühl.Ich habe Laila SOFORT bekommen,mein Mann hat die Nabelschnur durchtrennt.Ich konnte mit Laila kuscheln und wurde dabei zugenäht.Ich hatte sofort eine Bindung zu Laila.Die Schmerzen danach waren auszuhallten.Mit Medikamenten ist es auszuhallten.Bin am selben Abend duschen gegangen und habe mich alleine um mein Kind gekümmert.Am 3 Tag bin ich nach Hause.Die Schmerzen wurden täglich besser.Nach ca 2 Wochen hatte ich GAR keine Schmerzen mehr.Die Narbe sieht man heute GAR nicht mehr,überhaupt nicht.

Beide Geburten waren unterschiedlich.Für mich war der KS aber die richtige Entscheidung,aber die spontan Geburt von Maya will ich auch nicht missen.

Lg Juliamit Maya*29.08.2008 und Laila*23.12.2009

Beitrag von nisivogel2604 10.04.10 - 12:24 Uhr

Ich hatte einen KS und zwei spontangeburten.

Der Kaiserschnitt war die Hölle. Ich bin heute, nach 4 Jahren noch nicht endgültig schmerzfrei. Obwohl die Wundheilung gut lief. Die Beziehung zu Charlotte war schwerer aufzubauen weil es mir wegen den Schmerzen unglaublich schwer iel sie zu versorgen udn zu stillen. Der Stillstart wurde dadurch versaut.

Mein zweites Kind bekam ich dnan spontan in der Klinik. Bestimmt von fremden die bewusst mein Leben und das des Kindes gefährdet haben indem man mich mit Cytotec ohne mein Wissen eingeleitet hat (ohne medizinische Indikation) und krampfhaft versucht hat mich wieder in den OP zu kriegen. Der Arzt wollte partout seinen Kaiserschnitt weil er schlicht und ergreifend keinen Bock hatte sich noch eine Minute länger mit mir rumzuschlagen. Er bekam seinen Willen nicht und rächte sich dann mit einem unnötigen Dammschnitt.

Das Dritte Kind bekam ich zu Hause, mit meinen vertrauten Hebammen. Zwischendurch Geburtsstillstand den wir einfach ausgesessen haben und dann gings plötzlich ruckzuck weiter und meine Kleine war da. Bis auf die letzten 20 Minuten war die Geburt ein Spaziergang.

Schmerzen lassen sich in vertrauter Umgebung viel besser verarbeiten. Ich würde mich nie wieder aufschneiden lassen geschweige denn in einer Klinik gebären wollen.

LG

Beitrag von miau2 10.04.10 - 13:34 Uhr

Hi,
ich hatte 2006 einen sekundären KS nach Geburtsstillstand, grünem Fruchtwasser und zunehmend pathologischem CTG. Der KS war kein Not-KS (wird ja gerne verwechselt) und erfolgte mit "hochgespritzter" PDA, also war ich wach und habe die Geburt "miterlebt".

Der KS an sich war nicht schmerzhaft. Die Zeit danach natürlich, ein solcher Schnitt muss halt heilen.

Ich habe nach dem KS meinen Kleinen nur 5 Minuten gesehen, dann wurde er in die Kinderklinik mitgenommen. Wiedergesehen habe ich ihn erst 15 Stunden später - auch und vor allem dank dem KS: die ersten ca. 11 Stunden habe ich gebraucht, bis meine Beine überhaupt wieder so weit zum Körper gehört haben, dass ich irgendwie zum Klo wanken konnte. Mit Stütze. Die nächsten Stunden musste ich auf den Schichtwechsel warten, weil die diensthabende Oberschwester mir den Besuch in der Kinderklinik ("am ersten Tag erlauben wir das eigentlich gar nicht") ganz einfach verwehren konnte...ohne Rollstuhl hätte ich es nicht geschafft, und für denselben brauchte es eine Schwester, die einen anfordert.

Dann kam der Schichtwechsel, eine verständnisvollere Schwester - und endlich ein Rollstuhl.

Diese absolute Hilflosigkeit war einer der Gründe, warum ich mich freiwillig niemals für eine erneute OP entschieden hätte. Wobei natürlich eine Gefährdung vom Kind für mich nie in Frage gekommen wäre, aber wo das nicht die Frage war - niemals wieder.

Das nächste Problem war natürlich, dass ich mit Kind in der angrenzenden Kinderklinik nicht wirklich im Bett zum Ausruhen (und zum heilen der Narbe) lag, sondern viel "herumgerannt" bin. Vielleicht hatte ich dadurch (und dadurch, dass ich meinem Baby nicht zusätzlich zu den Dingen, die er eh schon bekam auch noch eine Dosis Schmerzmittel über die MuMi verpassen wollte, also soweit möglich auf Schmerzmittel verzichtet habe) mehr Schmerzen als andere - die Heilungsphase war halt definitiv nicht schmerzfrei.

Als ich eine Woche nach der Geburt einen heftigen Magen-Darm-Infekt hatte hatte ich neben allen anderen Unannehmlichkeiten noch Panik, dass die Narbe reißen würde.

Verheilt ist sie dabei allerdings absolut problemlos, und heute unsichtbar (außer, dass eine Fettschürze darüber wabbelt - aber da kann der, der mich vernäht hat auch nichts für).

Die Versorgung vom Kind war also alles andere als einfach. Ein "Bonding" im Sinne von "die erste Zeit nach der Geburt nur Kuscheln" hatten wir nicht. Wir haben es halt später nachgeholt. Einen Unterschied zu anderen Kindern habe ich nie gesehen - mein Großer hatte und hat "trotzdem" ein ganz großes Urvertrauen in mich.

Beim zweiten Kind haben wir uns eine schlechte Jahreszeit für die Geburt ausgesucht. Im Winter hat mein Mann üblicherweise 60-Stunden-Wochen, Urlaub ist ausgeschlossen, und die Samstage sind Arbeitstage, wo er vielleicht nur 6 statt 12 Stunden im Büro ist.

Dazu habe ich hier in der Nähe keinerlei Verwandtschaft. Es war mir absolut unklar, wie ich nach so einer OP alleine ein Kleinkind und ein Baby versorgen sollte. Der in dem Fall noch mal ganz besonders begründete Wunsch, direkt wieder fit zu sein war einer von vielen Gründen für meinen Wunsch, spontan zu entbinden.

Der nächste war, dass man nach einem KS ja 3 Monate nichts heben soll, was mehr wiegt als ungefähr das Baby zu dem Zeitpunkt. Nicht wirklich realistisch mit einem Kleinkind (und ohne Hilfe).

Der nächste Grund war der, dass mir eine spontane Geburt schlicht und einfach als der natürlichste und beste Weg erschien, ein Kind zu bekommen.

Ein weiterer war der, dass ich mir durchaus vorstellen konnte, noch ein drittes Kind zu bekommen...jeder weitere KS hätte das Risiko durch Schwangerschaft und Geburt vieleicht nur leicht, aber halt doch erhöht.

Und dazu hatte ich ganz einfach die Hoffnung, dass bei einer spontanen Geburt die Schmerzen im Moment der Geburt vorbei sind, die Zeit danach leichter wird, ich auch im schlimmsten Fall (wieder Kinderklinik) nicht so ausgeliefert wäre, sondern dann einfach aufstehen und rübermaschieren könnte.

2 niedergelassene Ärzte meinten direkt nach meiner Vorgeschichte, dass ich per KS entbinden soll.

Mein KH sah das anders. Und da DIE die Spezialisten für Risikoschwangerschaften (ich galt als hochrisikoschwanger) waren und sich auskennen sollten, habe ich denen vertraut. Warum auch nicht.

3 Wochen vor ET wurde meine innere Narbe per Vaginal-US vermessen, sie war locker dick genug, um für die Geburt keine Probleme erwarten zu lassen.

2 Wochen vor ET hatte ich einen Wehenbelastungstest (andere Gründe), einen Blasenriss, und am nächsten Vormittag kam mein Kleiner problemlos spontan auf die Welt. Es war die viel schönere Geburt, und alles, was ich erhofft hatte war auch so: mir ging es viel besser, ich war fit, konnte direkt aufstehen, war schmerzfrei (Dammriss 1. Grades - nicht schlimm, und ein leicht verstauchtes Steißbein war alles), ich musste mich nicht besonders schonen...und konnte 5 Tage nach der Geburt mit dem Neugeborenen kleinen Mann friedlich im Tragetuch schlafend meinen Großen zum Spielkreis begleiten, was den natürlich unheimlich gefreut hat. Nach einem KS wäre das undenkbar gewesen. Die ersten Stunde nach der Geburt habe ich mit Kind kuschelnd im Bett verbracht, und auch die erste Nacht. Allerdings könnte ich nicht sagen, dass das auf irgendetwas einen Einfluss gehabt hätte - mein Kleiner war im Vergleich zum Großen ein erheblich anstrengenderes und fordernderes Baby (und Kleinkind).

Ich kann dir nicht sagen, ob DU etwas verpasst. Ich war froh, dass ich mich für eine spontane Geburt (dauerüberwacht, mit dem Wissen, dass dieses Mal früher für einen KS entschieden worden wäre als beim ersten Kind) entschieden habe. Und ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden, wenn es eben wieder nicht so wäre, dass für das Baby oder mich eine besondere Gefahr bestehen würde durch eine spontane Geburt.

Aber das sind halt rein persönliche Gründe.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von annetteingo 10.04.10 - 14:23 Uhr

Hallo Dover,
meine erste Geburt 2005 endete leider auch in einem KS. Trotz das es so lief, hatte ich, was die Wundheilung angeht oder die Beziehung zum Baby keine Probleme. Das Stillen hat zwar nicht so geklappt, aber das hatte auch noch andere Gründe. Was mir nach dem KS wirklich Kopfzerbrechen bereitete, war das es nicht spontan geklappt hat.Ich glaube, da hab ich am längsten für gebraucht, um das zu verarbeiten, im Gegensatz zu den anderen Wehwehchen, die so ein KS mit sich bringt.
Meine Tochter hab ich dann 2007 geboren. Ich hab es wieder spontan versucht und es hat ohne Probleme geklappt. Ich war danach fit wie ein Turnschuh, ich hätte Bäume ausreissen können. Ich bin gleich nach der Geburt aufgestanden und konnte wirklich alles selber machen. Und selbst das Stillen hat diesmal super funktioniert.
Und 2008 kam dann Nr.3 auch wieder spontan zur Welt und es war genauso wie bei Nr.2 einfach nur toll.

Ich bin wirklich froh, diesen Schritt gegangen zu sein und kann es jedem empfehlen, voraussichtlich es spricht medizinisch nichts dagegen.

LG Annette + Jeremy (05.08.05), Zoe (22.03.07) + Jesse (22.12.08)