In der SS vom Partner getrennt - wieviel Kontakt?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von kruemel789 10.04.10 - 21:31 Uhr

Hallo,

jetzt muss ich Euch auch mal um Rat fragen.

Im 3. Monat habe ich mich von meinem Partner getrennt, weil es mit uns - trotz viel gutem Willen - einfach nicht mehr funktioniert hat und dabei auch langsam meine Gefühle auf der Strecke geblieben sind.

Da er mich immer noch sehr liebt, hat ihn die Trennung hart getroffen und natürlich besonders, weil wir jetzt ein Kind zusammen erwarten. Inzwischen bin ich in der 24. SSW und er leidet sehr unter der Trennung und darunter, dass er von der Schwangerschaft "so wenig" mitbekommt.

Das tut mir ja auch alles sehr leid und ich kann auch verstehen, wie schwer das alles im Moment für ihn ist, aber für mich kommt es auch nicht in Frage, nur wegen dem Kind mit ihm zusammen zu bleiben.

Wir verstehen uns eigentlich auch noch gut und er wird nach der Geburt auch nach wie vor für das Baby da sein und sich kümmern. Nun ist aber mein Problem, dass er erwartet, mich trotz der Trennung mindestens 2 x pro Woche zu sehen (was ich im Moment auch mache, mir aber manchmal zu viel ist), fast täglich anruft, um zu hören, wie es mir geht und oft wissen will, wo ich grade bin und mit wem. Das macht mich manchmal richtig wütend, weil er mir so auf die Pelle rückt.

Ich finde, 2 x sehen pro Woche schon echt viel und er ist reagiert immer enttäuscht und beleidigt, wenn ich ihm sagen, dass ich gerade aber mal keine Lust habe, mich mit ihm zu treffen, oder ihm nicht sagen will, wo ich grade bin, denn schließlich wäre ich ja mit seinem Baby "unterwegs. Ich finde aber, es geht ihn nichts mehr an, wo ich wann mit wem bin, auch wenn ich sein Baby bekomme und dass ich mich auch nicht ständig mit ihm treffen muss, auch wenn er das gerne möchte.

Gleichzeitig habe ich aber auch ein schlechtes Gewissen, weil ICH mich ja von IHM getrennt habe und ihm damit natürlich auch vorenthalte, hautnah die Schwangerschaft mitzuerleben. Ich versuche ihn schon mit einzubeziehen wo es geht, z.B. bei Besuchen beim FA. Ich verstehe ja auch seinen Schmerz und seine Bedürfnisse, aber der Grat zwischen dem, was ich ihm zugestehen muss oder kann und dem, was mir zu viel ist oder mich bedrängt, ist schon sehr schmal.
Das ist echt schwierig...

Er erzählt mir auch dauernd, wie schwer das alles für ihn ist und wie weh ihm das alles tut. Das macht die Aussicht, mich mit ihm zu treffen natürlich nicht unbedingt attraktiver.

Wie soll ich mich also in Sachen Kontakt verhalten?
Habt Ihr vielleicht Erfahrungen?

Danke für Eure Antworten.

Kruemel789 24.SSW

Beitrag von ppg 10.04.10 - 21:42 Uhr

Auch wenn es Dir schwerfällt; aber 2 Besuche pro Woche sind das absolute Minimum für Besuche bei einem Säugling, besser sind 3 - 4 Besuche für 2- 3 Stunden.

Wenn das Baby satt und sauber ist , kann der Vater ja auch spazieren gehen - da mußt Du ja nicht unbedingt dabei sein.

Versuche Deine Gefühle wegzupacken, um die geht es nicht, sondern ausschließlich darum, das Euer gemeinsammes Kind eine Beziehung zum Vater aufbauen kann.

Oft hilft es sich in die andere Person hineinzuversetzen: Wie oft würdest Du Dein Kind besuchen wollen, würde es beim Vater leben?

Ute

Beitrag von senzill 10.04.10 - 21:45 Uhr

Sie ist doch noch schwanger! Das Kind ist noch gar nicht da!

Beitrag von kruemel789 10.04.10 - 22:05 Uhr

Genau. Wenn das Kind erst mal da ist, ist es klar, dass mein Ex sein Kind regelmäßig sehen darf. Das würde ich ihm auch niemals verbieten!

Aber ich bin ja noch schwanger und er denkt halt, er hat ein Recht darauf, mich trotzdem so oft zu sehen, damit er was von seinem Kind mitbekommt. Aber da gibt es ja momentan nicht soviel, was es da mitzubekommen gibt, so lange das Baby in meinem Bauch.

Wenn wir uns sehen, darf er meinen Bauch und die Tritte vom Kind fühlen, wenn es welche gibt und wie gesagt, er kann auch mit zum Frauenarzt und solche Sachen. Aber zwei Stunden fast schweigend bei einem Kaffee zu sitzen, bringt ihm seinem Baby auch nicht näher und ich bin in dem Babypaket jetzt eben nicht mehr mit inkludiert, was er aber scheinbar schon so sieht.

Beitrag von senzill 10.04.10 - 21:52 Uhr

Ich bin auch seit der Schwangerschaft alleine, aber mit dem großen Unterschied, dass mich mein Partner hat sitzen lassen. Also im Prinzip verstehe ich, dass es dich nervt, dass er dich so bedrängt und ich finde es ist dein gutes Recht ihm abzusagen, denn immerhin ist es dein Körper und dein Leben auch wenn es euer Kind ist, aber es ist ja noch nicht da und du kannst machen was du willst. Sag ihm doch einfach das dir das zuviel ist emotional und dass das nicht gut ist für das Kind, vielleicht versteht er das eher mit Rücksicht auf sein Kind. Wenn das Kind da ist denke ich aber auch, dass du dann einfach zum Wohle des Kindes handeln musst und ihn mehr einbeziehen musst und ganz wichtig auch brauchst. ich wäre froh gewesen, wenn sich der Vater auch nur einmal für mich oder seinen Sohn interessiert hätte. Also denke dir, es wäre auch schlimm, wenn es ihm total egal wäre, also ein gesundes Mittelmaß ist wohl am besten. #blume

Beitrag von kruemel789 10.04.10 - 22:15 Uhr

Danke für Deine Antwort!

Keine Frage, wenn das Baby erst mal da ist, möchte ich auch auf jeden Fall, dass es einen Kontakt zum Vater hat und dass er viel Zeit mit seinem Kind verbringt.
Das ist dann aber auch etwas anderes, weil er sich dann mit dem Kind beschäftigen kann.

Aber jetzt ist es eben noch nicht da und er versteht einfach nicht, dass ich nicht automatisch ständig Rechenschaft ablegen will und muss, nur weil ich sein Kind in meinem Bauch habe und dass mir das alles manchmal echt zu viel ist.

Im Moment kann ich leider auch nicht wirklich viel mit ihm anfangen, weil wir uns ziemlich auseinander gelebt haben und kaum noch Gesprächsstoff haben. Auch wenn ich ihn als Mensch noch gern habe, aber das ist trotzdem oft sehr anstrengend, weil unsere Treffen momentan für mich mehr eine Pflichtveranstaltung sind.
Aber das kann ich ihm ja auch schlecht sagen, dass ich
mich mit ihm langweile...Oh mann, ist das kompliziert.

Beitrag von silbermond65 10.04.10 - 22:27 Uhr

Wenn dir das jetzt in der Schwangerschaft zuviel wird mit seinen ständigen Besuchen und seinen dauernden Anrufen sag ihm das.
Ihr seid getrennt und es geht ihn nichts mehr an ,wie und mit wem du deine Zeit verbringst.
Die Treffen würde ich auf die Arztbesuche wegen der Schwangerschaft beschränken und wenn er ständig am Telefon hängt,würde ich einfach nicht mehr rangehen.
Und laß dir bloß kein schlechtes Gewissen einreden ,weil DU dich getrennt hast.
Wenn das Baby da ist,würde ich ihm soviel Zeit wie möglich mit dem Kind ermöglichen.
So wie schon gesagt wurde,Kinderwagen schieben kann er auch ohne dich.Selbst dann muß er dir nicht dauernd auf der Pelle hängen.

Beitrag von maschm2579 11.04.10 - 08:20 Uhr

Hallo,

in der SS hatte ich fast überhaupt keinen Kontakt mit meinem Ex. Jeder hat sein Leben und meins geht ihn überhaupt nichts an. Das Kind ist nicht betroffen und wann,wo und wie ich meine Freizeit gestalte ist meine Sache. Wir waren 1x Abends Essen und haben 2-3 Emails geschrieben.

Würde also den Kontakt stark einschränken und wenn das Kind da ist anrufen - es sei denn Du willst das er bei der Geburt dabei war.
Ich hatte meine beste Freundin dabei und ihn dann angerufen.

Naja und nun hält Sich das Interesse in Grenzen. Wir sehen uns alle 2-3 Wochen für ca 1-1,5 std und auf Familienfeiern. Die werden zusammengefeiert mit seiner Freundin und meinem Freund und dem Rest der Familie #freu

Dir alles gute und einen schöne Rest SS

Beitrag von anja96 11.04.10 - 19:45 Uhr

Hallo,

ich war in der gleichen Situation wie Du bei der 1. Schwangerschaft. Hatte mich damals im ca. 4. Monat von meinem Mann getrennt, haben aber noch ca. 4 Wochen in dem gleichen Haus gewohnt bis ich eine Wohnung gefunden habe. Er hat mir beim Umzug geholfen, aber er hat nie von mir verlangt, daß mich 2mal in der Woche mit ihm treffe oder mich täglich angerufen. Das wäre mir ehrlich gesagt an Deiner Stelle auch viel zu viel. Mein Ex-Mann ist dann zum Glück bald nach unserer Trennung (ca. 3 Monate danach) mit einer alten Bekannten zusammengekommen, mit der er heute noch glücklich ist, und somit hat er dann auch nicht so geklammert. Er war allerdings bei der Geburt dabei und hat mir auch danach noch geholfen - uns im KH besucht etc. und auch die Kleine dann oft zu sich genommen.

Mache Deinem Ex klar, daß Du den Abstand brauchst und treffe Dich nicht mehr mit ihm. Er kann ja mit zu den Vorsorgeuntersuchungen, aber mehr würde ich nicht zulassen, sonst schließt er nie ab. Er setzt Dich unter Druck und hofft, daß Du irgenwann zu ihm zurückkommst. Dadurch, daß Du Dich noch von ihm kontrollieren läßt, gibt er seine Hoffnung nie auf. Es kommt mir schon fast vor als wäre er ein Stalker.

LG, Anja