Was verbieten?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von eresa 11.04.10 - 09:59 Uhr

Guten Morgen!
Mein Sohn, 8 Monate, erkundet nun krabbelnd seine Welt.
Er kommt also jetzt überall hin und ich weiß echt nicht, was ich alles verbieten soll.
Steckdosen ist klar. Aber der Rest?

Wenn er zu den Gardinen krabbelt, lass ich ihn dann erst und nehme ihn weg, wenn er dran zieht oder verbiete ich ihm das direkt?
Ich denke, er soll ja auch die Wohnung erkunden, aber versteht er die Grenze, zwischen hinkrabbeln und ziehen? Sehr wahrscheinlich ja nicht.

Ich möchte nicht, dass ich dann in einem Jahr oder so einen Sohn habe, der an alles dran geht.

Wie mache ich das am besten?

lg,
eresa

Beitrag von barbarelle 11.04.10 - 10:15 Uhr

#kratz darüber habe ich mir um ehrlich zu sein nie Gedanken gemacht. Steckdosen wurden gesichert, alles was gefährlich werden konnte war weg - insofern habe ich mein Kind einfach forschen lassen.

Wenn sie dann doch irgendwo war wo sie nicht hinsollte, dann habe ich sie lieb von dort weggelockt. In dem Alter lassen sie sich ja noch wunderbar ablenken mit irgendwelchen Plastikdosen die mit Reis oder Erbsen befüllt sind ;-)

Ich habe sie machen lassen einfach. Und hatte nie ein Kind, dass einfach irgendwo rangeht. Es ist bei ihr auch Charaktersache und hat mit "Erziehung" in dem Sinn nichts zu tun. Bei uns zumindest.

Gruß
Barbarelle

Beitrag von eresa 11.04.10 - 10:22 Uhr

Vielleicht mache ich mir auch einfach zu viele Gedanken.

Meine Schwägerin ist das sehr streng und brüllt direkt NEIN.
Aso auch, wenn meine Nichte an die Zeitungen geht. Sie sagt, dass das bei meiner älteren nicht geholfen har und sie alles liegen lassen konnte.

Das hat mich halt verunsichert. Als ich ihr erzählte, dass er das Fach des Couchtisches untersucht hat, meinte sie nachher zu meinen Eltern: Sie wird es schon lernen. #kratz

Beitrag von barbarelle 11.04.10 - 10:46 Uhr

Lass dich da nicht verunsichern. Geniess die Zeit mit deinem Kind und so lange es nicht lebensgefährlich wird, oder überhand nimmt - lass es einfach. In dem Alter hast du dein Kind ja sowieso meist im Blickfeld und kannst sofort liebevoll konsequent einschreiten.

Vielleicht sind gerade diese Kinder dann diejenigen, die nicht überall ran gehen, weil man sie in Ruhe forschen lies. ;-)

Von anbrüllen halte ich gar nichts.

Spar dir das auf wenn dein Kind mal davonläuft über die Strasse oder wirklich etwas total waghalsiges macht ;-)

Viel Freude weiterhin an deinem kleinen. Die Zeit rast und ruck zuck sind sie gross ;-)
Lass dir das nicht vermiesen durch irgendwelche Besserwisser. Die werden dir immer begegnen.

LG
Barbarelle

Beitrag von eresa 11.04.10 - 11:55 Uhr

#danke

Beitrag von karin3 11.04.10 - 10:22 Uhr

Hallo,

so lange er so klein ist, so viel wie möglich aus der Reichweite deines Kindes entfernen.
Blumen zB. hoch stellen, Fernbedienung und Telefone am besten aus dem Sichtbereich deines Kindes entfernen,
Gardinen #kratz brauchst du unbedingt welche (die bis zum Boden gehen)? Ich habe vor unsere Gardinen, wenn es so weit ist, tagsüber weg zubinden. Sieht unter Umständen total bescheuert aus, aber bevor sie die herunterreißt und sich darin verwickelt.
Und in unseren Bücherschrank kommen unten nur olle Liebesromane, die kann sie dann lesen( zerfleddern)


Gruß Karin

Beitrag von eresa 11.04.10 - 10:29 Uhr

Die Gardinen brauchen wir leider. Wir haben bodentiefe Fenster und die Nachbarn wohnen so nah, dass sie den Buchtitel auf dem Tisch lesen könnten ;-)

eresa

Die untersten Fächer und Schränke sind alle babygerecht. Und es ist einfach zu süß wenn er da sitzt, mit einem Buch auf dem Schoß und 'liest' #verliebt

Beitrag von karin3 11.04.10 - 10:37 Uhr

Und wenn du für die Zeit Sichtschutzfolie an die Fenster klebst?

Beitrag von widowwadman 11.04.10 - 22:22 Uhr

Von dem alles aus dem Weg rauemen halte ich nichts, wie soll das kind denn dann lernen, dass es nicht ueberall dran darf wenn es mal woanders als zuhause ist?

Wir sagen scharf "nein" und holen die Kleine dann weg/lenken sie ab, und dadurch lernt sie schon was sie darf und nicht darf.

Beitrag von perserkater 12.04.10 - 11:14 Uhr

Da sehe ich gar kein Problem. Ich habe einfach alles weg geräumt und das nein für wirklich wichtige/gefährliche Dinge aufgespart. Mein Sohn ist nie wo anders an die Schränke gegangen, weder in Wohnungen noch im Supermarkt. Ich habe abgelenkt und im richtigen Alter hat er auch verstanden, warum er da und da nicht ran soll.

Wie soll ein Kind durch ein ständiges "Nein" lernen was es darf und was nicht?

Beitrag von widowwadman 12.04.10 - 20:38 Uhr

Wie soll ein Kind ohne "Nein" lernen was es darf oder was es nicht darf?

Ich verbiete meiner Tochter ja nicht Alles, aber es gibt schon Sachen die Tabu sind, und da wird konsequent "Nein" gesagt und das Kind weggeholt, wenn sie es nicht von selbst laesst. Ich lasse meine Tochter auch nicht an gesicherten Steckdosen spielen, die sind einfach generell tabu, und das weiss sie auch.

Beitrag von mysterya 11.04.10 - 13:00 Uhr

Ich habe nichts hochgestellt, was nicht besonders ihr Interesse geweckt hat. Ansonsten nur teure zerbrechliche Dinge. Steckdosen hatten einen Schutz und das wars. Ich würde dem Kind nicht alles vorenthalten. Das vergrößert die Anziehung der Sache nur. Lass es entdecken mit Beaufsichtigung. Wenn dir was nicht gefällt, nimmst du es eben da weg und lenkst es ab.

Meine Tochter hat alles irgendwann befummelt, aber weil ich kaum was versteckt hatte, kannte sie das meiste schließlich, es wurde uninteressant und so waren die Spielsachen bald eh interessanter bzw. sachen mit denen sie wirklich was anfangen konnte und wo es auch nicht schlimm war. Tubberdosen mit Löffel drauf hauen z.B.

Das was das Kind nicht darf, will es doch immer ganz besonders machen. Und wenn es alles mögliche nicht anfassen darf, dann versucht es das doch erstrecht. Dann ist man ja nur noch beim sachen verstecken.

Beitrag von gini1 11.04.10 - 13:53 Uhr

Hi,

Also, wir haben unsere Schränke "verriegelt". Da steht/stand zuviel Glas drin.

Gardinen waren nie interessant, an Blumenerde ist er auch nicht gegangen.

Treppen habe wir abgesichert.

Er darf an das Radio #schein, an Schubladen in der Küche, an Sachen die auf dem Schrank stehen.

Den Kamin hat er als Nein akzeptiert. Egal ob an oder aus.

Schau was er macht und überleg DU dir ob du das zulassen kannst oder nicht.

Meiner (jetzt 22 Monate alt) schüttet sein Wasser aus dem Becher in seine Schüssel mit Obst, rennt in die Küche holt sich Löffel und Gabel, rührt erst mit dem Löffel um und isst dann mit der Gabel das Obst. #rofl

Mit Essen spielt man nicht. Bekam ich zu hören. Er spielt aber nicht, er macht es sich "leckerer". Soll er doch.

Du musst entscheiden was sie darf und was nicht. Und mach du dir das Leben nicht mit zuvielen "Neins" zu schwer.

Liebe Grüße

Carola

Beitrag von lisasimpson 11.04.10 - 14:26 Uhr

bei uns war immer alles sehr kindersicher.
meine durfte an so gut wie alles rangehen (der kleine natürlich nicht so sher, weil ja dann die spielsachen des großen ab und an in gefahr waren).
bei uns gab (und gibt) es wenig verbote oder "neins".
das hat sich sehr bewährt, denn die "neins" ,die es gibt, werden daher auch eingehalten.
wir hatten nie Probleme, wenn wir irgendwo anders waren, im straßenverkehr oder sonstwo- weil die wenigen "neins", die es gibt, sind dann halt doch o.k.
ständiges "nein" wird irgendwann überhört..

außerdem wäre mir das ehrlich gesagt zu blöde, den ganzen tag nur "nein" zu brüllen...

lisasimpson

Beitrag von perserkater 12.04.10 - 11:15 Uhr

Genau so ist es!

Beitrag von eresa 11.04.10 - 14:56 Uhr

Ich habe gerade den Newsletter von urbia erhalten. Als ob sie mein Posting hier gelesen hätten...

Da geht es nämlich genau um die Frage des Verbietens. Man soll den Forscherdrang nicht unterdrücken.
Die Erklärung dazu fand ich sehr schlüssig.

Dann werde ich das mal so umsetzen und meine Schwägerin ihre Kinder selber erziehen lassen :-)

eresa

Beitrag von bine3002 11.04.10 - 15:36 Uhr

Zuerst würde ich nur das verbieten, was wirklich gefährlich ist. Dazu gehören auf jeden Fall Steckdosen, selbst wenn sie gesichert sind, denn das sind sie ja nun mal nicht überall (z. B. in kinderlosen Haushalten oder im Restaurant) und wie soll ein Kind das unterscheiden? Steckdosen sind also grundsätzlich tabu, ebenso der Backofen, egal ob an oder aus. Bei uns war außerdem noch das Katzenfutter verboten. Und mehr eigentlich nicht.

Wenn meine Tochter bei Erkundungstouren irgendwas schmutzig gemacht hat, z. B. einen Blumentopf ausgeräumt hat, dann habe ich ihr einen Kehrbesen gegeben. Natürlich noch nicht mit 8 Monaten, aber so mit einem Jahr "durfte" sie ihren Sauerei wieder selbst aufkehren (natürlich nur so gut es ging, der Wille zählt). Geschimpft habe ich deswegen nicht, denn ein bißchen Erde auf dem Fußboden ist es nicht wert.

Beitrag von woelkchen1 11.04.10 - 22:27 Uhr

Mach es euch so einfach wie möglich.

Nichts ist nervender, als ständig NEIN zu brüllen- für dich sowie für das Kind. Anfangs hab ich das auch gemacht- weil es mir so empfohlen wurde.
Das hatte mit Spaß am Kind aber wenig zu tun, und so hab ich sehr schnell umgelernt.

Wenn sie wo nicht ran darf, kommt es weg.

Bei den wenigen Dingen, die nicht weg konnten, hab ich liebevoll aber deutlich gesagt, dass ich das nicht will. Irgendwann hat es dann gesessen. Aber es dauert eben, und am besten immer gleich reagieren.

Auch ohne NEIN brüllen hat das bis jetzt gut geklappt.

Beitrag von misscatwalk 11.04.10 - 23:29 Uhr

so viele Gedanken habe / mache ich mir da ehrlich gesagt nicht . Sagen wir mal so wir haben oben ( unten nicht ) an den Treppentreppengitter und alles was sonst noch gefährlich ist oder werden könnte steht oder liegt hoch ( Putzmittel, Scheren usw. ) und wir haben keine großartig teuren bzw. idieel für mich wichtigen oder zerbrechlichen Dinge hier rumstehen wie z. B. eine große Vase oder sonstige Deko die zerdeppert werden könnte.
Also passieren kann hier eigentlich nicht großartig was bzw. ist auch noch nie aber ich räume auch nicht alles hoch an das sie nicht dran sollen weiß nicht es gibt halt Dinge die sind einfach tabu und auch wenns anstrengend ist wenns eben immer Nein war und Nein bleibt und ist und ich gefühlte 1000000000000 mal Baby wieder dort weghole ( mein Sohn bevorzugt da insbesondere die Bilder auf meinem Nachttisch ;-) ) es dauert aber irgendwann wirds den kleinen langweilig bzw. ist eben wieder anderes für sie interessant .
Wobei es da auch wirklich auf das Naturell der Kinder ankommt meine eine Tochter hatte wirklich an allem ihre Finger hat alles ausgeräumt so schnell konnte man kaum gucken die anderen waren da auch recht eifrig aber bei weitem nicht so eifrig bzw. mein jüngster hat mir mit seinen 16 Monaten bislang noch so gut wie gar nichts auf oder ausgeräumt bzw. muß nicht unbedingt allllllles so genau und vor allem so wiederholt erkunden .

Beitrag von danisahne24 12.04.10 - 06:31 Uhr

hallo eresa,

also ich habe damals meiner Tochter nichts verboten.
Es sei denn, es kam zu was wobei sie sich hätte verletzten können; ZB. Putzmittel, Treppe etc.

Aber dazu kam es nie. #gruebel
Ich habe es ihr immer versucht zu erklären und habe ihr bewusst Dinge gezeigt, wo sie randurfte:

-DVD Regal
- Die unterste Schublade am Sideboard.

Somit durfte sie immer dinge machen, die auch "Erwachsene dürfen. Ich musste wenig "schimpfen". Und viele dinge wurden gelich unintressant.

LG
Dani mit Juliana (schon fast 2,5 Jahre) und Isabell (fast 3 Monate)

Beitrag von thyme 12.04.10 - 09:03 Uhr

Hallo
Bei meinem Grossen haben wir es so gemacht:

- Gefährliche Stellen wie Steckdosen etc. sichern.
- Heikle Dinge wie Bücher, Blumentöpfe und Bücher hochstellen.
- Einige wenige Dinge wie die CDs oder Kabel waren "nein".

Und das wichtigste: Wir haben von Anfang an Wert darauf gelegt ihm zu zeigen, WIE er die Dinge anfassen soll. Dass man Pflanzen fühlen, aber nicht abreissen darf, etc.
Wir haben ihn auch helfen lassen beim Tisch abräumen etc. sobald er laufen konnte. Da war er gerade mal 10 Monate alt und hat das sehr gut gemacht.
Meine Kleine ist jetzt 9 Monate alt und hier werden wir es genauso machen.

Beitrag von sinope 12.04.10 - 11:43 Uhr

hallo eresa,

bis auf die steckdosen und ggf. andere lebensgefährliche dinge habe ich nichts in unserer wohnung verändert.
ich habe keanu "machen" lassen. und wenn er irgendwas gemacht hat, was er nicht sollte so durfte er seinen berührungsdrang mit streicheln nachgehen (oder auch ein konkretes nein zu hören bekommen). das funktioniert bis heute. z.b. die ostereier am osterstrauch hätte er liebend gerne runter gezogen. nach ein paar mal streicheln, hat er seinen berührungsdrang erfüllen können.
auch blumen (bzw. die blumenerde) die bei uns sehr viel auf dem boden stehen, hat er in ruhe gelassen. einmal hat er die gieskasse verschüttet - und? das hat er nie wieder gemacht :-)

persönlich finde ich das am stressfreisten. denn wenn man irgendwo zu besuch ist, kann man ja auch nicht die ganze wohnung umräumen.

ciao
sinope