Karotten-Schlachtfeld... Baby 6,5 Monate....

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von staudenprinzessin 11.04.10 - 12:49 Uhr

Hallo, liebe Mit-Mamas!;-)

Mein Mattis (23.09.09) bekommt seit letzten Dienstag Karotte.#koch
Vor etwa drei Wochen hatte ich es schonmal versucht, aber da war er nicht so begeistert...#schrei

Na gut, am ersten und zweiten Tag war er total hingerissen, hat höchst interessiert probiert und auch gegessen, das Mäulchen weit aufgerissen und gut.
Die letzten drei Tage hat die Begeisterung merklich abgenommen. Außer, ich überlasse ihm den Löffel. Den stopft er sich dann selbst in den Mund (mit was drauf natürlich).

Find ich ja alles schön und gut, aber auf diese Art und Weise kriegt er höchstens ein Drittel der Menge in den Bauch, der Rest geht schön daneben (bis in Nase und Ohren, hihi).

Lange Rede, kurzer Sinn:
Soll ich ihn so weitermachen lassen oder soll ich mehr die Regie übernehmen und schauen, wieviel er von mir nimmt?
Mattis ist doch eigentlich noch ein bisi zu klein, um selber mit dem Löffel zu essen, oder? Andererseits ist ein spielerischer Umgang mit dem Essen am Anfang ja auch nicht schlecht...

Boah Menno, wie macht Ihr das? In keinem meiner schlauen Bücher steht was zum Thema "Wie sieht das denn jetzt in der Praxis aus?" drin...

Sonntägliche Grüße von Leonie und Möhren-Monster Mattis#baby

PS: Ich wiege die Breimenge nicht ab und Verstopfung hat er auch nicht...

Beitrag von schwilis1 11.04.10 - 12:57 Uhr

mein kleiner bekommt seit einer woche fingerfood (5 1/2 monate, ja ich wollte die 6 monate voll machen, aber ich hatte den eindruck er ist soweit was das essen angeht, und ich bin immer noch der meinung dass er es ist :) )
also ich koch ihm möhren, blumenkohl kürbis weich und er darf dann damit rummatschen und es landet sogar was im Mund. und schluckt was runter (wie man dann am nächsten tag in der windel sieht :) )
und ja es gibt eine riesensauerei aber mir gefällt dieser Umgang mit Essen viel besser als alles zu einem Brei u kochen wo niemand mehr weiss was das ursprünglich war.... (er darf sich vom Gemüse auch selber nehmen was er mag)

Beitrag von staudenprinzessin 11.04.10 - 13:06 Uhr

Hm, Fingerfood hab ich mir auch schon überlegt...

Hab nur Schiß, dass Mattis sich verschluckt...
aber einen Versuch ist es sicher wert.

Du gibst dann also nicht erst ne Woche dieses und dann ne Woche jenes Gemüse, sondern bietest gleich mehreres an?

Weil wegen es heißt doch erst mal Verträglichkeit testen uns so...

Wenns nach mir ginge, würde ich auch gleich verschiedenes auf einmal anbieten.

LG

Beitrag von schwilis1 11.04.10 - 13:23 Uhr

ich hab ihm heute zb alles drei gegeben. hab ne blumenkohlsuppe für mich gemacht und ihm ein paar röschen davon mitgekocht und ein paar karotten ebenso (kürbis hab ich eingefroren also davon auch noch etwas zurückbehalten)

und ich hab ihm alles drei auf einmal gegeben und er hat auch schon an einer Banane gelutscht.

ich hab das Glück dass ich Au Pair bei einer Mama von Vier Kids war und die war da ganz relaxt was das thema essen bei ihrer kleinsten anging, die hat alles gefuttert, von anfang an. dann hab ich ein buch gelesen wo bereits kleine Kinder Butterbrote bekommen haben (das halt dann in Breiform) und alle gesund und kräftig sind.

Allergien sind oft hausgemacht. allerdings bin ich mir unsicher was der auslöser ist... ob es nur vererbung ist oder ein zuviel an den falschen Nahrungsmitteln (fleisch zb)
deswegen werd ich so weitermachen. und meinem kleinen geht es gut.. klar bekommt er mal ausschlag werd ich alles drosseln. aber kein ausschlag in sicht. oder bauchschmerzen vom blumenkohl... aber er nuckelt ja auch hauptsächlich daran und schluckt nur miniteile :)

Beitrag von goldengirl2009 11.04.10 - 13:13 Uhr

Wir praktizieren BLW.
Heute Abend gibt es da z.B. Gemüse,Reis,Schnitzel und Soße,mal sehen wie das wird.
Unsere lütte darf alles essen und bekommt auch alles zum probieren.

Hier mal ein kopierter Beitrag dazu von "perserkater".

Hallo

Zunächst die Erklärung, warum das Baby keinen Brei braucht:
http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article961...ei.html

Und:

Quelle: http://breikasper.nielsrump.net/?page_id=8

Die Grundlage der Baby-gesteuerten Beikosteinführung (engl. „baby led weaning“, auch kurz BLW genannt) ist eine Studie die Gill Rapley, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und stellvertretender Direktor der Baby Friendly Initative des britischen UNICEF Büros, 2004 durchgeführt hat.

Die Basis hinter der Baby-gesteuerten Beikosteinführung ist die Beobachtung, daß Babys mit sechs Monaten in der Lage sind die Beikosteinführung wortwörtlich selber in die Hände zu nehmen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys sind in der Lage die Milchaufnahme selbst zu regulieren, es ist also nicht möglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Außerdem ändert sich der Geschmack der Muttermilch — je nachdem was die Mutter gegessen hat. Diese Umstände bereiten ein Baby dann auch auf die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen vor.

BLW nutzt dabei die natürliche Neugier des Babys aus, mit der er seine Welt entdeckt, imitiert und experimentiert. Der Fokus von BLW liegt nicht in der Nahrungsaufnahme (das wird weiterhin durch das Stillen oder ggf. durch die Flaschenfütterung erreicht). Die Beikosteinführung wird als Spaß und Entdeckung gesehen – das Zentrale Thema ist Neugier, nicht Hunger.

Bei der traditionellen Art der Beikosteinführung wird Babys am Anfang alles Essen in Breiform gegeben. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung („Finger Food“) dazu.

BLW überspringt die ersten beiden Phasen. Anstelle sämtliche Lebensmittel zu pürieren oder (später) zu zerdrücken, wird das Essen dem Baby in handlichen Portionen angeboten. Das heißt, daß das Baby sich selbst von dem angebotenen Speisen bedient und selbst entscheidet was - und wieviel - es probieren möchte.

Die 16 goldenen BLW-Regeln

1. Lass das Baby bei den Familienmahlzeiten mitmachen. Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, die Familienmitglieder zu beobachten.

2. Das Baby muß aufrecht sitzen wenn es beginnt mit Essen zu experimentieren. Am Anfang kann es auf dem Schoß sitzen. Wen es anfängt das angebotenen Essen in die Hand zu nehmen, ist es wahrscheinlich auch in der Lage, ggf. abgestützt, im Hochstuhl zu sitzen.

3. Biete dem Baby Essen in Pommes-großen Stiften an, so daß es das Essen in die Faust nehmen kann. Es kann oft auch dieselben Sachen essen, die der Rest der Familie ißt. Dies erhöht das Zusammengehörigkeitsgefuehl.

4. Biete eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln an. Es besteht kein Grund die Experimentiermöglichkeiten einzuschränken.

5. Das Baby bestimmt die Dauer der Mahlzeiten. Versuche es nicht zu eilen und “hilf” nicht, indem dem Baby Essen in den Mund gelegt wird.

6. Erwarte nicht, daß das Baby am Anfang tatsächlich etwas isst. Wenn das Baby feststellt, daß das neue “Spielzeug” gut schmeckt wird es kauen und später auch schlucken.

7. Erwarte nicht, daß ein junges Baby alles aufißt. Babys müssen erst noch die Fähigkeit entwickeln, die Stücke, die sie in der Faust haben zu manipulieren.

8. Biete abgelehntes Essen erneut an. Babys ändern öfters ihre Meinung über Geschmäcker und akzeptieren Essen, daß sie früher abgelehnt haben.

9. Lass ein Baby niemals alleine beim Essen.

10. Biete kein gefährliches Essen an (Beispiel: Erdnüsse).

11. Biete kein Essen an, das Salz oder Zucker enthält. Dies gilt besonders für Fertiggerichte und Fast Food

12. Biete dem Baby Wasser aus einem Becher an. Ein gestilltes Baby benötigt zwar kein zusätzliches Wasser (die Muttermilch reicht aus), das Trinken aus dem Becher muß aber auch erlernt werden.

13. Es ist chaotisch und der Putzlappen wird eine Notwendigkeit! Eine Plastikmatte unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und hilft beim Aufräumen. Heruntergefallenes Essen kann auch so wieder verwendet werden - das minimiert den Abfall.

14. Still weiterhin nach Bedarf. Die Stillmahlzeiten ändern sich erst, wenn die Mahlzeiten größer werden.

15. Sprich Dich mit Deinem Kinderarzt oder –krankenschwester ab bevor Du mit BLW anfängst – insbesondere wenn das Baby flaschengefüttert wird, oder wenn es in der Familie Fälle von (Lebensmittel-)Allergien gibt.

16. Genieße es! Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie ein Baby Essen entdeckt.

Weiter Infos übers BLW findest du auch hier:
* der Blog "Breikasper": http://breikasper.nielsrump.net/?p=13
* der Blog "unpueriert": http://unpueriert.wordpress.com/
* der Blog "Millicent mag": http://millicentmag.blogspot.com/


Viel Spaß beim futtern.




Gruß