Unser Hund - und Männer mit Gehstock

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von jessy02 11.04.10 - 16:45 Uhr

Hallo, ihr Lieben!

Vor einiger Zeit hatte ich bei euch schon mal um Rat gefragt, was wir tun könnten, dass sich unser Hund (zweieinhalb Jahre alt, Dackelmischling) nicht mit anderen Rüden versteht....das Problem haben wir inzwischen weitestgehend im Griff, aber nun tut sich immer öfter beim Spaziergang eine Absonderlichkeit auf, die immer mehr zum Problem wird....

Unser Hund stammt aus einem Tierheim und wir haben ihn jetzt seit etwa 7 Wochen. Über seine Vergangenheit wissen wir nur sehr wenig, eigentlich wissen wir nur, dass er ursprünglich aus Russland stammt und dort bei einer Pflegefamilie gelebt hat.

Unser Problem ist, dass er ältere Männer mit Gehstock gnadenlos anbellt, zuerst ist mir das aufgefallen, als ich zusammen mit Hund im Bus saß und ein älterer Mann mit Stock einstieg und unser Hund urplötzlich los bellte und sich nur schwer beruhigen ließ.
Es war mir irgendwie peinlich, weil gerade ältere Leute mitunter sehr schreckhaft oder schlimmstenfalls auch ziemlich ärgerlich werden können und ich eigentlich so erzogen worden bin, älteren Leuten mit Respekt und Höflichkeit zu begegnen.

Ich vermute, dass unser Hund höchstwahrscheinlich schlechte, sehr schlechte Erfahrungen mit älteren, bevorzugt weiß- oder grauhaarigen Männer gemacht haben muss - vielleicht sogar schon im Welpenalter, noch bevor er in diese russische Pflegefamilie kam. Vielleicht oder höchstwahrscheinlich sogar ist er geschlagen worden......

Was kann ich denn nun tun, dass er ältere Männer mit Gehstock gelassener erträgt?

Liebe Grüsse,
jessy



Beitrag von unilein 11.04.10 - 17:27 Uhr

Naja ich habe das gleiche bzw. noch gesteigertes Problem. Meine Laya bellt ziemlich viele Typen von Menschen an.

Die meisten Menschen reagieren aber verständnisvoll, wenn ich mich entschuldige und sage, dass sie eine schlimme Vergangenheit hat.

Bei manchen Leuten bleibt mir aber jegliche Entschuldigung im Halse stecken, wenn die sofort herummeckern oder Todesdrohungen ausstoßen #aerger

Neulich hat eine Frau auf mein "Tut mir leid, die hat sich nur erschreckt" mit "Ich habe mich auch erschreckt, das ist ja wohl viel schlimmer!" geantwortet. Was will man da noch großartig sagen?

Manchmal bei besonders bösartigen Zeitgenossen erwidere ich dann auch selber Gemeinheiten, wie "Mein Hundb bellt nur Assis an" oder was mir gerade so einfällt #hicks

Naja jedenfalls zu deinem Problem: Du kannst natürlich üben, dass der Hund besser auf Stöcke zu sprechen ist. Besorge dir selber einen und übe, dass er toleriert, wenn du ihn trägst. Und dann gibst du ihn jemand anderem, den der Hund nicht ganz so gut kennt und so weiter.

Beitrag von jessy02 11.04.10 - 19:06 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für deine Antwort! Du hast natürlich recht, wir werden üben, üben, üben, damit er es lernt, dass von nun an keine Gefahr oder so von einem Gehstock für ihn droht.

Letztens hat er sogar unsere Briefträgerin angebellt und ich hab mich sofort entschuldigt für sein Benehmen und mir so im stillen gedacht, oh nee, jetzt passt unser Hund genau in dieses Rollenklischee "Briefträger - Hund = Feinde".... Du weisst bestimmt, was ich meine *g*.... bis ich dann herausgefunden habe, dass es nicht um unsere nette Briefträgerin geht, die das ganze übrigens mit Humor genommen hat, sondern um das gelbe Fahrrad!
DAS bellt er nämlich an, vermutlich ist es ihm irgendwie unheimlich...
Gestern hatten wir dann allerdings die Gelegenheit, dass er das Rad besser "kennen lernen" konnte, es war direkt vor unserem Haus auf dem Fußweg abgestellt, während unsere Briefträgerin am Haus gegenüber war. Wir kamen genau zum richtigen Zeitpunkt zufällig aus der Tür zum Gassi-Gehen. Er hat das Rad angeknurrt und gebellt, ließ sich aber an der Leine von mir näher heran führen und hat wohl jetzt auch begriffen (mit Hilfe von Leckerlies, die vor dem Rad "zufällig" auf dem Boden lagen *g*), dass von dem gelben Ding keine Gefahr ausgeht und es ihm nix tut....

Ungefähr so stell ich mir das Üben mit Krückstock auch vor....

Liebe Grüsse,
jessy

Beitrag von unilein 11.04.10 - 19:41 Uhr

Ja, so mit den Leckerlis mache ich das auch. Laya ist das inzwischen auch schon gewohnt, dass Dinge, die anfänglich unheimlich aussehen, eigentlich doch harmlos sind. Anfangs hat sie ja vor allem möglichen Angst gehabt: Sperrmüll, Schneemänner, Einkaufstüten usw. Inzwischen guckt sie neue unheimlich Gegenstände schon eher neugierig als ängstlich an.

Nur mit Menschen ist das leider viel problematischer. Sie mag überhaupt keine Menschen. Jeder Fremde braucht mehrere Tage, um von ihr akzeptiert zu werden. Und das funktioniert auch nur nach ihren Spielregeln. Man darf mit ihr nicht reden und sie nicht angucken.

Passanten sind also alle eine potentielle Gefahr, die sie zwar hinnimmt, weil es zu viele davon gibt als dass man jeden anbellen könnte, aber die auf keinen Fall Kontakt aufnehmen dürfen. Naja und wenn dann mal ein Passant etwas Unheimliches dabei hat (Stock, Einkaufstüte), wird der eben doch angebellt. Und da kann ich eben nicht zeigen: "Guck, der ist harmlos", weil sie ja wie gesagt alle Menschen als Gefahr einstuft.

Da kann ich nur im Vorhinein einen größeren Bogen machen. #schwitz

Wenn dein Hund Mensch im Allgemeinen mag, kannst du natürlich viel besser üben und mit verständnisvollen Stockträgern auch mal ein paar Leckerli-Übungen machen.

Beitrag von petra1982 12.04.10 - 07:15 Uhr

Wie reagierst du wenn sie dies macht? ICh habe mal gelesen und gehört das man in der situation den Hund ablenken soll aber nicht auf sein verhalten eingehen soll, sondern gleich wenn du siehst das einer kommt ihn mit leckerlis ablenken