Bild malen mit 5 Jahren, was muss alles drauf sein?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von celia791 12.04.10 - 15:11 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist im Dezember 5 Jahre alt geworden. Nun haben wir nächste Woche die U9. Unser KIA möchte generell auch etwas vom KIGA hören, wie das Kind dort so ist.
Habe darum einen Termin mit der Erzieherin vereinbart. Heute erzählte mir meine Tochter, dass sie heute ganz viele Sachen machen musste. Sie sollte auf einem Bein hüpfen, Fersen/Hackengang zeigen, ein Steckpuzzle machen, zählen, etwas holen, etwas nachschauen und ein Bild malen.
Vor einem halben Jahr ist mir aufgefallen, dass sie immer nur halbfertige Bilder aus dem KIGA mitbringt. Habe mich deshalb mit ihr zu Hause immer mal wieder hingesetzt und Bilder gemalt. Hier malt sie immer alles schön. Also Menschen mit Kleid/Rock/Hose/Pullover, Arme Beine, Füsse und 5 Finger an jede Hand. Sie malt ein Haus mit allem Drum und Dran, manchmal einen Spielplatz, unsere Familie etc. Manchmal vergisst sie ein paar Teile, also z.B. ein Gesicht zu malen oder so und ich erinnere sie dran.
Heute erzählte sie mir bei genauerem Nachfragen, dass ihr Kindergarten Bild ein Mädchen, ein Haus und einen Regenbogen enthält. Das Haus hat aber keine Fenster und auch sonst hat sie wohl keine Sonne, kein Gras und nichts drumherum gemalt.

Warum ist das so? Ist das eine Konzentrationssache oder ist das altersbedingt? Mache mir echt Sorgen. Vor 1,5 Jahren meinte dieselbe Kindergärtnerin im Gespräch, dass sie meint, meine Tochter liesse sich viel zu leicht ablenken. Auch spiele sie im KIGA nicht gerne Brettspiele, sondern wenn man sie lässt immer nur Rollenspiele mit anderen oder draussen oder in der Turnhalle. Dafür hätte sie aber ein sehr gutes Sozialverhalten und eine sehr grosse Phantasie.

Zu Hause spielt sie gerne Brettspiele, allerdings nur, wenn ich es vorschlage. Ansonsten beschäftigt sie sich viel selber, schaut sich gerne Bücher an, "liest" ihrem kleinen Bruder vor, malt, knetet, bastelt Dinge aus ihrer Phantasie heraus, spielt viel in ihrem Zimmer.
Die Spiele im Kindergarten sind ihr nach ihrer Aussage wohl zu langweilig.

Hat jemand Ahnung? Ich habe echt Sorge, dass sie sich in der Schule nächstes Jahr nicht konzentrieren kann???
Oder ist das wirklich noch normal für das Alter?

Lg Celia.

Beitrag von hanni123 12.04.10 - 15:27 Uhr

Huhu,

vor 1,5 Jahren war sie noch nicht mal 4 Jahre alt, da ist es normal, wenn Kinder sich noch nicht soooo lange konzentrieren können. Wie Du es beschreibst, kann sie sich ja sehr wohl konzentrieren, wenn sie sich viel selbst beschäftigt, Bücher anschaut, etc.

Und bis zur Schule sind es ja auch noch 1 1/4 Jahre...

Mein Sohn ist zwar erst 3,5 Jahre alt, aber die Bilder im KiGa und zuhause unterscheiden sich sehr. Zuhause malt er auch mehr Details, Haus mit Blumenwiese, Regenwolken, Regenbogen, Sonne mit Gesicht, Menschen mit Gesicht, mit Händen, Füssen mit Zehen dran etc. Am Wochenende malte er ein Wikingerboot mit gestreiftem Segel, im Wasser schwammen Fische und der Wikinger hatte Hörner am Helm.
(Das hört sich jetzt alles ganz toll an, aber es sieht natürlich aus wie das Bild eines Dreijährigen, man erkennt zwar alles, wenn man es weiss, aber Phantasie zum Deuten braucht man trotzdem ;-))

Im Kindergarten malt er noch fast nur gegenstandslos oder mal ein Männchen... Bei ihm glaube ich tatsächlich, dass er abgelenkt wird.

LG

Hanna

Beitrag von celia791 12.04.10 - 15:34 Uhr

Hallo,

danke für Deine Antwort. Ja, hier zu Hause klappt konzentrieren ganz gut und alleine spielen ja auch. Allerdings meinte damals die Erzieherin, dass es zu Hause ja auch nicht soviele Ablenkungsmöglichkeiten gibt und dass sie denen im Kindergarten schon widerstehen sollte.
Ich fand damals auch, dass sie dafür noch zu jung war. Sie ist halt ein sehr grosses Kind und der KIA meinte auch mal, dass die Gefahr besteht, sie direkt ein bis zwei Jahre weiter einzuschätzen und sie dann überfordert.
Allerdings dachte ich, dass das mit dem Bilder malen mit 5 Jahren im Kindergarten klappen muss. Ich weiss eben nicht so genau, ob es eine Konzentrationssache oder eine Lustsache ist.
Und wenn ich dann höre, was andere bei der U9 alles machen sollten, dann bekomme ich etwas Angst. Können tut sie die verlangten Dinge alle, aber ob sie die auch woanders so ausführt und ob das Wichtig ist, das frage ich mich?

Lg Celia.

Beitrag von schullek 12.04.10 - 15:59 Uhr

hallo,

ich habe einen jungen und musste in sachen malen umdenken. denn: jungs, zumindest viele, malen anscheinend anders als mädels.
er malt sehr gerne und auch konzentriert. aber erstens nicht solche sachen, wie mädchen und zweitens legt er wert auch andere dinge. sachen etc. sind untergeordnet, zähne, waffen und zubehör sind dafür sehr, sehr wichtig.
auch malt er nicht so oft die klassischen dinge, er denkt sich viel lieber irgendwas aus. am liebsten monster zur zeit oder irgendwelche maschinen.

was ich damit sagen will: ich glaube nicht, dass der kia sie auf grund eines bildes gänzlich anders beurteilen wird und das solltest auch du nicht tun. ist der sinn des malens nicht die kreativität? ist es da so wichtig, das augen, nase ohren etc. immer detailgetreu da sind?

klar kannst du sie daran erinnern, aber villeicht nicht so arg bedacht darauf sein.
es ist ihr bild, ihre fantasie.

lg

Beitrag von celia791 13.04.10 - 14:29 Uhr

Hallo,

danke für Deine Antwort. Wir hatten heute das KIGA Gespräch und es ist alles in Ordnung. Die Kindergärtnerin meinte, dass Konzentrieren in kleinem Kreis sehr gut funktioniert. In grösseren Gruppen ist sie schonmal etwas abgelenkt, läuft aber nicht rum und zappelt auch nicht. Also völlig im Rahmen, sie meinte auch, dass sie den Kindergarten als "soziales Netzwerk" sieht. Da ist eben keine Zeit für Lesen, Brettspiele etc., sie knüpft wohl gerne Kontakte und spielt lieber mit Kindern dort. Sie meinte, dadurch, dass sie das zu Hause kann, wäre das völlig ok. Und bis zur Schule hätten wir ja auch noch was Zeit. Und fürs Bildermalen hat sie wohl da auch keine Zeit.

Das finde ich ja total süss mit dem Zähnen und Monstern. #rofl. Habe auch noch einen kleinen Sohn von 2 Jahren. Er ist im Verhalten auch anders als Mädchen. Er interessiert sich mehr für die Details von Maschinen, Geräten, Motorrädern, Autos. Und wenn er spielt, dann immer mit "Männer-Geräuschen" :-D.
Gestern lag er unterm Tisch und spielte, dass ein Auto vom Stuhl fällt, dabei rief er immer: Hiiiilfe, Mann fallen, Feuerwehr kommen! Dabei immer Hubschrauber und Autogeräusche.

Lieben Gruss.

Beitrag von 3erclan 12.04.10 - 18:57 Uhr

hallo

mal nen Tipp!!

Nimm ein Bild mit was sie im Kiga gemalt hat und eins was sie zuhause gemalt hat mit zur U8.
Meiner ist 4,5 Jahren malt nur ne Sonne oder ein Krokodil,Gewitter


Mach dir keinen STress bis zur Schule geht noch soviel Zeit vorbei.

lg

Beitrag von celia791 13.04.10 - 14:30 Uhr

Hallo,

danke für den Tipp, das werde ich machen, echt eine gute Idee.

#danke Celia.

Beitrag von janamausi 12.04.10 - 20:07 Uhr

Hallo!

Ich halte gar nichts davon, wenn kurz vor den U-Untersuchungen das Kind "getrimmt" wird, das zu können was in den U-Untersuchungen verlangt wird.

Genau dafür sind ja U-Untersuchungen da, um zum einen festzustellen ob das Kind Defizite aufweist und zum anderen solche Fragen zu klären. Für einen Kinderarzt ist es z.B. wichtig zu erfahren, dass deine Tochter ein Haus ohne Fenster etc. malt, dann kann er gezielt bei deiner Tochter nachfragen, untersuchen etc. und so rausfinden, warum sie keine Fenster, Sonne etc. gemalt hat.

Auch finde ich es komisch, dass der Kiga, jetzt wo Du sie darauf angesprochen hast, das Kind so genau anschauen. Die sehen doch täglich dein Kind und können sich doch eine (bessere) Meinung über dein Kind bilden, wenn sie es "heimlich" beobachten als sie etwas vorführen zu lassen.

Meine Tochter hat z.B. bei der U-Untersuchung ein Mädchen ohne Finger, sondern nur mit so einer Art von Kreis gemalt. Als der Kinderarzt meinte, dass die Finger fehlen, hat meine Tochter ihm ganz vorwurfsvoll gesagt, dass das Mädchen doch Handschuhe (Fäustlinge) anhat weil es doch Winter ist :-) Dann hat der Kinderarzt noch gefragt, wie viele Finger ein Mensch hat und die Sache war gegessen...

Geh ganz gelassen an die Sache ran und frag den Kinderarzt wenn Du Fragen hast....

Bis zur Schule ist noch so viel Zeit und da kann noch so viel passieren, mach dir da mal keinen Druck.

LG janamausi

Beitrag von celia791 13.04.10 - 14:37 Uhr

Hallo,

das stimmt, von trimmen halte ich auch nichts. Mit dem Bildermalen ist mir das vor einem halben Jahr halt mal aufgefallen, dass sie im Kindergarten nur schnell hingekritzelt werden. Und da die Kindergärtnerin uns damals auf fehlende Konzentration ansprach, dachte ich, dass gehöre auch dazu.
Beobachtet haben sie meine Tochter auch immer heimlich, bei uns im KIGA müssen die Erzieher so eine Mappe anlegen, in der angekreuzt wird, was sie schon können und was nicht. Die Punkte, die sie gestern getestet hat, hatte sie wohl noch nicht ausgefüllt. Ist natürlich komisch, dass dann alles auf einmal zu machen.

Bei dem Gespräch kam heute aber raus, dass alles in Ordnung ist, die Konzentration ist auch da. Zumindest, wenn sie in kleinen Gruppen arbeiten. Im grösseren Kreis ist sie wohl auch schonmal von anderen Kindern abgelenkt, sie würde aber gut hören und stört nicht dabei.
Die Erzieherin meinte auch, dass für meine Tochter im KIGA das soziale eben mehr im Vordergrund steht, also Kontakte knüpfen, Spiel mit anderen Kindern etc.
Sie trennt da wohl zu Hause und Kindergarten. Das wäre aber in Ordnung. Fürs Bilder malen, Brettspiele etc. hat sie da einfach keine Zeit. Solange sie es zu Hause normal macht, wäre das völlig ok.
Sie hat sie sogar noch gelobt und meinte, dass sie sprachlich und auch sozial sehr weit ist. Also, sie haut nicht zu, sondern redet mit anderen Kindern, bis der Streit geklärt ist.
Und Du hast Recht, bis zur Schule haben wir ja noch über ein Jahr.

#danke Lg Celia.

Beitrag von mauskewitzki 12.04.10 - 20:21 Uhr

Hallo,

genau aus dem Grund, dass Eltern total verunsichert werden, halte ich von den U-Untersuchungen nicht so viel. Natürlich sollte man die Kinder und ihre Entwicklung im Auge haben. Dennoch finde ich diese Vorgaben, wie Kinder in welchen Alter zu sein haben, eher befremdlich.
Wir Erwachsenen haben auch Stärken und Schwächen und sind bestimmt nicht gleich.

Um mal zu deiner Frage zu kommen, ich sehe das so: #bla
Deine Tochter hält Fenster einfach für unwichtig ;-)
Kinder sehen doch Dinge ganz anders, da können Haare grün sein und für was brauchen Männchen eigentlich Hände?!
Es ist doch toll, dass sie fantasievoll malen können und vor allem, wie süß sie dass dann immer erklären, was für Kunstwerke sie geschaffen haben.

LG

Beitrag von celia791 13.04.10 - 14:39 Uhr

Hallo,

schön, wie Du das siehst, einfach mal ganz entspannt. Das hatte ich mir auch immer vorgenommen, wenn man dann aber kurz vor so einer Untersuchung steht, macht man sich doch immer irgendwelche Gedanken. Ich habe auch schon gesagt, dass ich es nicht schön finde, dass die Kinder heute so einkategorisiert werden. Das macht unheimlichen Druck. Und selbst wenn man sich da herausnimmt, manchmal lässt man sich doch vor den Karren spannen.

Lieben Dank, Celia.