Humangenetische Untersuchung?

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Beitrag von dany9999 12.04.10 - 16:54 Uhr

Hallo zusammen,

nachdem wir jetzt eigentlich startklar für unsere 1. ICSI sind ("Verursacher" ist mein Freund - OATIII), sprach die Klinik uns auf eine humangenetische Beratung bzw. Untersuchung an, die zwar nicht Pflicht ist, aber empfohlen würde. Ich frag mich, warum sie das nicht schon eher gesagt haben, aber das ist eine andere Geschichte.

Wir sind jetzt doch verunsichert und ich hab das Gefühl, die verdienen mit den Ängsten der Patienten gutes Geld.

In unseren Familien sind weder Erbkrankheiten bekannt noch irgendwelche Behinderungen oder häufige Fehlgeburten, also eigentlich nichts, was für eine solche Untersuchung sprechen würde, zumal man damit ja auch keine Risiken ausschließen kann, das Risiko für Fehlbildungen oder Krankheiten bleibt ja doch bestehen.

Mich würde jetzt mal interessieren, wer von Euch vor einer ICSI oder auch IVF eine solche Beratung oder Chromosomenuntersuchung gemacht hat? Wir wären komplette Selbstzahler, am Telefon sagte man mir einen Gesamtpreis von 600 €...

Wäre nett, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen schildern könnt und auch Eure Pros und Contras für diese Untersuchungen.

Dankeschön im Voraus :-)

Beitrag von cwallace 12.04.10 - 17:04 Uhr

Hallo,

wir mussten auch so eine Untersuchung+Beratung machen lassen, da bei meinem Mann aufgrund der fehlenden Samenleiter, der Veradacht bestand, dass er Träger des Mukoviszidose Gens sei... wie sich herausstelle ist er das auch (das Gen ist nur nicht aktiv)... Wenn ich jetzt auch eine Genetische Dispostion gehabt hätte, wären die Chance 1:4 gewesen, dass unser Kind daran erkrankt...
Also bei uns hat das schon Sinn gemacht... Mussten NICHTS bezahlen, hat alles die Kasse übernommen, hatten eine Überweisnung vom Urologen...

In Eurem Fall versteh ich das aber auch nicht... Google doch mal, ob bei OAT III irgendwelche schwerwiegenden Erbkrankheiten einher gehen können, welche aber bei Deinem Partner nicht "ausgebrochen/aktiv" sind???

Mehr fällt mir jetzt auch nicht ein...

Alles Gute!

Beitrag von sternenkind-keks 12.04.10 - 22:27 Uhr

das muß auch nichts "ausbrechen". mein mann ist auch "ganz normal", dennoch trägt der den chromosomenfehler in sich. der ihm nichts tut, aber unserem nachwuchs zu über 50%.

Beitrag von cwallace 13.04.10 - 07:21 Uhr

... das hab ich nicht ganz verstanden... und weil das häufig so ist, sollte man vor der ICSI Behandlung diese humangenetische Beratung+Bluttest machen lassen? Was istr wenn Euer Kind diesen Chromosomenfehler in sich trägt, also "tut" der dann Eurem Kind "was" und wie wirkt sich das genau aus?

Beitrag von sternenkind-keks 13.04.10 - 09:02 Uhr

nein das ist nicht "häufig". aber es kann sein.
ich wollte damit lediglich sagen, dass auch ein gesundaussehender mensch soetwas vererben kann. und man nicht unbedingt auffälligkeiten in der familie haben muß.

die kinder, die den fehler erben sind nicht lebensfähig. die schwangerschaften enden in einer fehlgeburt oder totgeburt.
die wahrscheinlichkeit, auf ein lebend geborenes kind ist sehr gering. sollte es doch eines schaffen, ist es nur kurz lebensfähig.

die wahrscheinlichkeit, dass der defekt bei dem kind eintritt liegt (theoretisch) bei 50%. wir waren 2 mal im ausland und haben eine ICSI mit PID/PGD machen lassen.
von den ersten 6 embryonen waren 3 gesund, 3 kranke.
von den zweiten 12 embryonen waren ALLE krank!

von daher versuchen wir es jetzt auch mit fremdsperma.

ich kann dir das jetzt nicht mehr so genau erklären, wie das ist. es ist eine translokation der chromosomen 5/16.
mein mann hat beide chromosomen, jedoch sitzen sie falsch. das macht ihm aber nichts und daher ist er auch "normal".
bei der zeugung kann sich das aber falsch teilen, so dass das kind dann ggf. statt 2 mal 5/16 (also einmal von mir einmal von ihm) 5/5/5/16 oder 5/16/16/16 hat. sie sind dann halt nicht mehr paarig und dieser defekt würde größte organschäden hervorrufen.

so das war jetzt recht lang. nichtsdestotrotz würd ich sowas immer wieder machen. und in unserer kiwu in hildesheim damals war das "standard" vor der ICSI.
bzw nicht die beratung an sich, sondern erstmal die blutuntersuchung. und da da eben bei uns diese auffälligkeit rauskam, hatten wir die beratung.

und wie gesagt, wir haben da nichts für bezahlt.
das würd ich im falle der threaderstellerin nochmal hinterfragen.

Beitrag von cwallace 13.04.10 - 12:22 Uhr

Vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort...

selbst wenn Du es mir noch genauer oder detailiierter erklärt hättest... ich hätte es vermutlich nicht verstanden... ;-) Genetik ist ja schwer komplex... hab das zahlenwirrwarr schon nicht gerafft #schein

Hast Du mit den 3 gesunden ne ICSI machen lassen?

Mensch da habt ihr ja schon nen Marathon hinter Euch...

Ich wünsche Dir alles Gute und das es mit Fremdsperma schnell klappt...!!!#klee

Beitrag von sternenkind-keks 13.04.10 - 13:18 Uhr

ja, aber die ICSI war negativ.
mit der ersten H-IVF war ich ja sofort schwanger...leider nicht lange...


was ich aber im grunde nochmal für alle sagen will:
scheut euch nicht vor der untersuchung!!
und es müssen vorher keinerlei anzeichen für einen "defekt" da sein.

Beitrag von cwallace 13.04.10 - 13:50 Uhr

och mensch... naja vermutlich hatte Dein #stern dann diesen defekt oder?

Wir haben diese Untersuchung ja auch machen lassen und ich fands auch echt nicht schlimm, sondern beruhigend... gruselig ja, aus ethischen Gründen... beruhigend aber dennoch!!!

Drücke Dir die Daumen, dass es schnell klappt... ne Freundin von mir ist auch grad im 4. Monat #schwanger mit Fremdsperma und beide freuen sich wie dull auf das Kind!

vlG Conny

Beitrag von dany9999 13.04.10 - 17:04 Uhr

Hallo und danke für die Antworten ;-)

Ich warte heute ABend noch auf einen Anruf von meiner Ärztin und frage die mal, was die davon hält.

Wir haben von der Klinik einen Zettel mit den Kontaktdaten mitbekommen, darauf steht man soll sich nach den Kosten erkundigen. Mir wurde der Betrag genannt, und ja, wir sind Selbstzahler, allerdings hätten wir ansonsten noch die HÄlfte zahlen müssen - also nichts mit Kasse übernimmt komplett. Keine Ahnung, warum das so unterschiedlich ist...

Beitrag von finkipinky 12.04.10 - 17:30 Uhr

also mein partner und ich hatten auch eine humangenetische untersuchung, zwar aus einem anderen grund aber ich kann mir nicht vorstellen und habe es auch noch nie gehört das man diese untersuchung bezahlen muss! wir haben eine überweisung bekommen und dann ging alles seinen gang!

Beitrag von komma246 12.04.10 - 19:11 Uhr

Hallo,

Wir haben auch humangenetische Untersuchungen machen lassen, aber nur weil ich schon 3 FG und da wir diesen Grund ausschliessen wollen. Die humangenetischen Untersuchungen waren gottseidank ok und der FA meinte dass es gottseidank selten wäre dass da was rauskommt....

LG
Komma

Beitrag von claudia3456 12.04.10 - 21:23 Uhr

Hallo,

wir haben nach unserer neg. IVF und vor unserer ICSI die Humangenetik abgelehnt, weil uns 1. keine Erbkrankheiten o. ä. in der Familie bekannt sind und wir 2. das auch eher so sehen, dass die Praxen da ordentlich abkassieren. Nachdem dann die ICSI leider auch negativ war haben wir uns dann doch zur Humangenetik überreden lassen, das hat aber die KK bezahlt. Versteh gar nicht, dass Ihr das selbst zahlen sollt. Vielleicht weil Ihr für die ICSI auch Selbstzahler seid??

Unser Ergebnis steht noch aus...

Beitrag von sternenkind-keks 12.04.10 - 22:24 Uhr

bei uns liegen auch keine erbkrankheiten oder irgendwelche auffälligkeiten in der familie vor.
dennoch vererbt mein mann einen schweren chromosomenfehler.
das hat also NICHTS zu sagen, nur weil man auf den ersten blick in der familie nichts sieht.

ich würds immer wieder machen. es kommt euch nur zugute.

warum müßt ihr 600 euro zahlen??
wir haben da damals nichts für bezahlt. wurd, schätz ich mal, über kasse abgerechnet.

wurde auch nie wirklich über kosten gesprochen...