Probleme bei Hausaufgaben (Zeitmanagement)

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von elke75 13.04.10 - 07:57 Uhr

Hallo!

Ich habe einen Sohn, der jetzt die 1. Klasse besucht. Eigentlich kommt er in der Schule gut mit und lernt sich auch leicht.

Leider haben wir aber wahnsinnige Probleme, da er viel trödelt und in die Luft sieht. Das Problem gibt es in der Schule und natürlich auch bei den Hausaufgaben. Konkret ist es so, dass ich die ganze Zeit neben ihm sitzen muss und ihn immer wieder antreiben muss, weil sonst nichts weitergeht. Sobald ich mal für 15 min. weggehe (ich habe auch noch eine Tochter, die mich auch zwischendurch braucht), trödelt er und schafft z. T. in 15 min. drei Worte zu schreiben.

Wir haben schon ziemlich viel probiert, Motivation, Schimpfen bzw. Verbote, mit Stoppuhr,... Es funktioniert dann immer ein paar Tage und dann ist wieder alles wie vorher.

Gestern war dann die Krönung: Montags ist er in der Nachmittagsbetreuung in der Schule und wir haben vereinbart, dass er dort die Hausübung macht. Er hat dort 1 Stunde für ein Schreibblatt benötigt, das er (wenn ich daneben sitze) in 15 min. schafft. Dass es nebenau ziemlich hingeschmiert war, hat mich zusätzlich geärgert. Den Rest der Hausübung hat er überhaupt nicht mehr geschafft. Das musste er dann um 17.30 Uhr zu Hause machen, was auch nicht so toll war, da er da ja schon müde war.

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe keine Ahnung wie ich ihm beibringen soll, dass er seine Arbeiten zügig machen soll, damit er anschließend noch Zeit zum Spielen hat. Momentan ist es so, dass wir meist um 14 Uhr nach Hause kommen und er dann meist 1,5 bis 2 Stunden bei den Hausaufgaben sitzt.

Hat irgendjemand Erfahrungen damit bzw. Tipps, was wir noch machen könnten?

Danke!

LG Elke

Beitrag von swety.k 13.04.10 - 08:06 Uhr

Hallo Elke,

hast Du schon mal versucht, ihn erst eine Weile spielen zu lassen und dann die Hausaufgaben zu machen? Vielleicht braucht er einfach vor den Hausaufgaben etwas Ablenkung und Zeit für sich. Ansonsten hilft wohl nur Geduld.

Fröhliche Grüße von Swety

Beitrag von kat30 13.04.10 - 08:25 Uhr

Hallo,

unsere Tochter (2.SJ) macht die Hausaufgaben meistens abends während ich Abendessen koche - dann fluppt es auch.

Nur wenn Termine / Verabredungen anstehen, wo absehbar ist, dass es spät wird, muss sie die Aufgaben mittags schon machen - dann aber auch nur unter Protest und mit Getrödel #augen.

Probiert einfach mal verschiedene Varianten aus. Aber besprecht das Ganze vorher und vereinbart z. B. 2 Wochen "Probezeit", sonst gibts jeden Mittag Diskussionen ;-)

Kat

Beitrag von elke75 13.04.10 - 09:11 Uhr

Hallo Swety!

Ja, haben wir auch schon probiert. Wir machen öfter mal aus, dass er zuerst spielen darf und vereinbaren dann gemeinsam einen Termin, wo er dann die Hausaufgaben macht. Leider ist dann aber das selbe Theater wie gleich nach dem nach Hause kommen.

LG Elke

Beitrag von barbarelle 13.04.10 - 08:20 Uhr

Hallo Elke,

ach wie gut ich das kenne. Nun ist mein Kind in der 2ten Klasse und es wird langsam besser.

Dinge die ihr leicht fallen, macht sie schnell und selbständig. In anderen Dingen muss ich daneben sitzen und sie jedesmal wieder "zurückholen" wenn sie mal wieder Löcher in die Luft starrt.

Seit ich aber eine Hausaufgabenbetreuung eingestellt habe, schone ich wenigstens dadurch gewaltig meine Nerven.

Komischerweise klappt es da Ruck - Zuck...zwischen mir und meiner Tochter artete das immer in einen Machtkampf aus.

LG
Barbarelle

Beitrag von elke75 13.04.10 - 09:27 Uhr

Bei uns ist - denke ich - auch schon richtig der Wurm drin. Sobald es an das Thema Hausaufgaben geht, gehen wir beide - mein Sohn und leider auch ich - negativ an die Sache ran. Und kommen nicht wirklich aus dem Teufelskreis... Es kostet unheimlich viel Kraft und Nerven, diese täglichen Diskussionen.

LG Elke

Beitrag von barbarelle 13.04.10 - 09:39 Uhr

Hallo Elke,

wie gut ich das kenne. Da es bei uns immer Streit gab - insbesondere Mathe - hat sie eine Blockade in dem Fach entwickelt.

Es hatte sich so festgebissen. Was Manavgat vorschlägt, hat uns eine Zeitlang sehr geholfen. Einfach abbrechen und einpacken lassen. Wichtig: Rücksprache mit der Lehrerin halten.

Irgendwann klappte aber auch das nicht mehr. Zwar war ihr bewusst, dass die Aufgaben gemacht werden müssen (darauf legt sie grossen Wert) aber nicht die Zeit, die dafür drauf geht.

Meine Nerven lagen wirklich blank. Es ist nun so eine Wohltat, seit wir die Hausaufgaben ausgelagert haben.

Ich kann dir gern per PN näheres dazu berichten.

Liebe Grüße und viel Kraft

Barbarelle

Beitrag von manavgat 13.04.10 - 09:03 Uhr

Versuch doch mal, ihn in eine völlig reizarmes (Eß-)zimmer zu setzen. Ohne Ablenkung und ohne Störungen. Mit Eieruhr. Er kann dann 1 Stunde Löcher in die Luft kucken oder sich aufraffen und nach einer halben Stunde spielen gehen. Allerdings solltest Du für dringende Fragen ansprechbar sein.

Ich würde konsequent nach 1 Stunde abbrechen und ihn dann ohne Hausaufgaben in die Schule schicken.

Gruß

Manavgat

Beitrag von elke75 13.04.10 - 09:24 Uhr

Danke für den Tipp.

Er sitzt zwar bei den Hausaufgaben immer im Eßzimmer und hat auch manchmal eine Stoppuhr bzw. gebe ich ihm manchmal vor, dass er - je nach Menge der Hausaufgaben - nach 30 min oder 1 Stunde fertig sein muss, aber das hat nie geklappt. Allerdings habe ich auch nicht nach der vereinbarten Zeit abgebrochen. Das werde ich auf jeden Fall probieren.

Danke - ich schöpfe wieder Hoffnung ;-).

LG Elke

Beitrag von jennifer.cloney 13.04.10 - 10:40 Uhr

Hallo Manavgat....

Ich habe da, wie so viele andere Eltern, das selbe Problem. Mein Sohn geht in die 2.Klasse und es ist jeden Tag ein Kampf mit den Hausaufgaben...

Schlimm ist, dass der gesamte Familienfrieden leidet. Wir sind irgendwann alle fertig mit den Nerven.

Meinst Du, es ist wirklich ok,wenn man nach einer Stunde Hausaufgaben sagt, dass Schluß ist? Ich befürchte, dass sich das negativ auf die Schulleistung auswirkt. :-( Ich möchte auch nicht, dass mein Sohn daraus schlußfolgert, dass er durch trödeln um die Hausaufaben kommt.

Ich muss mal loswerden, dass ich bereits vor den Osterferien und auch jetzt in der ersten Woche danach jedoch auch geschockt bin, wieviel Hausaufaben mein Sohn aufhat. Scheinbar müssen selbst die Grundschulen in Niedersachsen Druck machen, der mit der Stoff bis zum Sommer in den Köpfen unserer Kinder ist.

LG Jennifer#blume

Beitrag von manavgat 13.04.10 - 10:53 Uhr

Die Frage ist, wie Du hier zum Ziel kommst.

Kein Kind hat gerne Stress in der Schule wegen nicht gemachter Hausaufgaben. Und kein Kind sitzt gerne ohne jede Ablenkung in einem reizarmen Zimmer.

Abbrechen sollte man nach einer Stunde, weil es sonst Quälerei ist.

Wenn diese Maßnahme nichts bringt, dann kann man überlegen, ob man z. B. sagt: keine HA - Du hattest genug Zeit, also auch kein Fernsehen/Nintendo/was auch immer. Nicht verbieten: rausgehen!, Sport, Chor etc.

Man könnte auch versuchen ein Punktesystem einzuführen: HA gemacht 1 Punkt. In einer Woche mindestens 3 Punkte (am Anfang) dann am WE ein Eis oder wenn 10 Punkte zusammen sind dann 1 x Kinderkino. Wichtig ist: nur kleine Belohnungen und die Anforderungen steigern.

Ich finde ein reizarmes, störungsfreies Zimmer ist schon ein großer Gewinn.

Gruß

Manavgat

Beitrag von jennifer.cloney 13.04.10 - 10:57 Uhr

Wir sitzen auch immer im Eßzimmer... Aber es fängt schon damit an, dass er permanent rumturnt auf dem Stuhl.
Er kann das alles. Es ist also nicht so,dass er das nicht begreift, ihm das Verständnis für die Aufaben fehlt.#zitter

Ich werde das Punktesystem mit ihm durchsprechen, das finde ich gut!!!:-D

LG Jennifer

Beitrag von ja-frager 13.04.10 - 12:15 Uhr

bei uns wars in der ersten klasse ebenso, und das träumen hört auch nie auf (bisher jedenfalls, dritte klasse nu).

allerdings werden bei uns die aufgaben erst abends gemacht, da ich finde, die schulzeit ist schulzeit und danach sollte erstmal eine längere pause liegen.
wir haben auch keine festen zeiten dafür. aber ein paar feste regeln, sie müssen gemacht werden, und wenn es abends schon 20 uhr ist. kommt aber nur vor, wenn vorab geflunkert wurde und auch sonst sehr selten. meistens kann sie zwischen 19 und 20.15 fernsehen, aber bei hausaufgaben gehen die vor. wird geschmiert, muss nochmal abgeschrieben werden. klingt hart, wirkt aber wunder. aufgaben falsch gelöst, weil geträumt, stelle ich noch ein paar.

allgemeine regeln kann man dir nicht geben, jedes kind reagiert anders. bei uns hilft lob und echtes interesse. bestrafungen wie fernsehverbot oder taschengeldkürzen ziehen gar nicht. außerdem funktioniert gut, mal den ort zu wechseln. bei schönem wetter im garten oder auch mal auf dem teppich oder am küchentisch oder im bett mit unterlage oder zwischenrechnungen an den fliesen des badezimmers:-p in der schule sitzen sie doch schon genug auf den harten stühlen, find ich...

also meine tipps: erst zwei stunden spielen lassen, dann hausis machen und alles mal lockerer angehen. und wenn es wirklich viel ist, eben auch mal mit dem lehrer reden, dass es nicht geschafft wurde. lehrer haben da ihre eigenen methoden, die kinder zum lernen anzuregen...

Beitrag von elke75 13.04.10 - 12:31 Uhr

Danke für Deine Antwort. Wir machen die Hausaufgaben nie direkt nach der Schule. Er hat meist bis 12.45 Uhr Schule und hat zuerst in der Schule Zeit, mit seinen Freunden zu spielen (ich hole ihn um ca. 13.30/14 Uhr ab) und oft auch zu Hause noch. Wenn es schön ist, darf er oft auch zuerst in den Garten und wir vereinbaren eine Zeit, zu der er die HA macht. Es gibt allerdings immer Diskussionen, wenn ich ihn zum vereinbarten Zeitpunkt an die HA erinnere. Ich habe auch schon versucht, ihn gleich nachdem ich ihn abgeholt habe, zu den HA zu animieren - hat auch nicht besser funktioniert.

Auch das mit dem Ortswechsel hatten wir schon - mal in der Küche, mal im Garten, manchmal steht er auch beim Küchentisch und macht die HA im Stehen -> immer die selben Diskussionen. Ich habe auch versucht, ihn mit Lob bzw. Belohnungen zu locken. Wie schon geschrieben funktioniert das ein paar Tage, dann wieder nicht.

Da wir eben schon so viele Dinge ausprobiert haben, bin ich mit meinem Latein schon am Ende. Aber ich werde mal den Tipp von manavgat mit der Eieruhr probieren - das hatten wir noch nicht - vielleicht ist das ja grad das Richtige ;-).

LG Elke

Beitrag von gismomo 13.04.10 - 17:42 Uhr

Hallo Elke,

ich glaube, das geht vielen Eltern so.

Bei meinem Sohn war es in der ersten Klasse genau das Gleiche, ich dachte manchmal ich werde noch wahnsinnig...

Ich kann dich aufbauen: Jetzt ist er in der zweiten Klasse, das Thema ist absolut vom Tisch, er macht seine Hausaufgaben problemlos in einer angemessenen Zeit, ist relativ schnell fertig, das alles ist kein Thema mehr! Er hat jetzt, in den Osterferien, sogar jeden Tag freiwillig und mit Spaß eine halbe bis eine Stunde seine Buchpräsentation vorbereitet, die er heute gehalten hat. Und er war megastolz über das Lob der Lehrerin!

Wenn mir in der ersten Klasse jemand gesagt hätte, dass das mal so aussehen wird - ich hätte es nicht geglaubt!

Hier nun konkrete Tipps, die helfen:

- Delegieren der Hausaufgabenbeaufsichtigung an eine andere Person (zumindest solange die Situation sehr verfahren ist, du gereizt bist und dich noch um ein anderes Kind kümmern musst). Bei uns hat das glücklicherweise meine sehr geduldige Schwiegermutter übernommen, das war Gold wert. Sie hatte innere Ruhe und hat ihn ausgiebig gelobt; er hat die Hausaufgaben dort viel gerner gemacht als bei mir zuhause. Ansonsten, wenn keine Großeltern zur Verfügung stehen, eine bezahlte Aufsicht, z.B. eine ältere, nette Schülerin.

- Viel Geduld haben und abwarten, aber nicht locker lassen! Wir hatten Wochen, ja sogar Monate, da saß mein Kind zwei Stunden an den Hausaufgaben. Logisch dass dadurch die Zeit zum Spielen stark eingeschränkt war, das war halt die Konsequenz davon.
Ich bin aber der Meinung, dass "Lockerlassen" nichts bringt - ich erwarte von meinem Kind, dass es seine Aufgaben ordentlich erledigt, und wenn es zwei Stunden dafür braucht (vorausgesetzt es ist in der Lage, sie zu bewerkstelligen, und es liegt an der Motivation und am Zeitmanagement und nicht am "Können").
Wenn es dir möglich ist und du genug Geduld hast: Setz dich neben dein Kind, und sag ab und an freundlich: "So, jetzt schreibst du weiter, ja?". Es spricht auch nichts dagegen, mal eine kurze Pause einzulegen und ein Stück Schokolade zu naschen oder kurz ein paar Bewegungsübungen zu machen, damit man "mit frischer Kraft" weitermachen kann. Du kannst da ruhig ein bisschen schauspielern und betonen, wie man nach der Bewegung/Schokolade doch wieder neue Kraft bekommen hat ;-)

- bei uns hat geholfen: Ich hab mir meinen Laptop mit an den Tisch geholt und auch "gearbeitet". Das hat meinen Sohn komischerweise sehr motiviert, ebenfalls konzentriert zu arbeiten.

Ich persönlich halte wenig davon, die Kinder zur Abschreckung mit nicht erledigten Hausaufgaben zur Schule zu schicken. Wenn man ein sehr gewissenhaftes Kind hat (ja, das gibt es tatsächlich, dass ein Kind nicht aus Faulheit mit den Hausaufgaben trödelt sondern weil es das einfach noch nicht im Griff hat...) frustriert man das Kind ungemein in seiner Lernmotivation mit dieser Methode. Für meinen Sohn wäre das Gift gewesen.
Ich bin der Meinung, dass Kinder an sich eine positive Einstellung zum Lernen haben, auch wenn sie nicht immer Lust haben, ihre Hausaufgaben zu machen. Wenn man aber negative Gefühle damit verbindet (z.B. indem sie in der Schule gradestehen müssen für nicht gemachte Hausaufgaben) ist das nicht förderlich für die Lernmotivation, sondern bewirkt das Gegenteil. Stattdessen sollte man das Kind durch die schwierige Zeit hindurch unterstützen und darauf vertrauen, dass es besser wird und das Kind lernt, damit umzugehen, auch wenn es am Anfang nicht danach aussieht!

Je weniger negative Gefühle dabei entstehen, und je selbstverständlicher man darauf besteht, dass die Hausaufgaben gemacht werden, umso positiver für das Lernverhalten.

Zumindest habe ich bei meinem Sohn diese Erfahrung gemacht. Ich habe ihm aber auch immer zugetraut, dass er gerne lernt und neugierig und wissensdurstig ist, und dass das alles nur Anfangsschwierigkeiten sind, die mit der Umstellung vom Kindergarten auf die Schule zu tun haben. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass er zu bockig oder faul ist, um sich anzustrengen. Ich glaube, diese Grundhaltung ist wichtig, es ist eine innerliche Einstellungssache.

Versuch so weit wie möglich gelassen zu bleiben und nicht zu verzweifeln, und das Ganze nicht zu sehr aufzubauschen - es wird besser!

lg
K.

Beitrag von gismomo 13.04.10 - 17:45 Uhr

Noch eine Ergänzung, damit man das mit dem "Gradestehen für Hausaufgaben" nicht missversteht: Mir geht es hier um Erstklässler. In der fünften Klasse sieht das schon ganz anders aus!

lg
K.

Beitrag von elke75 13.04.10 - 20:39 Uhr

Hallo!

Danke für Deine ausführliche Antwort.

Du wirst lachen, aber ich bin schon viele Nachmittage neben ihm bei den Hausaufgaben gesessen. Habe ihn immer wieder motiviert , weiterzumachen (freundlich), habe ihm kurze Pausen zum "Strecken", trinken, naschen,... genehmigt und habe auch versucht, neben ihm selbst zu arbeiten. Dann habe ich mich (auf anraten einer verwandten Lehrerin) zurückgezogen und bin aus dem Raum gegangen und lies ihn selbst seine Aufgaben machen (stand selbstverständlich für Fragen zur Verfügung). Nichts - es ist immer das selbe Problem.

Ich dachte anfangs auch, dass das Umstellungsschwierigkeiten sind, aber mittlerweile ist schon zuviel Zeit vergangen und schön langsam sollte sich alles einspielen. Außerdem habe ich wirklich schon so viel ausprobiert und irgendwie scheint nichts wirklich zu fruchten.

Ich habe aber mit einer Bekannten, die selbst Volksschullehrerin ist, gesprochen und die hat mir angeboten, dass sie morgen nachmittag bei uns vorbeikommt und sich die Situation mal als Außenstehende ansieht, da sie vermutet, dass es hier aus irgendeinem Grund eine Blockade gibt. Dann schauen wir mal, was sie uns empfiehlt. Außerdem habe ich heute kurz mit seiner Lehrerin gesprochen (eigentlich wollte ich mir nur einen Termin mit ihr vereinbaren, aber wir haben dann ein paar Worte geplaudert). Sie hat mir empfohlen, dass er die HA zukünftig zumindest zu einem Teil in der Nachmittagsbetreuung macht, um die Situation zu entschärfen. Aber am Montag haben wir dann einen Termin, an dem wir ausführlich darüber sprechen.

Liebe Grüße,

Elke

Beitrag von gismomo 14.04.10 - 13:08 Uhr

Hallo Elke,

wenn jemand Außenstehendes sich das anschaut, ist das bestimmt eine gute Möglichkeit, die Sache noch einmal aus einem neutralen Blickwinkel zu sehen.

Bei uns gibt es eine Ergotherapiepraxis, die dies anbietet. Dabei wird die Situation auf Video aufgezeichnet und anschließend unter den Erwachsenen (Mutter und Ergotherapeutin) besprochen und geschaut, was man anders machen könnte bzw. wo der "Knackpunkt" liegt. Wenn es sich bei uns nicht irgendwann automatisch gegeben hätte, hätte ich das sicherlich in Anspruch genommen.

Bei meinem Sohn hat es bis zum Anfang der zweiten Klasse gedauert, bis er gut mit den Hausaufgaben klar gekommen ist, also schon recht lange. Allerdings hatte er graphomotorische Probleme, was zum einen dazu geführt hat, dass er sehr lange gebraucht hat, zum anderen natürlich auch dazu, dass er wenig motiviert war, wenn er wusste, er muss etwas schreiben. Deshalb hat er ziemlich getrödelt.
Er bekam Ergotherapie und das Schreiben ging dann recht schnell viel flüssiger, da das Handgelenk nicht mehr so steif war. Ich wäre anfangs nie darauf gekommen, dass dies eine der Ursachen sein könnte. Aber als das Schritt für Schritt leichter ging, war er auch motivierter und schneller fertig.

Die Sache mit der Hausaufgabenbetreuung sehe ich etwas zwiegespalten. Sicherlich ist es besser, wenn er die Hausaufgaben dort macht, wie wenn er du genervt bist, er dies spürt, und die Situation zuhause eskaliert.
Du darfst aber nicht erwarten, dass die Hausaufgaben dort so sorgfältig kontrolliert werden wie zuhause.... Ich bin selber Lehrerin (an einer weiterführenden Schule) ,und ich lege bei meinem Sohn extrem viel Wert darauf, dass er sich richtige Strategien aneignet, wenn es um die Bearbeitung der Hausaufgaben geht. Das bedeutet, dass ich - gerade am Anfang - oft eingegriffen habe, wenn er z.B. beim Abschreiben eines Textes vergessen hatte, eine Zeile zwischen Überschrift und Text frei zu lassen. Ich habe ihn darauf hingewiesen, jedes Mal wieder, bis er es irgendwann "verinnerlicht" hatte.

Solche Dinge gehen nur bei einer 1:1 Betreuung, und die kann eine schulische Nachmittagsbetreuung nicht bieten. Dass die Lehrerin die Nachmittagsbetreuung empfiehlt ist verständlich, aber wenn du gewisse Ansprüche hast, wie sorgfältig die Hausaufgaben gemacht werden sollen, dann ist dies nicht die optimale Lösung. Wie deine Ansprüche aussehen, musst du natürlich selber entscheiden, aber da ich selber Lehrerin bin weiß ich dass hier wirklich der Spruch gilt: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" - wenn es sich mal eingeschliffen hat, die Hausaufgaben schlampig zu machen, bekommt man das später kaum mehr anders hin.
Könnte ich nicht selber die HA beaufsichtigen, würde ich jemanden dafür bezahlen, zumindest an ein paar Tagen in der Woche. Oder aber ich müsste wissen, dass die Hausaufgabenbetreuung wirklich so gut ist, dass sie auf die Dinge achtet, die mir wichtig sind - aber das muss man in einem persönlichen Gespräch klären.

lg
K.

Beitrag von elke75 14.04.10 - 21:07 Uhr

Danke nochmals für Deine Antwort. Heute nachmittag war unsere Bekannte da und wir haben lange gesprochen. Sie meint, dass die Menge der Hausaufgaben für Erstklässer eigentlich zu viel ist und er sich deshalb schwer motivieren kann. Tja, daran kann ich nichts ändern. Wir müssen nur sehen, dass er die Hausaufgaben möglichst zügig, ohne zu trödeln macht.

Wir haben jetzt mit meinem Sohn besprochen, wie er mit Hilfe einer Sanduhr sein Tempo erhöhen kann. Unsere Bekannte hat ihm hier Tipps gegeben bzw. mit ihm gesprochen. Er hat sehr positiv reagiert und ich bin sehr optimistisch, dass er das von ihr gut annehmen kann.

Außerdem soll er einen Teil der Hausaufgaben in der Nachmittagsbetreuung machen - z. B. Rechenaufgabe in der Schule und Schreib- und Leseaufgabe zu Hause oder umgekehrt. Er hat auch jetzt schon montags die Hausaufgaben dort gemacht. Ich habe immer schon die Hausaufgaben zu Hause durchgesehen, da sie dort nicht wirklich kontrolliert werden. Mir war von Anfang an wichtig, dass die Hausaufgaben sorgfältig gemacht werden und so habe ich ihm auch bisher schon manche Dinge wieder ausbessern bzw. neu schreiben lassen. Das würde sich also nicht ändern.

Ich bin auf jeden Fall optimistisch, dass sich die Situation bei uns entschärft.

Danke!

LG Elke