Legasthenie und Schulnoten

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Beitrag von finnelisa 13.04.10 - 10:26 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
hat jemand von Euch Erfahrung mit Schulnoten und Legasthenie ? Unser Sohn ist im 2. Schuljahr und hat eine bekannte Legasthenie.Wir gehen auch schon zwei mal pro Woche zu einer Förderung. Jetzt stehen im Sommer Noten auf dem Schulzeugnis. Die Lehrerin hat uns gesagt, dass er in Deutsch eine 5 zu erwarten hat, da er nicht gut liest und auch seine Rechtschreibung mangelhaft ist. Hat jemand auch ein Kind mit Legasthenie? Wäre schön wenn man sich austauschen könnte.
Gruß finnelisa

Beitrag von 3erclan 13.04.10 - 10:58 Uhr

Hallo

hat er eine Schwäche oder eine Störung???

Habt ihr den Nachteilausgleich bantragt??

schau mal unter adhs-anderswelt.de da sind viele betroffenen

lg

Beitrag von manavgat 13.04.10 - 11:25 Uhr

Wer hat die Legasthenie (haben ca. 3 % der Bevölkerung weltweit) festgestellt? Oder handelt es sich um angebliches LRS (gibt es nur in deutschsprachigen Ländern, >50 % aller Kinder).

Gruß

Manavgat

Beitrag von sooderso 13.04.10 - 11:56 Uhr

Hallo Manavgat,

muß mal nachfragen, warum gibt es LRS nur in deutschsprachigen Ländern?

LG

Beitrag von manavgat 13.04.10 - 12:48 Uhr

Weil es ein Etikett ist:

anstatt

das Kind ist lese-rechtschreib-schwach


müsste es heißen


die Schule ist lehrschwach.


LRS ist ein Name für ein Syptom: ein Kind kann nicht altersgerecht lesen und schreiben. Über die Ursache, z. B. geben wir den Kindern keine funktionale Ausgangschrift mehr mit, sagt es nichts aus.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sooderso 13.04.10 - 13:14 Uhr

Danke für deine Antwort. Es muß wohl noch viel passieren hier an den Schulen. Mein Kind kommt im Sep. in die Schule und was die Kinder beim Schulspiel schon können sollten, fanden viele bei Weitem übertrieben.
Mal sehen, was da alles auf uns zukommt.

Lg

Beitrag von musicalfever4 13.04.10 - 12:17 Uhr

Hallo,
du schreibst bekannte LRS, nicht aber anerkannt? LRS muss anerkannt sein, um Einfluss auf die Noten zu haben, zumindest muss er zur Überprüfung gemeldet sein, dann dürfte er wegen Lesen und Rechtschreibung keine 5 bekommen können. Wenn er aber noch nicht getestet und auch noch nicht dafür vorgemert ist, dann kann es durchaus sein.
LG Petra

Beitrag von finnelisa 14.04.10 - 10:37 Uhr

Hallo Petra!
Wir waren mit unserem Sohn in der Uniklinik für Kinderpsychologie. Dort hat man es festgestellt. Wir hatten eigentlich den Verdacht auf ADS. Hat sich aber nicht bewiesen. Er war immer so negativ eingestellt. Ich bin ein Looser usw. Hatten uns deswegen große Sorgen gemacht.
Ich hätte nie gedacht , das wir mal Probleme mit der Schule bekommen könnten, da er eigentlich sehr früh und gut sprechen konnte. Sein Ausdruck ist auch sehr gut. Er redet gewählter als manch Erwachsener. Die Lehrerin hatte gesagt
da er sich mündlich sehr gut ausdrücken kann und er bei den Abschreibdiktaten auch 0-1 Fehler macht, könnte er Glück haben dass bei ihm noch evtl. eine 4 auf dem Zeugnis stände. Ich fände es aber gut wenn bei Bemerkungen stehen würde das bei ihm eine Legasthenie besteht.
Lieben Gruß finnelisa


Beitrag von pummelchen74 13.04.10 - 12:34 Uhr

Hallo finnelisa,

mein Sohn ist auch anerkannter Legatheniker und mittlerweile in der fünften Klasse.
Bei ihm wurde es Ende das zweiten Schuljahrs von mehreren Stellen diagnostiziert(Kinder und Schulpsychologin, Familienberatung und einer Diplom Lerntherapeutin).

Es war ein harten und steiniger Weg bis wir so weit gekommen sind wo wir jetzt sind.

Die Lehrerin hat es anfangs überhaupt nicht anerkannt und ihn keineswegs in irgenteiner Hinsicht unterstützt. Nach vielen Gesprächen hat sie sich Mühe gegeben ihn zu Unterstützen. Er hat bei Diktaten und bei Lesetests nur noch den Vermerk, diese Leistung ist nicht mehr ausreichend, stehen gehabt. In Zeugnis stand unten bei Bemerkungen, ein Vermerk das er eine Teilleistungsschwäche in Deutsch hat, oder so ähnlich.

Er bekommt seid drei Jahren eine Förderung von einer anerkannten Lerntherapeutin. Seine Lese- und Rechtschreibleistungen sind immer noch sehr sehr schlecht. Mein kleiner Sohn ist jetzt im zweiten Schuljahr und kann besser lesen und schreiben wie er.

Er besucht jetzt eine Ganztagsschule und kommt dort sehr gut klar, die Lehrer sind auch sehr gut informiert und unterstützen ihn sehr gut. Seine Leistungen sind im zweier Bereich, nur Deutsch und Englisch halt nicht.
Dank der Lerntherapeutin und der Kinderpsychologin ist sein Selbstbewusstsein auch wieder ein bisschen gestiegen.

Falls du Fragen hast kannst du dich gerne an mich wenden.

LG Pummelchen

Beitrag von shorty23 13.04.10 - 15:58 Uhr

Hallo,

also in BW (Gymn.) ist es so, dass einen Nachteilausgleich wegen LRS nur von der Klassenkoferenz beschlossen werden kann, Atteste werden nicht anerkannt. Sprich doch mal mit den Leuten dort wo dein Sohn Förderung bekommt, die wissen bestimmt, wie du das mit dem Nachteilausgleich machen kannst. Aber bei uns geht das eigentlich auch nicht rückwirkend!

LG und alles Gute