Angst vor Paartherapie

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von habe Angst 13.04.10 - 12:09 Uhr

Hallo,

mein Mann und ich haben uns dazu entschlossen eine Paartherapie zu machen, da er mich betrogen hat und ich große Schwierigkeiten damit habe, das Geschehene zu verarbeiten!
Ich will schon seit längerer Zeit einen Termin vereinbaren, aber irgendwie habe ich Angst davor.

Wie war eure erste "Therapiestunde"? Wie habt ihr euch danach gefühlt?

danke schonmal für eure Antworten!

Beitrag von bibuba1977 13.04.10 - 12:41 Uhr

Hi,

wovor hast du denn Angst?

Ich habe das mehr als Moeglichkeit gesehen, mich mit meinem Partner in Beisein eines Dritten zu unterhalten. Sollte unser Gespraech aus dem Ruder laufen oder der eine den anderen nicht verstehen, ist da halt dieser Dritte...

LG
Barbara

Beitrag von habe Angst 13.04.10 - 14:07 Uhr

Hallo Barbara,

ich kann dir nicht genau sagen wovor ich genau Angst habe :-(
Ich dachte wir schaffen das alleine und für mich ist es wirklich ein großer Schritt zu einem Therapeuten zu gehen, aber ich merke das wir uns im Kreis drehen und ich unter der Situation sehr leide.

Es geht bei uns nicht darum, das die Gründe für den Seitensprung gefunden werden müssen und auch nicht darum, ob wir zusammen bleiben wollen oder nicht.
Ich wünsche mir einfach nur ein paar Ansätze, wie ich ihm wieder vertrauen kann und für ihn wünsche ich mir, das er besser weiß wie er mit mir umgehen soll.

Beitrag von sonnenstern-115 13.04.10 - 16:02 Uhr

Ich finde es gut, dass ihr den Schritt geht.

Vielleicht ist es nur das Ungewohnte "Sich-externe-Hilfe-holen", was dir Angst macht oder im Unterbewusstsein sind doch ein paar Dinge, die dich ängstigen, wie z.B. Fragestellungen, ob das tatsächlich richtig ist und es was bringt, oder ähnliches?

Mein Ex-Mann hatte auch große Angst vor dem Termin, da er sich fürchtete "Schuld in die Schuhe geschoben zu bekommen". Er verstand nicht, dass es nur darum ging Zusammenhänge zu erkennen, um ein künftiges besseres Miteinander zu gestalten.

Für mich war unsere erste Therapiestunde sehr gut, da mir die Last, die auf mir lag, genommen wurde und da ich das Geschehene selber besser annehmen konnte. Meinem Exmann ging es auch besser, da es nicht wie befürchtet um Schuldzuweisungen ging.

Drücke dir die Daumen, dass es gut läuft bei euch.

LG,

Sonnenstern

Beitrag von habe Angst 14.04.10 - 12:25 Uhr

Hallo Sonnenstern,

danke für deine Antwort.
Aus welchen Gründen habt ihr euch für eine Paartherapie entschieden und warum seid ihr dann doch gescheitert?

Es kann gut sein, das ich einfach nur Angst habe, weil ich nicht weiß was auf mich zukommt. Ich habe bereits einmal mit dem Therapeut telefoniert und da habe ich mich schon "wohl" gefühlt, es war also sofort eine gewisse Sympathie vorhanden.
Natürlich frage ich mich, ob es tatsächlich etwas bringt eine Therapie zu machen, aber ich glaube einen Versuch ist es Wert und wenn wir beide merken sollten,d as es nicht das richtige für uns ist, haben wir es wenigstens versucht.

Danke nochmal!

Beitrag von sonnenstern-115 14.04.10 - 13:35 Uhr

Hallo,

wir hatten nach einem Seitensprung eine schwere Ehekrise, wollten aber beide nicht "einfach den Kopf in den Sand stecken" und aufgeben, sondern in der Paartherapie

a.) die Ursachen für den Seitensprung klären und
b.) feststellen, ob es für uns noch einen gemeinsamen Weg gibt.

Ich muss dazu sagen, dass ich im Vorfeld schon Erfahrung mit Therapie gemacht hatte und daher sehr gut verstehen konnte, dass es nicht um Schuld und Unschuld geht, sondern darum, den Kern der zugrunde liegenden Probleme zu finden, um konstruktiv daran zu arbeiten.

Mein Exmann hat das nicht verstanden. Er fühlte sich vom Therapeuten sehr, sehr schnell angegriffen und hat jegliche Hilfestellung abgelehnt. Er verstand nicht, das gewisse Verhaltensweisen und Entwicklungen über einen langen Zeitraum dazu geführt haben, dass es letztendlich zum Seitensprung kam. Das Fremdgehen war nicht der Auslöser der Krise, sondern bereits der Höhepunkt.

Wir konnten also im Endeffekt nicht daran arbeiten, einen guten, neuen, gemeinsamen Weg zu finden, weil er alles abblockte. In den paar Stunden, die wir gemeinsam Therapie hatten, wurde deutlich, dass es keinen gemeinsamen Weg mehr für uns geben wird.

Es folgte die Trennung und Scheidung. Heute bin ich glücklich in einer neuen Partnerschaft. Ich erwarte mein erstes Kind. Mein Exmann hatte auch eine neue Beziehung, die exakt die gleiche Entwicklung genommen hat wie unsere Ehe. Seltsam, oder?

Ich wünsche dir viel Kraft.

Viele liebe Grüße vom Sonnensstern