Lesen lernen? Ich find's zu früh!

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von schnulli2007 13.04.10 - 12:29 Uhr

Hallo zusammen,

meine Tochter will seit ungefähr Weihnachten (da war sie 22 Monate alt, jetzt also knapp 26 Monate) immer wissen, wie die Buchstaben und Zahlen heißen, die ihr so ins Blickfeld kommen. Anfangs fand ich das noch lustig und hab das abgehakt unter "vergisst sie eh sofort wieder" und hab mir nix dabei gedacht. Mittlerweile sitzt sie vor der Computertastatur und benennt einige Buchstaben sicher und auch ein paar Zahlen kann sie richtig zuordnen. Zählen vorwärts und rückwärts bis zehn kann sie auch. Liedtexte und Melodien sind bei ihr ratzfatz abgespeichert. Überhaupt hat sie schon sehr früh angefangen zu sprechen und man kann sich mit ihr mittlerweile in ganzen Sätzen unterhalten, wie der Tag war, was sie gemacht hat - grammatikalisch fast fehlerlos.

Freunde und Verwandte fanden das anfangs noch schön und amüsant, aber mittlerweile wird man manchmal schon ein wenig so angeguckt, als würde man sie dazu zwingen, das alles zu lernen. Sie macht das alles freiwillig, und sie erstaunt uns immer wieder.

Ich weiß allerdings nicht, wie ich zum Einen auf die komischen Sprüche und Blicke anderer reagieren soll, und zum Anderen bin ich auch nicht sicher, ob und wie man das fördern sollte. An Ostern haben wir ihr einen Kinderlaptop von Winnieh Pooh gekauft. Ohne Display, da werden oben nur so Karten reingesteckt und Winnieh fragt dann einfache Fragen zu den Bildern (Wie viele Bücher sind auf dem Bild? Welche Farbe hat das Haus?). Der Laptop ist ab drei Jahre, aber sie spielt damit sehr gerne und ist total begeistert, wenn sie auf Anhieb die richtige Antwort geben kann. Bevor jemand was sagt: Wir lassen sie damit nicht alleine spielen, und auch nur begrenzte Zeit am Tag. Manchmal stibitzt sie ihn sich aber (dann sind keine Karten drin) und drückt verschiedene Buchstaben- oder Zahlentasten, hört sich an, wie die heißen und spricht dann nach.

Findet ihr das in Ordnung so? Ich habe ein wenig Angst, dass sie sich selbst ein wenig überfordert - sollte ich sie stoppen? Oder das Ganze noch fördern?

Liebe Grüße

schnulli

Beitrag von schneutzerfrau 13.04.10 - 12:34 Uhr

Hallo

mitten drin habe ich aufhören wollen zu lesen.

Was stellst du da gerade für eine frage? Ich würde ein Kind nie stoppen. Eine Kind überfordert sich selbst nie , höchstens die eltern tuen das. Ich habe meine Mädels in ihrem Tatendran nie gebremst.

lg sabrina

Beitrag von schnulli2007 13.04.10 - 12:38 Uhr

Hallo!

Erst mal danke für die Antwort. Naja, vielleicht bin ja auch ich diejenige, die ein wenig überfordert ist. Ich meine, ich habe auch mit vier Jahren angefangen, meine Eltern zu nerven, weil ich lesen lernen wollte, aber mit zwei Jahren? Es kommt mir irgendwie so seltsam vor. Klar, jedes Kind bestimmt sein Tempo selbst, aber ...

Sorry. Aber danke, offenbar mache ich doch nichts falsch!

Beitrag von schneutzerfrau 13.04.10 - 20:10 Uhr

:-)

Beitrag von wort75 13.04.10 - 12:44 Uhr

du kannst ein kind nicht stoppen. ich würde ihr die buchstaben erkären etc.

aber mit einem lernlaptop und viel bewunderung drängst du sie (unabsichtlich) schon sehr in die schiene der schulischen ausbildung. lass das doch einfach, wenns dir eh ungeheuer ist, dass sie sich so darauf fixiert.

geh viel mit ihr in den wald, viel auf den spielplatz. kinder, die irgendwo eine sonderliche fähigkeit haben, haben auf der anderen seite ein manko. wäre schade, wenn das bei einem kleinkind ausgerechnet das körperliche, emozionale oder soziale wäre.

wunderkind ist sie keins. klingt nicht danach - solche fähigkeiten können vorkommen. jungs in dem alter können oft alle automarken benennen. das ist auch nicht leichter, als buchstaben zu erkennen. also nimms locker, erklär ihr was sie wissen will aber lenke ihre aufmerksamkeit auf anders (natur, wald "be-greifen) aller sachen) und lobe sie mehr für andere tätigkeiten.

Beitrag von schnulli2007 13.04.10 - 13:01 Uhr

Du lieber Himmel, nein, körperlich, emotional und sozial hat sie keine (für mich erkennbaren ;-)) Defizite. Bei der Tagesmutter ist sie mit anderen Kindern zusammen, mit den Nachbarskindern spielt sie viel und zum Kinderturnen geht sie auch einmal die Woche. Ich denke also, das passt ganz gut. In Tiere ist sie regelrecht vernarrt und oft beobachtet sie die Vögel und Katzen, die so durch unseren Garten streifen.

Dass sie ein Wunderkind ist, hatte ich auch nicht wirklich angenommen. Allerdings bekommt sie von uns Lob, egal, was sie richtig macht oder gelernt hat. Ich kann ja schlecht hingehen und sie nicht loben, wenn sie wieder irgendwelche Buchstaben und Zahlen richtig benannt hat. Den Sinn sehe ich nicht so ganz.

Beitrag von wort75 13.04.10 - 14:11 Uhr

doch, ist ganz einfach. du wertest nicht ab, dass sie sich so für zahlen interessiert. du kannst auch mal loben. aber kanalisier es nicht.

lob sie aber umsomehr, wenn sie was anderes hat, lenke ihr interesse auf anderes. so hakt sie sich nicht fest auf dem gebiet der zahlen.

entschuldige, aber ich kann meinen sohn doch leicht für piraten begeistern, auch wenn er gerade auf dem dino-trip ist... sowas kann man durchaus. ohne dass er das eine vernachlässigt.
und wenn du findest, dass alles ganz okay ist - und sie sich ruhig so viel mit buchstaben undzahlen befassen soll - - - was sollte dann der beitrag? :-) nur um zu sagen, wie clever deine tochter ist? :-)

Beitrag von schnulli2007 14.04.10 - 20:54 Uhr

Sei mir nicht böse, aber ich finde es nicht richtig, ihr Interesse aktiv auf Dinge zu lenken, die sie von alleine nicht bemerkt. Im Allgemeinen sind es doch eher die Kids, die einem zeigen, dass man eine Menge übersieht.

Im Übrigen wird hier gar nichts kanalisiert. Das ist doch totaler Blödsinn. Wenn ich jetzt plötzlich hingehe und sie nicht mehr lobe, sondern nur für die Dinge, auf die ich sie gebracht habe, ist das ziemlich verlogen, finde ich. Das ist ungefähr so, als wenn du dein Kind zum Klavierunterricht bringst, weil du findest, das sei doch eine sinnvolle Sache, und du es dann dafür lobst, dass es Dinge tut, die es nie von alleine getan hätte - und zu denen es womöglich auch gar keine Lust hat.

Und den letzten Satz hättest du dir getrost sparen können - hättest du meinen Beitrag gelesen, wäre dir aufgefallen, dass ich genau das nicht bezwecken wollte.

Beitrag von mysterya 13.04.10 - 12:46 Uhr

Ja man liest schon heraus, dass Du mächtig stolz auf dein Kind bist. Zurecht. Sie kann schon viel. Und ein bisschen unheimlich scheint dir das zu sein. Ich kenn das.

Aber weißt du, lass das Kind doch einfach machen. Wenn sie eben alle buchstaben lernen will, lernt sie die eben. Wenn sie alle Zahlen aufsagen will, dann lass sie das machen. Wenn sie den halben tag antworten auf den laptop geben will...bitte. Wo ist das Problem?

Für sie ist das nicht lernen, sondern ein Spiel.

Andere malen dafür lieber, oder puzzeln, oder bauen...deine mag es halt sich sachen einzuprägen.

Außerdem heißt Buchstaben aufsagen nicht gleich lesen lernen, genauso wenig wie zahlen können, nicht heißt, dass sie vor der schule also zu viel rechnen kann. Und nur weil sie farben bennen kann, muss sie ja auch nicht gleich eine große Künstlerin sein oder ein genie...

Ich meine, sie kann super viel und macht sich toll, aber vielleicht interpretierst du da auch bissl viel rein.

Im Kiga laufen meienr erfahrung nach viele Kidner rum die irgendwo irgendwie etwas außergewöhnliches früh machen und trotzdem ist es keine Garantie darauf, dass das Kind jetzt demnächst alles alleine kann und macht und abi bekommt.

Momentan interessiert sie das, lass sie machen. Und wenn sie lesen lernt, lernt sie eben lesen. Aber mach dir nicht so nen Kopf. Manche KInder sind eben klug oder früher dran... Aber die suchen sich dann schon das, was sie interessiert und fragen dich dann eben Löcher in den Bauch.

Da braucht man nicht viel rumfördern. Das was sie tut...das spielen, fragen, entdecken. Das ist ihre Förderung.

Beitrag von schnulli2007 13.04.10 - 12:53 Uhr

Danke für deine Antwort. Klar bin ich stolz auf die Kleine. Und nein, sie ist kein Wunderkind, da bin ich mir auch ziemlich sicher. Ich glaube, es macht mir ein wenig Angst, wie sie sich entwickelt. Mein ganzes Leben lang hatte ich kleine Kinder um mich rum, sei es Geschwister, Verwandte, Nachbarskinder, ...und klar, es gab immer welche, die besonders gut im Sport waren oder handwerklich besonders geschickt. Aber diese - ich nenn das mal - geistige Schiene, das kenne ich so halt nicht.

Ach, ich mache mir halt oft einen Kopf um alles Mögliche, und ich will einfach nichts falsch machen.

schnulli

Beitrag von magnoliagarden 13.04.10 - 12:48 Uhr

Hej,
Deine Tochter besitzt offenbar (wie die meisten Kinder) ein ausgezeichnetes Gedächtnis und eine Affinität für bestimmte Sachen :) ich finde das sehr schön und keinen Grund zu Sorge. Sie wird vermutlich auch nicht schon bald anfangen zu lesen, auch wenn sie mehrere Buchstaben kennenlernt. Die Fähigkeit zu lesen ist weit mehr als Buchstaben aneinanderreihen. Selbst wenn..Gegen eine bestimmte Begabung (sollte es hier der Fall sein) kannst Du nichts unternehmen, genauso wenig wie eine Begabung "herausarbeiten".
Aus Erfahrung gesprochen: ich spielte mit 4 bereits Klavier und habe mir das Lesen (auch das der Noten) mit 5 selbst beigebracht. Keinem ist was passiert!
Und für komische Blicke und Sprüche schlage ich ein lockeres "Tolles Kind" vor.
Grüße, Magnolia

Beitrag von kati543 13.04.10 - 14:36 Uhr

Ich würde Fragen beantworten, das Ganze aber nicht weiter fördern, sondern eher versuchen ihr Interesse in anderen Gebieten zu wecken. Warum? Nicht weil ich deiner Tochter den "Wissensvorsprung" nicht gönne, sondern eher, weil sie sonst in den ersten Jahren der Schule und im Kiga nicht lernen kann, wie man lernt. Sie bringt das dann nämlich alles schon und schaltet auf Durchzug.

Beitrag von pinklady666 13.04.10 - 15:25 Uhr

Hallo

Also erstmal, das was deine Tochter da mit den Buchstaben und Zahlen macht ist kein lesen. Kinder denken in Bildern. Das M z.B. ist also für sie kein geschriebenes M sondern das Bild M.
Was ich komisch finde, ist, dass dir das ganze wie du schreibst etwas angst macht. Dann kaufst du jedoch einen "Lerncomputer" (von diesen Dingern halte ich eh nix. Wo bitte ist da der pädagogische Grundgedanke im Sinne Beschäftigung eines zweieinhalb jährigen Kindes?)? Was wolltest du mit dem Teil bezwecken? Doch wohl sie fördern.
Ganz ehrlich, stell das Teil weg und befasse dich aktiv mit deiner Tochter.
Den Wissensdrang würde ich auf keinen Fall unterbinen.
Aber es sollte immer eine ganzheitliche Förderung (in allen Bereichen) geben, so dass nichts zu kurz kommt.
Meine Tochter z.B. kennt (wie oben im Beispiel für Jungs schon erwähnt) sämtliche Automarken, bei Ford sogar sämtliche gängigen Modelle. Sie wächst damit auf, da wir im Autoclub sind und oft auf Treffen fahren. Trotzdem achte ich darauf, dass sie auch in anderen Bereichen eine gute Förderung bekommt.
So darf sie z.B. auch mit mir zur Arbeit gehen (Kindergarten in einer Elementargruppe), hat also viel Umgang mit größeren Kindern und schaut sich bei ihnen viel ab. Sie lernte schon früh den (manchmal auch etwas ruppigen) Umgang mit großen Jungs.
Sie spricht sehr gut, Puzzelt gerne und viel, hat eine gute Sozialkompetenz, ist motorisch fit etc.
Ich achte immer darauf dass nichts bei ihr Überhand nimmt und anderes darunter leiden muss.
Wir bekommen auch oft ein "oh, die ist aber weit!" zu hören. Ich sage dazu nur, dass sie genauso weit ist wie jedes andere Kind in ihrem Alter auch. Klar, sie hat den Vorteil sich viel abschauen zu können. Aber das haben andere in dem Alter auch (z.B. Kinder in Familiengruppen) und ja, ihre große Leidenschaft sind Autos. Dafür kann ein anderes Kind in Maries Alter vielleicht Pflanzen differenzierter benennen (sei es dass die Mama Floristin ist und es eben damit aufwächst).
Es ist so wie bei allem im Leben. Jeder hat doch irgendwo sein Steckenpferd. Das ist auch bei Kindern schon.

Liebe Grüße

Bianca

Beitrag von chidinma2008 13.04.10 - 19:02 Uhr

Hallo
ich finde es super wen deine Maus spass dran hat :-)Lass ihr den laptop und wen sie fragen hat Beantworte sie.
Warum stoppen sie macht es von alleine und ich finde sie ist sehr weit für ihr Alter darauf kannst du stolz sein.

Ich finde nicht das du damit angeben tust sie redet Ist super .
Mein sohn zbs. ist jetzt 2 geworden er spricht nicht in sätzen und spricht selten mal was nach. Spielt auch nicht mit den Laptop.
Dafür macht er sehr viele andere dinge besser wie andere jedes Kind ist anders.

LG yvonne

Beitrag von johanna71 13.04.10 - 22:32 Uhr

Bei meinem Großen war das ähnlich wie bei deiner Tochter; im Sommer kommt er aufs Gymnasium.
Und ich selbst konnte mit drei Jahren lesen; ich glaub nicht, dass es mir geschadet hat.

Nie würde ich ein Kind bremsen, und fördern würde ich, soweit es eben will.

Beitrag von schnulli2007 14.04.10 - 20:57 Uhr

Danke für deine Antwort, auch wenn ich mich erst sehr spät melde. Ich glaube ja auch nicht, dass ihre Neugier im Bezug auf Zahlen und Buchstaben unbedingt etwas über ihre spätere Schulbildung aussagt - ich will nur nichts falsch machen. Also, weder zu sehr noch zu wenig fördern. Aber bei den ganzen Beiträgen ist mir klar geworden, dass ich offenbar alles richtig mache - und zwingen werde ich sie garantiert nicht.