Verewaltigt-aber jemand zweifelt

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von nur ich 13.04.10 - 13:14 Uhr

Ich hab einen sehr liebevollen Partner, mit dem ich wahnsinnig glücklich bin. Wir haben einen 8 Wochen alten Sohn und sind glücklich, zumindest im großen und ganzen. Ich bin jedoch vor einiger Zeit Vergewaltigt worden, von einem Bekannten. Gemeinsam mit meinem Partner war ich bei der Polizei, beim Arzt etc. Es nam seinen Gang und ich versuchte mit Hilfe meines Partner einen Weg zurück ins Leben zu finden. Es erfuhr noch niemand etwas davon, ich zog mich halt einfach zurück. Auch Freunde bemerkten nichts, da ich einfach nicht mehr mit zu ihnen ging. Offiziell hatte ich zu viel zu tun etc. Nun hat mein Freund jedoch in Absprache mit mir es jemandem gesagt. Versteht es nicht falsch, er wollte es nciht einfach rausposaunen. Er brauchte nur jemand "Aussenstehenden" zum reden. Denn natürlich ging es ihm verdammt nah. Dieser jemand, dem er es erzählte, reagierte recht ruhig. Und bagann einfach so, an meiner Aussage zu zweifeln. Es sei schon komisch das mir sowas passiert, ob ich nciht vielleicht nur Aufmerksamkeit wolle. Oder ob ich mir nciht selber Gedanken machen würde, wie so etwas ankommt. Mein Freund ist enttäuscht, böse und weiß nicht mehr was er dazu noch sagen soll. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, diese Person einmal drauf anzusprechen. Ob er weiß, wie sehr er mir wehtut. Ob er weiß, das mich jeder seiner Zweifel ernsthaft an mir zweifeln läst und mich drin bestärkt niemals mehr drüber zu sprechen. Bin ganz kurz davor meine erste Therapiestunde abzusagen. Eben weil ich jetzt selber zweifel und mir sage:" War doch halb so schlimm selbst XXX sieht das so!"... Ich weiß wirklich nicht, was richtig und was falsch ist...

Beitrag von petra1982 13.04.10 - 13:21 Uhr

Nur weil jemand zweifelt zweifel dunicht. Du allein weisst wie es war und gut ist, geh hin und lass dir helfen tut dir sicher gut....Ich würde mich nie trauen sowas zu sagen denn ich glaube kaum eine die leidet und sich zurückzieht wie du erfindet sowas.....Ansprechen würd ich es nicht, ich würd gar nichts mehr demjenigen zu sagen zu haben .....#liebdrueck

Beitrag von zeitblom 13.04.10 - 13:24 Uhr

Hallo,

Du solltest jetzt erst recht zu Deinen Therapiestunden gehen, damit Du die Kraft zurückgewinnst, von Meinungen und Reaktionen anderer Menschen unabhängiger zu werden.

Viel Glück!

Beitrag von thyme 13.04.10 - 13:40 Uhr

Das ist leider eine häufige Reaktion. Ich glaube, eine Vergewaltigung ist etwas so Dramatisches und gleichzeitig so schambehaftet, dass viele vor der Vorstellung zurückschrecken.
Dass Opfer wird so zum Täter oder zumindest mitschuldig. Warum hat sie sich denn nicht gewehrt? Sie hat bestimmt erst angeheizt und dann zurückgezogen, kein Wunder, hat er weitergemacht.... Alle diese Aussagen sind wohl eine Art Abwehrreflex vor dem Ungeheuren.
Mach deine Therapie und zweifle nicht an dir.

Alles Gute, thyme

Beitrag von luka22 13.04.10 - 13:48 Uhr

Kann es vielleicht sein, dass der Bekannte es schon wusste? Könnte es sein, dass Täter und der Bekannte sich schon darüber unterhalten haben? Dass der Täter ihm "seine" Version erzählt hat?

Unabhängig davon, ob dein Bekannter zweifelt oder nicht. Du weißt, welches Leid dir widerfahren ist. Ansonsten wärst du kaum zur Polizei gegangen und wärst wohl auch nicht in Therapie. Dumme Kommentare und "Unverständnis" wird es im Fall von Vergewaltigung wohl immer geben! :-( Das wäre doch ein gutes Thema für eine Therapiesitzung: wie man mit solchen Menschen umgeht!

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von marleen87 13.04.10 - 15:25 Uhr

hallo,

da ich zum Teil nach fühlen kann würd eich glatt mal sagen, son Doofkopf! Sorry, aber das ist deinem mann kein wahrer freund. es ist total wichtig, dass dein partner mit einem ausstehenden darüber reden kann. er muss auch mal seine ängste und sorgen los werden - ist doch klar!
es ist schade, dass er dabei so enttäuscht wurde. dein partner sollte sich an einen freund wenden, dem er wirklich vertrauen kann. mein mann schiebt dieses thema komplett weg und redet darüber nie. wenn wir darüber ansatzweise redet, drückt er es so aus als wäre dies wohl nicht so schlimm gewesen. kommt aber nur daher, dass er es nicht verstehen kann, dass seiner Frau sowas angetan wurde und er in die Normalität flüchten will. ich habe gelernt damit umzugehen und habe mir freunde rausgepickt die mich wirklich wieder auffangen können. weiss aber trotzdem, dass mein Mann zu mir stehen wird egal was passiert. es ist halt das begreifen, dass einer geliebten person sowas passiert so arg verletzend udn wenn nicht der ausgleich ist mit einer "neutralen" person darüber zu reden wird er (wie mein mann) nie lernen dies zu akzeptieren.

lg, marleen

Beitrag von nur ich 13.04.10 - 15:38 Uhr

Da gebe ich Dir total recht. Ich fand es okay, das er mit jemandem reden wollte. Ich konnte es nachvollziehen. Das das solche Kreise zieht habe ich nicht mal erahnt.Du kennst das wahrscheinlich, man hat schon tierisch Panik davor das einem niemand glaubt und man mit all den Gefühlen allein dasteht. Das dann wirklich jeand zweifelt, das tut so scheiße weh..

Beitrag von gustav-g 13.04.10 - 17:42 Uhr

Wichtig ist, dass dein Partner zu dir hält und dir glaubt.

Du stehst nicht mit deinen Gefühlen allein da. Wenn einer Zweifel an deiner Version hat, musst du das ertragen lernen.

Beitrag von marleen87 14.04.10 - 10:57 Uhr

Ganz ehrlich: Nein, ich kenne es nicht. Da ich leider aus familiäerer Seit und keine wirklichen Freunde hatte die mich da verstanden hätten. Ich bin da rigendwie relativ alleine durch. Meine Mutter meinte 2 Jahre später, dass es sie nicht interessieren würde und sie ihr eigenes Leben hat.
Doofe Nuss die!
Aber du kriegst das definitiv hin! Wir Frauen sind das starke Geschlecht-denk dran!

Beitrag von seelenspiegel 14.04.10 - 10:28 Uhr

DU bist das Opfer und hast nichts falsch gemacht.

Fall also nicht noch tiefer in die Opferrolle, indem Du jetzt auch noch anfängst, an Dir selbst zu zweifeln, und Dich zu fragen, ob Du nicht doch irgend etwas falsch gemacht haben könntest, oder es sogar provoziert hast....oder was anderes unsinniges in der Richtung.

Ein NEIN bleibt ein NEIN.....IMMER und OHNE Ausnahme.....egal wie jemand anderes sich das evtl zurechtinterpretieren mag, oder es ignoriert.

Ihr habt eine dritte Person ins Vertrauen gezogen, und seid aufgrund der Reaktion enttäuscht. Die Gefahr besteht leider immer, wenn man jemanden nahe an sich heran lässt, aber zumindest dieser Person gegenüber müsst ihr ja nicht den gleichen Fehler noch einmal machen.

<<<Ich weiß wirklich nicht, was richtig und was falsch ist...>>>

Alles was Dir helfen kann das ganze zu verarbeiten und wieder zu Dir zu finden ist gut.....alles andere ist schlecht, und Schlechtes kannst Du im Moment nicht gebrauchen.

Wenn sich also ein vermeindlicher Freund als kein Freund entpuppt, dann ist das schade und traurig, aber so jemanden kannst Du nicht gebrauchen....jetzt schon gar nicht, und für die Zukunft wahrscheinlich auch nicht.

<<<Bin ganz kurz davor meine erste Therapiestunde abzusagen.>>>

Mach das nicht und zieh die Therapie durch wenn Du denkst, dass sie Dir helfen kann.

Niemand ausser Dir selbst kann beurteilen was Dir helfen kann wieder ein Stückchen "Normalität" in Dein Leben zu bringen.....und niemand ausser Dir selbst kann sich anmaßen ein Urteil über Deine Sutiation zu fällen.

Alles Gute
TJ