Sterben Hebis aus? Das darf nicht sein!!!

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von minnie85 13.04.10 - 16:27 Uhr

Hallo ihr lieben Baldmamis,

ihr alle profitiert von ihnen, den fachkundigsten Frauen rund um die Geburt: Hebammen!
Doch, wie vor Jahren schon in den USA, droht ihnen nun in Deutschland auch das Aus...meine Hebamme/Freundin hat mit folgendes zugesandt und ich denke, dass das auch hier sicher einige interessiert. Denn WIR Frauen sind ja letztendlich die Leidtragenden, wenn es keine Hebammen mehr gibt!
Leitet es weiter, macht darauf aufmerksam...es geht um uns!!!

nbezahlbare Haftpflichtprämien bedrohen die Existenz des Hebammenberufes und die flächendeckende Versorgung der Gebärenden.
Seit Monaten weist der Hebammenverband Krankenkassen und Politik darauf hin, dass durch die steigenden Haftpflichtprämien - bei stagnierenden Einnahmen - verstärkt freiberuflich tätige Hebammen aus der Geburtshilfe gedrängt werden.

War es früher selbstverständlich, dass eine Hebamme neben Vorsorge und Wochenbettbetreuung auch Geburten begleitet hat, so ist deren Anteil parallel zum Anstieg der Haftpflichtprämien drastisch gesunken.

Von den freiberuflichen Hebammen sind gerade noch 23% mit Geburten als Beleghebamme, im Geburtshaus oder zu Hause tätig, obwohl es einen anhaltenden Trend gibt, Stellen für angestellte Hebammen in Kliniken abzubauen und stattdessen ins Belegsystem umzuwandeln. Ab dem 1.7.2010 erreichen die Haftpflichtprämien der Hebammen eine Höhe, die befürchten lässt, dass die Versorgung der Frauen nicht mehr flächendeckend sichergestellt werden kann.

Den massiven Prämiensteigerungen stehen Gebühren gegenüber, die ohnehin inakzeptabel niedrig sind. Für die Betreuung einer Geburt, inklusive acht Stunden vor der Geburt und drei Stunden danach, bekommt die Hebamme 237 Euro für eine Geburt im Krankenhaus, 445 Euro für eine Geburt im Geburtshaus und 537 Euro für eine Hausgeburt. Bei einer Rundumbetreuung, mit Vorsorge, Kursen, Geburt, Wochenbett und Stillzeit betreut eine klinisch tätige Hebamme ca. 30 Frauen im Jahr, außerklinisch etwa 10 Frauen. Bei allen reichen nun die Einnahmen aus der Geburtshilfe gerade mal zur Deckung des neuen Versicherungsbeitrages von 3689 Euro.

Auch ohne Geburtshilfe ist es um die Einkommen der freiberuflichen Hebammen nicht rosig bestellt. Für einen Hausbesuch im Wochenbett erhält die Hebamme 26,52 Euro. Nach Abzug aller Kosten bleiben davon durchschnittlich 7.50 Euro.
Durch diese Schieflage zwischen Einkommen und Ausgaben ist die Existenz vieler Hebammen akut gefährdet!

Deshalb hatte der Deutsche Hebammenverband große Hoffnungen in die Verhandlungen mit den Krankenkassen über den „Ausgleich der Haftpflichtprämienerhöhung“ gesetzt. Leider wurden diese Verhandlungen am 29. März 2010 für gescheitert erklärt. „Der Grund für das Scheitern“, so Martina Klenk, die Präsidentin des Hebammenverbandes, „sind die Spitzenverbände der Krankenkassen, die nicht bereit sind, die Vergütung für Hebammenleistungen auf ein Niveau anzuheben, das der hohen Verantwortung des Hebammenberufes gerecht wird und die massiv gestiegenen Versicherungsprämien kompensieren könnte. Die Schieflage wird zu einem reduzierten Angebot außerklinischer Geburtshilfe und Beleggeburten führen. Dadurch wird zukünftig das Recht der Frauen auf eine freie Wahl des Geburtsortes ausgehebelt“, so die Präsidentin.

Verschärft wird diese Situation auch dadurch, dass zunehmend wohnortnahe geburtshilfliche Abteilungen an Kliniken aus Rentabilitätsgründen schließen. Dies könnte innerhalb weniger Jahre zu einer Monopolstellung großer geburtshilflicher Versorgungszentren führen. Auf dem freien Markt bewirken Monopolisierung und fehlende Konkurrenz immer eine Reduzierung, bzw. Verschlechterung des Leistungsangebotes. Dies befürchtet der Hebammenverband nun auch für die geburtshilfliche Situation in den Krankenhäusern.

Die Leidtragenden sind die Mütter und Kinder mit ihren Familien, die dieser desolaten Versorgungssituation ausgeliefert sind. „Wir werden es nicht einfach so hinnehmen, dass Hebammen wegen der drückenden Last der Haftpflichtprämien und der unzureichenden Anpassung der Gebühren die Geburtshilfe aufgeben müssen“, so Martina Klenk, die Präsidentin des Hebammen-verbandes. „Zumal die Erhöhung der Haftpflichtprämie nicht durch einen Anstieg der Schadensfälle verursacht worden ist, sondern durch massiv angestiegene Pflegekosten der Geschädigten. Deshalb dürfen diese hohen Schadensaufwendungen auch nicht den Hebammen aufgebürdet werden. Wenn es in dieser Angelegenheit keine zeitnahe Korrektur gibt, wird die flächendeckende Versorgung spätestens zum 1.7.2010 zusammenbrechen. Deshalb appellieren wir an die Politik! Wenn sie ihrem Sicherstellungssauftrag nachzukommen will, muss sie sich gemeinsam mit uns für eine rasche politische Lösung einsetzen“, so die Vorsitzende abschließend.

Kontakt

Dr. Edith Wolber,
Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes e.V.
Tel: 06226/429400, Mail: wolber(at)hebammenverband.de, www.hebammenverband.de

Beitrag von brille09 13.04.10 - 16:44 Uhr

Hebis sterben sicher nicht aus, denn bei jeder Geburt muss (!) eine Hebamme hinzugezogen werden. Das ist faktisch ein Monopol und sorgt dafür, dass der Berufsstand gesichert ist (zumal sich ja Geburten nicht "vermeiden" lassen ;-)).

Dass die Haftpflichtprämien für solch alternativen und zudem sehr gefährlichen Schnickschnack wie Hausgeburten ansteigen, find ich nur normal. Und jeder, der sich mit Versicherungen auskennt, weiß, dass - zumindest bei "seriösen" Unternehmen - die Prämien nach dem Risiko berechnet werden. Tja, und da eben das Risiko bei Hausgeburten größer ist, ... Aber das hört man hier bei urbia ungern.

Außerdem find ich das mit den "fachkundigsten Frauen" stimmt halt nur bedingt. Ich hab mit meiner eigenen Hebi gesprochen und sie meinte, dass der Praxisanteil in der Ausbildung (wie so oft) sehr, sehr gering ist. Wenn du also ne sehr junge Hebi hast ("einmal ist immer das erste Mal"), dann hat die mit Sicherheit wesentlich weniger Ahnung als ein "alter" Gynäkologe, der seit Jahren auf ner Geburtsstation ist. Andersrum gilt es genauso - selbstverständlich.

Ich glaube, Hebammen haben hier in D eine sehr große Lobby. Nicht nur die Hinzuziehungspflicht, sondern auch die Tatsache, dass die KK sowohl GVK, Vorsorge als auch - und vor allem - Nachsorge in so großem Umfang bezahlen schützt diesen Beruf mehr als viele andere (die auch sehr wichtig wären).

Beitrag von dominiksmami 13.04.10 - 16:48 Uhr

Huhu,

Hausgeburten sind weder alternativ noch besonders gefährlich.

ich mein....wir hier in NL haben nicht nur die geringst SIDS Rate sondern auch die niedrigste KS Rate und die niedrigste Geburtskomplikationsrate, EU weit.

Und das "obwohl" hier die Hausgeburt der völlig normale Weg ist.

Krankenhausgeburten bekommst man hier nur bezahlt wenn es schwerwiegende Gründe dafür gibt oder man sich äusserst teuert zusatzversichert.

Ich denke auch das die Lobby der Hebammen und das Ansehen dieses Berufes hier in NL deutlich höher steht als in D, wo ich durchaus auch schon mehrere Hebammenpraxen habe schliessen sehen, weil es sich einfach nicht mehr lohnte.

Aussterben werden die Hebammen sicher nicht, aber weniger werden!

lg

Andrea

Beitrag von honigkruemel 13.04.10 - 17:17 Uhr

Echt? Ich glaub ich zieh um *gg*
Hier darf ich mir immer dumme Komentare anhören #augen
Und ich gehe nur ins Geburtshaus as ja nicht viel anders ist aber das wissen scheinbar nur wenige.

LG

Beitrag von dominiksmami 13.04.10 - 17:23 Uhr

Huhu,

ja echt *g*

Hier in NL ist die Geburt etwas viel natürlicheres als ich es aus D kenne.

Es ist vollkommen normal das die Hebamme alle Vorsorgeuntersuchungen macht, einen intensiv und fürsorglich durch die Schwangerschaft begleitet und eben auch bei der Geburt zu Hause dabei ist.

Man bekommt ein Geburtspaket von den Hebammen um sich ein Geburtsbett fertig zu machen ( damit mans nicht versaut) und die Hebamme ist dann immer in Rufbereitschaft ( was man auch nicht extra bezahlen muß wie in D).

Zum Arzt geht man in der Schwangerschaft normalerweise nur 2 bis 3 mal, nämlich dann wenn die Ultraschallscreenings anstehen.

Bei Komplikationen etc. wird man natürlich sofort hingeschickt. Desweiteren gibt die Hebamme im nächsten KH bescheid wenn sie zu einer Geburt fährt, damit im Falle einer Komplikation alles schnell gehen kann.

Aber Komplikationen kommen hier so gut wie gar nicht vor oder werden so früh erkannt das gleich die Geburt im KH angeordnet wird.

Geburtshäuser gibts hier auch, aber auch nicht sooo häufig.

Ich selber gehe nach D ins KH, aber das hat persönliche Gründe.

lg

Andrea

Beitrag von brautjungfer 13.04.10 - 16:50 Uhr

soso, Hausgeburten sind gefährlich.
aber nach deinem Post bezüglich "schreien" während der Geburt wundert mich bei dir nichts mehr.
du hast einfach keine Ahnung was Geburten betrifft.
Hausgeburten sind sogar weniger mit Komplikationen behaftet wie Klinikgeburten aber egal.

Beitrag von brille09 13.04.10 - 16:56 Uhr

Ich sagte ja bereits, dass man das mit den Hausgeburten in diesem Forum nicht schreiben darf, weil da ein paar so Alternative rumgeistern. Mir fallen spontan 4 Kinder im Alter zwischen 0 und 4 Jahren ein, die - nach völlig unkomplizierten SS - am ersten Lebenstag gestorben wären, wenn sie nicht im KKH gewesen wären. Gründe: Herzfehler, Infektionen. Nur sofortige Antibiotikagabe bzw. Anschluss an entsprechende Maschinen konnten das Leben retten. Heute sind sie alle kerngesund.

Beitrag von brautjungfer 13.04.10 - 17:12 Uhr

dann sollte die WHO schleunigst ihre Empfehlung bzw Erfahrungswerte ändern und das Ärzteblatt schreibt auch Unsinn, was?!
aber ich sehe, du hast dich überhaupt nicht mit dem Thema auseinander gesetzt.
komisch das es in Holland beispielsweise normal ist zuhause zugebären. seltsam auch, dass die Komplikationsrate in Krankenhäusern viel höher liegt als bei Hausgeburten.

Beitrag von wir3inrom 13.04.10 - 17:14 Uhr

Ich glaube, das ist vergebene Mühe.
Die Dame hat grundsätzlich was gegen Hebammen.
Von daher: spar dir lieber den Atem. ;-)

Beitrag von brille09 13.04.10 - 17:22 Uhr

Nö, ich hab nichts gegen Hebammen, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, Hebigabi hier im Forum schreibt wirklich sehr vernünftige Sachen und kann gut weiterhelfen. Die beiden Hebis, die den GVK bei mir gemacht haben, waren auch sehr kompetent und angenehm. Trotzdem gibt es Probleme, die ein Mensch - und sei er noch so gut ausgebildet (und an der Ausbildung krankts aber hier in Deutschland zumindest auch mittlerweile etwas, laut meiner eigenen Hebamme) - nicht allein lösen kann. Dazu gehören Infektionen, Geburtsstillstand, Herzfehler, ... Für solche Fälle hat die Medizin als Wissenschaft Mittel und Wege erforscht, die sehr gut angewendet werden können, aber eben spezielle Geräte, usw. erfordern. Und die sind in nem KKH eben da. Garantie ist es trotzdem keine. Aber die Kombination aus ner gut ausgebildeten Hebi und den entsprechenden Geräten, die im KKH zur Verfügung stehen, ist eben optimal.

Beitrag von dominiksmami 13.04.10 - 17:15 Uhr

tja ja so ist das, was wissen schon WHO und Ärzte?

Und die Holländer ( also..wir hier *g*) haben einfach nur Glück.

So wirds sein.

Beitrag von wir3inrom 13.04.10 - 17:35 Uhr

"Und die Holländer ( also..wir hier *g*) haben einfach nur Glück.!

Na, ihr habt ja auch Beatrix. :-D

Beitrag von dominiksmami 13.04.10 - 17:40 Uhr

so ist das ;-)

da muß man ja mehr Glück haben als andere #rofl

Beitrag von brautjungfer 13.04.10 - 20:56 Uhr

hast Recht. Glück wird es bei den Holländern sein. oder vielleicht doch der gute Gouda?;-)

lg

Beitrag von dominiksmami 14.04.10 - 09:09 Uhr

DAS ist auch mal ein Denkansatz...der Gouda *nick* *lach*

Beitrag von nisivogel2604 13.04.10 - 16:52 Uhr

Hausgeburten sind nicht alternativ, geschweige denn gefährlicher als eine Klinikgeburt.

Hast du dir die Studien mal zu Gemüte geführt?

Beitrag von wir3inrom 13.04.10 - 16:55 Uhr

Schnickschnack.
Das wird mein Wort der Woche..

Beitrag von wir3inrom 13.04.10 - 16:55 Uhr

Schau mal auf den oben festgepinnten Thread von hebi-gabi. :-)