Sohn 5 Jahre 8 Monate mit zum Uropa im KH?!?!

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sohnemann_max 13.04.10 - 16:45 Uhr

Hi Mädels,

unser Uropa (mein Opa) liegt seit einer Woche im KH. Schwerster Schlaganfall mit Einblutung ins Gehirn. Seine linke Seite ist gelähmt, sprechen fällt ihm schwer. Gefüttert wird er, trinken kann er nicht selbständig, hängt an Infusionen usw.. Volles Programm eben. #schock

Kurzum, es ist nicht mehr der Mensch, den wir kennen - LEIDER.

Wir haben eigentlich davon abgesehen, unsere Kinder zu Besuch mitzunehmen. Es ist für uns Erwachsene schon sehr schwer das Erlebte und Gesehene zu verarbeiten.

Nun hegt aber unser Sohn den Wunsch, mit ins Krankenhaus kommen zu wollen. Wir haben ihm bereits erklärt, was Uropa hat, wie sich das äußert. Allerdings bin ich mir sicher, dass er sich das live nicht vorstellen kann und natürlich auch nicht muss.:-(

Ich halte es für keine gute Idee, meine Familie auch nicht.

Wie würdet ihr handeln?!?

Kontakt hatte er schon regelmäßig aber jetzt auch nicht so innig wie z. B. mit seinem Opa oder Oma.

Ach menno, das ist eh alles schon so schwer.

LG
Caro mit Max und Lara

Beitrag von befree78 13.04.10 - 16:52 Uhr

Hallo Caro,

oh ja, das ist schwer! Ehrlich gesagt, würde ich ihn nicht mitnehmen.

Ich wollte mit ca. 11 Jahren auch unbedingt meine Oma auf der Intensiv besuchen, Kinder waren da eigentlich nicht erlaubt. Ich hab so lange gebettelt, bis meine Mutter mich mitgenommen und die Schwestern nachgegeben haben. Und ehrlich gesagt, es wäre besser gewesen, hätten sie mich nicht lassen! Es war ein fruchtbarer Anblick. Das Bild habe ich immer noch im Kopf, kann damit aber natürlich jetzt umgehen. Wenn der Opa viele Schläuche/Infusionen drin hat würde ich ihn nicht mitnehmen. Wenn er einigermaßen "normal" aussieht und nur nicht sprechen kann, könnt Ihr es vielleicht wagen. Grundsätzlich finde ich es in dem Alter echt besser, wenn Ihr dem Jungen sagt, dass es Opa nicht gut geht und er daher leider nur ein paar bestimmte Leute als Besuch empfangen kann....

Viele Grüße und viel Kraft!
Helena

Beitrag von jsteinba 13.04.10 - 16:53 Uhr

Mein Sohn war zwar schon ca. 2 Jahre älter als wir in einer ähnlichen Situation waren. Mein Vater lag nach Rückenmarksschlaganfall vom Hals abwärts gelähmt auf der Intensiv. Atmen konnte er nur mit extra Sauerstoff, ansonsten nichts bewegen, aber sprechen.

Wir haben nach ein paar Tagen unseren Sohn mitgenommen und es war die richtige Entscheidung. Für ihn war wichtig den Opa wieder zu sehen und zu den Einschränkungen meinte er nur "Opa, du hast das alles als Baby schon einmal gelernt, dann kannst du es auch wieder lernen" Womit ER recht hatte und die Ärzte, die schon die Vollzeitpflege geplant hatten nicht!

Gruß Juia

Beitrag von picco_brujita 13.04.10 - 17:42 Uhr

meine tochter war letztes jahr mit 4 jahren mit bei ihrer uroma im KH - das war sehr wichtig - für beide!!!! für meine oma sah es nicht gut aus und ich war mir auch nicht sicher was ich machen sollte, aber meine tochter wollte die uri unbedingt sehen. und da ich nicht wusste, ob es das letzte mal sein könnte, hab ich sie mit genommen und es war gut so!
meiner oma hat es sehr gut getan - sie war zwar oft nicht ansprechbar, aber meine tochter, ihre urenkelin, die hat sie komplett realisiert.

lg
brujita

Beitrag von schnuffel0704 13.04.10 - 18:42 Uhr

Hallo Caro,
wir hatten so eine ähnliche Situation, meine Oma lag auch im Krankenhaus, auch an Schläuchen und Infusionen.
Thomas wollte "Tilla" auch gerne besuchen, meine Mam und ich waren uns nicht sicher, ich habe Thomas dann erklärt das Tilla sehr krank ist und ihn wohl nicht wahrnehmen wird aber er wollte trotzdem.
Wir haben ihn mitgenommen, er ist vorsichtig ins Zimmer und hat sie sich von weitem angesehen und dann nur tschüß Tilla gesagt und ist wieder raus. Für ihn war es gut und wichtig.
Oma hat sich kurz wieder erholt, ist aber ca. 2 Wochen später gestorben.
Thomas hat sich an dem tag von ihr verabschiedet und so doof das klingt, ich glaube er wußte es zu dem Zeitpunkt schon.
Als ich ihm zwei Tage nach ihrem tot gesagt habe das auch Tilla jetzt wie Lisbeth sein Schutzengel ist weinte er erst und sagte dann nur, "ich hatte mich ja verabschiedet".
Hammer er ist fünf..
So jetzt ist aber auch gut, ich wünsche euch das ihr die richtige Entscheidung trefft, fragt ihn, erklärt es ihm noch mal und wartet ab.
LG, Tanja

Beitrag von janamausi 13.04.10 - 20:20 Uhr

Hallo!

Vor einem Jahr lag mein Vater auch im Krankenhaus. Er hatte Krebs (ist auch dann daran verstorben) und hat innerhalb von paar Monaten stark abgebaut (abgemagert, konnte zum Ende hin nicht mehr aufstehen, auch sehr schlecht sprechen etc.).

Ich hab damals mit meinem Kinderarzt gesprochen und der meinte, wenn meine Tochter mit ins Krankenhaus will, soll ich sie mitnehmen, aber genauso soll ich es akzeptieren wenn sich nicht will. Wichtig ist, offen mit den Kindern zu reden damit sie auch merken, dass man sie und ihre Ängste, Gefühle ernst nimmt. Kinder merken es sowieso, wenn uns Erwachsene etwas bedrückt und daher ist es wichtig, offen mit ihnen zu sein, nicht dass sie das Gefühl kriegen sie werden belogen.

Manchmal wollte meine Tochter unbedingt mit ins Krankenhaus, manchmal überhaupt nicht. Ich hab mich dann immer nach ihr gerichtet. Für meine Tochter war es nicht leicht, ihren Opa so im Krankenhaus zu sehen. 3 Monate zuvor hat ihr Opa noch mit ihr rumgetobt...aber es war die richtige Entscheidung.

Ich würde dir raten, auf alle Fälle mit dem Kinderarzt zu sprechen, der kennt ja auch ein bißchen dein Kind. Evtl. kann er dir auch ein paar gute Tips, Bücher etc. geben, wie Du dein Kind auf einen Besuch vorbereiten kannst und/oder wie Du deinem Kind alles kindgerecht erklären kannst.

LG janamausi

Beitrag von 3wichtel 13.04.10 - 20:53 Uhr

Krankheit und Tod gehören zum Leben dazu und müssen vor einem Kind nicht versteckt werden.

Er möchte seinen Uropa sehen. Und ich finde, er hat auch das Recht dazu.

Und vielleicht versteht er dann hinterher auch besser, wieso ihr Euch alle solche Sorgen um den Uropa macht.

Und mal angenommen, der Uropa stirbt: Dann hätte Euer Sohn in wenigstens noch gesehen und kann das dann vielleicht besser verarbeiten.
Für Kinder ist es oft viel leichter, wenn sie sehen, dass jemand ganz doll krank ist und dann stirbt, als wenn derjenige einfach plötzlich "weg" ist.