Hund muss eingeschläfert werden

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von mimi08152004 14.04.10 - 00:20 Uhr

Hallo!

Ich weiß grade nicht so recht weiter...
unser Hund ist 12 Jahre alt (ein Labrador, ein wirklich gesegnetes Alter)
Letztes Jahr hat er sich den Knöchel gebrochen, da er da aber noch vital und kraftvoll war, haben Klinik und wir die OP gemacht.
Der Bruch ist zwar gut verheilt, da er aber einen Infekt an den externen Fixateuren (von aussen in den Knochen gebohrte Stäbe zum fixieren des Bruches) hatte, der sich chronisch im Knochen festgesetzt hat, hat er Schmerzen.
Wir haben uns lange rumgehangelt, nun verläßt den Hund die Kraft und der letzte Schritt muss sein.

Ich hab ausser uns beiden (mann un ich) 2 "Baustellen"

die kleinere, aber auch dramatische

wir haben einen Rentner, der mit dem Hund gassi geht seit der 1 Jahr alt ist. Der Mann ist selbst schwer krank und der Hund ist sein einziger Halt. Der Mann war auch bei der Diagnose dabei und weiß was Sache ist und sieht in den letzten Wochen ohne ein Wort von uns, dass es nicht mehr geht und zerfällt vor meinen Augen zusehends...ich würde aus meinem Herzen heraus, ihn mit dabeilassen, weiß aber nicht, ob das gut ist. Sein Sohn weiß auch bescheid und trägt wohl alles mit, wie es auch kommt..

das schlimmere ist mein Sohn...er ist 5 und kennt sein Leben nur mit dem Hund..was soll ich dem denn sagen? Soll ich ihn in den nächsten 2 Wochen mal durch Bemerkungen vorbereiten? Soll ich wirklich mit ihm reden, dass der Hund sterben muss? (Ich würde ihm nat. nicht sagen, dass wir den Hund schlafen schicken..er weiß, dass Wotan schon sehr alt und krank ist). Oder soll ich einfach öfter sagen, dass er sehr alt ist und dann sagen, er wäre gestorben?
Geplant ist, dass Paul übers WE nicht da ist und wir dass dann über uns bringen..

ach es ist so schrecklich, hätte Wotan nicht einfach glücklich, zufrieden und alt einschlafen können? Ich will meinen Hund nicht erlösen müssen und doch ist es das einzige, was ich noch für ihn tun kann *wein*

LG Mimi

Beitrag von andreag1302 14.04.10 - 07:54 Uhr

Hallo,
ich weiss es tut unsagbar schwer ein Tier oder besser einen Freund gehen lassen zu müssen.
Ich musste diesen Schritt auch im letzten Jahr gehen.
Versuch deinem Sohn ( mit 5 Jahren kann er das verstehen) zu erklären,das Wotan alt und krank ist und sich bald auf den Weg zu den Sternen /Engeln machen wird ( so hab ich das mit meinen Kidis gemacht ,hat eigentlich gut geklappt).
das er ein Stern sein wird,den man Abends sieht am Himmel,zu dem man sprechen kann,den man leuchten sieht.
Das er dann dort auf der Wiese keine Schmerzen mehr haben wird ,mit anderen Tieren toben kann.

Da wir unsere Chrissi in einer Urne im Wohnzimmer stehen haben,können die Kinder immer eine Kerze anzünden wenn ihnen danach ist,ich weiss nicht wie ihr das "danach" handhaben wollt.
Vielleicht habt ihr ein Grab,wo der Kleine dann hinkann und mit seinem Freund reden kann.

Mein Sohn hat eine kleine Kiste ,dort haben wir ihm Haare von seiner Chrissi rein ( sie war ein Langhaarschäfer),die wollte er unbedingt aufheben.Vielleicht könnt ihr ihm etwas vom Hund hierbehalten(Halsband/Bild) und als Gedenktisch ins Zimmer machen?


Euch alles Gute und Eurem Wotan eine gute Reise ins Regenbogenland,in dem es ihm wieder gut gehen wird...

Andrea:-(

Beitrag von mimi08152004 14.04.10 - 22:33 Uhr

Hallo
Lieben Dank für deinen Rat..

ich bin hin und hergerissen, ob ich Paul vorher "informieren" soll..
Wir haben auf alle Fälle Erinnerungen, sein altes Halfter, alte Halsbänder, die tun wir nicht weg..

es ist so komisch, ganz lange war für Paul der Hund einfach "da" und seit 2 Wochen kümmert er sich so, streichelt ihn, möchte die Hand geleckt haben, mal ein Leckerchen geben..als ob er spürt was los ist..

Er wird wieder Freude haben, der alte Ganove da bin ich sicher

Beitrag von pechawa 14.04.10 - 08:47 Uhr

#liebdrueck wenn man mit einem Tier soviele tolle Jahre verbracht hatte, dann ist man ihm ein würdiges Ende schuldig. Wie du schon schreibst, im Prinzip wäre es das Einfachste, den Jungen übers Wochenende anderswo unterzubringen und dann den Hund zu erlösen. Dann mit dem Jungen darüber sprechen, wenn er zurück kommt! Ich bin ehrlicherweise überfragt, ob man einem 5 Jährigen Euthanasie erklären kann, wahrscheinlich kommt es auch darauf an, wie sensibel er ist.
Kennst du das Video von der Regenbogenbrücke?
http://www.indigo.org/rainbow/rainbow-de.html
hier den Text dazu:

"Die Regenbogenbrücke"

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.

Wegen der vielen Farben nennt man sie "die Brücke des Regenbogens".
Hinter der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem Gras.
Das Regenbogenland.

Wenn ein geliebtes Lebewesen auf Erden für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es zu essen und zu trinken und es ist warmes Frühlingswetter.
Die Alten und Kranken sind wieder jung und gesund.
Sie haben ihren Frieden gefunden.

Es gibt nur eine Sache die sie vermissen.
Sie sind nicht mit denen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So sind sie den ganzen Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen aufsieht.
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen.
Und wenn Du und Dein geliebtes Lebewesen sich treffen
nimmst Du es in Deine Arme und hältst es fest.
Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder,
und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Lebewesens,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens,
und Ihr werdet nie wieder getrennt sein.....

liebe Grüße
Pechawa

Beitrag von mimi08152004 14.04.10 - 22:37 Uhr

Hallo
Die Regenbogenbrücke kenne ich natürlich :-) Ich werde das wohl auch im Falle des Falles bei meinem großen in einer Art und Weise zur Sprache bringen.
Wir werden ihm aber definitv NICHT sagen, dass wir den Hund schlafen gelegt haben..das wäre schon zuviel..
die Frage ist eben, stelle ich das Kind vor vollendete Tatsachen oder bereite ich es vor :-(

Lg Mimi

Beitrag von diegute 14.04.10 - 11:46 Uhr

Hallo,

das ist sehr traurig.

Als wir vor 6 1/2 Jahren unseren damals 15 Jahre alten Mischlingshund einschläfern lassen mussten (Krebs und nur noch Schmerzen) haben wir es unseren Kindern erklärt wie es ist und sie haben es gut verstanden. Die Kleine war damals 4. Ich hätte mich mit drumrumreden schwer getan. Wir haben zusammen getrauert. Sie haben ein Kreuz gebastelt und Kerzen angezündet. Wir haben Halsband und Leine immer noch an einem Ehrenplatz. Wir unterschätzen Kinder hier ganz oft. Sie verstehen mehr als wir denken und empfinden nicht alles so tragisch.

Der ältere Herr macht mir hier mehr Sorgen. Er verliert einen Halt im Leben. Ihn hier aufzufangen ist sehr wichtig. Er braucht wieder eine Aufgabe. Für ihn wird es sehr schwer werden. Krankheitsbedingt wird er sich an keinen weiteren Hund mehr binden...hoffentlich knickt er nicht ganz ein.

Ich wünsche Euch alles Gute.

Traurige mitfühlende Grüße
von diegute:-(
(Hundebesitzerin aus Leidenschaft)

Beitrag von mimi08152004 14.04.10 - 22:44 Uhr

Hallo

Ja meine Eine Frage geht ja eher in die Richtung, ob ich Paul VORHER irgendwie bescheid geben soll und wenn ja in welcher Form

Der alte Herr.. der macht uns auch arge Sorgen...unser Kind verknabbert das schon...aber er? :-(
Er zerfällt wirklich schon jetzt zusehends, weil er sieht, der Hund kann nicht mehr...sein Sohn weiß auch bescheid..wir werden ihn auch einbeziehen, um den Mann aufzufangen.
Der Sohn hat auch überlegt, ihn beim Tierheim als Paten zu melden aber der alte Herr ist halt auch sehr bockig und wir alle bezweifeln, dass er das mitmacht. Es ist dann eben nicht Wotan..
Ein Bekannter meinte auch, wir sollten dem Mann die Entscheidung, beim Einschläfern da zu sein, selbst überlassen...mich schreckt dieser Gedanke, er sollte eigentlich da sein, er gehört zum "Rudel" aber ich kann mich nicht um den Hund, der in Ruhe gehen soll, meinen Mann, den Herrn und um mich kümmern, geschweige denn denn um den TA, der so lieb sein wird, zu UNS zu kommen.

Ich weiß nur, ich möchte meinen Hund nicht mehr leiden sehen :-(

Beitrag von nala22 14.04.10 - 12:45 Uhr

Sie es mal so, ein Tier kann man von seinen Schmerzen erlösen, einen Menschen nicht!

Es ist schwer, aber Du kannst bei ihm sein, ihn auf diese Reise ein Stück begleiten!
Was wenn er alleine gestorben wäre, so ganz alleine vielleicht?

Glaub mir auch wenn es sehr schmerzt, ich spreche aus Erfahrung ich fand es trotz der Trauer und des Schmerzes gut, dass ich bei meinem Tier war.
Sie ihn den Armen halten durfte und mich verabschieden konnte.

Deinem Sohn würde ich es schonend beibringen.
Ich habe es so gesagt, dass unsere Hündin ein altes Mädchen war, wie eine alte Omi und sie wollte in den Himmel, da ist sie eingeschlafen.
Und nun ist sie im Hundehimmel.
Könnt Ihr den Hund beerdigen, damit der Kleine einen Ort hat, wo er seinen Freund besuchen könnte?

Traurig....und es tut weh ich weiss :-(

LG und allles Liebe!!!

Beitrag von mimi08152004 14.04.10 - 22:51 Uhr

Hallo

Nun ich weiß leider wie es ist, wenn Mann sich bis zum Ende quälen muss. Mein Papa ist an Krebs wirklich zu Grunde gegangen, es war schrecklich.
Dennoch viel uns der Entschluß mit dem Hund sehr schwer, da er immer Freude hatte, aber seit 2 Wochen etwa, ist das auch weg..also muss es nun sein.
Einen Platz haben wir, nächste Woche wird ein Grab ausgehoben bei meinen Schwiegereltern auf dem Gelände. Da liegen schon so einige Haustiere :-(

Ganz alleine würde unser Hund nie sterben, er ist den Tag über bei meinem Mann bei der Arbeit und danach bei uns...es wäre halt einfach schöner für ihn und uns, wenn er alt gewesen und einfach gestorben wäre...wie es sich "gehört".. so erweise ich ich ihm auf jeden Fall die Gnade, nicht länger leiden zu müssen

Du hast also vorher nicht bescheid gegeben, dass es passiert, also quasi gesagt, sie sei gestorben?
LG

Beitrag von nala22 15.04.10 - 11:57 Uhr

#liebdrück

Nein, das war so...meine Grosse war zu dem Zeitpunkt bei meiner Oma, also ihrer Ur-Oma wo es passiert ist, dass sie nicht mehr konnte und wir zum TA mussten.
Ihr haben wir es erzählt als sie nach Hause kam, dass Donna im Himmel ist, da sie schon sehr alt war und nicht mehr konnte.
Wir haben aber schon Tage/ Wochen vorher darüber geredet das es jeden Tag passieren könnte.

Der Kleine war da, hat es denke ich aber nicht ganz verstanden. Er hat aber auch geweint, als wir mit ihr dann gefahren sind.
Er fragt heute noch oft nach ihr und sagt dann das er sie gerne nochmal streicheln würde :-(
Er ist erst 4, aber hat das auch mitbekommen, naja man soll ja Kindern nichts verheimlichen und auch die Wahrheit sagen, wir haben ihnen gesagt das sie gestorben ist-->aber friedlich eingeschlafen.

LG zurück!

Beitrag von mimi08152004 14.04.10 - 22:55 Uhr

HI
Lieben Dank für eure Antworten

Ach mein Hund, ich hab dich lieb und deswegen ist dein Weg bald vorbei ...
Ich möchte dich nicht mehr nacht hören, wie du versuchst, auftzustehen um zu uns zu kommen..

Dein Weg ist nicht mehr lang. Noch eine Woche und dann hast dus geschafft, wir organisieren alles und überwinden unseren Egoismus und unsere Angst ...für DICH #blume