Homeoffice???

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von puschelle 14.04.10 - 07:34 Uhr

Liebe Mädels,

eine Frage: Wenn ihr die Möglichkeit hättet, euren Job auch von zu hause aus zu erledigen - würdet ihr es tun???

Ich muss dazu sagen, im Moment überwiegen für mich die Vorteile bzw. positiven Aspekte. Befinde mich allerdings zur Zeit auch in einer grenzwertigen Situation. Arbeite in Vollzeit in einer verantwortungsvollen Position, habe einen kleinen Sohn, Haus, Garten, und alles was dazu gehört. Natürlich auch einen lieben Partner, der mich versucht zu unterstützen, wo es nur geht. Trotzdem bin ich mit meiner Kraft und meiner Ausdauer total am Ende. Sehr viele persönliche Differenzen auf Arbeit, keine Geduld mehr für meinen Kleinen (was für mich eigentlich am Schlimmsten ist), immer im Hinterkopf, was noch alles erledigt werden muss, usw. usw. usw.
Ihr wisst ja alle selbst, wie das ist....

Jetzt hätte ich die Möglichkeit, von zu hause aus zu arbeiten. Sollte ich mich dazu entscheiden, ist es jedoch dauerhaft. Und meine größte Sorge ist, dass mir irgendwann die Decke buchstäblich auf den Kopf fällt.

Für mich wären eure Gedanken interessant, da sie mir evtl. einen noch ganz anderen Blickwinklel auf diese Frage bieten. Danke schonmal im Voraus!

Eure Puschelle

Beitrag von widowwadman 14.04.10 - 07:40 Uhr

Ich wuerd sagen, das es geht nur wenn du nicht auch noch gleichzeitig dein Kind betreuen musst. fuer mich klingt es so als ob due reif fuer nen Jobwechsel bist, aber hauptberufich home-office halte ich fuer sehr schwierig.

Beitrag von puschelle 14.04.10 - 07:47 Uhr

Noch eine kleine Ergänzung meinerseits:
Mein Sohn geht in eine Kindereinrichtung - so oder so. Ich wäre in der Woche so ca. an zwei oder drei Tagen zur Besprechung anliegender Dinge in der Firma. Die techn. Voraussetzungen sind bereits gegeben, da ich während meines Erziehungsjahres ebenfalls von zu hause gearbeitet habe, allerdings nur dann, wenn mein Kleiner geschlafen hat oder die Betreuung durch Papa erfolgt ist.

Beitrag von ayshe 14.04.10 - 09:10 Uhr

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Ich wäre in der Woche so ca. an zwei oder drei Tagen zur Besprechung anliegender Dinge in der Firma.
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das hört sich doch gut an ;-)

also ist es nicht so total zu 100%, jeden tag und komplett zuhause.
ich würde es sofort machen.

ich weiß ja nicht, wie weit dein weg ist, aber ich kann zb auch nur wegen des HO wenigstens ab und zu auch mal meine kleine aus dem kiga abholen, sonst schaffe ich das nie.

ich würde es tun.

Beitrag von nakiki 14.04.10 - 08:47 Uhr

Hallo!

Du sagst, zur Zeit überwiegen die Vorteile bzw. positiven Aspekte. Welche sind denn das?

Ob man zu Hause oder im Büro arbeitet, ist vom Aufwand her ja egal. Wenn du jetzt schon immer denkst, was alles erledigt werden muss, wird sich daran nichts ändern.

Auf Dauer könnte ich mir nicht vorstellen zu Hause zu arbeiten. Mir fehlen dann doch die Kontakte nach außen.

Gruß nakiki

Beitrag von sini60 14.04.10 - 08:47 Uhr

Hallo.

ich habe als meine Kinder klein waren Buchhaltung als homeoffice gemacht. Der Zeitaufwand ist derselbe.

Als Vorteil war natürlich die freie Zeiteinteilung. Ich konnte auch noch nebenher kochen, Waschmaschine laufen lassen, mal für eine Stunde Gartenarbeit, weil Wetter gut ist usw. Auch hat man Zeitersparnis, weil man sich nicht richten und fahren muss.

Nachteil war, man hatte nie Feierabend. Jede freie Viertelstunde verbringt man am Schreibtisch. Ich fand es sehr anstrengend, dass man nie richtig abschalten kann und auf beiden Seiten ein schlechtes Gewissen hat. Man versucht immer Stunden reinzuarbeiten, egal ob Wochende oder nachts. Ein Problem ist auch, dass man Einzelkämpfer ist und nur wenig Kontakt zu Kellegen hat.

Überlege es dir gut. Ich glaube nicht, dass es damit einfacher wird.

Lg
sini

Beitrag von ayshe 14.04.10 - 09:15 Uhr

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Auch hat man Zeitersparnis, weil man sich nicht richten und fahren muss.
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ja, aber DAS find eich persönlich sehr, sehr schön, besonders wenn ich sonst für eine strecke eine stunde brauche und mit stau noch länger.


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Nachteil war, man hatte nie Feierabend. Jede freie Viertelstunde verbringt man am Schreibtisch. Ich fand es sehr anstrengend, dass man nie richtig abschalten kann und auf beiden Seiten ein schlechtes Gewissen hat. Man versucht immer Stunden reinzuarbeiten, egal ob Wochende oder nachts. Ein Problem ist auch, dass man Einzelkämpfer ist und nur wenig Kontakt zu Kellegen hat.
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also das liegt vllt an dir. und wenn man sich hinreißen läßt, lieber in den garten zu gehen oder sonstwas zu machen, ja, dann muß man vllt noch am WE ran, aber es ist eine frage der einteilung und selbstbeherrschung.

bei mir ist das überhaupt nicht so.
ich fange eben morgends an und höre entsprechend auch auf, ja, okay, ab und an mache ich abends auch noch etwas, aber einen schlußstrich ziehe ich einfach.

und kontakt mit kollegen hat man an HO-tagen auch per mail und telefon.
ich bin eigentlich ganz froh, daß sie mich dann nicht so viel von allem abhalten wie in der firma.

Beitrag von lisasimpson 14.04.10 - 09:02 Uhr

Hallo!

Da du es ja schon gemacht hast und ungefähr weißt ,was auf dich zukommt ,kannst du ja eingiermaßen einschätzen, wo deine Schwierigekiten damit liegen und wo es dich entlasten wird.

Mein Mann hat lange zeit von zu hause aus gearbeiet und es sehr genossen. Er hatte aber dennoch imemr iweder termine außerhalb, so daß er nicht das gefühl hatte, daß ihm die Decke auf den kopf fällt.
ich selbst wüßte nicht ,ob ich das so könnte- kann es aber eben aus mangelnder erfahrung auch nicht einschätzen.

Ich denke, dein angst, es wäre dann "dauerhaft" solltest du vielleicht nicht so in den vordergrund stellen. du hast doch die option deine narbeitsplatz zu wechseln, wenn s gar nicht mehr geht- aueßrdem weißt du doch nicht ,wie die situation in 1,2 oder 5 jahren aussieht- also davon würde ich die etnscheidung nicht abhängig machen.
wenn du dir vorstellen könntest, daß du die nächsten 3 jahre damit zufrieden sein könntest und es mehr entlastung als belastung bringt, würde ich es wagen-
geht es schief kannste ja denneoch schauen, ob du intern oder extern was an deienr situation verändern kannst!

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von nele27 14.04.10 - 09:02 Uhr

Hi,

ich arbeite ein bis zwei Tage die Woche im Home Office - für mich ist es optimal so. Ich bin Pressesprecherin und habe zu Hause mein Laptop mit dem Dienstserver drauf und ein Handy. Also bin ich genauso ausgestattet wie im Büro. Die Tage, an denen ich keine Termine habe, verbringe ich dann zu Hause - das ist nicht nur aus privaten Gründen schön (keine Anfahrt, nicht waschen, in der Mittagspause joggen :-)). Auch dienstlich bringt es mir viel ein bis zwei Tage ohne Termine zu halten ... dann kann ich mal an einer längeren Sache arbeiten ohne ständig auf dem Sprung zu sein. Auch mal kreativ sein und so.

Kinderbetreuung ist natürlich trotzdem vorhanden und es wird auch nebenbei nichts Privates gemacht - außer mal einen Arzttermin etc. Das kann man schön mit dem Home Office verbinden.

Ich kann es nur empfehlen!

LG, Nele

Beitrag von ayshe 14.04.10 - 09:07 Uhr

hallo,

also ganz und gar zu 100% kann ich mir auch nicht vorstellen.
ich arbeite nur teilweise im HO, bin aber auch immer einige tage in der firma.
für mich ist das optimal.
du hast recht, HO kann allein dadurch entspannen, weil man morgends kaum streß hat, länger schlafen kann, nicht erst 1 stunde im auto sitzen (oder auch gleich länger im stau) muß usw.
und die waschmaschine kann auch nebenbei laufen.

besonders die gesparte zeit ist gold wert, weil der weg entfällt (sprit natürlich auch).

lg
ayshe

Beitrag von puschelle 14.04.10 - 09:21 Uhr

Hallo Ayshe,

der Anfahrtsweg ist nicht mein Hauptproblem. Ich beginne i. d. Regel zwischen 05.30 - 06.30 Uhr mit der Arbeit, um meinen Sohn so gegen 14.30 Uhr von der Kita abholen und den Nachmittag mit ihm verbringen zu können. Am Morgen ist er dann mit Papa alleine. Wir haben schon viel ausprobiert in diesem Zusammenhang. Diese Lösung ist erstmal für unseren Kleinen die Beste, sonst musste er immer bis 17.00 Uhr in die Einrichtung gehen und da bleibt für Familie, Haushalt, etc. überhaupt nichts mehr übrig. Das fand ich sehr schade. Jetzt allerdings geht es hauptsächlich um mich. Ich bin leitende Produktmanagerin bei einem Reiseveranstalter. Das heißt, ich brauche vorallem Ruhe zum Arbeiten und keinen zusätzlichen Nervenstreß durch das Rumgezicke, Gelästere von Kolleginnen, ständige Störungen wegen sinnloser Fragen usw. Ich schaffe meine Arbeit nicht, weil ich immer wieder rausgerissen werde und mich mit privatem Klatsch und Tratsch auseinander setzen muss. Wir sind ein "Familienunternehmen" - heißt, ich bin mit der Arbeit eh´ "verheiratet", was das Arrgument: man hat nie Feierabend zunichte macht. Da ich auch jetzt nie wirklich Feierabend habe. Ich habe schon überlegt, ob ich es einfach tageweise mal ausprobiere und mich erstmal vor der Geschäftsleitung noch nicht so hunterprozentig festlege....

Beitrag von ayshe 14.04.10 - 09:35 Uhr

hallo,

ja, ich fange auch gern möglichst früh an, manchmal auch schon gegen 6.00 mit fahrt oder so, damit ich früh wieder zurück bin.

bei uns ist auch mein mann morgends da, ein bißchen ähnlich wie bei euch.


ja, die kollegen... ;-)
ich kenne das auch, manche kommen echt mit jedem pups angerannt, wie kleinkinder, die man auf die bahn bringen muß.
trasch und klatsch gibt es bei uns so nicht, aber beim familienbetrieb ist es sicher normal.

also so, wie du das schilderst, würde ich es tun, probiere es doch aus.
und man hat zuhause auch echt mal ruhe, mails kann man auch eine stunde später beantworten und einfach weitermachen.
meist schafft man da echt viel mehr als in der firma, weil eben immer irgendwelche sachen plötzlich auftreten.

Beitrag von inuszia 14.04.10 - 09:21 Uhr

hallo,

ich arbeite 2 tage in der firma und 2 tage im homeoffice als programmiererin. ich hatte die gleichen bedenken, aber die entscheidung war goldrichtig. ich habe keine probleme mit der arbeitsorganisation und der selbstdisziplin, es läuft alles sehr gut.

voraussetzung dafür ist, du hast einen eigenen arbeitsbereich und machst keinen haushalt, kinderbetreuung etc. nebenbei.

dadurch, dass ich mir die fahrt zur arbeit spare, bin ich abends früher fertig und vor allem viel weniger müde.

ich kann es nur empfehlen und bin dankbar für diese möglichkeit

gruß, inuszia

Beitrag von braut2 14.04.10 - 10:27 Uhr

Nun, wenn Du ja sowiso 2-3x/Woche in der Firma bist, fällt Dir sicherlich auch nicht die Decke auf den Kopf.
Die Frage ist halt: würde Dir irgendwann der tägliche Austausch mit Kollegen fehlen?
Kannst Du zuhause auch wirklich so abschalten, daß Du Dich ein paar Stunden auf den Job konzentrierst? ICH kanns nicht unbedingt, wenn ich zwischendrin was privates mache, komm ich kaum noch in die ARbeit rein..... . Mein Mann z.B. kann das sehr gut :-)
Und wenn Du momentan eh schon genervt von der Arbeit bist und im HO die Vorteile siehst, dann nutz es.
Allein nicht mehr jeden Tag fahren zu müssen (gerade bei den Spritpreisen :-[ ) und sich abzuhetzen, bringt schon immense Vorteile mit sich.

Ich würde mir, wenn ich ein solches Angebot hätte, ein kleines Büro einrichten, ohne jeglichen privaten Schnickschnack, und es tun........

Beitrag von kruemlschen 14.04.10 - 10:28 Uhr

Hallo,

also ich würde das sofort machen wenn ich es aufteilen könnte.

Also z.B. 20h in der Firma und 20h von zu Hause aus.

Leider macht meine Firma da nicht mit :-(

Gruß Krüml

Beitrag von summersunny280 14.04.10 - 12:16 Uhr

Für mich persönlich ist es die perfekte Lösung.
Ich arbeite vormittags ,eigentlich 2,5 Std. aber ich brauch da länger weil ich ab und an die Kleine versorgen muss.
Ich hab auch Haus und einen sehr großen Garten den ich auf Vordermann bringe und etliche Tiere.
Mein Sohn (3 Jahre )geht in die Kita, meine Tochter ,vier Monate betreue ich währenddessen.
Ich mache Telefondienst wenn sie schreit ist das natürlich stressig.
Ich kann somit noch was dazu verdienen ,bin flexibel,wenn ich Zeit hab bügel ich mal.......Ich mach quasi etliche Dinge zur gleichen Zeit........unter anderem hier tipseln;-)

Ich find es gut .
Bei dir ist es allerdings was anderes .......für IMMER würd ich es NIE tun.
War Gestern nochmals im Außendienst und ich muss sagen ich hab Blut geleckt.......es war ein tolles Gefühl nochmals anderweitig tätig sein zu können.

Das ist wirklich ne schwere Entscheidung

Beitrag von amelily 14.04.10 - 13:12 Uhr

Hallo,

ich arbeite seit vier Jahren tlw. im Homeofffice.

D.h. ich arbeite an drei Tagen in der Woche von zuhause, an zwei Tagen bin ich im Büro.

Für mich ist die Aufteilung ideal. Ich bin per Email und Telefon ans Büro angebunden, greife auf den Server im Büro zu und kann somit alles genauso machen wie im Büro.

Unser Sohn geht in die Kita, unsere Tochter wird während ich arbeite bei uns zuhause von unserer Kinderfrau betreut.

Vorteile sind für mich:
- freie Zeiteinteilung (mit zwei Kindern fallen doch öfter mal Arzttermine etc. an)
- Zeit - und Geldersparnis (weil ich nur an 2 Tagen pro Woche ins Büro muss)

Nachteile:
- man muss konsequent auch mal Feierabend machen und nicht immer das Gefühl haben, man müsse rund um die Uhr arbeiten, nur weil man von zuhause arbeitet.

Für mich überwiegen ganz klar die Vorteile und ich werde den Heimarbeitsplatz so lange behalten, wie man mich lässt.

LG
Amelily

Beitrag von wort75 14.04.10 - 13:17 Uhr

Nimm nie an, dass du gleichzeitig kinder beaufsichtigen und arbeiten kannst. wir haben gerade alle unsere homeoffice-frauen abgemahnt, die während der arbeit keine betreuung für die kinder hatten. nicht absichtlich - sondern weil es die frauen mit den absolut schlechtesten ergebnissen waren.

deine situation kann ich nicht einschtzen, daher einfach mal, was ich gut und nicht gut fände:

GUT
- weniger Fahrkosten
- kürzere Fahrzeit Kinderkrippe/Daheim
- Flexibler wenn ich mal zum Arzt müsste
- weniger Kosten für Verpflegung ausser haus
- Keine Schweissfüsse meiner Bürokollegin

SCHLECHT
- keine sozialen Kontakte auf der Arbeit
- weniger (gesellschaftliche) Anerkennung
- keine Gespräche mit anderen Erwachsenen
- keine direkte Vergleichsmöglichkeit meiner Erfolge
- keine Ahnung, was im Büro über mich geredet wird - oder über meine Projekte (quasi der Latrinenweg fehlt)
- viel mehr Ablenkung (Garten, haus, Kinderfrau etc.)
- weniger Karrierechancen - weil man schlicht nichts hört

ich wurde nach meinem wiedereinstieg nach der babypause richtiggehend gemobbt. ich wünschte mir oft, nicht ins büro zu müssen.a ber glaub mir, das wäre keine lösung. dann kannst du dich nicht mal verteidigen, wenn jemand dich verreisst. oder wenn jemand deine projekte verreisst. klar gehst du hin und präsentierst die... aber wasist, wenn zwei stunden später zwei an der kaffeemaschine finden, das wäre der inhaltloseste blödsinn gewesen? der chef wird dir nur mailen, dass das projetk xy deinem vorgezogen wurde. den grund weisst du nie...

tja, also ich wüde es nicht tun. ich habe nicht mal mehr einen sooo verantwortungsvollen job. ich könnte die paar leute, die ich führe, vielleicht sogar noch von daheim managen oder mit teilpräsenz. aber ich muss raus können. ABER ich habe auch absolut 100% verlässliche arbeitszeiten. mein chef - ich liebe ihn dafür - weiss absolut, dass ich an meinen freien tagen NICHT komme und dass ich nach 17 uhr NIE unangemeldet länger bleiben kann, weil die krippe zumacht. hätte ich diese gewissheit nicht und immer angst, ich käme zur krippe und die ist zu.... dann würde ich alle anderen arbeitsmodell vorziehen.

aber eben: sorge dafür, dass jemand dein kind betreut, wenn du daheim arbeitest. nicht dass das kind da ist und du bildest dir ein, ein projekt erarbeiten zu können und es spielt friedlich lego. in absolut keinem fall den ich kenne funktioniert das. Ausser die kinder sind schon zu blockzeiten in der schule. ab da ist homeoffice eine auch für den arbeitgeber super sache...

Beitrag von gismomo 14.04.10 - 14:27 Uhr

Hallo Puschelle,

so, wie du deine Situation beschreibst und erlebst - könnte es da nicht sein, dass sich dein Problem ganz woanders befindet?

Ich habe den Eindruck, dass der "Knackpunkt" der ist, dass dir der Arbeitsaufwand beruflich und als Mutter/Hausfrau zu viel ist. Du suchst nach einer Lösung, aber Homeoffice ist leider nicht die Antwort auf deine Frage - so wie ich das sehe.

Dadurch, dass du Homeoffice machst, wird das, was dich wirklich belastet, nicht weniger. Geduld für dein Kind wirst du durchs Homeoffice nicht automatisch mehr haben. Der Arbeitsaufwand wird nicht oder nur geringfügig weniger - schließlich bleibt deine Arbeitszeit ja gleich, es fällt nur die Fahrtzeit weg. Auch die Gedanken, was man alles noch erledigen muss, schalten sich dadurch nicht automatisch ab.

Ich rede aus Erfahrung. Ich habe einen Beruf (Lehrerin), indem ich sowohl außer Haus arbeite als auch zuhause (wenn ich Unterricht vorbereite). Es funktioniert NICHT, zuhause zu arbeiten, wenn die Kinder da sind (zumindest solange sie noch kleiner sind). Beziehungsweise wenn du Glück hast, dann funktioniert es, wenn du aber Pech hast, dann passiert irgendwas und du wirst aus deiner Arbeit herausgerissen - es ist einfach nicht planbar und man kann sich nicht darauf verlassen, und deshalb ist es nichts, du wirst dabei nur irre.

Nimm es mir nicht übel, wenn ich deutliche Worte sage: Ich kenne dieses Gefühl, das du gerade hast, exakt so aus eigener Erfahrung- dass man an 100 Baustellen zugleich arbeitet und immer alle Fäden in der Hand halten muss und nichts vergessen darf, das man für 1000 Dinge verantwortlich ist.
Und leider wird ändert sich gar nichts daran, nur weil man zuhause arbeitet. Im Gegenteil: Du wirst nur in noch größere Gewissenskonflikte kommen, weil du dann zuhause bist und ständig entscheiden musst: Wasch ich jetzt erst eine Maschine Wäsche und fange dann an im Büro zu arbeiten? Räum ich erst den Tisch ab? Oder pflanz ich doch die neuen Gartenpflanzen ein, weil das Wetter ja grade so schön ist, und arbeite dann abends, wenn das Kind im Bett ist- was aber, wenn das Kind wieder nicht einschlafen will und ich erst um 21.00 Uhr dazu komme, reicht mir das dann noch? usw. usw. usw....

Da ist es fast besser, man ist im Büro, denn da muss man sich nicht entscheiden, ob man im Haushalt/mit dem Kind/mit dem Laptop arbeitet.

Kurz gesagt: Dein Dilemma ist ein gefühlsmäßiges (das Gefühl, für nichts richtig und für alles zu wenig Zeit zu haben) und eins, das die Menge der Arbeit betrifft. Leider kein organisatorisches, welches sich durchs Homeoffice lösen lassen würde.

Das tut mir leid für dich, denn du hast dich wahrscheinlich wie an einen Strohhalm daran geklammert, dass es dadurch besser wird, wenn du Homeoffice machst, oder? Aber ich denke, für dein eigentliches Problem ist es unerheblich, ob Homeoffice oder nicht. Lösungen liegen da vermutlich in anderen Bereichen.

Ich hoffe, ich klinge nicht überheblich, vielleicht liege ich mit meiner Meinung auch falsch. Aber es kommt mir einfach alles so bekannt vor und erinnert mich an meine Situation...

lg
K.

Beitrag von puschelle 14.04.10 - 14:45 Uhr

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort. Ich finde sie ganz und gar nicht überheblich, da ich ja auf solche Resonanzen gewartet habe. Du schreibst - Lösungen liegen da vermutlich in anderen Bereichen - und genau das ist mein eigentliches Problem. Ich finden keinen anderen Lösungsansatz - so sehr ich mir auch Mühe gebe. Wie gesagt, meine Hauptbelastung sehe ich für mich vorallem darin, dass ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Arbeit von vielen nebensächlichen Dingen abgelenkt werde. Ich arbeite täglich zwei Stunden länger als notig und schaffe mein Pensum dennoch nicht. Könnte ich konzentriert arbeiten, was ich mir von zu hause aus verspreche, wäre ich vermutlich um die Mittagszeit mit meinen Tagesziel durch. Ich muss dazu sagen, dass ich zu hause ein separates Büro habe und voll an den Server, etc. unserer Firma angeschlossen bin. Wegfallen würde für mich, dass ständig meine Bürotür aufgeht und ich aus der Arbeit gerissen werden, mich nicht mehr mit den "Mobbing-Attacken" meiner Kolleginnen auseinander setzen müsste - und eben solche Sachen, die mich nervlich schwer belasten. Im Idealfall könnte ich an guten Tagen zwei Handgriffe im Haushalt erledigen, um dann entspannt meinen Sohn abzuholen. Ob ich natürlich die nötige Selbstdiziplin an den Tag lege sei` dahin gestellt.

Beitrag von daisydonnerkeil 15.04.10 - 09:39 Uhr

Hallo,
ich bin selbstständig und arbeite zuhause und ich bekomme schon dann und wann einen Lagerkoller. Ich gehe dann raus und arbeite im Café weiter (Laptop sei dank). Und ich muss auch zugeben, dass mir der Kontakt zu Kollegen auch manchmal fehlt (habe vorher viele Jahre im Büro gearbeitet) und ich ein bisschen neidisch bin, wenn man Freund von Geburtstagsfeiern und gemeinsamen Aktionen in seinem Büro berichtet.

Grundsätzlich ist es natürlich bequem, man hat keinen Arbeitsweg und kann auch mal im Pyjama abhängen. Allerdings ist es schwierig, sich zuhause zu konzentrieren: Da wartet die Wäsche, nerven einen die dreckigen Fensterscheiben, lockt der Kühlschrank ...

LG;
Da.

Beitrag von katja.lev 15.04.10 - 12:09 Uhr

Hi,

ich arbeite in einem IT Unternehmen. Ich bin MO und Di im Büro und den Rest der Woche im HO.

Ich habe die gleichen technischen Voraussetzungen wie in der Firma. Ich kann mich auf den Firmenserver einloggen und benutze ein IP Telefon mit dem ich meine Diensttelefonnummer je nach Ort entweder zu Hause oder im Büro benutzen kann.

Das gute daran ist, dass ich den Arbeitsweg von täglich 55 kilometer pro Strecke nicht habe. Ausserdem stehe ich so gut wie immer im Stau. Das fällt natürlich weg. In der Mittagspause kann ich wirklich abschalten. Entweder mache ich was zu hause oder ich gehe walken.

Trotzdem darf man nicht denken dass man dann viel mehr im Haus und Garten schafft. Denn ein HO darf man nicht so sehen, dass man vieles privates nebenbei erledigt. Meiner Kollegin wurde ihr HO weggenommen weil sie in der regulären Arbeitszeit in der Sie offiziell gearbeitet hat, einen Unfall hatte, als sie gemütlich zum einkaufen fahren wollte.



Aber ich muss dazu sagen: Ich arbeite im HO wesentlich mehr als im Büro. Denn im Büro ist man ja auch abgelenkt usw. Das ist man im HO nicht.

Liebe Grüße

Katja