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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von blackxy39 14.04.10 - 08:17 Uhr

also es fing vor ein paar jahren an, da hat mein mann während der arbeit (db) 1 menschen tot gefahren, mußte ide leiche suchen hat sie auch gefunden etc.
also er war der verantwortliche auf dem zug nicht der lokführer aber es war sein zug somit war er verantwortlich für die organisation.zur erklärung es war ein suizid. er blieb meines erachtens zu cool.
hat paar nächte nicht geschlafen und ist dann in den alltag übergegangen.

letztes jahr im winter ist er nachdem der lokführer ne vollbremsung gemacht hat aus dem zug gestiegen und ist über ein da liegendes bein fast rübergeflogen.
also wieder einen tot gefahren, diesmal wars ein quadfahrer der einfach durch die schranken gefahren ist.

er ist wieder cool geblieben äusserlich.
ich denke da fing unser drama an.
wieder ein paar tage auszeit und wieder aufgestiegen.
aber seit ungefähr dieser zeit ist nix mehr wie es war.

er kann nicht mehr abschalten (nicht von den toten sondern von der arbeit).
er mault und nöhlt mich oft voll, sex haben wir keinen mehr nur mal ne pflichtübung.

irgendwann habe ich ihm die pistole auf die brust gesetzt und ihm gesagt das doch etwas nicht stimmt mit ihm, mit uns!
jetzt geht er seit nem halben jahr zur therapie bei ner allgemeinärztin #kratz. und es bringt null!
die redet ihm immer ein er brauche nen ausgleich zum job was ich auch so sehe aber nicht denke das da der kern des problems liegt.

ich denke das problem liegt darin das er halt diese schrecklichen bilder gesehen hat und nie verarbeitet hat!

es ist so kompliziert seitdem geworden!
und ich habe das gefühl das ich kämpfe und kämpfe und sich ja doch nix ändert.
ich weiß das veränderungen ihre zeit brauchen aber ich habe langsam keine kraft mehr.

ich muß immer für alles verständnis zeigen und haben und wann komm ich mal dran?

durch seinen job ist er zu ca. 90 % des tages und der woche nicht da, is ok is sein job.
aber wenn er da ist ist er auch nur körperlich anwesend.
wenn es auch nur irgendwie geht setzt er sich an den rechner. wenn der durch mich besetzt ist geht er eben an sein handy und spielt damit rum.
wenn das net geht guckt er halt nen film.

ich bin immer allein mit meiner tochter, meist unter der woche fast jedes wochenende. meinen job kann ich nicht ausüben wegen seinem! denn 2 im schichtsystem ist unmöglich (haben keinen der unsere tochter nehmen könnte, family is sehr weit weg).

ich weiß echt nicht mehr weiter! verlassen möchte ich ihn nicht, denn ich hoffe einfach das er irgendwann wieder der alte wird.

sorry für den langen vllt für aussenstehende wirren text.

über paar freundliche antworten wäre ich sehr dankbar.



Beitrag von swety.k 14.04.10 - 08:33 Uhr

Hallo,

Dein Mann macht Therapie bei einer Allgemeinärztin? Eine Psychotherapie, nehme ich an? Das klingt nicht besonders hilfreich. Hast Du schon mal drüber nachgedacht, daß Ihr gemeinsam zu einem Psychotherapeuten gehen könntet? Das könnte Dir auch helfen, mit seinen Problemen umzugehen und er sieht, daß nicht nur er was tun soll, sondern daß Du Dich mit daran beteiligst.

Ein Ausgleich zum Job ist ne gute Idee. Vielleicht findet Ihr was, was Ihr gemeinsam machen könnt. Sport, Musik, Tanzen .... irgendsowas.

Ich wünsche Euch von Herzen, daß Ihr Eure Probleme auf die Reihe bekommt und daß es Deinem Mann bald besser geht. Ich denke, ich kann kaum ermessen, wie er sich fühlen muß. Sicherlich waren diese Erlebnisse sehr sehr schlimm für ihn.

Herzliche Grüße von Swety

Beitrag von lauras_stern 14.04.10 - 08:40 Uhr

Ich hab nicht viel Zeit, deswegen nur kurz:

Er muß unbedingt zu einem richtigen Psychotherapeuten!!! Einer der auf solche Krisen geschult ist. Es gibt doch auch nach schweren Unfällen solche Organisationen. Frag mal bei der Polizei. Er muß darüber reden. Evtl. braucht er ein Antidepressiva. Bei Männern äußern sich Depressionen anders als bei Frauen. Mach für ihn einen Termin bei einem Psychotherapeuten/Psychiater (sind zwei versch. Ärzte, letzterer darf Medikamente verordnen).
Das alles klingt sehr nach Verdrängung, Funktionieren, der Wunsch normal weiterzumachen. Aber ich glaube solche Eindrücke sind wahnsinns belastend für einen Menschen, auch noch wenn dieser mit dem Beruf seine FAmilie ernährt. Heutzutage was anderes zu finden ist sehr schwer, aber in eurem Fall, wenn er das nicht alles aufarbeitet wäre evtl. eine Umschulung denkbar?

LG Laura

Beitrag von silk.stockings 14.04.10 - 09:36 Uhr

Es gibt speziel geschulte Trauma-Psychologen, die hat auch die DB für ihre Mitarbeiter nämlich genau für solche Fälle.

Ansonsten solltet ihr euch vielleicht Hilfe als Paar suchen.

Viel Glück

wünscht

Silk

Beitrag von blackxy39 14.04.10 - 11:48 Uhr

er meint ja er braucht keine hilfe vom db psychologen.
#zitter