Wie krankenversichert/welche Gelder, wenn man Angehörige pflegt?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von honolulumieze 14.04.10 - 11:20 Uhr

Eigentlich wollte ich nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen. Nun habe ich einen Pflegefall in der Familie. Meinen Großvater. Falls ich seine Pflege übernehmen würde und meinen Job kündige: bin ich dann irgendwie krankenversichert? Und erhalte ich dafür irgendwoher Geld? Oder muss dann der Pflegebedürftige das von seinem Pflegegeld begleichen? Vielleicht hat ja jemand diesen Fall schon mal gehabt und kann mir was dazu sagen.

Beitrag von zubbeline 14.04.10 - 12:18 Uhr

Hallo,

also, wenn Du einen Angehörigen pflegst, ist dafür ja das Pflegegeld gedacht. Das Pflegegeld bleibt dann aber z.B. anrechnungsfrei, wenn Du irgendwelche Leistungen beziehst.
Krankenversichert bist Du nicht. Du mußt dich dann entweder selbst versichern, Familienversichern (falls verheiratet) oder übers Amt, wenn Du dort Anspruch hättest.
Je nach Pflegestufe kannst Du ALG2 beziehen und bist dann z.B. bei Stufe II nur verpflichtet eine Teilzeitstelle anzunehmen, bei Stufe III ist Dir zusätzliches Arbeiten garnicht mehr zuzumuten.
Du bist je nach Stundenumfang der Pflege (min 14 Std.wöchentlich) Rentenversichert und auch im Rahmen deiner Pflegetätigkeit unfallversichert.

Beitrag von priscilla1976 25.04.10 - 01:59 Uhr

ich möchte dir erst einmal meine hochachtung aussprechen!
mir gehts genauso... ich pflege seit ca. 9 jahren meine omi. mittlerweile hat sie pflegestufe 2 und ich befinde mich noch bis anfang august in elternzeit und kann mich somit auch ganztags um sie kümmern. ansonsten kommt früh, mittag und abends der pflegedienst um mich zu unterstützen.

mein noch-arbeitgeber konnte meinem wunsch nciht entsprechen, das ich gern teilzeit a´30 stunden wöchentlich, anstatt meiner vollzeit "all inclusive, arbeiten möchte bzw. nicht anders kann.
ich habe keine eltern mehr, die mich irgendwie mit unterstützen könnten bei der ganzen pflege.

ich habe auch hin und her überlegt und fest steht, das ich von dem pflegegeld nicht leben kann. ich strebe nun an, das ich erstmal hoffentlich keinen ärger beim arbeitsamt bekomme (aufgrund der kündigung meines noch-ag´s) und dann hoffentlich eine teilzeitstelle finde, denn vormittags würde es schon irgendwie möglich sein zu arbeiten, denn da kommt 8 und 11 uhr der pflegedienst und ich hab mir das nun so vorgestellt und auch mit meiner omi und meinem mann besprochen.

in meinem bekanntenkreis bin ich sehr oft auf taube ohren gestoßen und wurde gefragt, warum ich mich selbst so fertig machen würde und die omi nicht ins heim gebe.
mit diesen leuten habe ich gebrochen, denn dies sagt sich so abstrakt daher - man kann es sich immer schön machen im leben. meine omi ist die beste die ich haben konnte und sie war damals für mich da als meine eltern innerhalb von 7 jahren beide verstarben - nun ist sie auf meine hilfe angewiesen und diese gebe ich ihr von herzen gern.

es ist irgendwo nicht okay, das man als pflegeperson nicht wirklich abgesichert ist.

ich wünsche dir ganz viel kraft!

lg jeannie