Geburtshaus oder Krankenhaus?

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von turbo-hellen 14.04.10 - 14:21 Uhr

Hallo liebe Bald-Mamis,

bis zum letzten WE war ich überzeugt, dass ich ins Geburtshaus möchte, wenns mir und dem Kind gut gehen sollte und nichts dagegen spricht.
Jetzt war ich letzte Woche auf einer Familienfeier, wo auch zwei Mamis mit zwei kleinen Kindern da waren. Jeweils Mamis und Papis meinten, ich soll lieber ins KH, weil es sicherer wäre.
Nun is es aber so, dass ich wahnsinig schiss hab vor KHs und vorallem, dass gleich ein Zugang gelegt wird, wenn man dort entbindet #schwitz. Ich hab so schiss. Andrerseits ist es natürlich wirklich schneller, wenn man nen Not KS braucht.

Was meint ihr? Wo habt ihr vor zu entbinden und warum?
Ich bin voll verunsichert?

Liebe Grüße

Beitrag von kali_01 14.04.10 - 14:27 Uhr

Also ich habe mich für das Geburtshaus entschieden. Einfach weil ich mich in Krankenhäusern ganz schrecklich unwohl fühle und dort echt nicht mein Kind zur Welt bringen will. Eine Geburt ist für mich sehr natürlich und keine Krankheit.

Weitere Vorteile:
- Die Hebammen im Geburtshaus kenne ich schon sehr gut, sie sind mir vertraut
- kein Schichtwechsel, nervige Leute die rein und raus rennen
- ruhige, wohnliche Atmosphäre
- ambulante Geburt
- Geburt verläuft so natürlich wie möglich ohne unnötige Eingriffe

Beitrag von brille09 16.04.10 - 15:46 Uhr

"kein Schichtwechsel": Das ist entweder unwahr oder unverantwortlich. Ist es dir wirklich recht, wenn ne Hebamme 18 Stunden neben dir steht und dann, wenns endlich so weit ist, ihr die Augen schon zufallen? Nee, da hab ich lieber eine "neue, frische".

Bei uns ist es übrigens im KKH schon auch so, dass wenn die Geburt nur noch ne halbe Stunde oder so zu dauern scheint, die Hebi nicht mehr wechselt. Außerdem sagte meine Hebi selber, dass oft der "frische Wind" durch ne neue Hebi die Geburt plötzlich wieder vorantreibt.

In unserem KKH gibts nicht sooo viele Hebammen. Wenn man zur Akupunktur, zum Schwangerenschwimmen oder zum GVK dorthin geht, lernt man alle mit der Zeit mal kennen.

Die Atmosphäre in unserem KKH ist super! Ich war neulich im Wellnesshotel und kurz danach bei der Kreißsaalführung. Das sah sehr ähnlich aus. Die Familienzimmer, die es bei uns kostenlos gibt, sind auch mehr wie im Hotel. Das würd ich einer ambulanten Geburt auf jeden Fall vorziehen!

Eingriffe, die du nicht willst, brauchst du nicht unbedingt machen zu lassen. Aber ich hab jetzt erst wieder von einer Bekannten gehört, die im Geburtshaus war. Es musste dann doch ein KS gemacht werden, also wurde sie unter heftigsten Wehen 25 km weiter ins KKH gekarrt. Dort wurde der KS gemacht. Sie wollte dann dort bleiben, weils ihr schlicht reichte. Aber das ging dann nicht mehr und sie wurde nach den üblichen 6 Stunden wieder die 25 km zurück gekarrt.

Beitrag von golm1512 16.04.10 - 16:33 Uhr

Wohin ist sie zurückgekarrt worden?
ene Freundin von mir ist auch unter der Geburt verlegt worden und anschließend nach doch spontaner Geburt noch eine Nacht im Krankenhaus geblieben.
Wohin -um Himmels wilen- hat man deine "Bekannte" nach einer OP hingekarrt???

Ja, es ist schöner, wenn eine einzige Hebamme die ganz Zeit dabei ist.
Kennst du die Arbeitszeiten der Ärzte? Da kann es dir im Krankenhaus schon passieren, dass der zuständige schon 24 Stunden und länger auf den Beinen ist. Das ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Gruß
Susanne

Beitrag von qrupa 14.04.10 - 14:29 Uhr

Hallo

ganz ehrlich, die zwei hatten keine Ahnung! Schade dass du nun so verunsichert bist.

Außerklinische Geburten sind NICHT gefährlicher bzw sicherer als Klinikgeburten. Die meisten Probleme, die z.B. zu einem Not KS führen entstehen oft gerade durch die Klinik, weil von anfang an an der Geburt rummanipuliert wird. Und die allermeisten Komplikationen kündigen sich schon lange vorheran bevor es wirklich ernst wird und können dann noch behoben werden.
Im Geburtshaus hast du eine Hebamme die nichts anderes zu tun hat als sich um dich und dein baby zu kümmern undf aufzupassen, dass alles in Ordnung ist. Und wenn sie merkt, dass irgendwas nicht 100% rund läuft wird abgebrochen (und auch du kannst an jedem Punkt sagen, dass du abbrechen willst).
In der Klinik ist man, wenn man nciht gerade eine Beleghebamme hat, doch einen großteil der Zeit allein und entstehende Komplikationen können so viel später erst erkannt werden, meist erst dann wenn wirklich Not am Mann ist.

Ich hatte bei meiner Tochter eine Klinikgeburt die in einem ungeplanten KS endete. Und für das Geschwisterchen ist eine Hausgeburt geplant, weil ich genau das viel sicherer finde.

LG
qrupa


Beitrag von nisivogel2604 14.04.10 - 14:29 Uhr

Hallo,

ich hab das dritte Kind zu Hause bekommen nach einer Horror spontan Geburt in der Klinik. Ich würde es immer wieder so machen.

Eine geplante Hausgeburt (Ausrüstung ist ja die Gleiche wie im Geburtshaus) ist NICHT gefährlicher als eine klinisxhe Geburt. Das ist belegt. Bei außerklinischen Geburten gibt es eine 1 zu 1 Betreuung durch die Hebamme. Dadurch werden Komplikationen so früh erkannt das man in Ruhe verlegen kann. Auch gibt es viel weniger Interventionen in den Verlauf die die Gebärende stören und dadurch die Geburt blockieren oder verzögern.

Lass dich nicht verunsichern.

http://www.maieutik.info/05.htm

http://doula-ortenau.de/material/der_ganz_normale_wahnsinn.pdf

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=37926

http://meinegeburt.blog.de/

http://meinegemeinde.vol.at/news/tp:meinegemeinde:meinegemeinde/artikel/hausgeburten-sind-sicher/cn/news-20100111-01560705

http://www.privatgeburt.de/forum/

http://nisis-genaehte-werke.blogspot.com/2009/12/hallo-hier-mal-eben-unser.html

lg denise

Beitrag von nirtak79 14.04.10 - 14:35 Uhr

Hallo,

ich würde in einem KH entbinden (habe ich auch gemacht...). Es ist einfach sicherer. Da ich aus einer Mediziner-Familie komme, kenne ich leider auch die ganzen Fälle, wo das Geburtshaus schief gegangen ist. Deshalb wäre das für mich nie eine Alternative. Vor einem Monat hat meine Cousine noch in einem Geburtshaus entbunden, nur leider hat sich die Plazenta nicht von alleine gelöst. Da musste sie dann schnellst möglich ins KH, um in den OP zu kommen. Bis sie aber da war, hatte sie leider schon fast zu viel Blut verloren. Das Ergebnis waren Bluttransfusionen und dass sie zwei Wochen fast nicht aufstehen konnte.

Das kann, aber muss natürlich nicht passieren. Guck dir beides an und mache das, was du für richtig hältst. Bei einem Geburtshaus sollte aber auf jeden Fall ein Krankenhaus in nächster Nähe sein, damit du oder dein Kleines im Notfall schnell verlegt werden können.

LG und alles Gute, Katrin

Beitrag von goldengirl2009 14.04.10 - 14:38 Uhr

Hallo,

ich habe 2 schöne,spontane Geburten in der Klinik hinter mir.
Allerdings war Nummer 2 eingeleitet und hatte es zum Schluß so eilig auf die Welt zu kommen,dass sie Probleme hatte und sofort zu den Kinderärzten auf die ITS musste (ich hatte sie da nur ganz kurz gesehen).
Nach ner guten Stunde hat man sie uns gebracht (in der zeit war dann auch mein Mann da) und wir konnten uns endlich kennenlernen.

Ich würde gerne zu Hause entbinden,wenn es zu einem 3.Kind kommt,aber ich habe auch noch immer die Situation von meiner 2. Tochter im Kopf wie schlecht es ihr ging.

Im Moment bin ich etwas zwiegespalten was das richtige ist/wäre.

Was sagt Dein Partner dazu ???


Gruß

Beitrag von becca04 15.04.10 - 12:27 Uhr

Hallo,

Du könntest - um eine offene Entscheidung treffen zu können - einmal nachforschen, ob die schnelle Geburt und damit der schlechte Zustand Deiner Tochter durch die Einleitung bedingt war (= Eingriff in den natürlichen Geburtsverlauf). Es kann sein, dass die Gebärmutter auf das künstliche Oxcytocin (oft zu hoch dosiert) mit heftigen Wehen reagiert - das bedeutet dann oft Streff für die Zwerge unter der Geburt.

Falls du einen kausalen Zusammenhang feststellen kannst, könntest für Deine nächste Geburt (Oxytocin-)Einleitungen ausschließen und damit schon das Risiko für einen problematischen Verlauf der Geburt erheblich minimieren!

LG,
B.

Beitrag von nici.c.v. 14.04.10 - 16:41 Uhr


Ich hatte eine Klinik entbindung wo aus einem spontanen versuch ein Not-KS wurde und ich muss sagen ich denke nicht das mein kleiner überlebt hätte wären wir nicht im KH gewesen.

Im Endefekt muss es jeder selber wissen aber ich für meinen Teil habe meiner Hebi komplett vertraut und an mir war acuh kein Arzt dran bis morgends um 7 wo rum manipuliert hätte also von dem her - ähnlich wie bei einem Geburtshaus...

LG Nici

Beitrag von indigorose 14.04.10 - 18:06 Uhr

ich war vor 10 Monaten auch am überlegen..Geburtshaus oder Krankenhaus.
Heute bin ich sooo froh das wir im Krankenhaus waren...Marlon steckte nach 7 Stunden Wehen fest und es musste ein Notkaiserschnitt gemacht werden. Die Herztöne waren kaum noch da und es musste alles ganz schnell gehen...
Also ich würde beim nächsten Kind wieder in ein Krankenhaus gehen!

Beitrag von lebelauter 14.04.10 - 19:24 Uhr

hallo,

habe meine erste Tochter im GH zur Welt gebracht, meine 2. Tochter zuhause.

fakt:

ausserklinische geburten sind genauso sicher wie geburten im KH auch.

nur:

es kommt zu weniger geburtsverletzungen (risse, schnitte, schürfungen)

die durchschnittliche geburtsdauer ist kürzer

ich habe meine kinder nicht im KH geboren, weil ich auf die persönliche 1:1 betreuung durch meine hebamme, meine vertraute umgebung und meine natürliche kraft zu gebären vertraut habe.

die notwendigkeit eines sekundären kaiseschnitts (KS nach einsetzen der wehen, also ungeplant) fällt nicht urplötzlich vom himmel.

wenn während einer ausserklinischen geburt verlegt wird, dann meist in ruhe, oft im eigenen pkw (also nix mit notarzt).


fakten kannst du hier nachlesen, auf meinungen verlasse ich mich grundsätzlich nicht.

www.quag.de

auch super:

das buch: hausgeburt (taschenhebamme)

LG und alles Gute

Beitrag von turbo-hellen 14.04.10 - 19:31 Uhr

Danke für die schnellen Antworten!

Ich war mir bisher wirklich sicher und hab mir auch schon beide Möglichkeiten angeguckt. Meine beiden Hebammen (sie arbeiten im Team) hab ich auch schon im Geburtshaus und auch der Geburtsvorbereitungskurs wird dort stattfinden (fängt nächste Woche an). Ich kenn das Geburtshaus also schon ziemlich gut

Mein Freund meint, es sei meine Entscheidung, denn ich muss ja das Kind zur Welt bringen. Außerdem weiß er, dass ich um KHs normalerweise große Bögen mache. Seit dem Gespräch jedoch glaube ich, dass es ihm lieber wär, wenn ich ins KH gehe. :-( Das hab ich so in unserem Gespräch rausgehört.

Was noch ein Grund sei, ins KH zu gehen: Die Betreung nach der Geburt. Die beiden anderen Mamis waren wohl froh, dass sie immer wen zum fragen hatten und sich nicht ums essen kümmern mussten. Meint ihr nicht, ich krieg das auch zu Hause allein hin, auch wenns mein erstes Kind ist? Meine Hebi kommt ja dann jeden Tag und anrufen kann ich se immer?

Also im Grunde tendiere ich immernoch zu Geburtshaus. Ganz zu Hause möcht ich irgendwie nicht (weiß auch nicht wieso) und KH kann ich mich nicht überwinden momentan.

Liebe Grüße, Marie

Beitrag von blume82 14.04.10 - 19:50 Uhr

Hallo,

unser zweiter wäre fast ein Notks geworden, der rote Knopf war schon gedrückt und der Narkosearzt stand schon mit der Maske breit.

Klar wäre das im Geburtshaus schief gegangen, aber meine Hebi hätte mich schon mindestens 2 Stunden vorher in die Klinik geschickt weil da die ersten kleinen Auffälligkeiten waren die sie im Geburtshaus nicht geduldet hätte.

wichtig ist halt das du jemanden hast der sich um Haushalt und essen kümmert.

Erklären kann dir die Hebi auch alles.

Lg

Beitrag von golm1512 15.04.10 - 09:20 Uhr

Hallo!
Ich bin Krankenschwester und deshalb wäre eine Krankenhausgeburt für mich nur mit echten Indikationen eine Option gewesen.
Ich habe ein Kind im GBH und eines zuhause bekommen. Die Argumente dafür hast du ja schon gelesen.
Hinterher war ich froh, dass ich zuhause sein konnte und durfte. Keiner hat mir reingeredet. Meine Hebamme kam regelmäßig und war immer anrufbar. Somit hatte ich EINE Ansprechpartnerin, die kompetent war und die mich und mein Kind gut kannte und nicht zwanzig Leute, die alle einen anderen Ansatz haben. Wir hatten keinerlei Probleme. Weder mit dem Stillen noch mit Wochenbettblues noch mit der Dammnaht noch irgendwas, weil ich mich sehr sicher und wohlbehütet fühlte. Ich konnte meinen Rhythmus beibehalten und/oder mich ganz nach dem Rhythmus der Kinder richten. Mein Mann war von Anfang an Vater und nicht erst nur Besucher. Das findet er bis heute wunderbar.

Deshalb kann ich dir sagen: Nur Mut!!
Meine Freundinnen, die im Krankenhaus entbunden haben -mit oder ohne Ks- sind nicht alle unglücklich, aber immer gab es irgendwas, was nicht so optimal gelaufen ist. Das war bei uns anders. SO hätte ich noch 10 Kinder kriegen können, aber jetzt bin ich zu alt.

Alles Gute!
Susanne

Beitrag von becca04 15.04.10 - 12:33 Uhr

Hallo,

spannend, dass Du als "Fachfrau" (Krankenschwester) so vehement für die außerklinische Geburt plädierst.

Oft verläuft die Argumentation des klinischen Personals ja genau umgekehrt: "Weil ich weiß, was alles schief gehen kann,..."

Ich für meinen Teil weiß aus dem engsten Bekanntenkreis, wie das Medizinstudium und die praktische Arztausbildung abläuft, und habe nach einer ersten negativen Erfahrung mit dem KH-Personal beschlossen, nur noch als Notfall im KH zur Geburt zu erscheinen! Und damit bin ich zumindest in Geburt Nr. 2 super gefahren.

Jetzt - Geburt Nr. 3 im Sommer - ist natürlich wieder alles offen - ich hoffe, ich schaffe die Geburtsbelastung körperlich (habe mich in den vergangenen 3 Jahren berufsbedingt ziemlich "hängen" lassen). Was die Geburtsbegleitung an sich betrifft, so vertraue ich meiner Hebamme!

LG,
B.

Beitrag von golm1512 15.04.10 - 13:38 Uhr

Hallo!
Ich habe meinen Beruf und mein Krankenhaus sehr geliebt, aber ich weiß eben, dass Schulmedizin auch nicht alles ist. Da geht es mir zu funktionell zu. Der Mensch ist keine Maschine und es gehört viel mehr dazu als nur einen kleinen Teil zu behandeln
Das Krankenhaus kann ein guter Ort sein, wenn man krank ist und eine Aussicht auf Heilung hat. Zum Geboren werden und zum Sterben ist es in meinen Augen der falsche Ort. Es sei denn, es handelt sich um einen Notfall, aber um den geht es hier ja nicht.

Außerdem ist dieses Gesundheitssystem ausschließlich auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet. Das funktioniert nicht.

Leider ist in den meisten Köpfen immer noch fest verankert, dass Ärzte soooo viel können und allmächtig sind und was weiß ich, dass man sich gegen alles absichern will und meint, diese Absicherung hätte man im Krankenhaus. Man kann seine Eigenverantwortung sehr gut an der Pforte abgeben, aber ich habe nicht die Erfahrung gemacht, dass das den Leuten gut getan hätte.
Außerdem hat man im Krankenhaus immer Angst vor Prozessen und vergisst vor lauter Absicherung das Gegenüber, den Patienten. Dabei hilft manchmal reden und denken!

Ich würde mein Leben und das meiner Kinder nicht jedem x-beliebigen Arzt und auch nicht jeder x-beliebigen Hebamme anvertrauen. Ich habe mir selbstverantwortlich die Leute ausgesucht, die zu mir passten und denen ich vertrauen konnte, dass sie auch im Falle, dass ich nicht mehr selbst entscheiden kann, für mich die richtigen Entscheidungen getroffen hätten.

Deshalb war eine Klinikgeburt ohne medizinische Indikation für mich ausgeschlossen. Ich hoffe, ich muss da auch nicht sterben und werde auch in Zukunft so weit wie möglich solche Einrichtungen meiden. Das heißt nicht, dass ich die Arbeit der Leute dort gering einschätze, aber ich glaube, dass die meisten Patienten in Krankenhäusern woanders besser aufgehoben wären. Und somit die, die es wirklich nötig haben, besser und indiviueller behandelt werden könnten. Aber das ist schwer nachzuvollziehen, wenn man nicht schon die eine andere Geschichte erlebt hat.

Viele Grüße
Susanne

Beitrag von becca04 15.04.10 - 20:19 Uhr

Hallo Susanne,

ich habe eigentlich jedem Deiner Sätze zustimmen können, auch ohne ein KH länger von innen gesehen zu haben (hoffentlich bleibt es noch lange so!).

Aber die Erfahrungen im engen Verwandten- und Bekanntenkreis (auch jenseits der Geburtshilfe) und die vielen Fehleinschätzungen (ich sage nur: Pränataldiagnostik/Ultraschall!) und auch Behandlungsfehler von Ärzten haben mir gereicht.

Was ich für mich persönlich schade finde, ist, dass ich nicht schon vor der Geburt meines ersten Kindes kritischer war und die Krankenhausroutinen hinterfragt habe. Es wäre mir eine entwürdigende und körperlich in mancherlei Hinsicht zerstörerische Geburtserfahrung erspart geblieben.

Schwierig in unserer Gesellschaft ist jedoch, diesen anderen Weg zu gehen. In der Schwangerschaft führt die "Autobahn" einfach ins Krankenhaus und einen außerklinischen Geburtsort zu vertreten, ist wirklich eine Herausforderung. Auch mir selbst gegenüber, wie ich jetzt in der 3. Schwangerschaft wieder feststelle. Auch in meinem Kopf ist natürlich diese "Risiko-Thematik" drin und ich kann nur auf meinen Instinkt und die Kompetenz und Aufrichtigkeit der Hebamme vertrauen, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu spüren und dann - im Falle des Falles - doch ins Krankenhaus zu gehen.

Jetzt können wir nur hoffen, dass den Frauen angesichts des Rückzugs der freiberuflichen Hebammen aus der außerklinischen Geburtshilfe noch lange diese alternative Geburtsmöglichkeit erhalten bleibt!

Dir alles Gute und liebe Grüße,
Becca

Beitrag von qrupa 15.04.10 - 09:41 Uhr

Hallo

also ich für meinen Teil kann mich viel besser erholen, wenn ich auf meiner eigenen Toilette sitze, nicht beim Duschen ständig Gedanken machen muß wer mit was für einem Fußpilz da vorher drunter stand, wenn ich nachts um 3 einfach an den Kühlschrank gehen kann um mir ein großes Stück Käse zu holen, ich ganz allein entscheide wen ich reinlasse und wen nicht, mein Zimmer nach zu Hause und nicht nach Desinfektionsmitteln riecht,...

Essen habe ich etwas vorgekocht und eingefroren. Und ein paar Nudeln in den Topf werfen bekommt mein Mann auch hin und es macht keine große Arbeit.

Und du bist ja wirklich nicht allein. Du hast eine vertraute Hebamme, die sich kümmert. ich bin sogar überzeugt, du bekommst es besser zu hause allein hin als in der Klinik, wo bei jedem schichtwechsel eine schwester mit einer anderen meinung ankommt und man am Ende gar nicht mehr weiß was nun richtig ist und was nciht.

hat dein mann sich schonmal mit deiner geburtshaushebamme unterhalten. Mein Mann war anfangs von der Idee eine Husgeburt auch nicht begeistert bis er sich mal allein mit meiner Hebamme darüber unterhalten hat und alle Fragen und Bedenken losgeworden ist, alle "was wäre wenn" Situationen durchgegangen ist und am Ende festgestellt hat, dass eine Hebamme mehr kann als Akkupunktur und Globuli verteilen.

LG
qrupa

Beitrag von lebelauter 15.04.10 - 14:52 Uhr

warum sollte sich eine mutter nicht um ihr eigenes kind kümmern können?

die hebamme zeigt dir alles und kommt bei bedarf auch mehrmals täglich!


LG

Beitrag von gazelle123 18.04.10 - 12:41 Uhr

Ich habe auch im GH entbunden, es ist genauso sicher wie KH und hat eine geringere Komplikations- und KS-Rate und ich kenne auch einige Geburten die schiefgegangen sind, weil sie im KH waren.
Ganz zu schweigen von den vielen "Notkaiserschnitten", die in Wirklichkeit Folgen von PDA, zu viel im Bett liegen und Wehentropf sind.
Ich fand den bisschen Haushalt nach der Entbindung nicht so das Problem- vor allem da kann man sich Hilfe organisieren. z.B. dass jemand einkaufen geht, Essen vorkochen und putzen evtl.
Im Krankenhaus hat man vielleicht Rundumbetreuung, aber vielleicht auch eine Nachbarin mit viel Besuch, schnarchen und schreiendem Kind in der Nacht- ich war sehr froh, dass ich die erste Nach zu Hause in meinem Bett und mit meinem Mann und meinem Baby verbringen konnte.....

LG

Beitrag von ikarya 14.04.10 - 20:04 Uhr

Schau mal hier harte Fakten zum Verwandte und Freund überzeugen: http://www.quag.de/content/publikationen.htm :-) Und lies Dir die Geburtsberichte aus den Geburtshäusern hier durch.

Ich fühlte mich übrigens von meine Hebamme super betreut. Sie kam eh einmal am tag und auch sonst immer schnell wenn ich sie brauchte. Ich konnte sie abends um 10 anrufen, als ich mal nicht weiter wusste und sie hat mir 2 Stunden lang beim Milcheinschuss die Brüste ausgestrichen. Wenn ich sonst Probleme hatte (Unsicherheit mit der neuen Situation, Babyblues) hat sie sich noch mehr Zeit als normal genommen und wir haben lange geredet. So eine Betreuung erlebt man mW im Krankenhaus nicht.

Das nächste kommt dann mit meiner Hebamme zuhause. :-)

Beitrag von elistra 15.04.10 - 14:49 Uhr

lass dich da blos nicht verunsichern, der beste geburtsort ist der an dem du dich am sichersten fühlst.

wenn du dich im kh nicht wohlfühlst, dann ist das für dich der falsche ort und das risiko, das es zu komplikationen kommt, weil du dich nicht wohl fühlst steigt.

eine geburt im geburtshaus oder eben zu hause ist mindestens genauso sicher, wie eine geburt im kh. 100% sicherheit kann man nirgendwo habe, risiken gibt es bei jeder geburt, aber sie sind zu hause eben nicht höher, als anders wo.

auch ein notks passiert nicht innerhalb von minuten. im normalfall zeichnen sich komplikationen schon lange vorher ab und im kh wird dann im hintergrund alles vorbereitet, erfahren tun das die frauen dann oft erst, wenn es kurz vor knapp ist und dann geht alles schnell. aber zu hause/im geburtshaus würde keine hebamme so lange warten, wenn sich komplikationen abzeichen und nicht in griff kriegen lassen, würde man frühzeitig ins kh verlegen, so das dort dann noch zeit genug ist alles vorzubereiten.

Beitrag von kasumi 15.04.10 - 18:49 Uhr

Also ich war im Kh und kann es nur empfehlen, war in einer Frauenklinik mit Kinderklinik dran für den Fall der Fälle. Kreissaal war nett eingerichtet und unter Wehen ist einem das eh ziemlich wurscht, allerdings war ich sehr glücklich, als ich dann ganz schnell mich für eine PDA entscheiden konnte als nach 6 stunden alle 2 minuten eine wehe, sich der mumu nicht mehr als 1 cm geöffnet hatte, ausserdem wollte ich die sicherheit das wenn irgendwas mit meinem baby ist jemand da ist der sich darum kümmern kann

Beitrag von qrupa 16.04.10 - 08:37 Uhr

hallo

mir war das ganz und gar nicht egal wie es um mich herum war. der geruch von desinfektionsmitteln udn das Ticken der Uhr an der wand, was ich ohne wehen beides gar nciht wahrgenommen habe, hat mich unter Wehen echt wahnsinnig gemacht, das Geräusch der Schritte auf dem Flur fand ich unerträglich,... meine Sinne waren so wach wie wohl noch nie vorher.

LG
qrupa

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