Antibiotikum -Langzeittherapie... Was meint ihr?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sadi84 14.04.10 - 21:00 Uhr

Hallo zusammen,

meine Tochter ist nun fast 14 Monate alt und hatte vor kurzem ihre zweite Nierenbeckenentzündung. Bei der ersten waren wir für eine Woche stationär im KH, da war sie 8 Monate alt. Bei der letzten konnten wir zum Glück zuhause mit Antibiotikum behandeln.

Unser Kinderarzt (den ich eigentlich für sehr kompetent halte, er ist neben seiner ambulanten Tätigkeit auch Direktor einer Kinderklinik) hat Ultraschall gemacht und auch eine MCU Untersuchung wurde durchgefährt. Anatomisch ist alles in Ordnung und er meint, wir müssten eben bei jedem Fieber den Urin kontrollieren und dann wäre gut... Aber nun ist es ja so, dass sobald Fieber auftritt, schon die Nieren in Mitleidenschaft gezogen sind. Bei einer "normalen" Blasenentzündung haben die meisten Kinder kein Fieber. Bei meiner Kleinen war jedes Mal die linke Niere schon dick angeschwollen (beim ersten Mal war sie doppelt so groß wie die rechte)

Nun ja, ich mache mir allerdings seitdem sie das zum ersten Mal hatte, tierische Sorgen, dass sie es nochmal bekommt. Bei jedem Quengeln/ Nächtlichen Schreien habe ich Angst, dass sie Blasenschmerzen oder sonst was hat, was ich eben nicht merke... Nachdem sie das nun zum zweiten Mal hatte, war ich total verunsichert. Der KiA sagt, wäre nicht schlimm. Von anderen Müttern hört man, sowas hätten sie noch nie gehört, wieder andere raten zum Kinderurologen zu gehen. Naja, das habe ich nun auch gemacht. Unser KiA meinte, dass dieser Besuch nicht notwendig sei und sinnlos wäre.

Ich war nun aber wie gesagt gestern da und er hat auch Ultraschall gemacht. Soweit er sehen konnte, waren die Nieren in Ordnung und die Blase auch. Er meinte allerdings, dass die Kleine nun sehr anfällig für eine weitere Nierenbeckenentzündung wäre und das sie keine dritte bekommen sollte. Aus dem Grund solle sie nun erstmal 3 Monate das Antibiotikum prophylaktisch bekommen und dann sollte ich nochmal vorbeikommen. Was meint ihr dazu? Muss eins eurer Kleinen auch prophylaktisch AB nehmen? Wenn ja, wogegen???

Weiss jetzt gar nicht, was unser KiA wohl dazu sagt. Er meinte schließlich ein Termin beim Urologen sei sinnlos. Ist mir irgendwie auch ihm gegebüber unangenehm, dass ich nun doch da war, obwohl er mir gesagt hat, das wäre sinnlos. Aber mir war eben eine zweite Meinung wichtig.

Bin nun aber irgendwie verunsichert... Will sie natürlich nicht unnötig mit AB vollpumpen, aber der "Spezialist" meinte, es wäre notwendig...

Wie denkt ihr darüber?

LG, sadi

Beitrag von hasi19830 14.04.10 - 21:05 Uhr

ich arbeite selber in einem kinderkrankenhaus und bei uns bekommen die kinder immer diese AB um eine weitere
Nierenbeckenentzündung nicht zu riskieren.

Beitrag von dani.m. 14.04.10 - 21:07 Uhr

Von vorsorglichen AB halte ich gar nix. Aber meine Hausärztin wollte mir vor Jahren mal was gegen meine ständigen Blasenentzündungen aufschreiben, hätte ich wohl auch 3 Monate nehmen müssen und wenn ich mich richtig erinnere, war das pflanzlich. Ich schau noch mal, ob ich den Zettel noch finde. Meine Ärztin war jedenfalls begeistert davon, hatte es selbst schon verwendet.

Beitrag von bine3002 14.04.10 - 21:10 Uhr

Ärzte... triffste zwei, haste zwei verschiedene Meinungen. Triffste einen dritten wirste auch noch eine dritte Meinung bekommen und bist total durcheinander.

Somit bleibt dir nur eine eigene, völlig "inkompetente" Entscheidung zu treffen.

Mein Tipp wäre, dass Du dich selbst mal über dieses Thema schlau machst. Nutze das Internet dafür und surf dich durch alle Seiten, die Du finden kannst. Beachte aber, um was für Seiten es sich handelt: Foren, "voreingenommene" wie z. B. "streng" homoöpathische, wissenschaftliche usw. Und dann musst Du sondieren und auf dein Bauchgefühl hören. Hab keine Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Das kann dir immer passieren.

Ich habe auf die beschriebene Weise schon viele Entscheidungen bezüglich meiner Tochter treffen müssen und bisher noch nicht wirklich "in die Scheiße gegriffen". Und mittlerweile bin ich ganz gut in Diagnosen, die meine Tochter angehen und weiß in der Regel vorher schon, welches Medikament wir verschrieben bekommen werden.

Beitrag von gisele 14.04.10 - 22:02 Uhr

hallo.
mein rat wäre sich ganz schnell einen kompetenten heilpraktiker zu suchen,denn irgendwo muss ja eine entzündung sein.
nein,ich würde nicht einfach das AB geben,sondern mir noch weiter meinungen holen,am besten von einem arzt der gleichzeitig homöopath oder heilpraktiker ist(meist privatärzte).
gute besserung#liebdrueck

Beitrag von lienschi 14.04.10 - 22:46 Uhr

huhu,

das wäre auch mein Vorschlag.

Ich selbst hatte als Kind 3 Jahre lang chronische Nieren-Blasen-Entzündung (vom 5.-7.Lebensjahr). Mein Mutter ist mit mir von einem Arzt zum anderen gerannt und da keiner die Ursache finden konnte, haben alle (aus Verzweiflung) nur Langzeit-AB verschrieben.

Irgendwann hat meine Mutter den Rat bekommen zum Heilpraktiker zu gehen. Dieser hat meinen Eltern unter Anderem geraten nach Wasseradern in unserem Haus sehen zu lassen. Der Wünschelruterngänger hat unter meinem Bett eine Kreuzung von drei starken Wasseradern gefunden. Daraufhin wurde mein Bett um zwei Meter verschoben... nach eine halben!!! Jahr war ich komplett gesund... und das nach 3!!! Jahren schwerer Krankheit.

Man mag von dem ganzen "Hokus-Pokus" halten was man will, aber ganz ehrlich, sch... drauf, Hauptsache es hilft!!!

Durch das viele Langzeit-AB habe ich jetzt das Problem, dass ich auf Penicillin allergisch reagiere und viele andere AB´s bei mir nicht mehr anschlagen.

Ich würde mir auch erstmal eine weitere Meinung von einem Arzt holen, der auch die Alternativmedizin mit einschliesst. Nur die Symptome zu bekämpfen ist m.M.n. nicht der richtige Weg... die Ursache muss erst gefunden werden, dann kann richtig behandelt werden.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Antibiotika... aber eine Langzeittherapie damit ist schon ein mächtiger Eingriff in einen so kleinen Körper.

lg und alles Gute #klee , Caro

Beitrag von butterblume1978 15.04.10 - 20:13 Uhr

Hallo! Meine Tochter bekommt schon seit langer Zeit eine AB-Prophylaxe. Und zwar aus dem Grund, da sie eine Doppelniere hat und dazu einen Reflux 3. Grades, d. h. der Urin läuft in die Niere zurück.

Sie hatte auch schon mehrere Harnwegsinfekte und eine Nierenbeckenentzündung. Sie wurde wegen des Refluxes auch schon zwei mal operiert. Die letzte OP ist jetzt zwei Monate her und sie bekommt immer noch die Prophylaxe, da sie kurz danach wieder einen Harnwegsinfekt hatte.

Wir werden es aber bald absetzen und schauen wie es klappt. Eigentlich dürfte nach der letzten OP nichts mehr sein...

Letzte Woche hab ich noch mal mit unserem Kinderarzt über die Prophylaxe gesprochen. Es ist ja eine Low-Dose, also nur ganz wenig, und solange sie keinen Durchfall bekommt ist es ok.

Bisher hatten wir also deswegen keine Probleme.

LG, Butterblume!