Vortrag von Dr. Winterhoff- Autor"Warum unsere Kinder Tyrannen werden"

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sindy444 14.04.10 - 22:04 Uhr

Hi,

ich komme gerade von einem Vortrag des Buchautors. Seiner Meinung nach bekommen unsere Kinder heute keine klaren Aufforderungen und dementsprechende Konsequenzen mehr. Dies ist seiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass heute 50% der Kinder nach dem Schulabschluss nicht Ausbildungsfähig sind!!!!! Ich kenne seine Bücher, aber die Veranschaulichungen heute fand ich doch sehr erschreckend. Aber wie bekommen wir es heute hin, dass wir unsere Kinder lenken und nicht umgekehrt? Selbst wenn ich es schaffen würde, dass es zuhause funktioniert, sind doch heute alle Sozialpläne und Lernpläne darauf ausgerichtet, sich am Kind zu orientieren und nicht umgekehrt? Wie also soll man es in der heutigen Zeit schaffen, sein Kind so zu erziehen, dass es der Gesellschaft folge leistet und nicht die Gesellschaft dem Kind seinen Aufforderungen erfüllt? Mamas wir haben eine schwierige Zeit vor uns.....


Viele Grüße,

sindy444

Beitrag von danja1983 14.04.10 - 22:12 Uhr

Hallo,

ich habe das Buch auch gelesen.
Viele verteufeln es ja und sagen das wäre alles Schwachsinn, aber ich fand es doch sehr gut erklärt und vieles stimmt wirklich.

Wir legen viel wert auf "Regeln" bzw. feste Rituale zu Hause. Gemeinsames Essen, wer aufsteht ist fertig und beschäftigt sich leise bis alle anderen fertig sind.
Im Kiga sieht das schon wieder anders aus. Da wird während des Essens auf`s Klo gegangen und wer fertig ist macht halt was er will.
Es muß nicht mehr gebastelt oder gemalt werden.....
Finde ich alles nicht besonders toll, unsere Leiterin übrigens auch nicht.
Aber das sind nun die Lernpläne. Wer nicht will muß nicht.
Wo das hinführt will ich mir gar nicht ausmalen.

LG
Dani

Beitrag von schullek 14.04.10 - 22:51 Uhr

du findest lernpläne im kiga also gut? und beurteilst sie dann entsprechend?
wenn es so ist, dann bin ich anderer meinung.

ich finde nicht, das im kiga lernpläne virhanden sein sollten. eine gute erzieherin fährt eine bestimmte richtung und bietet den kindern viele möglichkeiten udn dann wiederum die möglichkeit sich daran zu beteilligen.
ich finde es gut, wenn mein kind entscheiden kann, ob es etwas tun möchte, wie basteln, oder nicht.

in der schule sieht die sache dann anders aus. aber auch hier bin ich für einen gewissen rahmen, in welchem sich die kinder dann frei bewegen können.
nur das beispiel fremdsprachenunterricht: wenn ich an meine schulzeit denke, erinnere ich mich an unrealistische situationen, die nachgespielt oder gesprochen werden sollten. heute haben die kinder die möglichkeit kreativer zu sein, sie können sich in einem bestimmten rahmen selber situationen schaffen, alles ist näher am leben. wenn das keine verbesserung ist.
#
lg

Beitrag von fbl772 15.04.10 - 10:19 Uhr

Auch im Kiga sollte es doch feste Regeln geben. Bei uns in der Kita (0-3 Jahre) bspw. müssen alle Kinder solange sitzen bleiben beim immer gemeinsamen Essen zu festen Uhrzeiten, bis alle fertig sind.
Wer nicht hört und ständig rumrennt muss eben für diese Zeit auch mal im "Babystuhl" sitzen.

Warum es in eurem Kiga keine festen Regeln gibt, ist mir ein Rätsel ... es macht doch auch für die Erzieher entspannter, wenn es Regeln gibt ....


VG
B

Beitrag von motorradtinchen 14.04.10 - 22:16 Uhr

Hallo Sindy,

ich kenne seine Bücher auch und finde, dass sie durchaus realistisch vorhandene Phänomene beschreiben.
Du schreibst, dass Lehrpläne darauf ausgerichtet seien, sich am Kind zu orientieren. Das stimmt nur bedingt. Gemeint ist damit, dass man sich am Leistungsvermögen und dem Lerntempo des Kindes orientiert. Was aber nicht heißt, dass das Kind sich nicht an Regeln, die für alle in der Gemeinschaft gelten halten muss und für Regelübertretungen nicht auch Konsequenzen erfährt.
Aber ich gebe dir Recht: es ist in der heutigen Zeit sicher eine große Aufgabe sein Kind zu einem verantwortungsbewussten, selbständigen und "gesellschaftsfähigem" Menschen zu erziehen!
Alles Liebe, Tina

Beitrag von bine3002 14.04.10 - 22:19 Uhr

Weißt Du, ich denke der Mann hört sich selbst gerne reden. Außerdem ist er vermutlich sehr "beschränkt". Er ist Psychologe und sieht viele "Gestörte". In etwa wie ein Herzchirurg. Der sieht auch nur noch kaputte Herzen. Die ganzen gesund vor sich hin klopfenden Herzen bekommt er ja auch nicht zu Gesicht.

Dr. Winterhoff hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Er hat EINE Theorie von vielen anderen. Dabei ist er eher ein Hardliner. Und letztlich verdient er gut damit. Gewisse Ansätze klingen logisch, aber trotzdem ist sein Gereden meiner Meinung nach irgendwie nur "Gemecker". Wirkliche Lösungsanstze bietet er auch nicht wie man an deinen vielen offenen Fragen ja auch deutlich sehen kann.

Du solltest dich fragen, was dir der Vortrag gebracht hat. Welche Lösung hast Du für dein konkretes Problem bekommen? Keine? Dann vergiss den ganzen Unsinn, weil er einfach nicht für dich und dein Leben bestimmt war.

"Mamas wir haben eine schwierige Zeit vor uns....."

Ja. Und vielleicht ist das Leben heute schwieriger als es früher war. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist das Leben heute zu leicht und bietet uns zu viel Zeit, haben um und über solche Dinge wie THEORIE nachzudenken. Vielleicht wäre es besser, wenn wir wie früher hart auf dem Feld arbeiten müssten und unsere Kinder mit anderen Kindern herumtollen könnten. Keine Ahnung... ich versuche jedenfalls das alles intuitiv zu machen. Ich gebe mein Bestes um eine gute Mama zu sein und meinem Kind Liebe zu schenken.

Beitrag von schullek 14.04.10 - 22:52 Uhr

"Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist das Leben heute zu leicht und bietet uns zu viel Zeit, haben um und über solche Dinge wie THEORIE nachzudenken. Vielleicht wäre es besser, wenn wir wie früher hart auf dem Feld arbeiten müssten und unsere Kinder mit anderen Kindern herumtollen könnten. "

ich stimm zu, aber auf dem feld will ich nicht arbeiten...:-)

Beitrag von bine3002 14.04.10 - 23:00 Uhr

Ich auch nicht. Fakt ist aber, dass wir dann alle zu dieser Zeit total erledigt im Bett liegen und uns über so einen Scheiß keinen Kopf mehr machen würden. Und - hey - die Kinder sind auch groß geworden. Die haben sogar welche hinter die Ohren bekommen und es gab trotzdem nicht nur Bekloppte. Die haben oftmals sogar noch ihre Eltern gepflegt. Das beweist vermutlich, dass nicht nur ein Faktor eine Rolle bei der Entwicklung unserer Kinder spielt. Keine Ahnung. Ich sag jetzt mal: Die Medien sind schuld! Ich auf jeden Fall nicht, ich mach alles richtig ;-)

Beitrag von schullek 15.04.10 - 10:05 Uhr

na ich auch! sowieso#schein
und wenn ich an meine kindheit denke, da hatten meine eltern auch wenig zeit. arbeit, dann garten (ddr, da musste man ja selber zu sehen) und ich hatte trotzdem ne sehr, sehr schöne kindheit. war schon früh allein unterwegs (min kleinstadt).
mein kind wird die freiheiten leider nicht haben. dafür aber mehr mama. sicher nicht schlechter oder besser, einfach anders.
und meine mama hat schon öfters gesagt, wenn ich was fragte: dafür hatten wir gar keine zeit, um uns gedanken drum zu machen....

lg

Beitrag von schullek 14.04.10 - 22:44 Uhr

2 fragen:

wer ist die gesellschaft?

wer erschafft sich seine zukunft?

1. unsere kinder werden die gesellschaft von morgen und sie müssen in dieser gesellschaft leben. natürlich sollen sich die menschen ihrer gesellschaft in gewissem maße anpassen. aber doch nicht um jeden preis! mir ist ein kritisch denkender mensch, bereit veränderungen anzugehen, sich seine welt zu erschaffen lieber als ein ja-sager.

2. lehrpläne sind (leider) nicht darauf ausgelegt, was unsere kinder wollen. wann hast du dir zuletzt einen lehrplan angeschaut? noch nicht? na dann tu das und zeig mir die entsprechenden stellen. bin gespannt.

3. ich will mein kind nicht lenken, ich will es unterstützen. er soll seinen weg finden. udn dazu gehört es eigene entscheidungen zu treffen. ich bin mir sicher, dass ich sehr viele entscheidungen meines kindes in der zukunft nicht gut finden werde. aber wie woll er in einem leben glücklich werden, das ich mir für ihn aussuche?

ich könnte hier noch tausend dinge schreiben.

aber nur noch eins: ich finde allein den begriff tyrann im titel unmöglich.

lg

Beitrag von bine3002 14.04.10 - 22:55 Uhr

Soweit ich weiß ist Dr. Winterhoff nicht gegen kritisch denkende Menschen. Er ist vielmehr der Meinung, dass die "gestörten" Kinder nicht wirklich in der Lage sind, kritische Erwachsene zu sein, weil sie geistig nie zu Erwachsenen werden. Sie bleiben auf dem geistigen Stand eines Kindes. Und ein Grund dafür ist, dass sie zu früh zu viele Entscheidungen treffen und ihnen von Eltern, Erziehern und Lehrern zu viele Wahlmöglichkeiten überlassen werden.

So wie es klingt, "züchtest" Du dir also genau so einen "Tyrannen" heran wie ihn Dr. Winterhoff in den Büchern beschreibt.

Wohlgemerkt: Das ist nicht meine Meinung, sondern die von Dr. Winterhoff bzw. so verstehe ich das erste Buch.

Beitrag von xyz74 14.04.10 - 23:03 Uhr

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Und ein Grund dafür ist, dass sie zu früh zu viele Entscheidungen treffen und ihnen von Eltern, Erziehern und Lehrern zu viele Wahlmöglichkeiten überlassen werden.
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Ich denke, dass kann man nicht pauschalisieren.
Die Entscheidungen müssen altersgerecht sein und das Kind muss lernen mit den Konsequenzen zu leben.
Die Tochter meines Partners wird leider zu so einem kleinen Monsten erzogen. Mal hü, mal hott.
Sie muss Dinge entscheiden, die sie noch überhaupt nicht überblicken kann und ist entsprechend komplett überfordert.
Andererseits kann sie sich ständig umentscheiden.
Man kan sich nie auf Zugeständnisse verlassen :-(

Beitrag von schullek 15.04.10 - 10:16 Uhr

ich finde winterhoff, wie du es so schön geschrieben hast: wenig aussagekräftig. er schreibt viel, was auf den ersten blick logisch klingt, aber lösungen oder ähnliches bietet er nicht. er hat seine nische gefunden und da bleibt er jetzt auch hocken.
wie xyz schon geschrieben hat: wahlfreiheit in einem bestimmten rahmen. ich werde mein kind jetzt nicht entscheiden lassen, ob er sich anschnallen will oder nicht, ob er lieber nicht zähne putzt oder doch...
aber seinem alter entsprechend kann er schon wählen und das finde ich gut. im kiga dann: ob nun malen oder basteln, gesellschaftsspiel oder freies spiel... zu hause: ich esse oder ich esse eben nicht, ich möchte den blauen und nicht den roten pullover, ich will lieber zu hause bleiben bei papa und nicht mti mama dort und dorthin...
und das dann aber mit allen konsequenzen. wenn er sich dann ärgert nicht mitgekommen zu sein, wird er es das nächste mal überdenken....

lg

Beitrag von jenny133 14.04.10 - 23:01 Uhr

Hallo

ich habe den Namen und sein Buch schon gehört, aber noch nicht selbst gelesen.

Nun kann ich nicht sagen, wie er es ausgedrückt hat, kenne ich ja nur deine Aussagen hier. Wenn ich die aber lese: "Wie also soll man es in der heutigen Zeit schaffen, sein Kind so zu erziehen, dass es der Gesellschaft folge leistet und nicht die Gesellschaft dem Kind seinen Aufforderungen erfüllt"
Willst du denn ernsthaft, das dein Kind der Gesellschaft folge leistet? Wollen wir nicht Kinder, die selbst nachdenken und handeln und das tun, was sie für richtig halten? Nico muss gehorchen in Dingen die wichtig sind. Das braucht mir kein Psychologe vorschreiben. In anderen Dingen darf er selbstbewusst mitentscheiden. Damit stärkt man ein Kind!

Ich kann dir nur sagen, ich will kein Kind das der Gesellschaft folge leistet, sondern eines, das sich mit einbringt. Meiner Meinung nach macht man schon genug richtig, WENN MAN DARÜBER NACHDENKT, wie man richtig erzieht. Leider gibt es heutzutage genug Eltern, die sich darüber keine Gedanken machen und diese Kinder sind dann diejenigen, die defizite haben, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

LG
Melanie mit Nico (2 einhalb, der mir manchmal auch auf der Nase rumtanzt und trotzdem im großen und ganzen sehr gut erzogen ist ;-) )

Beitrag von mysterya 14.04.10 - 23:23 Uhr

Weißt du, der Mann ist Psychiater und er hat nur solche Fälle dort, deswegen hat er noch lange keinen realistischen Blick darauf was bei wem wie schief läuft und was nicht. Er sieht nur Tendenzen in seiner Praxis, aber nicht die Gesamtheit des Problems. da fehlen viele Aspekte.

Er tut immer so, als hätte er eine neue Erkenntnis formuliert, aber ich hab so viele Bücher in meinem schrank von kompetenteren Autoren, die die Problemematik schon lange vor ihm beschrieben haben und sich nicht so aufspielen mussten.
Ich glaube, das Problem ist nicht NUR bei den Eltern, oder Gesellschaft und ihrer Erziehung zu suchen sondern auch darin, dass wir ein ganz stark Leistungsorientiertes Bildunsgsystem haben. Kinder werden viel zu früh abgestuft udn eingeteilt und das hemmt ihre entwicklung. Alles was nicht irgendwie iregndwo passt,wird ziemlich leicht aussortiert, anstatt gefördert.

Man spart an der Bildung und somit an den Kindern. Man spart an Pädagogen in Schulen, man spart an Lehrkräften.

Ich habe mir in Schweden Schulen angeschaut, wo 90 % der Kinder das Examen bestehen (Abitur). und zwar von allen Kindern insgesamt. Und da gibt es 2 Betreuer in jeder Klasse und es gibt keinen ausschließlichen Frontalunterricht. Der lehrer ist ein Freund, der einem hilft besser zu werden. Auch spielen Noten nicht die gleiche Rolle, sondern man redet vor allem mit den Kindern darüber was sie verbessern müssen und wie sie es schaffen können.

Es wird nicht einfach nach klasse 4,5,6 enschieden. Du bist doof (HS) du bist halb doof (RS) und du hast Potenzial (GS) und wenn du auf dem GS bist, sagt man dir "Schau dir deinen nachbarn nochmal gut an. Der sitzt mit großer Wahrscheinlichkeit bald nicht mehr da."

Wenn man den Kindern mehr Chancen und Perspektiven geben würde und eine bessere Förderung könnten auch Kinder mit Defiziten schneller gleichziehen.

Unser Problem ist nicht nur unsere "Partnerschaftlichkeit" gegenüber Kids (Das sit schon ein Problem) sondern die Armut, die Armut an Bildung, die Tatsache, dass du oft nur hoch kommst, wenn du eltern hast die dich entsprechend fördern und puschen. Aber wen deine Eltern eher auf Unterschichtniveau sind und du nichts hast, dann weißt du es nicht besser, und glaubst irgendwann dass du nichts kannst und gammelst 9 Jahre auf der HS ohne Perspektive rum. Und das sind die 50% nicht ausbildungsfähigen jungen Leute. Das ist unser verschleudertes Potenzial.

Die wissen schon mit Klasse 5. Ich bin ein Looser. Ich bekomm keinen Ausbildungsplatz...allso scheiß ich drauf und mach einen auf dicke Hose. Früher war das anders, da hat man mit HS-Abschluss noch ernstzunehmende Aussichten gehabt, aber das hat sich eben verschoben.

Mein dozent an der IHK hat Kurse für diese jungen Leute gegeben, dei dann nach dem Abschluss in Maßnahmen rumhängen. Da hat nur ein ganz kleiner Teil überhaupt ne Chance auf nen Platz bekommen. Und das wissen die...schon ganz lange. Sie suchen sich folglich andere Dinge die ihnen wichtig sind und entwickeln sich nicht als "arbeitender Teil der Gesellschaft".

Beitrag von schnubbi83 15.04.10 - 09:01 Uhr

Hello...

Ich habe das Buch bis jetzt nur bei uns im Buchhladen stehen sehen, lese es mi aber bewusst nicht durch....
Ich finde Erzeihungsratgeber immer so komisch#zitter

Ich habe ne persönliche Meinung dazu, warum uns die Kinder "entgleiten" ABER ich weiß eben nicht ob es auch so ist...

Wer hat denn heute noch Zeit für seine Mäuse?? Alles ist darauf ausgelegt sich selber zufrieden zu stellen ohne viel Rücksicht auf die Kinder....
Ich kann mich davon nicht mal freisprechen:-( Ich gehe arbeiten seit meine Tochter ein Jahr alt ist und sie geht in die Krippe ....Das ist so schlimm für mich....und ganz ehrlich...seit sie dort ist, hat sie sich ziemlich verändert:-( Sie ist über anhänglich und will eigentlich nur noch bei Mama und Papa sein...nicht mal Oma und Opa dürfen sie noch auf den Arm nehmen......

Mir tut es wahnsinnig weh sie am Morgen "abzugeben" Auch wenn sie nciht weint merke ich das sie ihre Eltern vielleicht doch noch länger braucht ale ich dachte....

Und ehrlich gesagt bereue ich meine"Selbstverwirklichung" ICH wollte unbedingt arbeiten um nicht den ganzen Tag mit Kind zu Hause zu hocken:-(:-( ( und um weniger Geld vom Vater Staat zu "kassieren" )

Ich denke inzwischen , dass es Kindern gar nicht gut tut wenn sie sehr früh schon von den Eltern getrennt werden...
Wir haben mehr Geld ABER zu welchem Preis...

Die Oma von meinem Mann hat auch ihr Leben lang aufm Feld gearbeitet und hatte ihre Kinder immer dabei..und die sind so wohl geraten....

Ach ich triffte ab....Ich hoffe es fühlt sich niemand persönlich angegriffen!!!

Also ich denke Kinder werden zu " Tyrannen" weil viele Eltern die Verantwortung von sich schieben...


LG

Beitrag von schullek 15.04.10 - 10:26 Uhr

hallo,

ich denke nicht das zeit mit den eltern so das problem ist. meine eltern haben früher (ddr) beide voll gearbeitet. gut meine, mutter ist lehrerin, da dann also nicht lange, aber danach stand garten etc. an. die haben nicht mit uns gespielt, vielleicht mal am abend nen spiel. aber sie haben sich bei weitem nicht so mit uns beschäftigt, wie ich z.b. mit meinem sohn. ich hatte viele freiheiten, was schon sehr jung alleine unterwegs. und ich habe meine kindheit geliebt. ich habe eigentlich nur schöne erinnerungen. ich kann nicht sagen, das ich jemals das gefühl hatte meine eltern hätten keine zeit für mich. es war eher so, das wir mit den anderen kindern eine große gemeinschaft waren, wir haben usn ggs. erzogen. das ist heute nicht mehr so der fall. also nicht in der freiheit, die wir genossne haben. heute läuft das nur noch in gestecktem rahmen des kigas, der shcule, des vereins etc.

zum thema zurück: ich denke viele probleme liegen darin, dass schon die eltern perspektivenlos sind. ob selbstverschuldet oder nicht, spielt dafür keine rolle. sie vermitteln ihre kindern nicht die dinge, die früher vermittelt wurden. entweder arbeiten die eltern in unserer leistungsorientierten gesellschaft lange und hart und haben dann einfach nur noch wenig nerven die zeit, die sie hätten ganz dem kind zu widmen. oder sie verdienen dabei so wenig geld, das sie deillusioniert werden. oder sie arbeiten eben gar nicht mehr, gammeln den tag vor sich hin und so wachsen die kinder auf. und auch diese gammelnden eltern sind unzufrieden und geben auch das an die kinder weiter.

wenn ich morgens bei mir aus dem fenster schaue (wir wohnen neben einer grundschule), kann ich mehrere elternpaare ausmachen, die zusammen die kinder hinbringen udn dann erstmal 1h mit anderen eltern quatschen. gegen mittag holen sie die kinder wieder gemeinsam ba und ich treff sie dann am nachmittag mit meinem sohn zusammen auf dem spielplatz. ist denn das normal? beide eltern, jung, gesund und kräftig, sitzen zu hause? klar, sie haben 3- 4 kinder. ein weiterer streitbarer punkt...

ich denke du solltest dir nicht so viele schuldgefühle aufhaösen. wenn du aber wirklich das gefühl hast dein kind leidet und du leidest, warum ändesrt du die situation nicht?versuche weniger zu arbeiten, nicht vollzeit, hol sie eher ab und verbring mehr zeit mit ihr. wäre doch besser als schuldgefühle, oder? solange es nicht am geld scheitert.

wir haben auch weniger geld zur verfügung. mein mann arbeitet und ich studiere. und mein studium dauert eben länger, weil ich mi nehr zeit für mein kind nehme. ich habe ne lösung gefunden, wie wir alle am besten leben können.
vielen missfällt das. das lange studium etc. "dann muss er eben bis 17.00 uhr im kiga bleiben..." hör ich ab und an. und es geht mir am a... vorbei. wir tun das, was für uns und unser kind am betsen ist.

lg

Beitrag von liebesbienchen 15.04.10 - 21:11 Uhr

"das wir mit den anderen kindern eine große gemeinschaft waren, wir haben usn ggs. erzogen. das ist heute nicht mehr so der fall. also nicht in der freiheit, die wir genossne haben. heute läuft das nur noch in gestecktem rahmen des kigas, der shcule, des vereins etc."

Dem kann ich auch nur zustimmen. Du warst zufrieden mit Deiner Kindheit, trotzdem Deine Eltern arbeiten waren, aber es waren immer Kinder da, man hatte Freunde, man war draussen, hatte Ideen, hat gespielt usw. Das ist heute nicht mehr. Und wenn wissen viele Kinder nichts mit sich anzufangen.

Wie ich schon mal geschrieben habe, die Unterschiede sind zu gross. Entweder Mann und Frau machen beide Karriere oder beide Elternteile sind daheim u leben am Existenzminimum. Aber wo ist das dazwischen geblieben wo Mann Vollzeit und Frau (oder umgekehrt) lieber 15 Std die Woche arbeitet (und keine 35Std) um für die Kinder da zu sein.
Es wird oft mehr Wert auf Geld, Urlaubsreisen usw gelegt als Zeit für die Kinder zu haben wenn diese sie brauchen.






Beitrag von schullek 15.04.10 - 21:37 Uhr

Aber das liest man doch hier bei urbia alle naselang! ich lese jedenfalls von weitaus mehr frauen hier, die wenig arbeiten oder gar niocht, als vollzeitfrauen. allerdings ist es wohl auch keine representative menge hier.

lg

Beitrag von fbl772 15.04.10 - 10:35 Uhr

Da kann ich dir leider überhaupt nicht zustimmen. Ich war auch seit meinem ersten Lebensjahr in der Krippe und später im Kindergarten. Ich habe das geliebt, deshalb kann ich mich auch noch gut dran erinnern. Ich bin in der DDR aufgewachsen und da war das normal. Mein Mann übrigens auch. Wir hatten und haben liebevolle Eltern.

Ich kann dir versichern, aus mir und aus denen, die ein geordnetes Elternhaus hatten und die ich kenne sind tolle und ganz normale Menschen geworden. Die werden die gelernten Werte auch an ihre Kinder weitergeben.
Es hängt nämlich nicht an der Fremdbetreuung, sondern am Elternhaus, wie es läuft!
Sicher gibt es Kinder, für die ist Fremdbetreuung schwieriger als für andere, aber auch hier gibt es so viele gangbare Mittelwege.

In einem hast du vollkommen Recht, die Verantwortung liegt bei den Eltern und nur bei denen, nicht bei der TaMu, Krippe, Kita oder Schule oder irgendwelchen schlauen Ratgebern! Wenn ich Kinder erziehen will, muss ich Ihnen die Werte selbst vorleben ... und hoffentlich kommt mein Kleiner nie in Versuchung oder an schlechte Freunde!

VG
B

PS: Mein jetzt 22-monatiger Kleiner geht auch seit seinem 5./6. Monat in die Krippe und er liebt es dort, seine Erzieherinnen, die anderen großen und kleinen Kinder. Ich vermittle ihm, dass es ihm dort gutgeht und das spürt er auch.

Beitrag von liebesbienchen 15.04.10 - 09:02 Uhr

Guten Morgen ! #tasse

Ich sehe es eigentlich genauso wie Du. Habe es selbst auch schon oft genug erlebt.

Ich habe über 6 Jahre als Filialleitung im Einzelhandel gearbeitet und kann nur sagen wenn es so weitergeht schaut es übel aus für die Arbeitslosenzahlen der nächsten Jahre.
Vorstellungsgespräch/Gruppengespräch:
Von 15 eingeladenen Schülern kommen 9. Davon 2 zu spät, 2 mit den Eltern, die restlichen 5 zeigen einigermassen Interesse. Ein kleiner Allgemeintest zeigt jedoch nur bei zweien das wirkliches Interesse besteht und mitgedacht wird.

Praktikanten habe ich ungern genommen weil diese nicht mal eine Woche geschafft haben (6Std. am Tag) durchzuhalten und dann keine Lust mehr hatten oder Kopfschmerzen, einen wichtigen Termin oder sonstwas.

Von Diebstahl mal abgesehen, es ist einfach nur erschreckend.
Allerdings haben alle die neuesten Handy´s und Mp3 Player in der Tasche, auch während der Arbeit, Styling, Kleidung, alles Top.

Ich habe beide Bücher gelesen und finde es gut das es endlich mal ausgesprochen wird wie es (in der Mehrzahl) tatsächlich aussieht mit den Kindern in der Zukunft.

Gerade gestern im Cafe haben sich am Nachbartisch zwei Mütter unterhalten und da fängt es schon an.
"....... ich wollte immer nur ein Kind, das kann man besser erziehen, da kann man sich mehr drauf konzentrieren" fünf Minuten später sagte die gleiche Frau ".......meine Tochter geht ja schon in die Krippe seit sie 14 Monate alt ist". #schock
Wie passt das denn zusammen?

Ich sage meinem Kleinen (2 Jahre) dass wir gleich Zähne putzen werden und werde sicher nicht 20 Minuten diskutieren warum das so wichtig ist und das der Zahnarzt sonst bohren muss usw. Er versteht das doch noch gar nicht. Er weiss nur das er das nicht mag.

Mit seinen Büchern wird nicht jede Erziehung in Frage gestellt. Es wird nur mal anhand von Beispielen gezeigt wie es nicht laufen sollte, da WIR die Verantwortung haben und die Kinder je nach Alter erst einen Sinn in ihrem Tun verstehen können.

Grüsse Biene #blume

Beitrag von mysterya 15.04.10 - 19:36 Uhr

Gerade gestern im Cafe haben sich am Nachbartisch zwei Mütter unterhalten und da fängt es schon an.
"....... ich wollte immer nur ein Kind, das kann man besser erziehen, da kann man sich mehr drauf konzentrieren" fünf Minuten später sagte die gleiche Frau ".......meine Tochter geht ja schon in die Krippe seit sie 14 Monate alt ist".
Wie passt das denn zusammen?


Und wo ist da jetzt dein Problem? seitwann kann man seine Kinder nicht vernünftig erziehen und sch auf sie konzentrieren, wenn sie mit nem Jahr in den Kiga gehen? Zumal das gerade für Einzelkinder besonders wichtig ist. Außerdem steht da ja auch nicht, dass sie den ganzen tag ihr Kidn abgibt.

Erhlich wenn du dir aus son paar Flasuen was zusammen reimst, wundert mich an deiner Einstellung gar nichts mehr.

Beitrag von liebesbienchen 15.04.10 - 20:57 Uhr

Hallo

Das sind keine Flausen und ich reime mir auch nichts zusammen. Ich weis was ich gesehen und erlebt habe in der Vergangenheit und die Frau aus dem Cafe war nur ein Beispiel. Die Frau sprach von "ganz dem einen Kind widmen", im selben Atemzug sagt sie, das das Kind mit 14 Monaten in die Krippe geht.

Es werden Kinder in die Welt gesetzt und es wird nicht immer aber oft genug die Verantwortung abgeschoben und die Kommunikation zwischen Krippe, Kiga, Betreuung und Eltern funktioniert nicht richtig.
Ich mache hier keinen Schlecht der für seinen Lebensunterhalt arbeiten geht, im Gegenteil, ich finde es bewundernswert wie man Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommt, wo doch an vielen Arbeitsplätzen Flexibitität erwartet wird. Für ein Einzelkind ist es auch schön unter Kindern zu sein, keine Frage. Doch nicht immer ist es im Sinne des Kindes. Mann macht Karriere, Frau macht Karriere und Kind bleibt auf der Strecke mit der Zuwendung der Eltern (nicht immer, aber oft genug).


Ist das Kind erwachsen wird es sich nicht an die Playstation, den DVD Spieler, zig Handy´s und allen Schnick schnack erinnern, es wird Dir erzählen das immer jemand für es da war, an gemeinsame Zeiten mit der Familie und nicht an die Luxusgüter die lebensnotwendig waren.

Die Unterschiede sind so gross. Entweder Karriereeltern oder ein Leben an der Existenzgrenze. Aber es gibt so wenig dazwischen. Wo die Frau oder der Mann gerne für die Kinder die Zeit nehmen und eben nicht zwei Auto s vor der Tür stehen oder jährlich ein Sommerurlaub sein muss.

Verstehs Du was ich meine?

Liebe Grüsse

Biene #blume

Beitrag von schullek 15.04.10 - 21:47 Uhr

hallo,

ich kenne kaum solche familien. die meisten bekannten udn freunde von uns kümmern sich in der freuen zeit liebevoll um ihre kinder, da ist geld zwar wichtig fürs leben, aber sicher nicht das wichtigste.

klar gibt es solche menschen. aber ich denke nicht, dass es die mehrzahl ist.

lg