Scheidung - Rente - Unterhalt??

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Beitrag von isa-1977 15.04.10 - 12:26 Uhr

Hallo,

vielleicht kann mir ja jemand hier meine Frage beantworten.

Und zwar: Meine Mutter wollte mir heute morgen erzählen, daß sie im Falle einer Scheidung die Hälfte der Rente meines Vaters bekommen würde. Sie bekommt noch keine Rente, dauert noch 5 Jahre. Kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Oder stimmt das wirklich??

Danke schon mal für Eure Antworten.

LGe Isa

Beitrag von seikon 15.04.10 - 12:37 Uhr

Je nachdem, wie lang deine Eltern schon verheiratet sind, und welchen Rentenanspruch deine Mutter selbst während der Ehe erworben hat kann das schon sein.
Das ganze nennt sich Versorgungsausgleich.

Beitrag von myimmortal1977 15.04.10 - 12:38 Uhr

Kommt drauf an, wie lange Deine Etern verheiratet waren und wie viel Rentenanspruch Dein Vater während der Ehe erworben hat. Generell die Hälfte ist es nicht immer.

Hat Deine Mutter während der Ehe gearbeitet und selbst Rentenpunkte erzielt, wird herum gerechnet oder ggf. gibt es gar nichts, wenn beide ca. gleich gestellt sind.

http://www.ruv.de/de/r_v_ratgeber/altersvorsorge/gesetzliche_rente/2_rentenanspruch_nach_scheidung.jsp

Reform des Versorgungsausgleichs trat zum 1. September 2009 in Kraft

Das Gesetz zum Versorgungsausgleich unterliegt seit 1. September 2009 einer Neuregelung. Kernpunkt der Reform ist, dass jetzt im Falle einer Scheidung alle in der Ehezeit erworbenen Versorgungsanrechte bei dem jeweiligen Versorgungsträger zwischen den Ehepartnern gleichmäßig aufgeteilt werden - also auch betriebliche und private Versorgungsanrechte. Deshalb erhält in Zukunft jeder Ehepartner ein eigenes "Rentenkonto" beim Versorgungsträger des Partners (interne Teilung). Der Versorgungsträger kann dabei z. B. die Deutsche Rentenversicherung, eine private Rentenversicherung oder ein Betrieb, der sich zur Zahlung einer Betriebsrente verpflichtet hat, sein. Die Neuregelung gilt nicht nur für Ehepaare, sondern auch für eingetragene Lebenspartnerschaften, die seit 1. Januar 2005 geschlossen wurden.

Das Wichtigste zum Versorgungsausgleich auf einen Blick:
Interne Teilung: Sämtliche während der Ehe erworbenen Rentenanrechte beider Partner werden zur Hälfte geteilt. Rentenkonto: Jeder Ehepartner erhält ein eigenes Konto beim Versorgungsträger seines Partners. Kurze Ehedauer: Bei einer Ehedauer von bis zu drei Jahren (inklusive Trennungsjahr) findet der Versorgungsausgleich nur statt, wenn ein Ehepartner ihn beantragt. Gleich hohe Ansprüche: Es findet im Regelfall kein Versorgungsausgleich statt, wenn beide Ehepartner in etwa gleich hohe Rentenanrechte haben. Rentenprivileg: Das so genannte "Rentenprivileg" entfällt. Der Versorgungsausgleich wird unabhängig davon vorgenommen, ob einer der Ehepartner bereits eine Rente empfängt und der andere noch nicht. Zuvor waren Rentner erst beim Renteneintritt ihrer Exehepartner vom Versorgungsausgleich betroffen. Anpassungsregelung bei Invalidität oder vorzeitigem Bezug der Altersrente: Renten wegen Erwerbsminderung und vorzeitig ausgezahlte Altersrenten werden nicht oder nur teilweise gemindert, wenn der Betroffene durch den Versorgungsausgleich Anrechte außerhalb der gesetzlichen Rente erworben hat, daraus aber noch keine Leistungen bezieht (z. B. Beamtenversorgung oder berufsständische Versorgungseinrichtung). Parteivereinbarungen: Für Ehegatten-Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich sind keine richterlichen Genehmigungen mehr erforderlich.

Beitrag von isa-1977 15.04.10 - 12:50 Uhr

Danke für die ausführliche Antwort. Dinge gibts... Hätte nicht gedacht, daß das stimmt. Da würden ja dann beide quasi unter dem Existenzminimum leben, wenn jeder nur 800 € hätte...

Verheiratet sind sie 35 Jahre. Sie hat zwar auch gearbeitet, allerdings meistens nur halbtags. Ihre mtl. Rente würde so um die 300 € liegen.