Diskussion um den Unterhalt

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von awk1329 15.04.10 - 17:34 Uhr

Hallo,

da mein Ex und ich total zerstritten waren als unser Sohn (jetzt 4) geboren wurde, habe ich beim JA eine Beistandschaft eingerichtet, damit wir uns nicht auch noch über das Geld streiten.

Leider gibt es trotzdem und manchmal auch deswegen Diskussionen, die er beginnt. Stein des Anstoßes war der Titel, den er jedesmal unterschreiben musste, wenn sich der Unterhalt änderte.

Ich bin seit 3 Jahren verheiratet und vor 2 Jahren mit meinem Mann und den Kindern aus beruflichen Gründen umgezogen. Das ist eine Mehrbelastung von ca. 60 km einfache Strecke für KV.

Er kommt in einer Woche einen Nachmittag zu uns und in der anderen Woche nimmt er ihn einen ganzen Tag mit zu sich. Damit er an diesem Tag die Strecke nicht 4 x fahren muss, hole ich ihn abends bei ihm ab. Müsste ich nicht, mache ich aber.

Mittlerweile ist das Verhältnis von KV und mir recht ruhig geworden und ich habe nach unserem Umzug mit dem Jugendamt vereinbart, dass die Beistandschaft bestehen bleiben soll, aber sie erstmal keinen Post an KV mehr schicken, da wir das unter uns klären.
Damit KV keine Titel mehr unterschreiben muss, weil diese so nachteilig für ihn seien?!?!

Seit Januar ist die Düss. Tabelle erhöht worden. KV hat aber den Unterhalt nicht geändert und kommentarlos den alten Betrag weitergezahlt.

Ich habe dann mal in einem Nebensatz angefragt, ob er nicht mitbekommen hätte, dass sich was geändert hat. Doch, hatte er. Aha. Ich hätte ja was sagen können dass ich mehr von ihm haben will?!
Ich meinte, dass wäre seine Angelegenheit, die er eigenverantwortlich zu regeln hätte.

Nun wollte er sich mit mir treffen, um mit mir über den Unterhalt zu sprechen. Ich meinte, da gibt es nichts zu besprechen, es ist wie es ist.

Dann ging die alter Leier wieder los. Sinngemäß bin ich dann geldgierig. Soviel bräuchte ich ja gar nicht. Sinngemäß, ich bin verheiratet und mein Mann verdient genug, da brauch ich wohl kaum noch sein Geld.

Ich weiß dann nicht, wie ich reagieren soll. Mein Mann und ich haben ein gemeinsames Kind (2). Wir haben vor 2 Jahren ein stark renovierungsbedürftiges Haus gekauft. Klar, mein Mann verdient recht gut - aber ein Haus, 2 Kinder, 1 Gehalt - da braucht man ja nicht viel Fantasie um zu wissen, dass wir nicht im Geld schwimmen.

KV möchte nun, dass wir einen Betrag festlegen, der sich dann nicht mehr ändert. Zur Zeit zahlt er 244 Euro. Dazu kommen in seiner Rechnung noch die Benzinkosten durch die Fahrerei zu uns, und eine priv. Krankenvericherung, damit wäre er dann ja schon bei 350 Euro.
Der Unterhalt würde ja mit dem Alter des Kinder immer weiter ansteigen und am Ende müsste er um die 450 Euro bezahlen. Da ein Kind aber, je älter es wird, immer weniger Kostet (das würde er bei der 11jährigen Tochter seiner Freundin ja sehen), bräuchte ich soviel Geld ja ganz sicher nicht.

"Wäre es nicht besser für uns, wenn wir uns auf einen festen Betrag einigen"

Ich antwortete, dass das ja wohl nur das Beste für ihn wäre.

Bla, bla,bla und dann kam das Highlight des Gesprächs: "Ich habe genauso ein Anrecht auf ein Haus wie du"

Und fragte mich dann, wie er dass den bezahlen sollte, wenn er soviel Unterhalt bezahlt.

Ich war dann erstmal sprachlos.

Klar, ich weiß wie die Rechtslage ist, es gibt die Düsseldorfer Tabelle und er ist nunmal verpflichtet, Unterhalt zu bezahlen.

Trotzdem belasten mich solche Gespräche. Die dann auch mir Vorhaltungen gespickt sind, dass es viele Frauen gibt, die sich so einigen und dass er sogar eine kennt, die auf Unterhalt verzichtet.

Mein Mann sagte nun, dass er es nicht einsieht, dass wir jeden Euro rumdrehen müssen und KV kommt ständig mit Markensachen um die Ecke und an dem Tag wo er den Kleinen bei sich hat, macht er immer die tollsten Sachen mit ihm und wir sind schon froh, dass wir eine Jahreskarte für den Zoo haben.

Mir ist es einfach total unangenehm, in Bezug auf mein Kind solche häßlichen Gespräche zu führen als würde es um irgendeine Ware gehen.

Ich habe auch KV gefragt, ob es ihm nicht unangenehm oder peinlich sei, mit mir um seinen Unterhalt für sein Kind zu feilschen.
Nö, ist es nicht.

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Viele Grüße
awk

Beitrag von ppg 15.04.10 - 18:31 Uhr

Es ist schon so, das es von Dir verlangt werden kann, das Du Dich hälftig an den Umgangskosten beteidigen mußt. Es ist kein freiwilliger Akt des Entgegenkommens von Dir. Du hast die Entfernung aus persönlichen Gründen geschaffen, also mußt Du dich auch an den fahrtkosten beteidigen - gänige Rechtsprechung.

Auch wäre zu prüfen ob der KV die private Krankenversicherung für sein Kind überhaupt zusätzlich zum Unterhalt zahlen muß - eigentlich sind solche Ausgaben bereits im Unterhalt enthalten.

So hat der KV eigentlich recht gute Argumente.

Ich kann Dich verstehen, das es Dir unangehm ist so um den Unterhalt zu "schachern". Daher würde ich Euch beiden empfehlen ein Mediationsgespräch beim JA zu vereinbaren und bei dieser Gelegenheit den Unterhalt auch gleich neu berechnen zu lassen.

Allerdings könnte ich mir vorstellen , das der Unterhalt unter Berücksichtigung der hälftigen Umgangskosten und der PKV geringer ausfällt als bis dato.

Ute

Beitrag von awk1329 15.04.10 - 19:24 Uhr

Es ist schon so, das es von Dir verlangt werden kann, das Du Dich hälftig an den Umgangskosten beteidigen mußt.
...unter Berücksichtigung der hälftigen Umgangskosten ...

Hallo,

du meinst doch hier nicht "Umgangskosten" sondern "Fahrtkosten" ?

Gruß

Beitrag von awk1329 15.04.10 - 19:31 Uhr

Habe jetzt nochmal gegoogelt. Die Kosten sind vom KV zu tragen. Erst ab einer großen Entfernung >muss< ich mich beteiligen.
Ich hatte mich damals schon deswegen erkundigt und wir fallen nicht unter <große Entfernung>

Gruß

Beitrag von ppg 15.04.10 - 20:02 Uhr

Nein, nach jüngerer Rechtssprechung sind die Kosten dann hälftig zu tragen, wenn die KM ohne zwingenden Grund die Entfernung geschaffen hat. Ein zwingender Grund ist z.B. eine Arbeitsaufnahme, eine neue Beziehung ( auch mit Kind ) ist keiner!

Und doch, ich meine ausdrücklich Umgangskosten. Darin sind Fahrtkosten enthalten oder gegebenfalls auch Hotelkosten falls der KV am Ort übernachtet, wenn es nicht dem Kindeswohl dient eben endlos im Auto hin - und her zufahren.

Aber ich sehe schon , das Du mir nicht so recht glauben willst, weil es nicht das ist, was Du Dir erhofft hast zu hören.

Daher mein Rat, das der KV und Du einen Mediatorentermin beim JA wahrnehmen solltet.

Schönen Abend

ute

Beitrag von awk1329 15.04.10 - 20:18 Uhr

Hallo,

ich hatte doch geschrieben, dass wir aus >beruflichen< Gründen umgezogen sind.;-)

Als wir uns kennenlernten, ist mein Mann zu mir gezogen, eben weil ich wg. KV nicht umziehen wollte.
Dann hat sich sein Arbeitsplatz so verändert, dass er nicht mehr von mir aus seinen Job ausführen konnte.
Als mussten wir zu seinem Heimatort ziehen.

Gruß

Beitrag von ppg 15.04.10 - 20:32 Uhr

Sag, wem willst Du hier was vormachen? Du machst doch eigentlich einen intelligenten Eindruck:

Die beruflichen Gründe Deines neuen Mannes sind in dem Zusammenhang vollkommen nebensächlich.

Nur wenn DU (!) einen Job angenommen hättest , den Du ( nachgewiesenermaßen ) nicht im Heimatort finden konntest, nur dann müßtest Du Dich nicht an den Umgangskosten beteidigen

Wenn Du wegen dem Job Deines 2. Mannes umgezogen seit gilt das als privater Grund

Und mal ehrlich, wieviel Spritkosten sind das? 50€ ? Davon die Hälfte sind 25 €und dafür machst du hier son Aufriss? Außerdem zahlst Du diese doch eh schon, wie Du sagst. Nun ist es eben so, das Du diese Ausgabe nicht als >Großzügikeit< verbuchen kannst, sondern als Verpflichtung hinnehmen mußt. Aber das ändert doch an der bisherigen Praxis nichts.

Fakt ist , der KV hat gute Argumente und die Neuberechnung des Unterhaltes könnte für Dich nach hinten losgehen. Letztlich ist es Deine Entscheidung was Du tust.

Und das wars doch , was Du wissen wolltest, oder?

Ute

Beitrag von awk1329 15.04.10 - 21:24 Uhr

Hallo Ute,

nur, weil ich etwas missverstanden habe, musst du ja nicht gleich lospoltern! ;-)

Mir wäre eine Neuberechnung sogar sehr lieb, dann müsste ich nämlich diese fürchterlichen Gespräche nicht mehr führen!

Wenns dann weniger wäre, auch gut.:-) Darum gehts ja nicht hauptsächlich, sondern um diesen ewigen Eiertanz den KV darum veranstaltet.

Gruß

Beitrag von ppg 15.04.10 - 20:10 Uhr

Ich hab auch noch mal gegoogelt:

Die Grenze bis zu der Du Dich nicht an den Umgangskosten beteidigen mußt liegt bei 50 km, Haustür KV zu Haustür Kind

Ist jetzt blöd, aber wegen der 10 km mehr bist Du jetzt in der Pflicht.

Ute

Beitrag von awk1329 15.04.10 - 20:15 Uhr

Hallo,

danke, das hatte ich nicht gefunden.

Ich beteilige mich ja jetzt auch schon, das finde ich ja auch in Ordnung.

Gruß

Beitrag von elsa345 15.04.10 - 18:55 Uhr

Hallo,
sei mir bitte nicht böse, aber Ihr wißt immer recht gut über Eure Rechte Bescheid, aber bei den Pflichten hapert es oft. Selbst wenn die gängige Rechtssprechung nicht so wäre, ist es Deine Pflicht den Umgang mit dem KV zu fördern. Wenn Du also wegziehst ist es doch verständlich, daß Du auch eine Strecke fährst oder?
Leider kann der Vater mit DIR gar nichts aushandeln, denn DU darfst überhaupt nicht auf irgendwelchen KU verzichten und das wäre ja ein Verzicht, weil keiner weiß wie sich die Sätze entwickeln. Warum ist das Kind bei ihm versichert? Das gibt doch nur Stress, wenn der z.B. mal die Beiträge nicht bezahlt? Ausserdem ist es für meine Begriffe verschwendetes Geld, wenn das Kind auch bei Dir kostenlos familienversichert sein könnte. Ausserdem kann er diese Beträge sehr wohl vom KU abziehen. Ich kann den KV sehr gut verstehen und die letzte Erhöhung der DD Tabelle finde ich persönlich eine Frechheit. Wer hat denn schon mal eine 13%ige Erhöhung seines Gehaltes erlebt? Also ich noch nicht und auch für die Zahler wird alles teurer, nicht nur für die Kinder, das hat der Gesetzgeber schön untern Tisch fallen lassen, indem er den Selbstbehalt nicht erhöht hat. Welche Verhältnismässigleit ist denn das, wenn ein Kind von 11Jahren einen Anspruch auf min. 334€ hat plus Kindergeld=518€ im Monat hat und ein erwerbstätiger Mann mit Wohnung, Arbeit, Auto und vielleicht neuer Familie darf 900€ im Monat behalten? Da fasst man sich doch an den Kopf. #klatsch#klatsch

Beitrag von grundlosdiver 16.04.10 - 10:36 Uhr

Es ist der Unterhalt des Kindes! Ich verstehe daher die Diskussion nicht und weiß auch nicht, warum Du Dich auf sowas einlässt! Das Geld steht dem Kind zu!
Meine Stieftochter bekommt monatlich 433 Euro von uns. Klar tränen da manchmal die Augen, wir könnten das Geld sicher auch gut verwenden, aber es gibt da keine Diskussion drüber! Es ist das Geld für das Kind!!!

Was ich auch nicht verstehe: Warum soll er ständig einen neuen Titel unterschreiben? Es GIBT einen Titel und ich denke doch, dass der dynamisch ist?!?
Das heißt: Jede Änderung der Düsseldorfer Tabelle und die Stufen in den Altersklassen werden automatisch angepasst! Tut er das nicht, kannst Du pfänden.

Er soll mal aufhören rum zuheulen! Ihn geht Euer Haus nichts an genauso wenig wie Dich angeht, wie er sein zukünftiges Haus finanzieren soll! Sicher nicht auf Kosten Deines Kindes...
Ihm steht auch ein Haus zu #rofl Das ist echt der Kracher! Erinnert mich an den Aufstand der Ex meines Mannes als er damals bei mir einzog "Du finanzierst ja nur ihr Haus, dann schmeißt sie Dich eh wieder raus" #rofl Tja, was Neid so aus Menschen macht #augen

Beitrag von awk1329 16.04.10 - 12:21 Uhr

Hallo,

er musste schon einmal einen neuen Titel unterschreiben als sich die Tabelle geändert hatte?!?

Gruß