Denkmalgeschütztes Haus sanieren?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von lakeisha24301 15.04.10 - 21:57 Uhr

Hallo!

Wir haben ein Grundstück auf dem ein Denkmalgeschützes Haus steht.
Eigentlcih hatten wir vor bzw meine Schwiegis wollten es abreisen lassen- aber da Dankmalschutz besteht keine Chance. Nun meinte die Bauingenieurin da mein Schwiegervater vor Jahren mal neue Dachziegeln drauf hat man soll die wieder ab nehmen. Und die tragenden Wände eben raus machen das es zusammen kracht nach ner Zeit...
Dann könnten wir neu bauen.
Sie meinte auch eine Sainierung wäre ziemlich teuer. Da könnte man 2 neue Häuser dafür bauen.

Das finde ich allerdings sehr schade. Das Haus ist nämlich eigentlich ziemlich groß und hat sehr viel Charm! Allerdings müsste eben wirklich alles gemacht werden! Dämmen Heizung etc etc etc..

Hat jemand von euch schon Erfahrung mit so etwas? Mit was für kosten kann man da rechnen? Wären das wirklich sooo viel? Sie meinte wohl knapp eine Mio...

LG Anna

Beitrag von wuschelino72 16.04.10 - 01:25 Uhr

Hi, also ein denkmalgeschütztes Haus zu sanieren ist weder leicht noch kostengünstig. Erstmal mußt Du wissen, ob Du nur die Aussenfassade im "ursprünglichen" Zustand herrichten mußt, oder ob auch Teile des inneren Hauses betroffen sind (weiß das Denkmalamt). Generell gilt, dass das Haus von außen so aussehen muß, wie es im Jahr der Entstehung ausgesehen hat. Somit kannst Du Kunststoffenser, beschichtete Dachpfannen, eine Kunststoffhaustür und noch so einige Dinge mehr vergessen. Die Wärmedämmung kannst Du auch nur von innen machen (also verlierst Du Wohnraum und mußt auch oft kleinere Fenster nehmen, um die Laibungen auch dämmen zu können). Oft bekommst Du die Komponenten (Fenster / Türen / Dachziegel) nicht einfach so zu kaufen, sondern mußt sie von weit entfernt liefern oder sogar anfertigen lassen (ein Freund hat mundgeblasenes Glas in seinen Fenstern!!!!) und die anschließende Pflege und Instandhaltung ist aufwendig und teuer (Holzfensterrahmen / Anstrich /etc.) Wenn Dir das Haus so gut gefällt, dann mach einfach Fotos von außen und innen und zeichne mal einen Plan der Innenräume. Mit den Fotos und dem gezeichneten Plan würde ich mir dann einen Kostenvoranschlag für einen Neubau einholen. Ach ja, wenn Du wirklich neu baust, dann schau was Dir am alten Haus besonders gut gefällt und bau es aus, bevor ihr den Zahn der Zeit daran nagen laßt (z.B. eine tolle Haustür oder ein schönes Bleiglasfenster)...
LG

Beitrag von ayshe 16.04.10 - 07:16 Uhr

hallo,

wuschelino hat ja schon das meiste gesagt.
wie teuer genau, kann man wohl vorher nicht sagen,
aber du kannst eben davon ausgehen, daß du
1. den grundzug nicht verändern darfst
2. entsprechende bauteile nehmen mußt (die auch teuerer sind, klar)
3. oft das denkmalschutzamt an der backe hast, aber das macht eigentlich ichts.

man kann allerdings gelder dafür beantragen, da müßtest du dich mal informieren, aber teuer wird es trotzdem.

Beitrag von lakeisha24301 16.04.10 - 19:55 Uhr

Hm das hab ich mir fast so gedacht!Danke schön ihr beiden!

LG

Beitrag von doris.r. 16.04.10 - 20:02 Uhr

Hallo,

wir wohnen in einem denkmalgeschützten Haus aus dem Familienbesitz. Es ist ein Sandsteinhaus, das früher eine Mälzerei war.

1989 wurde das Haus innen komplett hergerichtet mit 3 Wohnungen, je 124 Quadratmeter. Mein Vater hat dieses Projekt hochgezogen mit Hilfe des Staates, dafür waren es erstmal "Sozialwohnungen" für Großfamilien, die zur Zeiten der Wende sich hier etwas aufbauen wollten.
Da aber innendrin keine Sanitäranlagen, Elektrik, etc. bestand, konnte alles ziemlich gut hochgezogen werden.
Nach einigen Jahren war dieser "Sozialstatus" erloschen und nun wohnen wir hier im Haus im OG.

Am 1. Juni fangen wir an umzubauen. Wir ziehen ins EG und verbinden die Hälfte des OG´s mit unten. So haben wir mehr Platz #huepf.
Die Baupläne hat ein Architekt entworfen und natürlich muss auch die Denkmalbehörde alles absegnen. Die wir aber schon im Vorfeld über unsere Pläne informiert haben.
Nun wollen wir z.B. eine Sandsteinwand im Haus freilegen und schon hier hieß es: Wenn historischer Putz auf der Mauer ist, dann dürfen wir sie nicht freilegen. Dies müssen ein Restaurator überprüfen, etc. pp

Wir dürfen unsere Fenster (Sprossenfenster aus Holz, Vorschrift!) nicht einfach irgendwie streichen. Derzeit sind sie holzfarben, war Vorschrift, da es sich um ein Fabrikgebäude handelte.

Also wie du siehst, es muss jeder Schritt abgesegnet werden....
Ich würde einfach mal mit der Denkmalbehörde in das Haus gehen und in etwa über Euer Projekt reden. Dann braucht Ihr einen Architekten, der sich mit alten Häusern auskennt,.....

Tja, wie teuer das werden kann, keine Ahnung.
Unser Umbau mit Treppe, die die Bäder komplett zerstört, neuen Böden, Fußbodenheizung, neues Heizsystem, etc. kostet ca. 120 000 Euro.
Keine Ahnung, wie viel mein Vater damals zahlen musste.

Aber man kann wohl bei Denkmalgeschützten Häusern die Umbaumaßnahmen komplett von der Steuer absetzen und es kann auch sein, dass es gewisse Fördergelder gibt.

Informiert Euch vielleicht lieber bei einem Fachmann.

Ich wünsch Euch alles Liebe und Gute
doris

Beitrag von lakeisha24301 17.04.10 - 19:59 Uhr

Danke schön für deine antwort!!
Denke wir werden wohl doch neu bauen....

LG Anna