Großeltern verweigern Hilfe

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ebaga 15.04.10 - 22:15 Uhr

Hallo,

ich hab vor einiger Zeit schon mal einen Artikel zum Thema geschrieben:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=12&id=2414315#15344684

Es ist so dass meine Großeltern sich absolut nicht helfen lassen wollen weil sie nicht einsehen dass sie nicht allein zurechtkommen.

Sie lassen immer wieder Herdplatten brennen, Wasser laufen, das Haus ist in einem katastrophalen Zustand. Die Böden kleben, es schimmelt und stinkt in manchen Räumen bestialisch. Überall liegen Essensreste und alte Wäsche rum.

Meine Großeltern wollen aber unbedingt in ihrem Haus bleiben. Auf keinen Fall in ein Heim. Vor allem meine Oma lehnt jegliche Hilfe im Haushalt ab. Auch körperliche Pflege verweigern sie strikt. Meine Mutter ist fertig mit den Nerven. Niemand kann uns helfen. Wir sind langsam echt am verzweifeln. Meine Mutter ist die einzige Tochter und wohnt 3 Stunden Autofahrt weit entfernt von ihren Eltern. Alles was sie unternimmt wird von meinen Großeltern verdreht und schlecht geredet. Meine Mutter gibt sich solche Mühe und will so gerne helfen. Aber sie wird nur beschimpft von den alten Leuten. Meine Oma beschimpft meine Eltern u.s.w.

Nachdem letzte Woche die Polizei bei den Großeltern waren (die Nachbarn hatten sie angerufen weil meine Großeltern plötzlich um Hilfe riefen und ganz furchtbar schimpften) und einen Bericht bezüglich des chaotischen Zustandes des Hauses an das Sozialamt reichte, rief nun das Kreisverwaltungsamt bei meiner Mutter an. Sie sagten, das Grundstück müsse entweder von uns gesäubert werden oder es gibt eine Zwanssäuberung. Außerdem würde dann auch ein gesetzlicher Vertreter für meine Großeltern eingesetzt da sie augenscheinlich kein Vertrauen in meine Mutter hätten. Und da meine Oma anscheinend psychisch krank sei müsse sie in eine Anstalt. (Meine 'Oma sieht manchmal fremde Leute und Gestalten und erzählt davon...)

Dürfen die das wirklich selbst entscheiden bezüglich gesetzlicher Vertretung und Anstalt??? Das kann doch nicht sein.

An sich wäre es zumindest mal eine Lösung...aber meine Mutter fühlt sich nicht gut dabei. Sie will alles tun damit meine Großeltern in ihrem Haus bleiben können. Wenn die beiden doch wenigstens Pflege und Haushaltshilfe annehmen würden! Es könnte doch so einfach sein.

Was sollen wir bloß tun??!! Kennt jemand eine Beratungsstelle? Zuständig für Rheinland-Pfalz...

Danke fürs Lesen
ebaga

Beitrag von king.with.deckchair 15.04.10 - 23:01 Uhr

"Dürfen die das wirklich selbst entscheiden bezüglich gesetzlicher Vertretung und Anstalt??? Das kann doch nicht sein."

Warum sollte das nicht sein können? Immerhin gefährden die Großeltern sich und andere (Gefahr durch Ungeziefer und Ratten, die durch Müll angelockt werden können).

Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Betreuung_(Recht)
http://de.wikipedia.org/wiki/Betreuungsgesetz

Erst mal: Keine Panik, so eine Betreuung kann durchaus die Einweisung in eine "Anstalt" verhindern! Und mit Gefasel über "Anstalten" sind Unwissende immer gern bei der Hand... Beratung findet man unter anderem beim Gesundheitstamt bzw. evtl. auch über das Sozialamt (vielleicht mal nach dem Allgemeinen Sozialdienst oder dem psychosozialen Dienst fragen).

Manchmal hilft es auch nichts: Dann muss man sich eingstehen, dass da jemand krank ist und eben (erst mal) NICHT allein in seiner Wohnung/seinem Haus bleiben kann.

Ich jedenfalls war immer heilfroh, wenn meine Mutter in den akuten Phasen ihrer Erkrankung endlich zwangseingewiesen war und ich mal ein paar Wochen durchschnaufen konnte, weil sie sozusagen dann außer Gefahr war, in ihrem verwirrten Kopf sonstwo rumzurennen und sonstwas anzustellen. Und ich bin heilfroh, dass sie einen Betreuer hat, denn ich hätte das alles auch nie und nimmer stemmen können. Es ist of besser, wenn das KEIN Familienangehöriger macht.

LG
Ch.

Beitrag von leahhh 16.04.10 - 08:05 Uhr

Hallo,
ich hab dir das letzte Mal auch schon geantwortet. Und ich finde gut, dass die Behörden jetzt mal aktiv werden. Als Verwandte ist es oft schwierig, sich durchzusetzen bei den Großeltern oder Eltern. Wenn es wirklich so ist, wie du es beschrieben hast, dann ist es höchste Zeit, dass deine Eltern einen Betreuer bekommen. Und Betreuer arbeiten nicht gegen deine Großeltern sondern für sie. Was aber nicht heißt, dass sie in ihrem vermüllten Haus weiter so hausen können. Und wenn deine Oma wirklich an Demenz leidet, dann ist es vielleicht wirlich besser, sie kommt in eine richtige Pflege. Ich denke auch nicht, dass es so läuft, wie sich das deine Mutter vorstellt, oder glaubst du allen Ernstes deine Großeltern sind von heute auf morgen bereit, zu kooperieren und zu machen, was deine Mutter fordert. Ich denke, da schwindelt man sich als Angehöriger oftmals selber was vor. Ich hab dir damals schon geraten, einen Betreuer einzuschalten. Du kannst dich bei der Stadt/Gemeinde deiner Eltern informieren. Dort gibt es Betreuungsstellen, die euch weiterhelfen können.
Es ist manchmal wirlich besser als Angehöriger, sich Hilfe von außen zu holen, weil die alten Leute, die Hilfe von der eigenen Verwandschaft oftmals nicht annehmen.
Gruß Leah

Beitrag von claudia_71 16.04.10 - 08:41 Uhr

Hallo,

ich denke mal, eine fremde Betreuungsperson ist in eurem Fall genau richtig! Viele ältere Leute nehmen die Hilfe von Fremden eher an als von Verwandten. Und deine Mutter wohnt ja auch nicht grade "um die Ecke". Ein gesetzlicher Betreuer kann durchaus auch dafür sorgen, dass deine Oma nicht in eine Anstalt kommt.

LG Claudia

Beitrag von kittythecat 16.04.10 - 09:44 Uhr

Guten Morgen,

habe deinen damaligen Beitrag auch schon gelesen und finde, du gibst dir die Antwort doch eigentlich schon selbst: Deine Grosseltern reden alles mies, was deine Mutti macht, was soll deine Mutti also noch machen? Egal was sie sich noch einfallen lässt, es wird doch eh nur wieder schlecht gemacht. Insofern ist es doch gerade sinnvoll, dass jemand Drittes in diese verfahrene Situation eingreift, der gerade nicht zurückzieht wenn Oma und Opa sich wehren.

Deine Mutti ist persönlich involviert, natürlich hat sie nicht die Kraft auf den Tisch zu hauen und zu sagen`So wird`s jetzt aber trotzdem gemacht`. Nehmt die Hilfe an und kooperiert mit dem / der Betreuer(in), denn im Grunde ist es das beste was passieren konnte. Ansonsten würde sich die Spirale doch immer weiter drehen, bis das Haus irgendwann abbrennt, wegschwimmt oder von Ungeziefer zerfressen ist, samt Oma und Opa mittendrin.

Lasst euch helfen, denn das ist keine Schande!!!

VG - Kitty

Beitrag von nena20 16.04.10 - 10:20 Uhr

Hallo,
meine Schwiegermutter macht seit Jahren ehrenamtlich Betreuungen für solche Fälle.
Sie arbeitet nie gegen die Familien, sondern immer für die zu Betreuuenden und die Familien.
Viele Familien haben nicht die Zeit oder die Möglichkeit sich um die ganzen Belange zu kümmern. z.B. auch durch eine räumliche Trennung wie das ja auch bei Euch der Fall zu sein scheint.
Außerdem verschlimmert es oft die familiäre Situation, wenn man sich um das alles selbst kümmern muss und dafür aber von den Betroffenen nur Ablehnung erfährt.
Ein Fremder kann mit so einer Ablehnung besser umgehen, er ist nicht persönlich involviert.
Deine Mutter kann somit als Tochter mit ihren Eltern sprechen und nicht als Betreuende.
Und sollte die anscheinden vorhandene Demenz Deiner Oma eine Gefahr für sich selbst und ihre Umgebung darstellen, dann muss man sich vielleicht eingestehen, dass ein Pflege in einem Heim die bessere Alternative ist.
Selbst wenn ein Pflegedienst nach Hause käme und Deine Großeltern diese Hilfe annähmen...sie wären nicht rund um die Uhr betreut.
Versuch mal ein bischen offener für die Betreuung zu sein, dann siehst Du sicher die vielen Vorteile.
Viele Grüße,

nena

Beitrag von lilly7686 16.04.10 - 10:46 Uhr

Hallo!

Ich arbeite in der Altenpflege und kenne solche Probleme recht gut.
Es gibt die Möglichkeit, dass du oder deine Mutter oder ein anderer Verwandter zum Gericht geht und dort einen Antrag stellt, dass derjenige sozusagen "Vormund" oder zumindest Verwalter für deine Großeltern sein darf.
Also wenn du das zum Beispiel machst, kümmerst du dich dann offiziell um die finanziellen Angelegenheiten deiner Großeltern. Dabei musst du aber beachten, dass du dann auch Rechnungen aufheben und vorlegen musst, falls mal Kontrolle kommt. Damit wärst du dann Sachwalter (heißt zumindest in Ö so).
Oder du lässt vom Gericht einen Sachwalter bestellen. Das macht meist ein Anwalt oder Notar, manchmal gibts da auch Vereine, die Sachwalter bereitstellen.
Und dann kann der Sachwalter, ob das dann nun ein Anwalt oder Familienmitglied ist, eine mobile Hilfe bestellen.
Bei uns in Ö macht das zum Beispiel die Caritas (wo ich auch als Heimhilfe arbeite). So eine Heimhilfe kommt ins Haus, macht den Haushalt, Einkäufe und auch leichte Körperpflege.

Meist lassen sich solche Menschen gerade von Fremden eher helfen, als von der Familie. Erkundige dich mal! Frag bei Gericht oder Caritas nach!

Schon klar, dass das nicht einfach ist. Aber wenn deine Großeltern sich selbst und andere mit ihrem Verhalten gefährden, dann muss man leider was machen.

Ich wünsch dir alles Liebe!

Beitrag von petra1982 16.04.10 - 11:32 Uhr

Alte Menschen wollen sich da schlecht helfen lassen, wollen nicht einsehen das es eben nicht mehr geht, ihr müsst sie langsam dazu zwingen herdplatten naja sehr gefährlich warten bis alle abfackeln geht nicht, holt ein attest vom arzt das es eben nicht mehr geht und stellt selbst eine dame ein die ein paar mal nach dem rechten schaut, stellt eventuell dann den herd ab. essen auf rädern ist toll hat meine oma auch

Beitrag von lukasz1991 07.07.14 - 11:09 Uhr

Hier haben Sie ein Unternehmen, persönliche Betreuung der älteren Menschen gewidmet:
http://swiss-seniorenbetreuung.ch/
Grüße