Meine arme alte Stute...

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von celini13 15.04.10 - 22:16 Uhr

Hallo ihr Pferdekenner unter uns.
Meine Stute (17) hat eine Gleichbeinentzündung vorne rechts. Therapie bisher: Bandagieren und entzündungshemmende Salbe.
Meine Frage dazu: Ist es normal, dass dabei der Huf auch warm ist?
Sie geht stocklahm. Morgen wollen wir die Zehe kürzen lassen, damit Entlastung für das Gelenk geschaffen werden kann.
Zum ersten Mal, war sie zu Ostern völlig lahm. Da dachte ich, dass sie sich einfach auf dem Paddock vertreten hatte. Dem war aber nicht so, es handelte sich sofort um eine deftige Entzündung. Nach 3 Tagen Stallruhe, bandagieren und salben lahmte sie kaum noch (nur bei engen Wendungen war was zu sehen). Deshalb gönnte ich ihr mit Stützverband etwas Bewegung (Paddock) und führte sie zum Grasen. Es wurde von Tag zu Tag besser. Jetzt konnte ich sie 2 Tage nicht rausbringen, da bei uns Dauerregen und überschwemmter Paddock. Prompt ist sie heute wieder stocklahm...
Hat jemand von euch damit Erfahrung? Wie geht es jetzt weiter? (Der Tierarzt ist nicht besonders gesprächig was Prognosen betrifft)

Beitrag von risala 16.04.10 - 11:42 Uhr

Hi,

alt mit 17? Meine Stute ist 16 - und die würde ich noch lange nicht als alt bezeichnen... Das Pferd meiner Freundin wurde 32 Jahre alt - und bis 29 noch von meiner Freundin regelmäßig und bis 31 noch gelegentlich von einem jungen Mädchen im Schritt ins Gelände geritten. DAS ist alt.

Warmer Huf kann auch ein Hufgeschwür sein, kann aber auch mit der Entzündung zusammenhängen.

Ich würde den TA mal ganz klar fragen, was er vorhat weiter zu tun und ob das so normal ist. Ist er nicht freiwillig gesprächig, dann halt konsequent nachfragen und ansonsten 2. Meinung einholen. Immerhin zahlst Du für seine Leistung.

Wie wurde die Gleichbeinentzündung den diagnostiziert?

Gruß
Kim

Beitrag von celini13 16.04.10 - 12:28 Uhr

Soo betrachtet ist 17 nicht alt, aber man merkt in letzter Zeit die drastische Veränderung. Es erschrickt mich einfach. Sie war ein Vielseitigkeitspferd und wurde nach einem Jagdunfall (ein anderes Pferd rannte im Galopp auf sie auf, sie stand) vor einigen Jahren abtrainiert und nur noch freizeitmäßig geritten... Warum ich Angst vor Arthrose habe? Ganz einfach weil es eine chronische Krankheit ist, die nicht grad billig zu behandeln ist. Ja, ich habe im Bekanntenkreis auch ein Pferd erlebt, das mit Arthrose 29 Jahre alt geworden ist. Dem Pferd ging es aber schon lange nicht mehr gut, sie wartete bis das Tier auf der Weide zusammengebrochen ist. Ich weiß nicht ob das die beste Lösung ist. Und ich habe andere Sportler und Fahrpferde erlebt, wo die Besitzer nach der Diagnose nicht lange gefackelt haben. Und leider ist so eine Krankheit ein Kostenfaktor und das macht mir Angst. Ich weiß, da kommen wieder die Aufschreie etc. pp., dass man das ja vorher weiß usw usf. Ja das weiß man auch bei der Anschaffung, aber man kann nicht hellsehen was 10 Jahre später wirtschaftlich alles passiert. Und aktuell ist es so, dass ich keine Puffer mehr habe. Das Tier abgeben kommt mir wie abschieben vor (ich liebe dieses Pferd). Und genau deshalb habe ich Angst, wenn sie jetzt schwerwiegend krank wird, dass ich aus Mangel an finanziellen Mitteln eine Entscheidung treffen müsste, die ich verpöne. Aber die Tipps mit Teufelskralle sind gut.
Die Diagnose Gleichbeinentzündung wurde auf Grund der Art der Schwellung und abtasten gemacht.
Ich war grad mit ihr Grasen und sie war heute deutlich munterer und lahmte nicht mehr so extrem. Heute Abend geht der Schmied noch ran. Also ich bin wieder guter Hoffnung und hoffe, dass wir das schnell wieder hinbekommen. Schließlich soll sie bis zum Start der Sommerkoppelsaison wieder fit sein.
Man fühlt halt immer gleich so mit

Beitrag von risala 16.04.10 - 13:22 Uhr

Hi,

na, da hast Du mit Athrosepferden bzw. deren Besitzern keine tollen Erfahrungen.

Mehrere meine Bekannten/Freundinnen haben Ahtrosepferde - teilw. aufzuchts/genetisch bedingt bereits seit jungen Jahren - die kosten nicht mehr, als meine gesunde Stute auch.

MSM und Glucosamin (oder GSM) kann man entweder dauerhaft als Prophylaxe geben oder kurmäßig. Kosten halten sich absolut im Rahmen (ich habe für eine 6-Monats-Ration ca. 80€ bezahlt, als ich während der Trächigkeit meiner Stute den Verdacht auf Athrose hatte).

Und ja, es ist eine chronische Krankheit (habe ich selbst auch seit 15 Jahren!), aber kein Grund ein Pferd direkt zum Metzger zu geben oder Panik zu schieben. Die haltungsbedingungen sollten halt daran angepasst werden (Offenstall ist ideal!) und halt ggfs. was für die Gelenke geben.

Und ich kenne es verdammt gut, wenn man kein Geld für teure Klinikbesuche etc übrig hat. Je nach dem wo Du wohnst, kann ich Dir die Uniklinik Gießen empfehlen - hier habe ich für eine ausführliche Lahmheitsuntersuchung (2h!) mit 7 Röntgenbildern 178€ bezahlt!

Gruß
Kim

Beitrag von celini13 16.04.10 - 13:44 Uhr

Danke, danke und nochmals danke. Das ist so beruhigend zu lesen.
Offenstall geht leider nicht. Wir dürfen hier nicht bauen (also dort wo auch Auslauf wäre) Wir haben hinterm Haus (im Garten sozusagen) einen umgebauten Schafstall. Für den Freilauf müssen wir sie aus dem Grundstück raus auf die Wiesen bringen - und dort ist nur ein Unterstand erlaubt und dort will sie nachts nicht bleiben. Die reißt alle Zäune nieder, um abends rein zu dürfen. Wir haben eine 4-jährige Ponystute bei ihr stehen, die sorgt dafür, dass Madame sich bewegt.
Aber wenn man übers Futter schon für Besserung sorgen kann, werde ich das auch probieren.
Mir ist ja egal ob ich sie reiten kann oder nicht. Ich habe den Turniersport gänzlich aufgegeben, sie wird also auch nicht ersetzt werden. Mein einziger Wunsch ist, dass sie schmerzfrei ist und sich wohl fühlt. Heute ginge es ihr dank Salben Gott sei Dank schon besser.
Der Preis von der Klinik ist echt gut...leider zu weit weg. Wir leben in der Nähe von Dresden. Im Zweifelsfalle werde ich die 3 möglichen Kliniken hier in der Nähe abtelefonieren, um mal einen Vergleich zu haben.
Damals (Weideunfall s.o.) hatte ich sie nach Leipzig gefahren, da hatte die ganze Behandlung mit Röntgen und Gelenkspiegelung und 5 Tage Aufenthalt 500,- DM gekostet, wenn man bedenkt, dass der TA, der vor Ort behandelte über 2000,- DM verlangt hatte. ABER ich muss da echt eine Lösung für das Pony finden. Ich kann die kleine ja nicht total allein hier stehen lassen.
So, ich sage nochmal Danke und mache mich jetzt bei den Futtermitteln kundig.

Beitrag von risala 16.04.10 - 15:21 Uhr

Hi,

freut mich, dass ich Dir ein wenig die Angst nehmen konnte.

Deine Haltung hört sich doch schon gut an - Dein Pferd hat viel Bewegung (freie Bewegung finde ich wesentlich wichtiger als kontrolliertes Bewegen beim Reiten!). Man kann nicht immer alles optimal und perfekt haben, aber man kann das Beste daraus machen - und das tust Du ja.

Für eine Lahmheitsuntersuchung muss das Pferd nicht in der Klinik bleiben. Termin machen, hinfahren, Zeit einplanen, Diagnose abwarten und nach Hause fahren.
Ich denke, da kann Dein Pony auch mal alleine stehen (wenn es das kennt!) - ansonsten mitnehmen.

LG
Kim

Beitrag von celini13 16.04.10 - 21:20 Uhr

Ohja, es tut gut auch mal was Positives zu hören. Die meisten die ich halt kenne, würden ihr Pferd relativ schnell abgeben. Damals nach der relativ schweren Verletzung wurde mir auch schon geraten, sie zum Schlachter zu bringen. Da war sie erst 8#schock. Mit viele Geduld konnte sie doch noch der Sportler werden, wofür sie gezüchtet wurde (sehr leistungsstarker Trakehner).
Ja für einen Tag Untersuchung da kann ich das Pony wirklich mitnehmen. Ich habe keine Ahnung was das Pony kennt. wir haben es erst angeschafft, als wir uns entschieden haben unsere Stute aus dem Reitstall zu nehmen und sie selber zu umsorgen. Das Pony war aus einem Schlachttransport, hat keine Papiere. Wir kennen bloß die Leute vom Tierschutz die die Tiere irgendwo hergeholt haben. Und sie wissen natürlich auch nix von der Herkunft. Es ist, nachdem es seine anfängliche Ängstlichkeit abgelegt hat, einfach nur schmusig und knuffig. Und die beiden Tiere hängen wie die Pest aneinander