angeblich fehlendes Klassengeld - halbes Heft

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von anja1968bonn 16.04.10 - 09:23 Uhr

Morgen,

muss mal meinem Ärger Luft machen: Vor einigen Wochen wurde auf dem Elternabend - mein Sohn geht in die 2. Klasse - einen Beitrag von € 3,00 für zusätzliche Kopien etc. von den Eltern erbeten. Den Beitrag habe ich direkt vor Ort bezahlt.

Schon vor den Osterferien wurde mein Sohn von der Lehrerin mündlich an den Beitrag erinnert: Nach Rücksprache mit mir hat er versichert, dass ich bereits auf auf dem Elternabend bezahlt habe - damit schien die Sache für mich erledigt.

Gestern kam mein Sohn mit einem kleinen neuen Heft nach Hause, guckte etwas bedrückt und meinte dann auf meine Nachfrage, die Kinder, deren Eltern das Klassengeld nicht bezahlt hätten, würden eben nur halbe Hefte bekommen! Er habe der Lehrerin auch auf Nachfrage noch einmal gesagt, dass ich das Geld bereits bezahlt habe, sie hat das aber einfach verneint.

Meinem Sohn war das ganze sehr unangenehm; von noch einer Mutter weiß ich, dass ihre Tochter ebenfalls ein halbes Heft hat, obwohl die Mutter bezahlt hat. Warum kann die Lehrerin nicht einfach den Kindern, deren Eltern ihrer Kenntnis nach noch nicht bezahlt haben, einen Zettel mit einer Erinnerung mitgeben?

Ich habe kein Problem damit, das Geld, wenn da ggf. etwas nicht richtig notiert wurde, noch einmal zu bezahlen, ärgere mich aber darüber, dass die Kinder für ihre angeblich zahlungsunwilligen Eltern bestraft werden.

Ohnehin geht die Lehrerin leider auch vor den Kindern sehr offen damit um, welche Eltern etwa sozial schwach sind und so z. B. gegen Vorlage eines Beleges weniger Geld für die Schulmilch bezahlen müssen.

So, genug geschrieben - sehe ich das zu eng, oder könnt ihr meinen Ärger nachvollziehen?

LG

Anja

Beitrag von nuckenack 16.04.10 - 09:31 Uhr

Hallo
du siehst das überhaupt nicht zu eng! Also wenn ich mir 100% sicher wäre das Geld bezahlt zu haben würde ich mich nicht scheuen persönlich vorbei zu gehen und die Dame daran zu erinnern, das geht ja mal gar nicht. Und das nächste mal würde ich auf eine Quittung bestehen!
Das ist ja mal echt schlimm für die Kids... zumal es ja gar nicht stimmt!
Und die Äußerungen über die finanziellen Situationen der Familen find ich auch nicht ok. Auch da sind die Lehrer gewissermaßen an eine "Schweigepflicht" gebunden!

ICH würde mich da noch mehr ärgern!

nuckenack

Beitrag von connie36 16.04.10 - 09:55 Uhr

hi
ich hätte die direkte konfrontation gesucht, und der dame klar gemacht, das du dort und dann gezahlt hättest.
vor allem so mit dem thema sozial benachteiligte umzugehen, geht gar nicht. wir haben auch ein kind in der klasse der grossen(4.) dessen eltern haben sich getrennt, die mutter hat psychiysche probleme ist und deshalb auch öfters weg, und geldprobleme gibt es auch. das ist für die kinder selbstverständlich darüber zu reden, mit mitgefühl, wenn es heisst : du mama, xy eltern können den ausflug nicht ganz bezahlen.
wir haben es dann schon so gemacht, das alle eltern 1 euro mehr gezahlt haben, und schon war das ok, oder es wurde mit einverständnis aus der klassenkasse gezahlt.
aber es würde nie einer, die lehrerin eingeschlossen bemerkungen dem jungen gegenüber machen.
würde das mal beim elternbeirat ansprechen,d enn so ein verhalten geht nicht.
lg conny

Beitrag von manavgat 16.04.10 - 10:48 Uhr

Die Lehrerin hat überhaupt nichts zu fordern, solange Du in einem Bundesland lebt, in dem es Lehrmittelfreiheit gibt. Ich finde die Kopiemanie der Lehrer sowieso obsolet.

Die Vorgehensweise ist in zweifacher Hinsicht nicht korrekt.

1. müsste sie am Elternabend eine Liste haben und darauf vermerken wer bezahlt hat (das hätte auch an einen Elternteil deligiert werden können, wenn es zuviel Mühe macht.

2. darf sie niemanden derart unter Druck setzen, bzw. ein Kind so zum Außenseiter stempeln.

Ich würde den Elternbeirat einschalten und diese Vorgehensweise auf das Schärfste zurückweisen und verlangen, dass das sofort abgestellt wird

widrigenfalls

würde ich mich an die Schulleitung bzw. das Schulamt wenden.

Es ist schon erstaunlich wie diese Mittelstandslehrer, die aus Mittelstandsfamilien kommen (reproduziert sich selbst), mit dem Geld anderer Leute umgehen. Man könnte meinen, die halten Hartz 4 für eine Automarke.

Was macht dann jemand, der die 3 Euro nicht hat? Kind krankmelden (passiert bei Ausflügen immer häufiger) oder gar das Mittagessen streichen?

Gruß

Manavgat

Beitrag von anja1968bonn 16.04.10 - 12:53 Uhr

Hallo,

1. Eine Liste hat es gegeben, die wurde aber offenbar (von einer Mutter) nicht vollständig geführt.

2. Die Lehrerin kann mich gern kontaktieren, wenn eseine Unstimmigkeit gibt, aber nicht meinen Sohn (und auch andere) mit halben Heften diskriminieren und ihm das Gefühl vermitteln, seine Mutter wolle nicht zahlen!

Elternbeirat ist eingeschaltet (Vorsitzende ist ebenfalls betroffen: hat gezahlt, Tochter bekommt nur halbes Heft), an die Schulleitung habe ich auch schon gedacht, da auch andere Dinge im Argen liegen.

Die Kinder von Hartz-4-Empfänger müssen nicht zahlen, allerdings ein Schreiben der Eltern oder (bei der Schulmilch) einen Nachweis mitbringen, was wiederum dann alle Kinder mitbekommen.

LG

Anja

Beitrag von tammyli 16.04.10 - 12:09 Uhr

Hallo,

na der guten Frau würde ich aber was erzählen. Das geht ja gar nicht.

Viele Grüße

Beitrag von ylenja 16.04.10 - 12:43 Uhr

Hallo,

beim ersten "Erinnern duch die Lehrerin" hätte ich der Lehrerin einen Zettel geschrieben, wann ich das Geld bezahlt habe.
Bei der "Konsequenz" der Lehrerin wäre ich heute bei Ihr auf der Matte gestanden.
Wenn sie auch noch Kinder stigmatisiert, weil sie sozial schwach sind oder weniger Geld zur Verfügung haben,
würde ich ein sehr ernstes Wort mit ihr reden. Wenn das nicht hilft, hätte ich keine Skrupel, weitere Schritte einzuleiten.
So etwas geht ja wohl überhaupt nicht !

LG

Ylenja

Beitrag von kawatina 16.04.10 - 13:46 Uhr

Hallo,

ich bin ja in der Elternpflegschaft und habe mehrfach erlebt, das Lehrer solche Listen verbummelt hatten.

Hat niemand beobachtet, das du die 3 Euro entrichtet hast?

Es geht ja nicht unbedingt ums Geld, aber ums Prinzip.
Heute Kopiergeld, morgen das Geld für den Ausflug/Klassenfahrt - alles schon erlebt.

Über die offene Art der Lehrerin würde ich auch mal ein paar Worte bei der Schulleitung verlauten lassen.
Zum einen verstößt dieses gegen den Datenschutz und mit ein bischen bösen Willen kann man durch die ständige Namensnennung, welche zum Nachteil der betroffenen Kinder gereichen, als Diskiminierung bezeichnen.

Fördert auch nicht die im Schulrecht niedergeschriebene Lehrnfreude und Lernklima.

Schau mal in das Schulgesetz NRW - habe gerade die entsprechenden Paragraphen nicht im Kopf
Müßte unter Bildungs und Erziehungsauftrag der Schule stehen
§1 Absatz 8 - bin mir aber gerade nicht sicher...

Zu eng sehen? Ich sag es mal so. Wenn man nicht zeitig seinen Mund aufmacht, wird es nicht besser.;-)

LG
Tina

Beitrag von gismomo 16.04.10 - 14:35 Uhr

Hallo Anja,

sprich doch mal in Ruhe mit der Lehrerin darüber. Vielleicht ist ihr gar nicht bewusst, dass sie sich falsch verhält - vielleicht ist sie Berufsanfängerin, hat selber keine Kinder; ihr fehlt halt ein bisschen das Einfühlungsvermögen.

Ich finde es nicht in Ordnung, dass sie sich so verhält, aber ich glaube nicht, dass es böse Absicht ist.

Ehrlich gesagt, sind mir auch ein paar Schnitzer in dieser Richtung unterlaufen, als ich gerade mit meinem Beruf angefangen hab. Damals hatte ich noch keine Erfahrung und selber noch keine Kinder. Außerdem bin ich Schülern gegenüber sehr offen, was den Vorteil hat, dass sie mir sehr viel erzählen und vertrauen, andererseits muss ich sehr aufpassen, dass ich nicht unabsichtlich indiskret bin - z.B. wenn ein Schüler krank ist, frage ich die Klassenkameraden, ob jemand weiß was er denn hat - ist keine böse Absicht, ich will einfach wissen wie es ihm geht. Mir kam dann aber mal der Gedanke, dass das eigentlich ja auch nicht in Ordnung ist, wenn dann vor der ganzen Klasse gesagt wird was das Kind hat. Seitdem mir das bewusst ist mach ich das nicht mehr.

Das mit dem Geld geht gar nicht - da bin ich sehr gewissenhaft, und hake mir jedes Mal, wenn ich Geld einsammle, alles ab. Sollte ich es mal vergessen haben abzuhaken und der Schüler sagt, er hätte es schon bezahlt, bezahle ich es lieber selber als dass ich versehentlich zwei Mal Geld einsammle.

Ich vermute, dass ihr noch eine sehr junge Lehrerin habt, die das noch nicht ganz im Griff hat. Ich würde mal behutsam mit ihr drüber sprechen, auch was das allzu offenherzige Erzählen der sozialen Situation einiger Schüler angeht.
Selbst wenn es nicht bös gemeint ist - das geht nicht. Wenn bei uns so etwas passiert wäre, hätte der entsprechende Kollege zum Gespräch mit unserem Chef antanzen dürfen. Wir werden immer auf unsere "Schweigepflicht" (wie auch immer das bei Lehrern im Fachjargon heißt) hingewiesen und das wird - zu Recht - sehr ernst genommen. Nur kann mam ja im Alltag im Eifer des Gefechts mal was vergessen und es rutscht einem raus...aber wenn eure Lehrerin immer so offen darüber redet, müsste man ihr im Gespräch mal klar machen warum das nicht geht und wie sich die Kinder dabei fühlen könnten...

lg
K.

Beitrag von kawatina 16.04.10 - 15:26 Uhr

Hallo,

habe die Erfahrungen gemacht, das solche Verhaltensmuster Lehrern 50+ entsprechen.

Diesen unterlaufen selbstredend nach eigenen Aussagen nie Fehlern...#rofl
Gerade die jungen Lehrer sind oft sehr gewissenhaft und
umgänglich.

Viele Grüße
Tina

Beitrag von gismomo 16.04.10 - 15:52 Uhr

Hallo Tina,

da wärs jetzt ja wirklich richtig interessant zu erfahren, wie alt die Lehrerin ist - hoffe mal, dass uns die Posterin das noch mitteilt ;-)!

Ja, das stimmt schon, dass die jungen Lehrer sehr gewissenhaft sind, aber manchmal führt mangelnde Erfahrung auch zu Schnitzern. Wie gesagt, bei mir war das - ganz unbeabsichtigt - auch der Fall, als ich gerade erst mit meinem Beruf angefangen habe.
Was die "alten" Kollegen angeht, so gibt es ganz unterschiedliche Typen bei uns: Manche sind toll, haben viel Erfahrung ,sind sehr gelassen, und bei den Schülern deshalb auch sehr beliebt. Einige Exemplare gibt es aber auch, die zur Kategorie passen, welche du beschrieben hast... ich hoffe mal, ich gehöre, wenn ich jenseits der 50 bin, zu ersteren.

lg
K.

Beitrag von gismomo 16.04.10 - 21:11 Uhr

OK, du hast gewonnen, ich geb dir 'ne Runde aus ;-)!

Ja, leider gibt es auch solche Lehrer... zum Glück nicht sehr viele (zumindest an unserer Schule nicht). Aber mich erstaunt es auch manchmal, mit welchem Selbstbewusstsein und welcher "Schnauze" manche älteren Kollegen daher kommen.
Als junger Lehrer wird man dann sogar oft belächelt, weil man eben ganz anders mit den Eltern umgehen will. Ich bin ja nun nicht mehr ganz so jung und seit über 8 Jahren im Schuldienst, deshalb ignorier ich diese Kollegen einfach, und mache, was ich für richtig halte (und hoffe insgeheim, dass ich ihn 20 Jahren nicht genau so werde).

lg
K.

Beitrag von kawatina 17.04.10 - 18:34 Uhr

Hallo,

ja bei uns sind eher, die älteren Herrschaften die Schussels.

Hehe, ich schau gerade den Trödeltrupp online...am 14.4. war der Sportlehrer meiner Tochter, der Klaus R. zu sehen.#rofl

Das ist ja ne Marke - ich hatte ja noch nicht das Vergnügen.

LG
Tina

Beitrag von anja1968bonn 16.04.10 - 20:30 Uhr

Dann will ich mal aufklären: Die Lehrerin geht 2011 in Rente, Unerfahrenheit oder Unbedarftheit treffen bei ihr also nicht zu. Sie ist eine Lehrerin "vom alten Schlag", die auf Widerspruch allergisch reagiert und von Tonfall her sowohl Eltern als auch Kindern gegenüber oft, vorsichtig ausgedrückt, unsensibel ist.

Beispiele:

Eines Tages hatte mein Sohn seine Aufgaben nicht fertig bekommen, weil er am Abend zuvor Bauchweh hatte. Zugegebermaßen redet er sich immer gern mal raus, aber die Reaktion der Lehrerin "Dein Bauchweh interessiert mich nicht die Bohne" fand ich ziemlich daneben - das nächste Mal wird mein Sohn in einem solchen Fall ein Schreiben von mir mitbekommen.

Auf dem Elternabend wurde angesprochen, dass einige Kinder gerade bei jungen Kolleginnen durch Stören normalen Unterricht unmöglich machen. Der Mutter eines der Jungen sagte die Lehrerin: "Ihr Früchtchen war heute auch mal wieder dabei".

Der Elternbeirat ist ganz neu, eine in meiner Wahrnehmung wirklich rechte ruhige und umgängliche Mutter, hat wegen Differenzen nach einem Jahr das Handtuch geworfen. Ihre Vertreterin hat mitten im zweiten Schuljahr sogar wegen bestehender Konflikte mit der Lehrerin ihre Tochter von der Schule genommen ...

Ich werde auf jeden Fall mit dem neuen Elternbeirat in Kontakt bleiben, bei weiteren Vorfällen aber darauf drängen, dass auch das Gespräch mit der Schulleitung gesucht wird bzw. dies selbst tun.

LG

Anja

Beitrag von gismomo 16.04.10 - 21:22 Uhr

Oh je... ja, leider gibt es auch solche Lehrer. Ich bin heilfroh, dass mein Sohn eine tolle Klassenlehrerin hat, die super mit den Kindern umgeht. Er fühlt sich total wohl in seiner Klasse und geht gern zur Schule, bekommt auch sehr viel positives Feedback - ein positiver Kreislauf, natürlich.

Mein Neffe hatte leider nicht so viel Glück. Bei ihm hat sich das ganz negativ auf die Lernmotivation ausgewirkt, die Lehrerin war aber absolut resistent was Gespräche der Eltern etc. anging, leider. Ich hab meine Schwester damals auch dazu gedrängt, mit der Lehrerin zu sprechen, aber es war gerade für die Katz.
Die Kinder hatten (in der ersten und zweiten Klasse) richtig Angst vor ihr und trauten sich nicht aufs Klo zu gehen. Mein Neffe hat sich dann vor lauter Angst in die Hose gemacht, weil sie gesagt hatte, es dürfe niemand aufs Klo gehen, und er sich nicht traute zu sagen dass er dringend gehen müsste.
Oder einmal mussten die Kinder von der Tafel abschreiben, um wieviel Uhr sie sich für einen Ausflug am Bahnhof treffen sollten - Anfang der zweiten Klasse. Mein Neffe hatte sowieso Probleme mit dem Schreiben und hat die Zahlen beim Abschreiben verdreht - Ergebnis:Meine Schwester brachte ihn zum Bahnhof, aber die Klasse war schon weg. Mein Neffe hatte sich total auf den Ausflug gefreut und war fix und fertig.

So was geht gar nicht, finde ich. In der zweiten Klasse hat die Lehrerin den Kindern einen Info-Brief mit allen wichtigen Informationen mitzugeben. Meine Schwester hat damals nicht nachgehakt, aber ich hätte mir das nicht gefallen lassen und wäre zur Schulleitung gegangen. Dadurch, dass ich selber Lehrerin bin, kann ich schon grob einschätzen, was man erwarten kann - und Kinder, die gerade mal die 2.Klasse angefangen haben, wichtige Termine von der Tafel abschreiben zu lassen ohne zu kontrollieren, ob sie es richtig abgeschrieben haben - das geht gar nicht.

lg
K.