Jetzt haben wir die Autismus Diagnose...

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von alpenbaby711 16.04.10 - 20:00 Uhr

.... und wissen nun definitiv mein Sohn ist Autist. Bei ihm wurde Frühkindlicher Autismus diagnostiziert und heute war das Auswertungsgespräch beim Kinderpsychiater. Ich bin nicht geschockt weil ich mich damit schon ne ganze Weile auseinander gesetzt habe. So gesehen ist es eine Erleichterung jetzt Fakten in der Hand zu haben. Hatte ja vor einigen Wochen mal geschrieben das Asperger im Raum steht/stand und eben dieses ist es jetzt nicht.
Ich bin jetzt auf der Suche nach guten Büchern die sich auch mit diesem Thema befassen, der möglichen Entwicklung der Frühkindlichen Autisten, der Chancen für Später, der möglichen Förderung und sowas.
Ich werde mich auch mit unserem Autismus Zentrum hier wieder mehr schlauer machen, trotzdem wollte ich auch hier mal nachfragen.
Ela

Beitrag von kati543 16.04.10 - 22:47 Uhr

Habt ihr es gut, dass eure Diagnose endlich da ist. Wir warten noch. Wir haben erst diesen Monat das 2. gespräch mit dem Psychologen und danach noch das Auswertungsgespräch (dafür habe ich noch nicht einmal einen Termin)...

Beitrag von alpenbaby711 17.04.10 - 12:08 Uhr

Also ich hab gleich für sämtliche Untersuchungen Termine bekommen einschließlich Auswertungsgespräch. Letzteres hatte sich jedoch 2 mal verschoben. Einmal wegen mir einmal wegen der Praxis. Nach dem Grund hatte ich dann nicht gefragt. Tja ich muss sagen ich hatte schon immer das Gefühl mein Sohn ist anders aber ich konnte seine ganzen Seltsamheiten nicht deuten. Tja jetzt weiß ich es und so gesehen ist es für mich ne Erleichterung und eben kein Schock. Allerdings haben wir den starken Verdacht das auch Papa betroffen ist. Das macht die Sache in einigen Dingen etwas schwieriger. Wie issn das bei euch? WEil normalerweise steckt eine Erblichkeit dahinter.
Ela

Beitrag von nanoukaladar 17.04.10 - 17:31 Uhr

Ja, von Erblichkeit ist auszugehen, man sieht ja bereits heute schön, wie Kinder mit Aspergersyndrom in gewissen Gegenden (zb. Silikon Valley wo all die Informatikfreaks leben und arbeiten) immer häufiger anzutreffen sind ;-)

Bei uns ist es so: mein Mann hat die Diagnose frühkindlicher Autismus, drei von 4 gemeinsamen Kindern sind hochbegabte Asperger, das 4. ist ein Grenzfall.
Naja, da ich zwei Töchter aus erster Ehe habe, und eine davon auch eine hochbegabte Aspergerin ist, musste ich über die Bücher. Heute weiss ich, das wohl mein Vater ein Asperger gewesen sein muss, und ob ich neurotypisch bin, darf angezweifelt werden ;-)

Aber wir kommen jedenfalls alle sehr gut klar, haben Asperger- als auch Neurotypenfreunde, sind beruflich erfolgreich, alle Kinder besuchen Regelschulen (die grösseren Gymnasien)

Beitrag von alpenbaby711 17.04.10 - 20:09 Uhr

Tja das mit der Erblichkeit hatte die Psychologin auch schon gesagt. Hab mich davor auch schon ein wenig damit beschäftigt gehabt übers Internet und letztendlich bestätigt sie damit ja das gelesene.
Bei euch schlägts ja wirklich gleich mehrfach zu. Na ja mein Sohn ist allerdings nicht hochbegabt sondern hinterher in einigen Sachen, was ihm wohl auch anhaften wird auf Dauer.
Was sind Neurotypen? Normalos?
Ela

Beitrag von nanoukaladar 18.04.10 - 19:20 Uhr

ja, neurotypische Menschen sind die "normalen". Asperger neigen dazu neurotypisch sogar negativ zu meinen, ich verwende es als möglichst neutrale Bezeichnung, weil mir "normal" nicht passt.

Hinterherhinken in gewissen Bereichen, oder in anderen Bereichen Schwächen haben, das betrifft meine Jungs auch. Doch dank der Hochbegabung können sie vieles im Laufe der Jahre leichter und schneller kompensieren/erlernen.
Wären sie weniger "intelligent" könnten sie das auch, wahrscheinlich würde es etwas länger dauern, und mehr Kraft kosten.
Damit meine ich, ein Autist muss nicht hochbegabt sein um seinen Weg zu gehen, das wird bei deinem Sohn bestimmt auch klappen! Mit Hochs und Tiefs....die gehören ja meistens dazu.

Beitrag von alpenbaby711 19.04.10 - 12:52 Uhr

Ich freu mich das deine Jungs dank der Hochbegabung das ganze gut wegstecken können ums mal so zu sagen. Wo unser Weg hinführt weiß ich ja noch nicht, so gesehen lass ich die Zukunft auch erstmal auf uns zukommen. Aber ich sehe nicht schwarz ich sag immer ich traue meinem Gefühl und helfe und unterstütze meinen Sohn wo ich kann. Mehr kann ich fast nicht tun, aber genau das werde ich auch tun. Hab mir jetzt 2 Bücher gekauft und da werde ich ein wenig lesen. Vielleicht kann ich so seine Gefühlswelt ein wenig besser verstehen lernen und daher auch leichter mit ihm umgehen.
Ela

Beitrag von bipi168 16.04.10 - 22:51 Uhr

Hallo,
ich hab eine ganze reihe von Büchern auf meiner Seite
www.autismus-tim.de

schau mal im linkmenü.
Kannst dich gerne mit mir in verbindung setzen.
liebe grüße und alles gute
Bianca

Beitrag von alpenbaby711 18.04.10 - 13:47 Uhr

Hi du, danke für deine Antwort. Hab mal auf deine Seite geschaut aber irgendwie finde ich das mit den Büchern leider nicht. Bin wohl gerade etwas unbeholfen, grins!
Hab mir heute auch 2 Bücher gekauft die mir interessant erschienen. Wie gesagt über Asperger hab ich 3 tolle Bücher gefunden die mir sofort zugesagt hätten aber das isses ja bei uns nicht somit bringen mir diese Bücher nicht wirklich was oder nur bedingt.
Ela

Beitrag von manavgat 18.04.10 - 17:18 Uhr

Wenn kein Asperger, was soll es dann sein?

Kanner-Autismus?


Gruß

Manavgat

Beitrag von minkabilly 18.04.10 - 19:06 Uhr

;-) steht im 1.Beitrag....frühkindlicher Autismus

Beitrag von alpenbaby711 19.04.10 - 09:39 Uhr

Frühkindlicher Autismus also Kanner
Gruß Ela

Beitrag von nanoukaladar 19.04.10 - 21:01 Uhr

ist bei euch in Deutschland frühkindlicher Autismus und Kanner Autismus wirklich dasselbe?

Bei uns in der Schweiz sind das zwei sehr unterschiedliche Diagnosen.
Frühkindlicher Autismus und Aspergersyndrom können sich sehr ähneln, unterscheiden sich überwiegend in den Symptomen während der ersten drei Lebensjahre, besonders im Bereich Sprache/Sprachentwicklung.
Kanner Autismus wird hier in der Schweiz anders definiert, ist meist verbunden mit einer geistigen Behinderung oder massiver kognitiver Einschränkung.

Beitrag von nanoukaladar 19.04.10 - 21:04 Uhr

ups, habe gerade etwas gegoogelt, scheint wirklich so, dass Deutschland Kanner Autismus mit frühkindlichem Autismus gleichsetzt. Enorm diese Unterschiede von Land zu Land.

Deutschland kennt ja auch die Diagnose "atypischer Autismus" und autistische Züge, beides wird in der Schweiz auch nicht verwendet....

Beitrag von alpenbaby711 20.04.10 - 20:12 Uhr

Ja ist es :
http://www.google.de/search?client=opera&rls=de&q=Kanner+Fr%C3%BChkindlicher&sourceid=opera&ie=utf-8&oe=utf-8
Hab nämlich auch mal gegoogelt, grins.
Atypischer Autimus ist wie Kanner oder High Function Autismus was anderes. Asperger ebenfalls. Tja es gibt in erster Linie in den Details Unterschiede. Autistische Züge sagt man hier eher dann wenn vieles paßt aber man nur bedingt oder nicht richtig in eine Richtung einzuordnen ist.
Ela

Beitrag von minkabilly 18.04.10 - 19:14 Uhr

Hallo!
Wie alt ist dein Sohn denn?
Wie es in der weiteren Entwicklung vorwärts geht hängt von jedem Autisten selbst ab. Das kann man nicht so verallgemeinern. Da spielen viele Faktoren eine Rolle.
Das Autismuszentrum ist eine gute Anlaufstelle. Sie werden dir viele Antworten auf deine Fragen geben können ;-).

Wir bekamen die Diagnose "frühk. Autist" letzten Juli und mein Sohn ist 5 1/2 J. Bei ihm liegt die Ursache nicht erblich bedingt, sondern ist auf die Frühgeburt zurückzuführen (in unserer Familie gibt es keine Autisten).
Er besucht noch einen heilpäd. Kiga, wechselt im Sommer in die Integrationsgruppe und wird nächstes Jahr dann eingeschult: wenn alles gut klappt wird es eine Regelschule (mit Integrationshelfer). Sein Vorteil ist: er ist vom Kopf her fit.
LG

Beitrag von alpenbaby711 19.04.10 - 09:43 Uhr

Mein Sohn wird diese Woche 5 von daher genau das richtige Alter und trotzdem noch recht früh festgestellt. An das Autismuszentrum werde ich mich auf jeden Fall wenden das hatte ich vorher schon mal getan. Denn ich wollte schon vor der Diagnose meine Fühler ausstrecken und dann ins Detail gehen wenn ich eben die Diagnose habe. Genau das ist ja jetzt der Fall.
Mein Sohn wird erstmal hinterher bleiben in seiner Entwicklung daher seh ich eine Regelschule als erstmal als nicht in Frage kommend. Was natürlich die Zukunft bringt weiß ich nicht. Auf jeden Fall haben wir noch ein Jahr heilpädagogischen Kiga.
Ela

Beitrag von minkabilly 19.04.10 - 11:10 Uhr

Wir bekamen die Diagnose auch recht früh; kurz vor dem 5 Geb. Und fingen gleich mit Therapie an, die jetzt knapp 1/2 Jahr läuft. Und ich kann nur sagen: es bringt sehr viel ;-).
Anfangs war halt auch die Aussage "wahrscheinlich Förderschule", da mein Sohn in manchen Bereichen auch noch hinterher ist. Aber er hat es z.T. gut aufgeholt. Daher sage ich mir nun auch "immer positiv denken", manchmal gibts noch kleine Wunder #pro

Beitrag von alpenbaby711 19.04.10 - 12:48 Uhr

Na ja wenn du sagst es gibt doch noch kleine Wunder will ich nicht aufgeben. Na ja das tu ich eigentlich eh nicht, aber ich seh meinen Sohn und ich traue meinem Gefühl und das sagt für jetzt oder die Einschulung erstmal NEIN bei normaler Schule, aber gut wie gesagt lassen wir es auf uns zukommen und letztendlich kann ich auch nicht in die Zukunft schauen. Ich werde ihm helfen wo ich kann. Hab mir jetzt erst 2 Bücher gekauft über das Thema wo mir doch gut erschienen und werde mich ein wenig einlesen. Schaden kanns nicht. Ich denke jeder Schritt nach vorne ist wichtig. Also seh ich auch die Kleinen Fortschritte und nicht nur die Großen. Und gemessen an anderen Kindern hab ich meinen Sohn eh nie.
Ela

Beitrag von minkabilly 19.04.10 - 18:56 Uhr

Hi!
Vor einem halben Jahr dachten wir auch " es wird bestimmt Förderschule", aber dann fing die Autismustherapie an und mein Sohn ist in manchen Dingen wie ausgewechselt und er kommt besser mit Veränderungen im Alltag klar. Eingeschult wird er dann erst mit 7 J.
Ja, man muß die kleinen Dinge sehen ;-).
Ich drück euch für die Zukunft die Daumen.
LG

Beitrag von alpenbaby711 19.04.10 - 19:33 Uhr

Aktuell haben wir wohl keine spezielle Autismus Therapie, aber eben Ergotherapie, danach wieder Logopädie, zwischendurch Besuche beim Kinderpsychiater und dann noch die ADHS Medizin die mein Sohn kriegt weil das hat er sich ja auch noch eingefangen. ABer es hilft das er länger und konzentrierter an einer Sache bleibt.
So gesehen isses auf jeden Fall gut davon bin ich überzeugt.
Ela

Beitrag von bipi168 20.04.10 - 11:25 Uhr

was macht ihr denn für eine autismustherapie?
wusste nicht das es so heißt.
ich habe ABA und Teach gemacht, logo, ergo und physio, reit und hundetherapie, wassertherapie und delphintherapie.
mittlerweile machen wir momentan nur ergo und es geht ihm recht "gut".
lg

Beitrag von minkabilly 20.04.10 - 15:06 Uhr

Von der Autismusambulanz kommt 1x die Woche eine Dame zu unseren Sohn in den Kindergarten und arbeitet mit ihm "an seinen Problemen" wie Blickkontakt halten, das Miteinander mit anderen Kindern u.s.w. und zu uns kommt sie alle 2-3 Wochen zum Gespräch.

Beitrag von bipi168 20.04.10 - 11:23 Uhr

Hallo,
bei uns wurde die diagnose mit 2,5 jahren schon gestellt, nachdem wir ein jahr bis dato zur diagnostik gingen und von behandlungszentrum zu zentrum.
finde nicht das die diagnose bei euch zu früh gestellt wurde die meisten die ich kenne haben sie vor dem 4. lebensjahr bekommen.
lg

Beitrag von bipi168 20.04.10 - 11:21 Uhr

Hallo,
bei meinen Sohn wurde die Diagnose frühkindlicher Autismus mit 2,5 Jahren gestellt.
lg

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