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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von thea21 17.04.10 - 09:57 Uhr

Hallo,

ich versuche mich kurz zu halten und nur die Fakten aufzuzählen.

Bin vom Vater meiner Tochter getrennt seit sie 1 Jahr alt ist. Sie ist jetzt 4 Jahre alt.

Von Anfang an hatten wir die Regelung 1 Wochenende komplet bei mir, 1 Wochenende ist sie von Freitag bis Montag früh be ihm, die zwei anderen von Samstag abend bis Sonntag.

Klappte bisher.

Seit 1 Jahr hat er ne neue Freundin und alles wird schwerer, wirrer, ich habe mich aber immer bemüht keinen Stress reinzubringen und verständnissvoll für vieles zu sein.

Sie wohnen seit nem guten halben Jahr zusammen, sie brachte einen 4,5 und einen 1 Jährigen mit in die Beziehung.

Seit der Beziehung änderte sich zwar geringfügig an der Betreuung von Sophia etwas, aber an der ....ich nenn es mal Moral.

Er geht keinerlei Kompromisse ein was Betreuungsmöglichkeiten bei Problemen angeht, ich eile mir die Betreuung mit meiner besten Freundin (beide Kinder gleichalt, gleiche Kita, wir stimmen unsere Arbeit so ab, das immer jemand die Kinder holen kann)

Laut seiner Aussage KANN er nicht. Die Kinder seiner Freundin abholen, dann noch in den Kindergarten seiner Tochter fahren um sie abzuholen bis ich von Arbeit komme ist zu stressig und nicht machbar.

Viel schlimmer aber ist die Situation wenn es mal vorkommt das sie krank ist. Im Dezember, da war ich noch bei meinem alten Arbeitgeber, ich kündigte schon und er war sehr sauer, es stand im Raum: Wenn du nicht kommst, halte ich deinen Lohn zurück, wurde sie krank.

Ich bat den Vater Sophia 1 Tag zu betreuen, da ich echt Angst vor Stress habe. Er hatte einen Schnupfen, fand es unmöglich dann auch noch seine kranke Tochter für 12 Stunden bei sich zu behalten, damit ich meiner Arbeit nachgehen konnte.

Außerdem könnten ja die anderen beiden auch krank werden und das wäre nicht zumutbar.

Ende vom Lied war, das mein Vater 200 km anreiste um Sophia zu betreuen.

So zog sich das ganze durch bis heute. Immer wenn es unbequem wurde, bloß nicht zum SonnenscheinVater, denn das ist zu stressig und ich würde das alles auch nur veranstalten um andere zu ärgern (habe ich das Gefühl).

Geplant war nun, auf Wunsch des Vaters und weil ich dachte, es würde einiges erleichtern und natürlich würde sich Sophia freuen ihren Papa öfter zu sehen, hatten wir angestrebt nach den Sommerferien eine wöchentliche Wechselbetreuung zu machen.

Viele kleinere Probleme zwischendrin, ich sagte nie etwas, schluckte oft, um einfach keinen Streit zu provozieren und nachher Sophia die Leidtragende sein zu lassen.

Jetzt hatte Sophia seit vorgestern ne leicht laufende Nase, und wirklich mickrigen Husten....nichts weltbewegendes.

Ich informierte den Papa. Kein Problem.

Er holte sie aus dem Kindergarten ab und da nahm alles seinen Lauf.

Ich kam nach Hause und hatte 5 Anrufe auf meinem Handy und eine bitterböse Mailboxnachricht seiner Freundin:

"Hallo Thea, ich bitte dich doch anzurufen, wir versuchen dich den ganzen Nachmittag schon zu erreichen, DEINE Tochter ist krank, ich würde es doch begrüßen, wenn du zurückrufst."

Das tat ich.

Jetzt das Gespräch in O-Ton:

Er: Na hat der Apfel vorhin im Auto geschmeckt?
Ich: Em, ich weiß nicht worauf du hinauswillst, aber ja?
Er: Pass auf, Sophia ist kreidebleich, klagt über Halsschmerzen und hustet sich die Seele aus dem Leib.
Ich: Ok, und jetzt? Ist es wirklich so schlimm?
Er: Ich weiß ja nicht warum du sie krank in die Kita schickst, aber du musst sie holen, so geht das nicht.
Ich: Stopp, ich würde unter keinen Umständen Sophia krank in die Kita schicken UND sollte es ihr so schlecht gehen, wie du es gerade sagst, hätte die Kita umgehend angerufen (das tut sie wirklich, da sind sie so schnell drin, was ich nciht schlecht finde)
Er: Ja anscheinend schickst du sie ja doch krank in die Kita, wenn ich sie mir so anschaue
Ich: Ok, keinen Streit, WAS jetzt?
Er: Hol sie ab.
Ich: Pass auf, ich würde 500 km für meine Tochter fahren, aber langsam reicht es mir immer dann einspringen zu müssen, wenn es für dich/euch unbequem wird. Bist du nicht in der Lage 2 Tage dein kränkelndes Kind zu versorgen? Ihr Tee ans Bett zu bringen und für sie da zu sein?
Er: Du verstehst anscheinend nicht worum es geht.
Ich: Doch, die andere Kinder bla bla bla immer die gleiche Leiher. Pass auf, ich richte schon alles auf meine Tochter aus, viel zu oft auch auf euch, ich kann wegen solcher Sachen schon kaum planen, und bisher habe ich auch immer nachgegeben, sie kam zu mir wenn sie krank wurde, selbst wenn ich mit 40 Fieber auf dem Zahnfleisch kroch, sie war bei mir. Aber jetzt reicht es mir.
Er: Ich beende das Gespräch jetzt.

20 Minuten später bekam ich jetzt eine SMS, Ruf bitte an, Grit möchte das mit dir besprechen....und da bin ich dann wirklich unbehalten gewesen und schrieb nur eine SMS zurück.

"Wenn es Sophia schlecht geht, dann bring sie mir, holen werde ich sie nicht (Fahrtweg sind für uns beide 15 'Minuten). So langsam kotzt es mich an immer verständnissvoll zu sein, ohne aber andersrum auch Verständnis erwarten zu können. Immer wenn es unbequem wird, passiert genau das hier. Die Wochenregelung kannst du vergessen, weil sich dort nämlich nichts ändern wird, und ich nicht alles was ich plane und tue auf dich ausrichten kann. Langsam solltest du anfangen nachzudenken, warum Sophia immer mehr in meine Richtung geht, sie merkt langsam wie der Hase läuft und spürt dein Verhalten, in jeder Lebenslage. Mit Grit brauche ich gerade nicht zu reden, das müsste ich mit dir tun, dem aber nichts daran gelegen hatte. Frage dich bitte selbst, wann du das letzte Mal dein Kind betreut hast als eben nicht immer alles gut war sondern sie auch mal ihren Papa brauchte, weil sie kränklich war."

So, keine Antwort. Sophia ist weiter bei ihrem Papa.... Entweder aus Einsicht (was ich nicht denke) oder aus Bock wegen meiner SMS.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich bin immer da für meine Tochter, aber so geht es doch auch nicht. IOch fühle mich meiner Tochtr gegenüber schlecht und weiß auch nicht was und ob er ihr Mist erzählt.

Ich kann nicht mein ganzes Leben auf ihn abstimmen, nur wen es mal unbequem wird, denn betreuen und pflegen kann er sie auch.

Ich kann garnicht so schreiben wie mir die Worte im Kopf schwirren, hoffe aber das es einigermaßen verständlich war.

Sorry für den Wust.

LG

Beitrag von gattis21706 17.04.10 - 12:10 Uhr

Hey! Ersteinmal du warst echt sehr geduldig mi9t ihm und ich verstehe deine Beweggrund und das ist deine Tochter. Du probierst sie so gut wie moeglich aus dem Ganzen rauszuhalten. Aber es kann nicht sein das er seine Tochter zurueckstellt wegen den Kindern seine neuen Freundinn. Sofia sollte immer an erster Stelle fuer ihn stehen. Ausserdem bist du auch nur ein Mensch du brauchst auch mal Zeit fuer dich und es kann nicht sein das du dich auf ihn nicht verlassen kannst wenn er aber weiss das du dich an eure Absprachen healtst. Und ein leicht krankes Kind zu versorgen ist nicht die Welt. Wie du sagst wir als Mutter gehen auf dem Zahnfleisch und kuemmern uns noch liebevoll um unsere Kinder. Ich kann dich voll und ganz verstehen, und du solltest ihm as noch einmal Klipp und Klar sagen. Mann muss nicht alles mit sich machen lassen ud du warst sehr geduldig mit ihm....

Beitrag von petra1982 17.04.10 - 13:53 Uhr

Hallo,

wie meine Vorschreiberin schrieb warst du sehr geduldig. Und bist auch sonst sehr entgegenkommend, andere Väter wären froh Ihr Kind nach der Trennung nur halb so viel zu bekommen wie es bei euch der Fall ist.

Mein Mann hat das letzte mal auch die Kinder heimgebracht, aber nicht weil er sich zu bequem war sein Kind mit Ohrenweh zu betreuen sondern weil diese heim wollte zu Mama, was ganz anders ist als bei euch.....

Mach Ihm klar wenn er Umgang hat hat er denn auch, ist doch sein Kind und die andern eben nicht. Das wenn eure Tochter was absolut ansteckendes hat, und wirklich krank ist, was schnupfen und auch Husten nicht ist für mich, dann ok behalt sie daheim....Aber so.

Beitrag von janamausi 17.04.10 - 16:41 Uhr

Hallo!

Ich sehe es ein bißchen anders als meine Vorschreiberinnen. Mir kommt es so vor, als ob ihr beide euer Kind "abschieben" wollt, wenn es unbequem ist.

Meine Tochter wohnt bei mir und ich sehe es als selbstveständlich an, dass ich mich um sie kümmere wenn sie krank ist. Wenn es aus irgend einem Grund nicht geht, dass ich daheim bleib, such ich mir jemand anderen. Dann frag ich auch meinen Ex, aber wenn er nicht will/kann ist das o.k.

Es ist mein Leben mit meiner Tochter und ich muß selber schauen, wie ich damit zurecht komme. Sicherlich wäre es toll, wenn mein Ex mich unterstützen würde, aber er ist ja dazu nicht verpflichtet.

Mein Ex nimmt regelmäßig unsere Tochter aber ihn geht es doch nichts an, wie ich meinen Alltag organisiere, ob ich jemanden hab, der meine Tochter vom Kiga abholt etc. ist doch meine Sache.

Wer ist Grit? Seine Freundin? Was hat die mit der Sache zu tun? Da würde ich klar deinem Ex sagen, dass es eine Sache zwischen dir und ihm ist und Grit sich da raushalten soll.

Auch ist es nicht schön, wenn er Zeit hat, dass er nicht euer krankes Kind nimmt, aber wie schon gesagt, ist er ja dazu nicht verpflichtet.

Ich würde dir raten, versuche mehr dein eigenes Leben aufzubauen, dir ein eigenes Netzwerk mit Leuten zu schaffen, auf denen Du dich im Notfall verlassen kannst. Es ist ganz schade, dass er keine Kompromisse eingeht, aber er muss es auch nicht. Er muss seinen abgesprochenen Umgang wahrnehmen, nicht mehr. Sicherlich wäre es schöner und besser wenn es anders wäre, aber so ist es nicht.

Was ich allerdings auch ganz schlimm bei euch find ist, dass ihr über ein Wechselmodell nachdenkt, wenn er noch nicht mal während seines normalen Umgangs sein krankes Kind betreuen kann.

Ehrlich gesagt tut mir eure Tochter leid, sie spürt es ja, dass sie bei Papa nicht willkommen ist, wenn sie krank ist, aber ihre Mama holt sie auch nicht ab :-(

LG janamausi

Beitrag von thea21 17.04.10 - 20:09 Uhr

Danke für deine Meinung.

Abschieben will ich mein Kind nicht.

Ich war und bin immer für mein Kind da, ob krank oder nicht. Das war bisher immer so und wird auch immer so sein.

Allerdings will er alle Rechte haben und pocht darauf, nimmt aber keinerlei Verpflichtungen wahr...

Dazu gehört für mich auch, dass er sein Kind betreut wenn es eben mal nicht bequem ist.

Bisher habe das immer ich gemacht, eben weil es meine Tochter ist, die ich gerne um mich herum habe und mich auch freue, wenn es ihr besser geht. Aber irgendwann, wenn immer jemand pocht pocht pocht, dann ist auch schluss.

Er will sie wechselbetreuen, er will sie bei sich haben. Aber nur wenn es eitel Sonnenschein ist.

Mir geht es nicht darum mein Privatleben ausschliesslich zu organisieren.

Mir geht es darum, dass ihm, wenn es einen Notfall gibt sie abholen zu müssen, er es könnte, er aber sagt: zu stressig. Er sie betreuen "müsste" während seiner VÄTERwochenenden, auf welche er besteht, obeohl sie krank ist....stimmt ja ist anstrengender und all das was schönes geplant ist, wäre so nicht mehr wahrnehmbar.

Es geht mir darum, dass ich auch wochenends arbeiten muss und mein Chef es beim 4. Mal nicht mehr mit nem Engelslächeln hinnimmt, wenn ich krank zuhause mit ihr bin.

Mir geht es rein darum immer verständnissvoll gewesen zu sein und diese Abschieberei wenn es unbequem wird immer schlimmer wird. Und irgendwann ist auch mal Ende.

Ich habe mir mein Leben mit meiner Tochter vernünftig aufgebaut. Ich arbeite, sie geht in dei Kita, ich teile mir das abholen mit der Freundin, die auch mal aushilft wenn große Not am Mann ist. Aber derjenige der immer alle Rechte will, nimmt sich alle Kirschen so wie sie ihm gut passen, ohne Rücksicht auf Verluste... Immer ja und ahmen sagen haben genau zu dieser Situation geführt.

Und nebenbei bemerkt....das hier war alles nur grob umrissen.

LG

Beitrag von janamausi 17.04.10 - 20:45 Uhr

Hallo!

Ich muß gleich weg, daher nur kurz...

Ich glaube aber, für eure Tochter ist es auch schwer. Sie freut sich sicherlich auf die Väterwochenenden und wenn sie dann krank ist, während die anderen zwei Kinder (die von der Freundin von deinem Ex) fröhlich rumturnen, ist es sicherlich für sie auch nicht leicht...

Aber dich kann ich auch verstehen, wenn Väterwochenenden sind und Du arbeiten mußt und das Kind dann krank wird und Du dich dann ums kranke Kind kümmern mußt...

Mal eine andere Frage...Habt ihr euch auch gründlich beraten lassen wegen dem Wechselmodell? Das find ich jetzt nämlich persönlich ziemlich ungünstig. Ich mag dieses Modell sowieso nicht, weil ich finde da wird das Kind zu sehr hin und her gerissen aber gerade bei euch, wenn die Freundin von deinem Ex auch zwei Kinder hat, die immer dort wohnen, stell ich mich es für eure Tochter noch schwerer vor, wenn sie dann immer im Wechsel bei dir ist...

LG janamausi