Oma im Pflegeheim - Vater Geld genommen

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von cashmere0815 17.04.10 - 13:04 Uhr

Hallo,
meine Oma ist zur Zeit im Krankenhaus und ist nun komplett pflegebedürftig, d. h. sie wird wohl direkt in ein Alterspflegeheim gehen müssen. Meine Eltern, sprich vielmehr meine Mutter (ist ihre Schwiegermutter) hat sich bisher meistens um sie gekümmert. Mein Vater kann aus gesundheitlichen Gründen nicht und auch so ist er einfach nicht in der Lage dazu. Es war schon länger absehbar, weil ihr gesundheitlicher Zustand immer schlimmer wurde und sie auch Demenz hat. Ich habe meinen Eltern schon vor Monaten gesagt, daß meine Oma immer mehr abbaut und sie sich um einen Platz in einem Altenpflegeheim kümmern sollen. Ich muß dazu sagen, daß meine Mutter Vollzeit berufstätig ist. Ich kann verstehen, daß sie überfordert ist mit der Situation. Wir waren Ostermontag dort und als mein Mann und ich meine Oma gesehen habe, war klar, daß es so nicht weiter geht. Zum einen ist sie den Tag und den Tag davor hingefallen und hat auch über Schmerzen geklagt und sie konnte sich gar nicht mehr aufrecht auf den Stuhl halten. Wir haben einen Krankenwagen gerufen und seitdem liegt meine Oma im Krankenhaus. Da meine Eltern aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage sind das alles zu regeln, habe ich nun alles in die Hand genommen. Ich bin nun die Betreuung für meine Oma, was der Richter beim Amtsgericht auch bewilligt hat. Nun regel ich alles alleine. Mir fehlt auch teilweise die Zeit, da ich noch nebenbei etwas arbeiten gehe und 2 Kinder habe. Mein Vater redet die ganze Zeit nur über Geld, nach dem Motto, wer soll das alles bezahlen? Ich sehe die Problematik eher darin, daß zur Zeit kein Platz in einem Altenpflegeheim frei ist. Es kommt eine Absage nach der anderen. Nun war ich heute bei der Bank und habe mir einen Kontoauszug ausdrucken lassen. Alleine im April wurden 350 Euro abgehoben, obwohl keiner eine Bankvollmacht hat. Meine Eltern meinten zu mir, jeder hätte eine Bankvollmacht. Nun habe ich die Karte von meiner Oma sperren lassen. Da ich ja beim Amtsgericht Stellung beziehen muß. Ich habe weder einen Wohnungsschlüssel noch sonst irgendwas. Gut, den werde ich mir heute bei meinen Eltern holen. Im Augenblick lese ich mich überall durch, wie das mit den Pflegeplätzen und den ganzen Drumherum ist, da ja alles geregelt werden muß.
Worüber ich unwahrscheinlich sauer bin, ist das mein Vater soviel Geld abgehoben hat, obwohl meine Oma 1 Tag später ins Krankenhaus gekommen ist. Gut, kann er ja machen, da sie alles für meine Oma immer gekauft haben, wie Essen, Drogeriesachen etc. Nun liegt sie aber schon seit 12 Tagen im Krankenhaus und logischerweise fallen dann keine Ausgaben an. Und sie kommt danach direkt in eine Pflegeheim, da die Betreuung zu Hause nicht mehr gewährleistet ist. Also, geht ihre ganze Rente für den Pflegeplatz drauf. Vor allem ist das Konto im Minus. Da ich meinen Vater kenne, vor allem was Geld angeht, war mir das schon irgendwie klar. Wir hatten vor zwei Tagen schonmal darüber gesprochen und ich meinte zu ihm, daß ich nun über jede Ausgabe einen Beleg für den Richter haben muß. Da hat er am Telefon schon so komisch reagiert, da wußte ich direkt, daß irgendwas nicht stimmt....hat sich ja heute bestätigt.
Wie soll ich nun reagieren? Nicht sagen? Oder direkt drauf ansprechen? Ich könnte platzen!
Gut, daß ich die Kontokarte direkt habe sperren lassen, aber das regt mich dermaßen auf....ich routiere den ganzen Tag und telefoniere mit den Pflegeheimen und weiß gar nicht, wie ich das zeitlich schaffen soll und vor allem verwaltungstechnisch und er macht sich derzeit den Lenz und dann das ....
Wie würdet Ihr reagieren?

Beitrag von mirabelle 17.04.10 - 15:08 Uhr

Ich würde Deinen Vater direkt darauf ansprechen.

Unterstellen wir ihm mal gar nichts Böses.
Jetzt ist die alte Dame aber sehr schnell ins Krankenhaus gekommen und er hat die Gunst der Stunde genutzt und das Geld einfach behalten.

Das ist jetzt wirklich nicht die feine Art, aber nicht wirklich ein Verbrechen.

Sprich mit ihm, fordere die Belege für die Einkäufe ein und laß Dir das Restgeld geben und dann zahlst Du es auf das Konto der Oma ein.

M.

Beitrag von jeannylie 17.04.10 - 16:45 Uhr

Hm..schluck...
ich würde das auf die Schiene drehen dass Du jetzt alles nachweisen mußt. Und er Dir jetzt mal detalliert sagt wofür das eld drauf gegangen ist.
Wenn er das nicht mehr weiß, kann er Dir ja den Rest wiedergeben... so in etwa.
Ich meine, puh, was willst Du da machen? Gut dass Du die Betreuung übernommen hast.
Erwarte da besser nicht zuviel von Deinen Eltern. Mach es für Deine Oma und fertig. Sonst regt man sich nur auf.

Welche Betreuung hast Du denn? Gesundheitsfürsorge? Finanziell? Aufenthaltsbestimmungsrecht? Oder direkt das ganze Paket?
Dann kannst Du ja ab sofot ansagen wie´s langgeht...
Ansonten gibt es mehrere offizielle Betreuungsvereine (wollte das mal beruflich machen und hatte mich informiert) die beraten auch wenn man fragen hat.

LG
Jeannylie

Beitrag von cashmere0815 17.04.10 - 20:03 Uhr

Ja, ich habe nun erstmal 1/2 Jahr das Gesamtpaket der Betreuung für meine Oma, dann muß es verlängert werden. Ich habe von mir aus gesagt, daß ich das nun in die Hand nehme. Wie gesagt, meine Eltern haben es nicht geschafft innerhalb von 3 Monaten mal kurz zur Krankenkasse zu gehen, um ein Formular zu unterzeichnen, damit meine Oma mehr Geld bekommt...hat irgendwas mit Pflegegeld zu tun. Genau kann mir das ja nie einer sagen. Mein Vater geht nicht mehr arbeiten und ist täglich in der Stadt, es wäre kein Problem das zu unterzeichnen. Sie wollen oder können nicht, ich versteh es echt nicht. Als ich meine Oma da hängen sah und sie gar nicht mehr anwesend war und über Schmerzen geklagt hat, haben mein Mann und ich beschlossen, den Krankenwagen zu holen. Sie wird nächste Woche wohl auch noch nicht entlassen, weil sie noch nicht fit ist. Sonst wäre sie wohl immer noch zu Hause und würde permanent hinfallen und meine Eltern wundern sich...
Das mit dem Betreuungsverein ist eine gute Idee...ich muß mich mal umhören, wo bei mir einer in der Nähe ist. Ich finde es nur heftig, daß innerhalb von 3 Tagen insgesamt 350 Euro abgehoben wurden und sie einen Tag später ins Krankenhaus gekommen ist. Da wäre ich doch schon auf die Idee gekommen, daß Geld zumindest einen Teil wieder auf das Konto einzuzahlen. Wie gesagt, daß Konto ist überzogen, d.h. es fallen ja auch Zinsen an. Im Gegenteil, er meinte letzte Woche zu mir, daß er ja dann am 1. Mai auch Geld abholen müsse, damit die Krankenhausrechnung bezahlt werden kann. Ich habe nur gesagt, daß wir die Rechnung abwarten, bis sie entlassen wird und dann wird es überwiesen, dafür braucht man kein Geld abholen.
Wie gesagt, das Hauptthema ist Geld, während ich mir den Kopf zerbreche, ob sie überhaupt einen Platz in einem Alterspflegeheim bekommt, damit die Betreuung gewährleistet ist. Ich hänge den halben Tag am Telefon oder im Internet um mir irgendwelche Infos ranzuziehen. Ich kenne mich mit der Materie auch nicht wirklich aus.

Das mit dem kann ich sagen, wo es langgeht ist so eine Sache. Ich war ja vorhin dort, um mir Unterlagen zu holen. Vorher habe ich angerufen, ob sie auch zu Hause sind. Ja, ich solle später nochmal anrufen, dann kann ich später kommen etc. Ich habe dann gesagt, daß ich jetzt komme, weil wir noch grillen wollen und ich auch nicht ständig so Zeit habe, wie es ihnen gerade paßt. Hat meinen Vater zwar nicht gepaßt, aber egal.....Nun habe ich erstmal das nötigste an Unterlagen....mal sehen, wie es weiter läuft. Ich werde ihn wohl einfach mal fragen, wofür er die 350 Euro innerhalb von 4 Tagen brauchte, da sie zur Zeit ja noch im Krankenhaus ist.
Danke für Deinen Tip mit dem Betreuungsverein! #pro

Beitrag von patty1205 18.04.10 - 12:16 Uhr

Hallo,

setze Dich mit dem Sozialendienst vom Krankenhaus in Verbindung, die helfen Dir bei der Heimplatzsuche.

LG Patty

Beitrag von jeannylie 18.04.10 - 15:22 Uhr

Das macht einen gewissen Sinn, aber sei Dir dessen bewußt, dass die Dir (je nach dringlichkeit) den 1. Platz den die haben vermitteln werden.
Da ich aus eigener Erfahrung weiß dass nicht alle Altenheime gut sind sollte man sich vorher Infos einholen über die Heime.
Auf jeden Fall die Schwestern im KH fragen!
Im Zweifelsfall abwägen ob man einige Zeit zuhause noch mit ambulanter Pflege überbrückt.
Einen Heimplatz wirst Du auf jeden Fall kriegen, auch wenn es etwas hart klingt: Gestorben wird immer.

Solltest Du Fragen zur ambulanten Pflege haben, löcher die KK oder den ausgesuchten Pflegedienst, die sind gut im Thema.

LG
Jeannylie

Beitrag von brokkoli 19.04.10 - 13:14 Uhr

Hallo,

wie wurde das Geld denn abgehoben? Wurde mit der Karte am Geldautomat verfügt oder war es eine Barauszahlung am Schalter?

Sollte tatsächlich eine Abhebung am Schalter ohne Vollmacht vorgenommen worden sein, dann sprich bitte nochmals mit deiner Bank, wie soetwas passieren kann. Dies ist auch sinnvoll , damit derartiges zukünftig nicht mehr passiert.

Gruß
brokkoli

Beitrag von cashmere0815 19.04.10 - 15:01 Uhr

Ja, das Geld wurde mit der Karte am Automat abgehoben. Ich habe die Karte am Samstag vorsichtshalber sperren lassen. Heute habe ich meinen Vater drauf angesprochen und er meinte, das Geld wäre für Essen drauf gegangen. Ich habe dann gefragt, ob sie tatsächlich für 50 Euro am Tag gegessen hat, da guckte er mich ganz erstaunt an. Ich meinte dann nur, daß er das Geld zurück auf das Konto einzahlen solle....mal sehen, was passiert. Wohl nix.